Lipizzaner

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Lipizzaner
Favory Pallavicina.jpg
Wichtige Daten
Ursprung: Lipica, bei Gründung Innerösterreich, heute Slowenien
Hauptzuchtgebiet: ehemalige k.u.k. Monarchie Österreich-Ungarn
Verbreitung: gering, gefährdete Haustierrasse
Stockmaß: 148–162 cm, angestrebt werden 153–158 cm[1]
Farben: Milch-Schimmel, selten Braune, Rappen, Füchse und Falben
Haupteinsatzgebiet: Reit- und Fahrpferd

Der Lipizzaner, (Slowenisch: Lipicanec), dieser Name taucht 1786 zum ersten Mal auf, ist eine alte Pferderasse. Der Karster, wie er früher genannt wurde, hat seinen Namen vom Gestüt Lipica, der ursprünglichen Zuchtstätte in der ehemaligen Habsburgermonarchie. Berühmtheit erlangte die Rasse vor allem durch ihren Einsatz an der Spanischen Hofreitschule in Wien.

Hintergrundinformationen zur Pferdebewertung und -zucht finden sich unter: Exterieur, Interieur und Pferdezucht.

Exterieur[Bearbeiten]

Die meisten Lipizzaner (etwa 95 %) sind Schimmel, haben also als Fohlen eine dunkle Farbe und werden mit sechs bis zehn Jahren weiß. Es kommen aber auch vereinzelt andere Fellfarben vor. Heute gibt es neben Milch-Schimmeln nur noch gelegentlich Braune, Rappen, Füchse und Falben, ursprünglich gab es bei den Lipizzanern jedoch auch alle anderen Farben bis hin zu Perlinen, Mohrenköpfen, Platten- und Tigerschecken. Die Gemälde des Hoftiermalers Johann George von Hamilton zeugen von dieser Farbenvielfalt.

Der Typ des Lipizzaners hat sich gute 300 Jahre lang nicht wesentlich verändert. Er wirkt elegant, mittelgroß und kompakt; kurz gesagt athletisch. Härte und Ausdauer zeichnen ihn aus. Kopf, Hals (hoch aufgesetzt) und Schultern passen sehr gut aufeinander. Das Stockmaß liegt heute meist zwischen 155 und 165 cm. Der Lipizzaner trägt heute nur mehr vereinzelt einen markanten Ramskopf bzw. eine Ramsnase, was auf den alt-spanischen Einfluss zurückzuführen ist. Seine Hinterhand ist stark bemuskelt, die Fesselung schräg. Die Hufe sind bei gesunder Aufzucht überaus hart und sehr wohlgeformt. Mähne und Schweif sind ausgeprägt und feinhaarig, allerdings weniger üppig als bei Andalusiern. Der Rücken ist mittellang und kräftig. Die Bewegungen des Lipizzaners wirken graziös und sind durch einen federnden Gang ausgezeichnet. Er ist für einen guten Galopp geschaffen. Seine Knieaktion neigt dazu, hoch zu sein, was zu ausdrucksvollen Piaffen und Passagen führt.

Interieur[Bearbeiten]

Der Lipizzaner ist ein spätreifes Pferd, mit einem lebhaften Temperament; er ist überdurchschnittlich langlebig und bis ins hohe Alter zur Zucht und zur Arbeit unter dem Sattel geeignet. Der Lipizzanerhengst des ehemaligen jugoslawischen Präsidenten Josip Broz Tito, Maestoso Mara, starb mit 41 Jahren im serbischen Staatsgestüt Karadordevo.[2] Neben einschlägigen Merkmalen seines Exterieurs eignet sich der Lipizzaner besonders aufgrund seiner Kontaktfreudigkeit zum Menschen, seiner hohen Lerndisposition und schnellen Auffassungsgabe für die anspruchsvollen Lektionen der Hohen Schule.[3] Lipizzaner verfügen in der Regel über ein hohes Maß an körperlicher und mentaler Stärke. Besonders diese mentale Stärke der Rasse kann als Fluch und Segen zugleich betrachtet werden. Während ein Ausbilder, der Erfahrung mit dieser Rasse hat, spektakuläre und schnelle Ausbildungserfolge erzielen kann, verzweifelt möglicherweise der unentschlossene Reiter an der mentalen Stärke des Lipizzaners, der man durch physische Härte nur wenig entgegensetzen kann. Die schnelle Auffassungsgabe des Lipizzaners zeigt sich auch bei unerwünschten Verhaltensweisen, die das Pferd unbemerkt lernt und gegebenenfalls eifrig umsetzt.[4] Neben seinem gutmütigen Wesen hat der Lipizzaner – besonders unter dem Sattel – eine auffällig elegante Ausstrahlung und eine gehörige Portion Mut. All diese Interieureigenschaften resultieren aus einer systematischen jahrhundertelangen leistungsorientierten (und nicht nur morphologischen) Selektion.

Verwendung[Bearbeiten]

Lipizzaner, österreichische Zucht
Courbette, Gemälde von Ludwig Koch
Lipizzaner-Hengst auf dem Weg zur Präsentation in die Reithalle des Gestüts in Lipica (1978)

Lipizzaner sind bekannt für ihren Einsatz in der klassischen Dressur an der Spanischen Hofreitschule. Besonders die Schulsprünge und Lektionen der Hohen Schule fallen dieser Pferderasse, auch durch Selektion auf ebendiese Fähigkeiten, besonders leicht. Einsatzschwerpunkte sind Dressur und Fahren, wobei hier unterschiedliche Zuchtziele zugrunde liegen, die beide von der Internationalen Lipizzanerzuchtvereinigung anerkannt sind. Obwohl aufgrund ihrer Größe und hohen Kadenz im heutigen Dressur-Turnierreiten benachteiligt, sind einzelne Lipizzaner immer wieder erfolgreich auf Turnieren vorgestellt worden.

Zuchtgeschichte[Bearbeiten]

Seit langem ist der Lipizzaner mit der Spanischen Hofreitschule in Wien gemeinhin assoziiert, in der Lipizzaner gemäß der klassischen Reitkunst ausgebildet werden, die im 16. Jahrhundert entstanden ist. Früher wurden sie für den kaiserlichen Hof gezüchtet – für Karussells, als Reit- und Paradepferde und als Kutschpferde.

Der Name Lipizzaner stammt von seinem Stammgestüt Lipica in Slowenien. Lipica liegt in der Nähe von Triest, der italienische Name der Ortschaft lautet Lipizza. Im Jahre 1580 wurde mit Pferden der iberischen Halbinsel das Gestüt Lipica und die Rasse der „Spanischen Karster“ begründet. Der Lipizzaner enthält genetische Anteile von spanischen, neapolitanischen/italienischen und arabischen Pferden, aber wohl nicht von so genannten „bodenständigen Karster“ Pferden. 1580 wurden zunächst (durch von Khevenhüller) drei spanische Hengste erworben, 1581 weitere sechs sowie 24 Stuten. Ergänzt wurde der Bestand mit Hengsten aus Norditalien und der Polesina.[5]

Möglicherweise aufgrund einer nachlassenden Qualität der spanischen Pferde sind mit Beginn des 18. Jahrhunderts vermehrt Pferde aus anderen Regionen eingekauft worden, um die Zucht weiter zu verbessern.[6] So zeigen die Herkünfte oder zumindest die Namen der nachweisbaren Pferdeankäufe (Cordova, erworben 1701 (Spanier[7]; Generale 1710; Amico 1712; Lipp 1717 (Bückeburg); Danese 1718 (Däne); Superbo 1722; Montedoro 1739; Toscanello 1749; Sultan, Soliman 1768 (beide Araber); Dublino 1779; Pluto, Sanpareil, Juncker 1772 (alle Dänen); Conversano, Policastro 1774 (beide Neapolitaner); Saltadore, 1774 (Holsteiner)[8]; Morsu 1783 (Araber); Favory 1779 (Kladrub), Maestoso 1786; Napoletano 1790 (Neapolitaner), Allegro (Spanier), Danese (Däne) 1795; Confitero (Spanier) 1796, Herkünfte hauptsächlich aus Italien (speziell aus Süditalien, den Zuchtgebieten des Neapolitanos und des heutigen Murgese), Arabien und Dänemark.[9]

Vom neunzehnten bis ins beginnende zwanzigste Jahrhundert wurden schließlich, auch hier wieder aktuellen Trends der Pferdezucht folgend, Araber in die Zucht eingeführt. Insgesamt sind dabei zwischen 1770 und 1925 42 Araber belegbar.[10].

In Summe stellen wohl 457 Gründertiere die Basis der Lipizzanerzucht. [11]. Die genetischen Anteile ihrer Rassen in der heutigen Population werden wie folgt abgeschätzt:[12]:

  • 57 % Barocke Typen (Spanier, Neapolitaner, Fredericksborger, ...)
  • 24 % Araber (Originalaraber, Araberrasse)
  • 10 % "Lipizzanerrasse" (Abstammungsnachweis verloren gegangen, aber mit Gestütsbrand)
  • 4 % Kladruber
  • 3 % Vollblüter

(Anmerkung: Summe beträgt auch in der zitierten Quelle nicht 100 Prozent)


An Einzelpferden waren die folgenden Gründertiere hinsichtlich ihres heutigen genetischen Anteils am bedeutendsten: Toscanello: 6,66%; Neapolitano: 6,34; Gazlan: 4,88, Siglavy: 3,14; Tadmor: 3,02; Danese: 2,69; Monaghy: 2,69; Lipp I: 2,32; Norwegia (Stute): 2,18; Confitero: 1,97; Favory: 1,96; Bellornata (Stute): 1,87; Pluto: 1,72; ….Maestoso (20.): 1,49; ….Concersano (24.): 1,18[13]

Der raue, karge, gebirgige Karst, in dem Lipica liegt, hat bei den Lipizzanern Langlebigkeit, Gesundheit, starke Knochen, harte Hufe, Zähigkeit und Widerstandsfähigkeit bewirkt. Im Bundesgestüt Piber werden die jungen Lipizzaner deshalb den ganzen Sommer auf Hochalmen mit rauer, karger und steiniger Umgebung gehalten.

Bei der im Jahre 1915 erfolgten kriegsbedingten Evakuierung aller Lipizzaner aus Lipizza wurde die Herde aufgeteilt. Ein Teil (der Kleinere) ging nach Kladrub an der Elbe, der andere Teil verblieb in Österreich, wurde aber nach dem Ersten Weltkrieg wieder nach Lipizza (jetzt Italien und ein Gewinner des Krieges) gebracht. Italien beanspruchte auch die Pferde aus Kladrub, da aber die Tschechen auch auf Seiten der Kriegsgewinner waren, haben sie die Pferde aus Kladrub aber nie an Italien abgetreten. Später kam diese Lipizzanerherde nach Topoľčianky. Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs wurden alle Gestüte im Einflussbereich der deutschen Wehrmacht nach Hostau evakuiert, auch Lipizza. Nach dem Krieg wurden die Pferde aus Lipizza zwischen Italien und Österreich aufgeteilt. Die Nachkommen der italienischen Pferde werden heute in Monterotondo weitergezüchtet.

Das Gestüt Piber versorgt die Spanische Hofreitschule in Wien mit den bekannten Schulhengsten. Auch in Lipica findet sich heute wieder eine bedeutende Zucht mit einer eigenen Reitschule.

Während der verschiedenen „Umzüge“, die die Lipizzanerzucht – meist im Rahmen von Kriegen – erfahren hat, blieben regelmäßig Tiere zurück, mit denen dann auch teilweise durch private Züchter weitergezüchtet wurde. Eine systematische, auch auf Reit- (und nicht nur Fahr-)zwecke gerichtete Zucht durch Privatzüchter ist allerdings erst deutlich nach dem Zweiten Weltkrieg zu erkennen. Gründungen von Zuchtverbänden aus Privatzüchtern, wie von anderen Rassen längst bekannt, sind sogar noch jüngeren Datums. Dennoch gibt es mittlerweile in vielen Ländern Europas, in den USA, Südafrika und Australien Zuchtverbände, die sich zusammen mit den großen Staatsgestüten zu einem internationalen Lipizzanerverband (Lipizzan International Federation) zusammengeschlossen haben.

Lipizzanergestüte und Stätten im Gebiet des ehemaligen Österreich-Ungarn (Blau: Kladrub)

Daher werden Lipizzaner heute in ganz Europa gezüchtet, weiterhin vor allem aber in den staatlichen Gestüten des ehemaligen Österreich-Ungarischen Reiches in:

Große Privatzüchter sind u.a.:

  • Tempel Farms (Illinois, USA)
  • South African Lipizzaner Center (Johannesburg, Südafrika)
  • Haras des Launes (la Roque d'Anthéron, Frankreich)
  • Kobilarna Hosta (Šentjernej, Slowenien)
  • Ergela Kelebija (Serbien)
  • Lipizzanerstutteri Ordrupdal (Dänemark)

Brandzeichen[Bearbeiten]

Die Gestütsbrände der österreichisch-ungarischen Staatsgestüte

Aufgrund der zahlreichen staatlichen Gestüte in verschiedenen Ländern und der Privatzuchtverbände gibt es für Lipizzaner keine einheitliche Brennung, wenn auch bestimmte Traditionen von zumindest den größeren Gestüten ähnlich gehandhabt werden. Im folgenden sollen die wichtigsten Brände beschrieben werden, soweit Informationen vorliegen.

  • Piber: linke Kruppseite: "P" mit Krone darüber; linke Sattellage: Linienbuchstabe des Vaters, rechts Nummer, darunter Liniensymbol der Mutter; rechte Sattellage: Fohlenregisternummer; linke Ganasche: "L"
  • Lipica, Monterotondo: li. Sattellage: Lebensnummer; li. Ganasche: "L"
  • Topoľčianky: li. Kruppseite "STR" mit nach oben versetztem "T"; li. Sattellage: Linienbuchstabe des Vaters, rechts davon Nummer, darunter Liniensymbol der Mutter; re Sattellage: Fohlenregisternummer; bei Stuten: li. Kruppseite:
  • Szilvásvárad: li. Sattellage: Linienbuchstabe des Vaters, Nummer (bei Hengsten), Liniensymbol der Mutter, darunter Fohlenregisternummer; re. Sattellage: "B" zwischen zwei Geweihschaufeln, rechts davon Geburtsjahr (zwei Ziffern)
  • Simbata de Jos: li. Sattellage: Linienbuchstabe des Vaters, schräg rechts darunter Liniensymbol der Mutter, schräg rechts darüber Nummer (bei Hengsten); re. Sattellage: Fohlenregisternummer, "F" (für Fagaras)
  • Dakovo: li. Kruppseite: "D" mit Querstrich durch die senkrechte Linie;
  • Lipik: li. Kruppseite: "L" mit Querstrich, li Sattellage:
  • Lipizzanerzuchtverband Deutschland: aktuell li. Kruppseite: barockes "L", Fohlennummer
  • Zuchtverband Slowenien: li Schulter: Lindenblatt; li. Sattellage: Nummer

Die Linienbuchstaben der Vater sind je nach Gestüt unterschiedlich ausgeführte, verschnörkelte Formen der Anfangsbuchstaben der Hauptlinien, als "C": Conversano, "F": Favory, "J": Incitato, "M": Maestoso; "N": Neapolitano, "P": Pluto, "S": Siglavy, "T": Tulipan.

Die Linienzeichen der Abstammungslinien der Mütter, also der Linie deren Väter, sind demgegenüber graphische Symbole: Conversano: ein Kreis oder eine Ellipse mit einem Querstrich (eine vereinfachte Version des Gestütsbrands der Grafen von Conversano[14]); Favory: ein Rechteck; Incitato: ein nach oben offener Kreis; Maestoso: eine Krone bzw. "M"; Neapolitano: verschiedene Diagonalkreuze (ein oder zwei Schwerter symbolisierend, möglicherweise abgeleitet vom Brand der Kartause von Padula[15]); Pluto: Wellenlinie; Siglavy: schräger Pfeil oder Dreieck; Tulipan: nach oben offener Kreis mit senkrechtem Strich darunter

Die Nummern können durchlaufende Fohlennummern sein, die in aufsteigender Folge vergeben werden, Hengstnummern, die die Nummerierung des Hengstes in seiner Linie zeigen („der dritte Siglavy“) oder Fohlenregisternummern, die jahresweise vergeben werden (?).

Der L-Brand ist ein Zeichen des Stammgestütes. Den Traditionsbrand erhalten nur in Piber, Monterotondo oder Lipica gezüchtete Lipizzaner. Dieses L scheint auf Kaiser Leopold I. zurückzugehen, wenn es natürlich auch gut zu „Lipica“ passt.

Lipizzaner in Lipica auf der Weide

Stammväter[Bearbeiten]

Im 18. und 19. Jahrhundert sind sechs Hengste nach Lipica verbracht worden, die aufgrund ihrer Bedeutung für die Zucht der Lipizzaner benennungstechnisch zu Stammvätern gemacht worden sind. Seit damals wird unter Berücksichtigung der von diesen Hengsten abstammenden Linien gezüchtet, wobei die männlichen Nachkommen nach der Stammlinie ihres jeweiligen Vaters benannt werden. Die sechs Linien sind benannt nach diesen Hengsten (Datum der Geburt):

  • PLUTO (Frederiksborger), war weiß, aber vermutlich kein Schimmel sondern ein weiß geborener Tigerschecke, rein spanisch gezogen, 1765, erworben 1771 auf einer Auktion zur Verkleinerung des Gestüts Fredericksborg[16]
  • CONVERSANO (neapolitanischer Rapphengst, rein spanisch gezogen, 1767; aus der Zucht des Haus Acquaviva[17], einem im 10. Jh. aus Bayern nach Italien umgezogenen Adelsgeschlecht)
  • MAESTOSO (Kladrub, rein spanisch gezogen, 1773)
  • FAVORY (Falbe, Kladrub, rein spanisch gezogen, 1779)
  • NEAPOLITANO (brauner Neapolitaner, rein spanisch gezogen, 1790)
  • SIGLAVY (rein arabischer Schimmel, Syrien, 1810)

Weitere Hengste haben nur in bestimmten Gestüten zu weiteren Stammlinien geführt (INCITATO, TULIPAN).

Klassische Stutfamilien[Bearbeiten]

Unter den klassischen Stutfamilien versteht man im K.u.K.Hofgestüt zu Lippiza gegründeten oder benützten Stutfamilien.

  • SARDINIA (Lippiza, 1776) Betalka, Beja, Bravissima, Virtuosa, Bionda, Musica
  • SPADIGLIA (Lippiza, 1778) Monteaura, Montenegra, Monterea, Managua, Monterosa, Montedora
  • ARGENTINA (Lippiza, 1767) Slava, Sana, Adria, Adriana, Mimosa, Animosa
  • AFRICA (Kladrub, 1747) Batosta, Basowizza, Brezja, Basilica, Medea, Lipa, Barbana
  • ALMERINA (Kladrub, 1769) Santa, Sistina, Serena, Slavina, Slavonia, Sitnica, Avala
  • PRESCIANA / BRADAMANTA (Kladrub, 1782/1777) Presciana, Bona, Romana, Bonasera, Perletta, Primavera
  • ENGLANDERIA (Kladrub, 1773) Englanderia, Allegra, Aida, Allora, Aurica
  • EUROPA (Kladrub, 1774) Trompeta, Traga, Tiberia, Malina, Toscana, Mantua
  • STORNELLA / FISTULA (Koptschan, 1784/1771) Stornella, Steaka, Saffa, Sessana, Britanica, Sagana
  • IVANKA / FAMOSA (Koptschan, 1754/1773) Soja, Strana, Noblessa, Isabella, Fama, India
  • DEFLORATA (Frederiksborg, 1767) Canissa, Capriola, Manzina, Amabila, Caprina, Kremica
  • CAPRIOLA (Kladrub, 1785) Capriola, Ancona, Bellamira, Calcedona, Alea, Bellornata
  • RAVA (Kladrub, 1755) Ravata, Rigoletta, Risanota, Rosana, Roma, Rimava
  • GIDRANE (Orig. Araber, 1841) Gaetana, Gaeta, Galanta, Neretva, Jadranka, Narenta
  • GENERALE JUNIOR / DJEBRIN (Babolna, 1824) Dubovina, Darinka, Drava, Kulpa, Distinta, Oriana
  • MERCURIO (Radautz, 1806) Gratia, Gratiosa, Corvina, Fantasca, Pompea, Barbarina
  • THEODOROSTA (Bukovina, vor 1870 – Baron Kaprii) Theodorosta, Wera, Watta, Theodora, Wandra, Tosiana

Namensgebung bei Lipizzanern[Bearbeiten]

Traditionell bekommen Lipizzanerhengste bei der Geburt zwei Namen. Der erste bezeichnet die Stammlinie des Vaters, der zweite ist der Name der Mutter.

Maestoso Austria = Vater: Maestoso Trompeta – Mutter: Austria

Bei den Stutfohlen geht man häufig mütterlicherseits zurück bis zur sechsten bis achten Generation und wählt aus diesen drei Generationen einen Namen. Deshalb gibt es für jede Stutenfamilie typische Namen, die immer wiederkehren.

Einige Gestüte halten sich nicht an diese Konventionen.

Sonstiges[Bearbeiten]

Die Evakuierung der Lipizzaner nach dem Zweiten Weltkrieg aus dem russisch besetzten Bereich ist als „Rettung der Lipizzaner“ vor allem in die amerikanische Alltagskultur eingegangen (wobei US-Verbände maßgeblich am Transport beteiligt waren) und hat zu deren Bekanntheitsgrad in den USA beigetragen. Zu dieser Aktion ist der Film Die Flucht der weißen Hengste gedreht worden, in dem Robert Taylor den damaligen Leiter der Spanischen Hofreitschule, Alois Podhajsky spielt und von diesem gedoubelt wurde.

1944 wurden einige Lipizzaner von Graf Janković-Bésán nach Südafrika gerettet. Dort wurde eine weitere Reitschule, die South African Lipizzaners, nach klassischem Vorbild gegründet.

Quellen[Bearbeiten]

  1. http://www.lipizzanerzuchtverband.de/ursprungszuchtbuch.pdf
  2. Heinz Nürnberger: Auf den Spuren der Lipizzaner. 1998, S. 146.
  3. Heinz Nürnberger: Auf den Spuren der Lipizzaner. 1998, S. 49.
  4. Hans-Heinrich Isenbart & Emil M. Bührer: Lipizzaner - Das kaiserliche Pferd. 1986, S. 114f.
  5. Nürnberg: Der Lipizzaner, s.u., S. 16–17
  6. Mauro Aurigi: "Murgese in Bianco?", in Cavalli & Cavalieri 3/1991, S. 78–80
  7. Herkunftsangaben, soweit bekannt, nach Nürnberg: Der Lipizzaner, S. 19
  8. Nürnberg. S. 19
  9. Mauro Aurigi: "Murgese in Bianco?", in Cavalli & Cavalieri 3/1991, S. 80, rechte Spalte
  10. Der Lipizzaner im Spiegel der Wissenschaft, S. 165, 171
  11. Der Lipizzaner im Spiegel der Wissenschaft, S. 183, Tabelle 11
  12. Der Lipizzaner im Spiegel der Wissenschaft, S. 183
  13. Der Lipizzaner im Spiegel der Wissenschaft, S. 182, Tab. 10
  14. Il Corsiero Napolitano – Testo di Giuseppe Maria Fraddosio
  15. [1]
  16. [2]
  17. http://www.murgesehorse.com/eng/index.uk.html

Literatur[Bearbeiten]

  • Hans-Heinrich Isenbart & Emil M. Bührer: Lipizzaner - Das kaiserliche Pferd. Stuttgart 1986, ISBN 3-87203-009-4.
  • Heinz Nürnberg: Auf den Spuren der Lipizzaner. Olms Ag, Hildesheim 1998, ISBN 3-487-08393-0.
  • Heinz Nürnberg: Der Lipizzaner. Westarp Wissenschaften, Magdeburg 1993, ISBN 3-89432-404-X.
  • Martin Haller: Lipizzaner. Cadmos Verlag, Brunsbek 2003, ISBN 3-86127-384-5.
  • Ilona Kirsch: Lipizzaner - Individualisten für Idealisten - ein Rasseportrait abseits von Glanz und Glamour. Fruehtau-Verlag, Kiel 2004, ISBN 3-9808715-1-7.
  • Georg Kugler, Wolfdieter Bihl: Die Lipizzaner der Spanischen Hofreitschule. Pichler Verlag, Wien 2002, ISBN 978-3-85431-284-0.
  • Gottfried Brem: Der Lipizzaner im Spiegel der Wissenschaft. Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien 2011, ISBN 978-3-7001-6917-8.
  • Gertrud Grilz-Seger & Thomas Druml: Lipizzaner: Hengststämme. Vehling Verlag, Graz 2011, ISBN 978-3-85333-199-6.
  • Frank Westerman: Das Schicksal der weißen Pferde. Eine andere Geschichte des 20. Jahrhunderts. München 2012, ISBN 978-3-406-63088-0.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Lipizzaner – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien