Lippstadt

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Lippstadt
Lippstadt
Deutschlandkarte, Position der Stadt Lippstadt hervorgehoben
51.6666666666678.3579Koordinaten: 51° 40′ N, 8° 21′ O
Basisdaten
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Regierungsbezirk: Arnsberg
Kreis: Soest
Höhe: 79 m ü. NHN
Fläche: 113,68 km²
Einwohner: 66.100 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 581 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 59555–59558
Vorwahlen: 02941
02945 (Benninghausen, Eickelborn, Herringhausen, Lohe)
02948 (Garfeln, Hörste, Rebbeke)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: SO, LP
Gemeindeschlüssel: 05 9 74 028
Stadtgliederung: 18 Ortsteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Ostwall 1
59555 Lippstadt
Webpräsenz: www.lippstadt.de
Bürgermeister: Christof Sommer (CDU)
Lage der Stadt Lippstadt im Kreis Soest
Hamm Hochsauerlandkreis Kreis Gütersloh Kreis Paderborn Kreis Unna Kreis Warendorf Märkischer Kreis Anröchte Bad Sassendorf Ense Erwitte Geseke Lippetal Lippstadt Möhnesee (Gemeinde) Rüthen Soest Warstein Welver Werl Wickede (Ruhr)Karte
Über dieses Bild

Lippstadt ( [ˈlɪpʃtat]?/i) ist eine Mittelstadt in Nordrhein-Westfalen, die seit 1975 dem Kreis Soest angehört. Sie wurde 1185 als Planstadt gegründet und ist damit die älteste Gründungsstadt Westfalens. Lippstadt liegt etwa 60 Kilometer östlich von Dortmund, 40 Kilometer südlich von Bielefeld und 30 Kilometer westlich von Paderborn.

Geographie[Bearbeiten]

Burgruine Bernhards II. nahe Lipperode

Geographische Lage[Bearbeiten]

Lippstadt ist die größte Stadt im Kreis Soest. Sie liegt am Fluss Lippe im nordöstlichen Teil des Kreises zwischen dem südlich gelegenen Haarstrang sowie dem Münsterland und dem Paderborner Land und grenzt an die Nachbarkreise Paderborn, Warendorf und Gütersloh.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Innerhalb des Kreises Soest liegt östlich die Stadt Geseke, südlich die Stadt Erwitte, südwestlich die Gemeinde Bad Sassendorf und im Westen die Gemeinde Lippetal. Weiter im Uhrzeigersinn stellen die zum Kreis Warendorf gehörende Gemeinde Wadersloh, die zum Kreis Gütersloh gehörende Gemeinde Langenberg und die Stadt Rietberg sowie die zum Kreis Paderborn gehörenden Städte Delbrück und Salzkotten die Nachbarn dar.

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Die Postkarte aus der Zeit um 1900 zeigt die Einrichtungen der heutigen LWL-Einrichtungen in Lippstadt-Eickelborn und -Benninghausen.
  • Bad Waldliesborn stellt aufgrund des Heilbades den bekanntesten Ortsteil Lippstadts dar. Die Wurzeln dieser Ortschaft bildete ein Teil der Bauerschaft Suderlage der bis 1975 eigenständigen Gemeinde Liesborn; der jetzige Name gilt seit dem 1. Mai 1913. Vor 1975 gehörte die Gemeinde Liesborn dem Kreis Beckum an (heute größtenteils Kreis Warendorf). Die Bedeutung als Heilbad verdankt es den Thermalsolequellen, durch die es zu einem renommierten Zentrum für Herz- und Rheumarehabilitation aufsteigen konnte.
  • Cappel ist von der Kernstadt Lippstadts kaum noch zu trennen und geht besonders durch ein innerstädtisch gelegenes Industriegebiet (Hella KGaA Hueck & Co. Werk 2, Rothe Erde) in diese über. Bedeutsam für den Ort ist das spätestens 1139 erbaute Prämonstratenserinnenkloster und spätere protestantische, freiweltliche Damenstift Cappel; politisch wurde es dem damaligen Kreis Lippstadt erst 1949 angegliedert.
  • Lipperode stellte wie Cappel einen der letzten Teile Lippstadts dar, welcher bis 1949 vom Kreis Detmold verwaltet und erst danach dem Kreis Lippstadt angegliedert wurde. Für die These, dass Lipperode der Ursprungsort der Stadtgründer Lippstadts ist, gibt es keine gesicherten Quellen. Die eigentliche Wasserburg wurde erst 1248 gebaut. Die Dienstleute dieser Wasserburg bildeten die ursprüngliche Bevölkerung Lipperodes.
  • Eickelborn ist über die Stadtgrenzen Lippstadts hinaus vor allem bekannt durch das LWL Zentrum für Forensische Psychiatrie des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe (LWL). Die Ortsgeschichte geht zurück bis in das Jahr 1262 und beginnt mit dem Rittergut der Herren von Ekeneberne.
  • Benninghausen, welches sich östlich an Eickelborn anschließt, beherbergt ebenfalls eine psychiatrische Einrichtung, die LWL-Klinik Lippstadt. Erstmalig wurde die Ortschaft im 9. Jahrhundert erwähnt, erlangte jedoch besonders durch ein 1240 erbautes Zisterzienserinnenkloster Bedeutung, welches 1820 in ein Landarmenhaus umgewandelt wurde und die Grundlage für die heutige psychiatrische Klinik darstellt.
  • Lohe stellte ursprünglich einen Vorort zum Kloster Benninghausen dar und ist auch heute noch sehr dörflich geprägt. Erstmals ist es als „Ruversloh“ 1313 urkundlich erwähnt worden. Der Menninghof wurde erstmals um 1500 erwähnt und stellt damit eines der ältesten Bauerngehöfte der Umgebung dar.
  • Hellinghausen ist im Westen Lippstadt vorgelagert. Aufgrund einer Sage um ein „versteinertes Brot“ gehörte dieser 1235 in der Pfarrei Friedhardtskirchen gegründete Ort im Mittelalter zu den religiösen Attraktionen der Gegend.
  • Herringhausen gehörte ebenfalls Friedhardtskirchen an. Das etwas abseits vom Ortskern gelegene Wasserschloss Herringhausen wurde zwischen 1720 und 1730 errichtet und dient heute der Familie von Schorlemer als Herrensitz.
  • Overhagen ist an der Westseite Lippstadts mit diesem fast verschmolzen. Auch dieser Ort gehörte ursprünglich zur Pfarrei Friedhardtskirchen. Das zentral gelegene Wasserschloss Overhagen beherbergt heute ein staatlich anerkanntes privates Gymnasium sowie eine Bühne für Theaterstücke.
  • Esbeck, liegt am linken Lippeufer und wird in der Busdorf-Urkunde als „Ebike, das bei Hörste liegt“ erstmals 1036 erwähnt. Wichtig für die Geschichte Esbecks ist die Bauernbefreiung durch den Freiherrn vom Stein 1807.
  • Dedinghausen wurde wahrscheinlich in der ersten Hälfte des 9. Jahrhunderts durch einen Bruder des Bischofs Altfrid von Hildesheim gegründet und besitzt ebenfalls eine eigene Kirche. Es ist neben Lippstadt selbst der einzige Ort auf Gemeindegebiet mit einem DB-Haltepunkt (Linie RB 89).
  • Rixbeck liegt direkt an der Ostseite Lippstadts und ist durch ein Industriegebiet mit diesem verzahnt. Eine kleine Hügellandschaft, die „Rixbecker Alpen“, prägt das Ortsbild.
  • Hörste ist ein Dorf, welches 981 wahrscheinlich aus einer altsächsischen Ansiedlung an der Lippe entstand. Hörstes Pfarrkirche St. Martinus existiert bereits seit der Mitte des 12. Jahrhunderts.
  • Garfeln, ehemals zum Kreis Büren gehörend, wurde erstmals 1248 urkundlich erwähnt. Der Ort ist stark bäuerlich geprägt und besitzt keine eigene Kirche.
  • Rebbeke liegt dem Ortsteil Hörste an der Lippe gegenüber. Es handelt sich um einen stark landwirtschaftlich geprägten Ortsteil, dem auch die Ansiedlungen Mettinghausen und Niederdedinghausen angehören. Erste Bauernfamilien in Rebbeke sind seit 1653 verzeichnet.
  • Bökenförde liegt im Südosten des Stadtgebietes und stellt ein ehemaliges Eigengut des Bistums Paderborn mit Mühle und Kirche dar. Die Pfarrkirche St. Dionysius wurde bereits im 12. Jahrhundert erbaut und stellt gemeinsam mit der Feldkapelle am „Brünneken“ seit 400 Jahren einen Wallfahrtsort dar. Bekannt ist das zu Bökenförde gehörende Wasserschloss Schwarzenraben, welches 1765 von Johann Matthias Kitz erbaut wurde.
  • Lipperbruch ist die jüngste Ortschaft Lippstadts. Es entstand im Umfeld des ehemaligen Fliegerhorstes nach dem Zweiten Weltkrieg aus ehemaligen Kasernenanlagen und einigen bäuerlichen Nebenerwerbshöfen. Die Bevölkerung Lipperbruchs bestand zu Beginn vorwiegend aus Kriegsflüchtlingen, Vertriebenen und ansässig gewordenen Soldatenfamilien. Zwischenzeitlich bestand ab den 1970er Jahren wieder eine Kaserne, die Lipperland-Kaserne, zu der auch ein großer Teil der alten Kasernenbauten gehörte. Dort waren bis in die frühen 1990er Jahre Teile der Luftlandebrigade 27 stationiert. Nach dem Ende des kalten Krieges und der Auflösung der 1. Luftlandedivision zog das Transportbataillon 801 in die Kaserne. Im Zuge der Neustrukturierung der Bundeswehr wurde die Kaserne im Jahr 2007 geschlossen. Seit Anfang März wird ca. die Hälfte des alten Kasernengeländes von einer Möbelspedition genutzt. Im Kern Lipperbruchs befindet sich das private Gymnasium Marienschule.

Geschichte[Bearbeiten]

Lippstadt wurde im Jahr 1184 oder 1185 (das genaue Gründungsjahr ist nicht sicher bekannt) von Graf Bernhard II. von Lippe unter dem Namen Lippe als erste echte Planstadt Westfalens gegründet. Die Erlaubnis zum Bau der Stadt erhielt Bernhard von Kaiser Friedrich I., genannt Barbarossa.

Erste Siedlungsansätze[Bearbeiten]

Denkmal Bernhards II. in Lippstadt

Bereits vor dieser Gründung gab es allerdings erste Ansiedlungen im heutigen Stadtgebiet; vor allem das heutige Nicolaiviertel und der Vorgängerbau der heutigen Nicolaikirche waren als Ansiedlung von Kaufleuten und als Marktviertel bedeutend. Diese Bedeutung rührte von der Lage her, welche die Stadt an der Lippefurt für den Handel in Deutschland hatte: Sie lag am Kreuzungspunkt der Handelsstrecke zwischen Frankfurt am Main und Lübeck und der Straße zwischen Paderborn und Münster. Des Weiteren gibt es Annahmen, nach denen im nordwestlichen Bereich der Stadt bereits seit 1120 eine Wasserburg der Herren zu Lippe gestanden haben soll, einen archäologischen Nachweis dafür gibt es nicht. Bereits 1139 wurde das Prämonstratenserinnenkloster im heutigen Stadtteil Cappel von Bernhard I. und seinem Bruder Hermann I. gegründet.

Im Laufe des Sächsischen Krieges (1177 bis 1181) wurden die bereits bestehenden Teile der Siedlung, vor allem das Nikolaiviertel und die dort vorhandene Kirche, von den Truppen des Kölner Erzbischofs Philipp I. von Heinsberg 1179 zerstört, der sich damit für die Unterstützung der Truppen von Heinrich dem Löwen durch Bernhard II. rächen wollte. Nach der Verbannung des Sachsenherzogs und der Rückkehr Bernhards II. gelang es diesem im Jahr 1184, von Kaiser Friedrich I. die Erlaubnis für den Bau einer Stadt zu bekommen. 1185 gründete Bernhard II. daraufhin die Stadt Lippe, die heute als Lippstadt bekannt ist.

Gründung und Stadtentfaltung[Bearbeiten]

Lippstädter Marienkirche
Pfarrkirche St. Nicolai, romanischer Turm aus dem 12. Jh.

Bernhard II. plante seine Gründungsstadt nach den Vorbildern Braunschweig und Heidelberg, die er während des Sächsischen Krieges studieren konnte. Das im Wiederaufbau begriffene Nicolaiviertel war in diesem Plan erst nicht enthalten und wurde gemeinsam mit der seit 1182 im Neubau befindlichen Nicolaikirche erst später aufgenommen. Ab 1185 wurde das freie Land zwischen der Lippe und den heutigen Straßen Marktstraße, Rathausstraße und Poststraße in Parzellen unterteilt und aufgebaut, fast gleichzeitig begann der Bau der Stiftskirche St. Marien (die heutige Stiftsruine) sowie der Marktkirche St. Marien (die heutige Große Marienkirche).

Die neu entstehende Stadt taucht in historischen Quellen dann erstmals 1194 als „nova civitas“ auf, zu diesem Zeitpunkt besaß sie bereits eine Befestigung in Form von Wällen, Gräben und Palisaden aus Holz und Erde. Auf dem ehemaligen Burggelände der Herren zur Lippe, dem Hermelinghof, entstand ein Augustinerinnenstift, welches ab 1207 ebenfalls im Inneren der Stadt lag. Die schnell wachsende Bevölkerung der Stadt Lippe siedelte dabei vor allem in der Marienstadt um die Marktkirche St. Marien sowie um St. Nicolai und die Stiftskirche St. Marien, welche bei einer Erweiterung der Stadtfläche im Jahr 1229 ebenfalls in den befestigten Bereich einbezogen wurden.

Bernhard II. hatte die Regierung des Besitzes zu dem Zeitpunkt bereits an seinen Sohn Hermann II. übergeben, während er selbst als Abt von Dünamünde in Livland lebte. Zwischen 1220 und 1222 verlieh er den Lippstädtern ihr erstes Stadtrecht und weihte die Marktkirche St. Marien. Spätestens ab 1231 führte der Lippstädter Rat ein eigenes Stadtsiegel, und in den 1260er Jahren begann der Bau der Stadtmauer, welcher 1292 abgeschlossen war. Diese Mauer ersetzte die alten Wallanlagen und legte zugleich die Grenze zwischen der Bürgerstadt „Lippe“ und dem Agrarland des Umkreises bis in das 19. Jahrhundert fest.

Aufgrund der Erbstreitigkeiten nach dem Tod Bernhards V. und einer nachfolgenden Fehde zwischen dessen Neffen Simon III. und dem Grafen Otto von Tecklenburg als Gemahl der Tochter Bernhards V. ging die Herrschaft über Lippstadt im Jahr 1376 an den Vermittler Graf Engelbert III. von der Mark über und gelangte nachfolgend als Pfandherrschaft an weitere Häuser. Der Zustand, dass die Herrschaft der Stadt nicht in der Hand der Landesherren lag, dauerte über die Soester Fehde im Jahr 1444 bis zum Jahr 1666, als die Herren von Lippe und die von Brandenburg ein Kondominium begründeten, d.h. gemeinsam Herren über Lippstadt wurden.

Lippstadt als Handelsstadt[Bearbeiten]

Lippe (Braun/Hogenberg 1588)

Bereits vor der Gründung der Stadt war Lippstadt aufgrund der Lage an der Lippefurt ein bedeutender Handelsknotenpunkt. Durch die Bestimmungen zum Stadtrecht von 1220 und die Verleihung der Stadtprivilegien 1244 wurden die Aussichten für Handel und Gewerbe in der Stadt weiter verbessert. So existierte spätestens seit 1244 ein Jahrmarkt in der Stadt, auf dem vor allem Fernhändler Waren anbieten konnten. Die Stadt profitierte vom Angebot der Händler sowie vom Standgeld derselben. Im 16. Jahrhundert fanden nachweislich vier Jahrmärkte im Jahr statt, im Jahr 1691 bereits sechs und bis zum Ende des 18. Jahrhunderts waren es acht dieser Märkte, die über das Jahr verteilt waren. Als Marktplatz diente der alte Marktplatz zwischen der Marktkirche St. Marien und dem Rathaus der Stadt, der heutige Rathausplatz.

Ein weiterer wichtiger Faktor für die Handelsentwicklung einer mittelalterlichen Stadt war das Vorhandensein eigener Münzprägungen. Nachweislich gab es bereits 1231 zwei Münzmeister in der Stadt, die zuerst englische Münzen nachprägten. Um die Mitte des 13. Jahrhunderts tauchten dann erstmals eigene Münzen mit der Lipperose als Prägung auf. Besonders der Lippstädter Pfennig aus der Zeit von 1290 bis 1310 tauchte in vielen Münzfunden in Dänemark, England, Polen und Mecklenburg auf.

Am 17. Juli 1253 gehörte Lippstadt neben Münster, Soest und Dortmund zu den Gründungsmitgliedern des zweiten westfälischen Städtebundes, welcher 1268 mit Osnabrück bestätigt wurde. Dieses Bündnis sollte vor allem den Landesherren die wirtschaftliche Macht der Städte signalisieren.

Im 12. und 13. Jahrhundert war Lippstadt auch Hansestadt, wobei Lippstädter Kaufleute schon in der Hanse tätig waren, als die Organisation selbst erst im Entstehen begriffen war. Wie fast alle Städte Westfalens war es Mitglied dieser großen Gemeinschaft von Städten, die zeitweise die Wirtschaftspolitik im gesamten norddeutschen Raum bestimmte. Für Lippstadt waren besonders die Dittelstage in Köln sowie die Regionaltage von Bedeutung, obwohl die Stadt auch zu den „Großen“ Hansetagen in Lübeck Vertreter schickte. 1494 wurde Lippstadt die Handelsmatrikel nachgetragen und 1540 wurde die Stadt zur Prinzipalstadt erhoben. Am letzten Hansetag in Lübeck am 18. April 1669 nahm Lippstadt jedoch nicht mehr teil, obwohl es bis zum letzten Tag zu den Mitgliedern des Handelsbundes gezählt wurde.

Reformation und danach[Bearbeiten]

Lippstädter Jacobikirche

Die Lehren Martin Luthers und mit diesen die Reformation wurden von den beiden Mönchen des Lippstädter Augustinereremiten-Klosters Johannes Westermann und Herrmann Koiten nach Lippstadt gebracht. Diese studierten zwischen 1520 und 1524 an der Universität Wittenberg, die von den neuen Ideen Luthers geprägt war. Am 3. Februar 1523 promovierte Westermann gemeinsam mit dem Herforder Augustinereremiten Gottschalk Kropp.

Johannes Westermann kehrte im gleichen Jahr zurück nach Lippstadt und predigte dort die neue Lehre, im Jahr 1524 wurden die von ihm in der Brüderkirche gehaltenen Fastenpredigten in Lippstadt gedruckt. Dieses Buch ist die erste Dokumentation der Reformationsbewegung in Westfalen, im gleichen Jahr erschien auch ein Katechismus Westermanns, ebenfalls in Mittelniederdeutsch geschrieben. Die Veränderungen in der Bürgerschaft Lippstadts durch die neue Lehre blieben jedoch auch dem Kölner Erzbischof nicht verborgen, der daraufhin den Dominikaner Johannes Host von Romberg nach Lippstadt schickte. Dieser predigte am 16. März 1526 in der großen Marienkirche gegen die Predigten der Lippstädter.

In der Folgezeit kam es zu tiefgreifenden Veränderungen im religiösen und kirchlichen Leben Lippstadts. Vor allem die Begehren der Lippstädter Zünfte, mehr Mitspracherecht im Stadtregiment zu bekommen, führten zu maßgeblichen Veränderungen. Im Februar 1531 begannen die Zünfte gemeinsam mit den Anhängern der lutherischen Kirche einen Aufstand, bei dem sie die Magistraten der Stadt vertrieben und einen neuen Rat bildeten. Ein Jahr später verhängten die Stadtherren des lippschen Grafenhauses und die Herzöge von Kleve ein Verkehrsrecht über die Stadt, unterstützt vom Kölner Erzbischof und den Bischöfen von Münster, Osnabrück und Paderborn.

Die Vermittlungsversuche scheiterten bis 1535, als die Bürger der Stadt aufgrund der schlechter werdenden Versorgung am 13. Juli 1535 aufgaben und ihre Priester absetzten. Daraufhin wurde ein Vertrag zwischen Graf Simon V. zur Lippe, Herzog Johann III. von Jülich-Kleve-Berg und der damals noch Lippe genannten Stadt geschlossen. Die kirchlichen Neuerungen der Stadt wurden weitgehend zurückgenommen, die Messe durfte jedoch auch weiterhin auf Deutsch gehalten werden. Die Prediger wurden der Stadt verwiesen und wurden später anderswo tätig, Johannes Westermann etwa in Hofgeismar, wo er 1542 starb. Die Beteiligung der Zünfte an der Regierung wurde jedoch festgeschrieben und angeordnet. Da sich in den Folgejahren jedoch auch beide Landesherren der Reformation zuwandten, blieben die Lippstädter Bürger auch nach dem Augsburger Religionsfrieden lutherisch, die kleine katholische Gemeinde im Kloster St. Annen-Rosengarten wuchs jedoch in den Folgejahren vor allem durch den Zuzug aus dem Umland zu einer neuen katholischen Gemeinde.

Dreißigjähriger Krieg[Bearbeiten]

Herzog Christian von Braunschweig, Gemälde von Paulus Moreelse, 1619

Während des Dreißigjährigen Krieges (1618 bis 1648) blieb auch Lippstadt nicht von den Kriegswirren verschont. Im Winter 1621/1622 wurde Lippstadt von Christian von Braunschweig-Wolfenbüttel und seinen Truppen als Quartierstadt besetzt. Von hier führte der Ritter regelmäßige Raubzüge in die umliegenden katholischen Nachbarterritorien Paderborn und Münster durch. In Lippstadt ließ „der tolle Christian“, wie er auch genannt wurde, angeblich den Pfaffenfeindtaler aus geraubten und eingeschmolzenen Teilen des Paderborner Domschatzes prägen. Nach seinem Abzug versuchten Truppen des Kaisers Ferdinand II. die Stadt zu erobern, was ihnen am 24. Oktober 1623 auch gelang. Die Truppen unter Johann Graf von Rietberg wurden in der Stadt einquartiert und blieben bis 1633; von dem eigentlichen Krieg blieb die Stadt jedoch verschont.

1633 hatte sich die Bündnissituation im Krieg massiv gewandelt, und diesmal war es der Landgraf von Hessen-Kassel, Wilhelm V., der die Stadt nach der Zerstörung Salzkottens einnehmen wollte. Bereits nach einem Tag ließ die Stadtbevölkerung die Truppen einmarschieren, die bis zum Kriegsende 1648 hier blieben. Die Besatzer nutzten die günstige Lage der Stadt sowie die Festungswerke, die weiter verstärkt wurden. Die Hessen verließen die Stadt erst 1650, nach 1666 traten die Kurfürsten von Brandenburg infolge des Vertrags von Kleve als Samtlandesherren in Lippstadt auf.

Hexenprozesse[Bearbeiten]

Hexenverbrennung in Derenburg

Im Jahr 1565 fanden in Liesborn Hexenprozesse gegen die drei Frauen Aleke, Anna und Katharina auf der Burg Stromberg statt. Sie wurden der Zauberei angeklagt, gefangen, gefoltert und verbrannt. Um 1573 gab es etliche weitere Hexenverfolgungen in Lippstadt in der Zeit Graf Simons VI., dabei sind „etliche Burgers Weiber hinaus geführt und verbrannt worden“.

Hierzu berichtete Pfarrer Anton Praetorius 1613, dass bei diesen Hexenprozessen „der Nagel-Schmidt Ebert Balve und seine Schwester, eine Beckerin, die Freytägische genannt, nach langen Foltern nach dem Widerruf ihres Geständnisses trotz Protesten aus der Bevölkerung freigelassen wurden.“ Dieser Hexenprozess beeindruckte Anton Praetorius stark und trug zu seinem Denken entscheidend bei, als er sich 1597 unter Lebensgefahr dafür einsetzte, dass eine Frau aus der Folterkammer entlassen wurde, und er diesen Kampf gegen Hexenverfolgung und Folter literarisch fortsetzte.

Weitere Hexenprozesse fanden zwischen 1630 und 1677 statt.

Festungszeit[Bearbeiten]

Lippstadt im 17. Jahrhundert

Nach dem Vertrag zwischen Hessen und Brandenburg wurden in Lippstadt fünf kriegsstarke Kompanien der Brandenburger einquartiert, ohne die lippschen Ortsherren zu involvieren. Diese wurden erst 1669 hellhörig, nachdem der Kurfürst Brandenburgs weitere militärische Verstärkung einsetzte und die Festungen der Stadt weiter verstärkte. Dabei wurden allein an der Südmauer bis zu 700 Arbeiter eingesetzt, um das Bollwerk zu verstärken. Lippstadt wurde Teil der brandenburgischen Expansion und lieferte auch die Truppen im Krieg gegen den französischen König Ludwig XIV. zwischen Soest und Lippstadt.

Innerhalb der Festung gab es zu dieser Zeit eine Reihe Katastrophen. So wird von zwei Großbränden in den Jahren 1656 und 1676 sowie einer Fleckfieberepidemie 1673 berichtet, die 2000 Tote forderte. Am 4. März 1679 übernahmen die Franzosen die Stadt, nachdem sich die Brandenburger nach Bielefeld und Minden zurückgezogen hatten. Über die verschiedenen Besetzungen und Katastrophen hinweg verschlechterte sich die finanzielle Situation in Lippstadt bis zum Ende des 17. Jahrhunderts drastisch und die Abgaben an die Landesherren in Lippe und in Brandenburg konnten nicht bezahlt werden. Das Interesse Brandenburg-Preußens an Lippstadt stieg jedoch, und es versuchte mehrfach, Lippstadt ganz für sich zu gewinnen. 1730 musterte der Soldatenkönig Friedrich Wilhelm I. die Stadt, zehn Jahre später König Friedrich II.

1757 zogen die französischen Truppen im Siebenjährigen Krieg gegen Hannover, welches mit Preußen verbündet war; Lippstadt lag inmitten des Durchmarschgebietes. Am 26. April des Jahres zogen die Franzosen mit 1300 Mann in Lippstadt ein, die Preußen hatten die Stadt bereits vorher verlassen. Im Anschluss an den Abzug der Franzosen 1758 kamen preußische Husaren in die Stadt, die im darauffolgenden Jahr wiederum von Franzosen eingekesselt wurden. 1761 fand in Vellinghausen bei Hamm die bedeutendste Schlacht der Region statt, bei der die Franzosen zurückgeschlagen werden konnten. Nach dem Frieden von Hubertusburg 1763 wurden die Festungswerke Lippstadts vollständig abgerissen.

Da Preußen nach dem Frieden von Tilsit im Jahre 1807 alle Besitzungen westlich der Elbe abtreten musste, gelangte Lippstadt nun unter französisch-lippische Herrschaft. Am 8. August 1808 wurde der Rat der Stadt auf Napoleon vereidigt. Die französische Regierung sprach der seit 250 Jahren ohne Kirche existierenden katholischen Gemeinde 1807 die Nicolaikirche als Gotteshaus zu und setzte den Pfarrer Jodocus Denker als Seelsorger ein. Die französische Besetzung endete bereits 1808. Der Wiener Kongress stellte das preußisch-lippische Kondominium wieder her.

Industrialisierung[Bearbeiten]

Poststraße in Lippstadt

Die Barrikadenkämpfe der Revolution 1848 führten am 12. März auch in Lippstadt zu Unruhen, die jedoch aufgrund der ruhigen und besonnenen Reaktion des Stadtmagistrats nicht eskalierten. Im gleichen Jahr erschien die erste eigene Lippstädter Tageszeitung „Der Patriot“. Am 17. Mai 1850 verzichtete Lippe in einem Vertrag mit Preußen gegen eine Entschädigung auf die Herrschaft in Lippstadt, das dadurch preußisch wurde. Die heutigen Ortsteile Lipperode und Cappel blieben jedoch auch nach dem Ende des Kondominiums beim Fürstentum Lippe.

Ab etwa 1820 wuchs im Zuge der Industrialisierung die Einwohnerzahl der Stadt rapide an, die ansonsten seit dem Höhepunkt im 13. Jahrhundert relativ konstant bei 3000 Einwohnern geblieben war. 1850 lebten bereits 5000 Bürger in der Stadt Lippstadt, 1865 waren es 7000 und im Jahr 1902 bereits 13.000. Durch diesen Zuwachs war die Grundlage für die Ansiedlung von Industrie und den Ausbau der Verkehrswege gelegt. So wurde ab 1819 die Lippe-Schifffahrt bis nach Lippstadt ausgedehnt und eine Hafenanlage sowie 1830 auch ein Schifffahrtskanal angelegt. Aufgrund der Konkurrenz mit der Bahn wurde die Schifffahrt jedoch bald wieder aufgegeben, 1868 kamen nur noch vier Lastschiffe nach Lippstadt und 1870 wurde die Schifffahrt oberhalb Hamms gänzlich eingestellt.

Die Eisenbahnanbindung bekam Lippstadt 1850 durch die Königlich-Westfälische Eisenbahn-Gesellschaft, die heutige Bahnstrecke Hamm–Warburg; weitere Anbindungen erfolgten 1883 nach Warstein, 1887 nach Rheda und Münster sowie 1898 nach Beckum. Lippstadt wurde so zu einem Eisenbahnstern und baute neben dem Hauptbahnhof 1898 den Nordbahnhof. Die erste wichtige Straße stellte 1823 die Strecke Erwitte–Lippstadt–Wiedenbrück dar, die als Teilstück der Strecke KoblenzMinden entstand, die heutige Bundesstraße 55. 1878 wurde die Cappeler Chaussee (heute Beckumer Straße) ausgebaut. Diese beiden Straßen stellten bis in die 1880er Jahre die einzigen befestigten Straßen dar, die Lippstadt mit dem Umland verbanden.

Drahtwerk der Westfälischen Union AG (um 1900)

Um 1860 siedelte sich in Lippstadt das erste größere eisenverarbeitende Werk an, welches später in die „Westfälische Union“ überging. Bis 1900 entwickelte es sich so gut, dass es bereits 800 Arbeiter beschäftigte und Drahtwaren bis Japan exportierte. Bedingt durch dieses Werk entstand im Süden der Stadt ein großes Wohnviertel gemeinsam mit der Josefskirche. 1902 wurde der Grundstein für einen weiteren Großbetrieb, die „Königlich Preußische Artilleriewerkstatt“ an der Beckumer Straße gelegt, die 1905 mit 400 Arbeitern die Produktion aufnahm. 1912 entwickelte sich aus einer mittelgroßen Laternenfabrik Sally Windmüllers die Westfälische Metallindustrie, die an die Lüningstraße umzog.

20. Jahrhundert[Bearbeiten]

Nach der anlaufenden Industrialisierung in Lippstadt in der auslaufenden Phase des 19. Jahrhunderts und zur Zeit der Jahrhundertwende wurde in Lippstadt eine Reihe kleiner und mittelgroßer Gewerbebetriebe gegründet, nicht wenige entwickelten sich zu regional relevanten Großbetrieben, darunter die Lippstädter Brauereien Weißenburg, Nies und Tannenberg. Der aufkommende Reichtum der Bürgerschaft zeigte sich auch im Bau neuer Villen der Gründerzeit, wie sie heute noch vor allem in der Langen Straße und der Cappelstraße sowie in verschiedenen vorgelagerten Vierteln zu finden sind.

Nach dem verlorenen Ersten Weltkrieg und der am 9. November 1918 erfolgten Ausrufung der Republik wurde wie vielerorts auch in Lippstadt ein Arbeiter- und Soldatenrat gegründet, für die Entwicklung und das Leben der Stadt änderte sich jedoch nicht viel. Versorgungsengpässe der 1920er Jahre führten zu sozialen Ungerechtigkeiten und durch die Wirtschaftskrise und die Inflation 1923 verschärften sich die sozialen Probleme wie in ganz Deutschland.

Im Winter 1923/24 wurde die erste größere Notküche in der Wilhelmschule eingerichtet, die Wohnungsnot sowie die Arbeitslosigkeit verschärften die Situation jedoch weiter. 1929 gründete sich in Lippstadt eine Ortsgruppe der NSDAP. Die Bevölkerung Lippstadts wählte bis 1933 vorwiegend die etablierte Zentrumspartei, nur im heutigen Lippstädter Stadtteil Lipperode, der damals zum Freistaat Lippe gehörte, entschied sich bereits bei den letzten Wahlen vor der „Machtergreifung“ die Mehrheit der Wähler für Hitler.

Bedingt durch die Nähe zum psychiatrischen Krankenhaus in Eickelborn und zum Provinzialarbeitshaus Benninghausen, das bereits 1933 für kurze Zeit als Konzentrationslager diente und in dem später zeitweise lungenkranke Jugendliche aus dem KZ Moringen untergebracht waren, wurde Lippstadt in den folgenden Jahren zum Ort medizinischer Verbrechen. Im evangelischen Krankenhaus der Stadt fanden in der Zeit des Nationalsozialismus zahlreiche Zwangssterilisationen statt; die Zustände in den Anstalten gipfelten in körperlichen Misshandlungen sowie in umfangreichen Euthanasieprogrammen.[2]

Am 9. November 1938 kam es in Lippstadt wie in allen Teilen Deutschlands zu organisierten Ausschreitungen gegen die jüdischen Bürger und ihren Besitz (siehe: Novemberpogrome 1938). Dabei wurde u. a. die Synagoge bis auf die Außenmauern vernichtet. 1942 wurden alle verbliebenen Mitglieder der jüdischen Gemeinde deportiert. Ein Großteil von ihnen wurde von den Nationalsozialisten in der Shoa ermordet.

Gedenktafel Außenkommando Lippstadt des KZ Buchenwald 1944–45 in der Graf-Adolf-Straße

Mit dem Beginn des Zweiten Weltkriegs änderte sich auch die industrielle Ausrichtung Lippstadts. Im Vordergrund der Produktion stand die Rüstungsproduktion, bei der auch Zwangsarbeiter – u. a. in zwei örtlichen Außenlagern des Konzentrationslagers Buchenwald („Lippstädter Eisen- und Metallwerke“ und „WMI“) – eingesetzt wurden.[3]

Wie überall in Deutschland wurde in Lippstadt ein Großteil der einheimischen Männer in den Militärdienst eingezogen. Vom Bombenkrieg der letzten Kriegsjahre blieb die Stadt weitestgehend verschont. Am 1. April 1945 marschierten US-amerikanische Truppen in Lippstadt ein und schlossen damit den Ruhrkessel. Die Stadt wurde nahezu ohne Widerstand und unversehrt übergeben. Am selben Tag kam es in Kaunitz zur Befreiung von über 700 jüdischen Zwangsarbeiterinnen, die wenige Tage zuvor aus Lippstadt auf einen Todesmarsch ins KZ Bergen-Belsen geschickt worden waren.

Die Verwaltung Lippstadts erfolgte in den Folgejahren erst durch die amerikanischen, später durch britische Besatzungstruppen. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs gehörte die Stadt zur Britischen Besatzungszone. Die Militärverwaltung richtete ein DP-Lager ein zur Unterbringung so genannter Displaced Persons (DP). Die meisten stammten aus der Sowjetunion, Polen und Ungarn.

Bevölkerungsstruktur Lippstadts

Erstmals politisch teilhaben konnten die Bürger ab dem 15. September 1946 bei einer „Urwahl“ mit politisch unbelasteten Bürgern. Die zu diesem Zeitpunkt etwa 3.000 Vertriebenen, die in Lippstadt lebten, waren bei dieser Wahl jedoch ausgeschlossen. 1948 wurde der Polsterermeister und SPD-Politiker Jakob Koenen der erste Nachkriegsbürgermeister der Stadt und blieb es bis zu seinem Tod 1974. Nach ihm benannt wurde beispielsweise das (alte) Hallenbad Lippstadts, das Jakob-Koenen-Bad.

Am 1. Januar 1975 wurde die Fläche Lippstadts durch Eingemeindung der umliegenden Ortschaften von ehemals 29,82 km² auf 113,3 km² erweitert. Zugleich wurde der alte Kreis Lippstadt dem neu gebildeten Kreis Soest zugeschlagen, dessen größte Stadt Lippstadt heute ist. Die Wahl der Kreisstadt war von großen Differenzen begleitet und fiel schließlich auf Soest, da dieses zentraler im neuen Kreisgebiet lag.

Hochwasser und Hochwasserschutz[Bearbeiten]

Am 16./17. Juli 1965 wurde Lippstadt von einem katastrophalen Hochwasser, der sogenannten Heinrichsflut, heimgesucht, wovon weite Teile der Kernstadt und einige Vororte betroffen waren. Besonders schwere Schäden entstanden in den Erdgeschossen einiger Wohnhäuser im Bereich der Soeststraße, die meterhoch überflutet wurden. Nach diesem Hochwasser wurden zahlreiche Rückstauflächen erstellt und umfangreiche Baumaßnahmen am Lauf und den Brücken der Lippe unternommen, wodurch die Wassermenge, die durch die Stadt fließen kann, fast vervierfacht wurde. Der Erfolg der Maßnahmen zeigte sich im August 2007, als eine größere Wassermenge als 42 Jahre zuvor durch die Stadt strömte, dort aber keinen Schaden anrichtete.

Panorama des Rathausplatzes in Lippstadt

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Am 1. Januar 1975 wurden die ehemaligen Gemeinden Benninghausen, Bökenförde, Cappel, Dedinghausen, Eickelborn, Esbeck, Garfeln, Hellinghausen, Herringhausen, Hörste, Lipperode, Lohe, Overhagen, Rebbeke und Rixbeck sowie Teile der Gemeinden Liesborn (Bad Waldliesborn) und Ermsinghausen (Gut Schwarzenraben) nach Lippstadt eingemeindet.[4]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Im Mittelalter und der frühen Neuzeit stieg die Bevölkerungszahl Lippstadts nicht über 3.000. Sie ging durch die zahlreichen Kriege, Seuchen und Hungersnöte immer wieder zurück. Durch den Beginn der Industrialisierung im 19. Jahrhundert beschleunigte sich das Bevölkerungswachstum. Lebten 1819 erst 3.115 Menschen in der Stadt, so waren es 1900 bereits 12.533. Auch danach stieg die Bevölkerungszahl weiter. 1950 hatte die Stadt 31.462 Einwohner.

Die Eingemeindung zahlreicher Orte in der Umgebung am 1. Januar 1975 brachte einen Zuwachs von 22.288 Personen auf 63.983 Einwohner. Im Jahre 2004 erreichte die Bevölkerungszahl mit 67.486 ihren historischen Höchststand. Davon waren 7.104 Personen ausländischer Herkunft (10,5 Prozent). Am 31. Dezember 2011 betrug die „Amtliche Einwohnerzahl“ für Lippstadt nach Fortschreibung des Landesbetriebs Information und Technik Nordrhein-Westfalen 66.936 (nur Hauptwohnsitze und nach Abgleich mit den anderen Landesämtern).

Die folgende Übersicht zeigt die Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Dabei handelt es sich um Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen des Statistischen Landesamtes. Die Angaben beziehen sich ab 1871 auf die „Ortsanwesende Bevölkerung“, ab 1925 auf die Wohnbevölkerung und seit 1987 auf die „Bevölkerung am Ort der Hauptwohnung“. Vor 1871 wurde die Einwohnerzahl nach uneinheitlichen Erhebungsverfahren ermittelt.

Lippstadt nach dem damaligen Gebietsstand

Jahr Einwohner
1819 3.115
1. Dezember 1840 ¹ 3.982
3. Dezember 1855 ¹ 5.443
3. Dezember 1858 ¹ 5.763
1. Dezember 1871 ¹ 7.728
1. Dezember 1875 ¹ 8.100
1. Dezember 1880 ¹ 9.300
1. Dezember 1885 ¹ 11.504
1. Dezember 1890 ¹ 10.406
2. Dezember 1895 ¹ 11.118
1. Dezember 1900 ¹ 12.533
1. Dezember 1905 ¹ 15.436
1. Dezember 1910 ¹ 16.360
1. Dezember 1916 ¹ 16.486
Jahr Einwohner
5. Dezember 1917 ¹ 17.601
8. Oktober 1919 ¹ 17.920
16. Juni 1925 ¹ 18.455
16. Juni 1933 ¹ 19.471
17. Mai 1939 ¹ 23.418
31. Dezember 1945 26.404
29. Oktober 1946 ¹ 28.377
13. September 1950 ¹ 31.462
25. September 1956 ¹ 34.414
6. Juni 1961 ¹ 37.502
31. Dezember 1965 40.518
27. Mai 1970 ¹ 41.588
30. Juni 1974 42.262

Lippstadt nach dem heutigen Gebietsstand

Jahr Einwohner
6. Juni 1961 ¹ 53.916
27. Mai 1970 ¹ 61.878
30. Juni 1974 64.418
31. Dezember 1975 63.040
31. Dezember 1980 61.927
31. Dezember 1985 60.032
25. Mai 1987 ¹ 60.102
31. Dezember 1990 62.345
31. Dezember 1995 66.636
31. Dezember 2000 66.933
31. Dezember 2005 67.446
31. Dezember 2006 67.109
31. Dezember 2007 66.971
Jahr Einwohner
31. Dezember 2008 66.924
31. Dezember 2009 66.948
31. Dezember 2010 66.976
31. Dezember 2011 66.936
31. Dezember 2012 66.100

Quelle: ab 1990 Landesbetrieb Information und Technik Nordrhein-Westfalen

¹ Volkszählungsergebnis

Politik[Bearbeiten]

Stadtrat[Bearbeiten]

Die CDU hat 15 Sitze im Stadtrat, die SPD 14 Sitze, die FDP 6 Sitze, die Bürgergemeinschaft Lippstadt 5 Sitze, die Fraktion der Christdemokraten (Abspaltung von der CDU nach der Kommunalwahl 2009) 4 Sitze, Bündnis 90/Die Grünen 4 Sitze und Die Linke 2 Sitze.

Bürgermeister[Bearbeiten]

Der derzeitige (2011) Bürgermeister Lippstadts ist Christof Sommer (CDU). Er ist der Nachfolger des CDU-Politikers Wolfgang Schwade, der im Oktober 2005 sein Amt niedergelegt hat. Die einzelnen Stadtteile Lippstadts haben eigene Ortsvorsteher, die als Ansprechpartner in den Ortschaften dienen.

Wappen[Bearbeiten]

Die Lipperose

Der Stadt Lippstadt ist am 10. Juni 1938 das Recht zur Führung des dargestellten Stadtwappens verliehen worden.

Die amtliche Wappenbeschreibung lautet:

„Das Wappen zeigt in Silber einen rotgezinnten Mittelturm mit geöffnetem Tor, anschließend beiderseits einen bedachten Wehrgang mit zwei kleineren gezinnten Seitentürmen, dazwischen eine rote fünfblättrige Rose.“

Dieses Wappen wird seit der oben genannten Verleihung von der Stadt Lippstadt geführt. Die Rose ist als Lippische Rose bekannt und entstammt dem Familienwappen der „Herren zur Lippe“.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Seit dem 22. Oktober 1971 ist die niederländische Gemeinde Uden die Partnerstadt von Lippstadt. Sie liegt in der Region Nord-Brabant zwischen den größeren Städten Eindhoven, Nimwegen und ’s-Hertogenbosch.

Lippstadt hat auch eine polnische Partnerstadt: Bielsko-Biała.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Theater[Bearbeiten]

Die wichtigste kulturelle Einrichtung in Lippstadt ist das Stadttheater. Es wurde 1973 ursprünglich als Aula für das benachbarte Ostendorf-Gymnasium geplant, entwickelte sich jedoch danach recht schnell zu einer überregional bedeutsamen Bühne. Das Theater hat 787 Sitzplätze. Die Studiobühne befindet sich rückseitig zur Hauptbühne und bietet zusätzliche 200 Sitzplätze. Das Angebot umfasst Opern, Operetten, Musicals, Sinfonie- und Kammerkonzerte, Sprech- und Tanztheater, Kleinkunst-, Comedy- und Kabarett-Abende sowie Kindertheater-Vorstellungen. Seit 1994 hat sich die KWL Kultur und Werbung Lippstadt GmbH als Veranstalter szenischer Programme im Stadttheater entwickelt. Mit der Unterstützung des Theaterprogrammbeirates werden die jährlichen Spielpläne und damit rund 60 Gastspiel-Veranstaltungen im Lippstädter Stadttheater geplant. Neben der KWL zählen auch der Städtische Musikverein e. V., die Conrad-Hansen-Musikschule, der Werner-Bohrer-Kreis, der Kulturring Lippstadt e. V. und andere kulturelle Institutionen zu den Veranstaltern im Stadttheater Lippstadt.

Eine weitere Bühne befindet sich im Kurzentrum Bad Waldliesborn.

Kino[Bearbeiten]

In der Lippstädter Innenstadt gibt es zwei Kinokomplexe: das „Cinema+Studio“ an der Rathauspassage und das „Cineplex Lippstadt“ am Südertor. Der einst als Kultkino bekannte „Nordstern“ sowie Lippstadts einziges Sexkino „Südtheater“ wurden gegen Ende der 1980er Jahre wegen Besuchermangels geschlossen. Das „New Apollo“ mit den Kinos „Camera“, „Apollo“ und „Gloria“ wurde Anfang 2005 geschlossen und danach zu einer Diskothek „Apollo Eventhaus“ umgebaut.

Musik[Bearbeiten]

Eine Vielzahl musikalisch und künstlerisch tätiger Organisationen, darunter der städtische Musikverein, gestalten das kulturelle Leben.

Die städtische Conrad-Hansen-Musikschule ermöglicht gemäß dem Leitbild Musik ist Leben pur! seit 1967 die aktive Beschäftigung mit allen Formen der Musik.[5] Der Unterricht findet in einem speziell hergerichteten denkmalgeschützten Gebäude im Wohnpark Süd statt. Durch Kooperationen mit Kindergärten, Schulen und freien Trägern ist die Einrichtung stark vernetzt. Konzerte und Musicalproduktionen gehören zum Kulturangebot der Stadt.

Die Lippstädter Musikszene war in den 1990er Jahren sehr ausgeprägt. Nahezu jede Musikrichtung war mit einer Musikband vertreten. Einige Gruppen und Künstler konnten sich überregional und teilweise deutschlandweit einen Namen machen.

Der durch seine Kooperation mit dem Sänger Sasha berühmt gewordene Cosmo Klein machte seine ersten Schritte bei der Band „Unbelievable Scenes“. Die Band machte durch Alternative Rock auf sich aufmerksam und spielte 2001 als Vorband von Such a Surge. Die eher klassische Rockrichtung wurde durch die Band „The Roots“ vertreten, die mit ihren Alben (First Harvest, Red Room) und zahlreichen Liveauftritten große Erfolge feierte. Katrin Wulff, die Background-Sängerin von „The Roots“, war neben verschiedenen eigenen Projekten auch in TV-Rollen zu sehen. Sie gehört zu den Künstlerinnen, die dem „Lippstadt-Lied“ ihre Stimme verliehen. Komponist des Lippstadt-Liedes ist Reinhard Horn, der als Gründer der „Gruppe KONTAKTE“ bekannt wurde. Die „Gruppe KONTAKTE“ war und ist mit ihren religiösen Liedern auf Kirchen- und Katholikentagen vertreten. Der durch seine Schauspieler-Rolle bei Gute Zeiten, schlechte Zeiten (GZSZ) bekannt gewordene Dominic Boer atmete in Lippstadt Bühnenluft. Seine Karriere begann er in Lippstadt mit einer Elvis-Presley-Coverband und einem selbst geschriebenem Elvis-Musical.

Wurde es zu Beginn des neuen Jahrtausends um die Lippstädter Musikszene wieder ruhiger, gründeten sich in den letzten Jahren viele neue Bands in Lippstadt, was die Lippstädter Musikszene mit Veranstaltungen und Auftritten in lokalen Clubs wiederbelebte. Besonders engagiert ist der 1. Lippstädter Spassverein e. V., der mit seinen Veranstaltungen das subkulturelle Angebot der Stadt bereichert. In den Jahren 2009 und 2010 organisierte der Verein das Festival Rock am Güter, bei dem Künstler wie Cosmo Klein, Daniel Wirtz, Orange but Green oder Grossstadtgeflüster auftraten. Nachdem es im Jahr 2011 keine größere Veranstaltung gab, fand im Juni 2012 das Hardbeat-Festival mit Auftritten von Bands wie Ill Niño oder den Wohnraumhelden auf dem Freigelände am (ehemaligen) Freibad statt.

Bauwerke[Bearbeiten]

Goldener Hahn (erbaut 1566), eines der ältesten Häuser Lippstadts
Ruine des Augustinerinnenklosters, sogenannte „Kleine Marienkirche“
Lippstadt-Cappel, romanische Stiftskirche St. Maria und Andreas
Ev. Marienkirche zu Lippstadt

Lippstadt bietet eine Reihe von Sehenswürdigkeiten mit historischem Wert. Die folgende Liste zählt einige der wichtigsten auf:

  • Große Marienkirche (erste Hälfte des 13. Jahrhunderts, spätgotischer Hallenchor, 1478–1506) am Marktplatz
  • Ruine der frühgotischen Stiftskirche St. Marien (Stiftsruine)
  • Katholische St.-Nicolai-Kirche
  • Evangelische Sankt-Jakobi-Kirche
  • Stadtmuseum
  • historischer Stadtkern
  • In der Lippstädter Innenstadt blieben trotz zahlreicher Abbrüche eine Reihe älterer Wohnbauten erhalten. Früher dominierten giebelständige Fachwerk-Dielenhäuser, von denen die meisten nach dem Dreißigjährigen Krieg entstanden. Daneben finden sich nur wenige historische Massivbauten.
    • Fleischhauerstraße 16. Traufenbau, bezeichnet 1667, die Gefache sind mit verschwenderischen Ziegelmusterungen versehen.
    • Lange Straße 5. Verschiefertes Giebelhaus aus dem Jahre 1532, z. Zt. das älteste bekannte Haus der Stadt.
    • Lange Straße 12 (Gasthof Goldener Hahn). Zweigeschossiger Bau mit prächtigen Zierschnitzereien, bezeichnet 1566. Das Krüppelwalmdach stammt vmtl. aus dem 19. Jh.
    • Lange Straße 15 (Haus Epping). Massivbau mit Mansarddach und Freitreppe, 1790 von Clemens August von Vagedes errichtet.
    • Lange Straße 30 (ehem. Hotel Köppelmann). Langgestreckter Massivbau mit Mansarddach, der um 1721 als Sitz der Familie von Redberg erbaut wurde. Im Inneren finden sich reiche Wand- und Deckenstukkaturen. Das Erdgeschoss wurden im 20. Jahrhundert durch Ladeneinbauten verändert und mit Arkaden versehen. Die Arkaden wurden Anfang 2007 zurückgebaut.
    • Lange Straße 60. Das Giebelhaus mit Utlucht ist 1646 bezeichnet. Das Erdgeschoss wurde durch Schaufenstereinbauten erheblich verändert.
    • Marktstraße 24. Das Giebelhaus mit Deelentor (Dielentor, großes Eingangstor eines Dielenhauses) ist 1658 bezeichnet.
    • Poststraße 14. Dreigeschossiges Giebelhaus aus der 2. H. des 17. Jh.
    • Poststraße 16, bezeichnet 1659. Deelentor mit geschweiften Füllungen und Pilastern, um 1730.
    • Poststraße 22. 2. H. 17. Jh.
    • Poststraße 24. Der zweigeschossige Bau entstand 1574 als Metzgeramtshaus. Es ist das letzte der ehemals zehn vorhandenen Amtshäuser der Stadt. Im Saal weisen noch einige Fenster Wappenscheiben auf.
    • Rathausstraße 13 (Heimatmuseum). Verputzter Fachwerkbau des 17. Jahrhunderts, der im 18. Jh. umgebaut wurde. Im Obergeschoss blieben Rokokostuckdecken erhalten.
    • Rathausstraße 14. Giebelhaus mit reicher Schnitzerei an Schwellen und Füllhölzern, bez. 1658. Es wurde 1979 durchgreifend instand gesetzt; im hinteren Teil ein Saal mit ornamentierter und wappengeschmückter Balkendecke. Der Steinbau scheint nur eine geringe Bedeutung gespielt zu haben.
    • Lange Straße 69 (Haus Rose), einstmals Sitz des hessischen Stadtkommandanten. Das mehrfach veränderte Giebelhaus wurde 1633 errichtet.
    • Klusetor 1. Im Kern spätmittelalterlicher Bau, dessen Fachwerkobergeschoss 1535 dendrochronologisch datiert ist. Auf dem rückwärtigen Grundstück befindet sich ein quer zum Vorderhaus stehendes Steinwerk.

Freizeit und Erholung[Bearbeiten]

Wichtige Grünanlagen sind der „Grüne Winkel“ an den Seitenarmen der Lippe im Osten und der Stadtwald im Norden. Ebenfalls im Norden der Stadt liegt die Sportanlage „Jahnplatz“. Das ehemalige Freibad wurde 2011 geschlossen und ebenso wie das bisherige Hallenbad Jakob-Koenen-Bad durch das neues Kombibad CabrioLi ersetzt, das am 13. Mai 2013 eröffnet wurde. Schwimmen und Baden kann man zudem im kostenfrei nutzbaren Strandbad Alberssee, einem Baggersee im Ortsteil Lipperode, sowie geduldet in verschiedenen Abschnitten der Lippe entlang des Jahnplatzes, wo das Flussbett erweitert und ein künstlicher Strand erschaffen wurde.

Im Ortsteil Bad Waldliesborn befindet sich neben dem 20 Hektar großen Kurpark[6] das größte Thermalsolebad im Kreis Soest mit einer Wasserfläche von über 1250 m². Ein Kletterwald im Kurpark bietet vier verschiedene Parcours von bis zu 20 m Höhe.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

Lippstadts bekanntestes Fest ist die jährlich im Herbst stattfindende Kirmes "Herbstwoche". Sie nimmt mit ihren Fahrgeschäften und Buden die gesamte Innenstadt ein und hat jährlich bis zu hunderttausend Besucher. Das "Altstadtfest" im Frühjahr bietet Kulinarisches sowie Live-Musik auf dem Rathausplatz, einen großen Kindertrödelmarkt, den traditionellen Lippstädter Altstadtlauf und eine Oldtimerausfahrt. Zu Weihnachten gibt es einen Weihnachtsmarkt, zu Ostern findet eine Osterkirmes statt. Live-Musik, meist mit Cover-Bands, bietet das „Rathausplatz Festival“ im Sommer. Ebenfalls jährlich findet das Lippstädter Kneipenfestival statt, zuletzt am 29. März 2014 mit 15 verschiedenen Künstlern (Solisten und Gruppen) in 15 verschiedenen Spielstätten (Kneipen, Restaurants, Hotels). Im Rahmen des alle zwei Jahre stattfindenden Wortfestival in Lippstadt werden alternierend der Thomas-Valentin-Literaturpreis und der Synchronsprecherpreis der Stadt Lippstadt verliehen.

Gastronomie[Bearbeiten]

Cafes und Restaurants befinden sich im gesamten Innenstadtbereich, vor allem in den Seitenstraßen der Fußgängerzone „Lange Straße“. Als Ort für gehobene Veranstaltungs-Gastronomie hat sich an der Südstraße das von dem Verein INI (Initiative für Jugendhilfe, Bildung & Arbeit e.V.) betriebene Kasino (ehemaliges Offiziers-Kasino der britischen Streitkräfte) etabliert.

Einkaufen[Bearbeiten]

Die wichtigste Einkaufszone in Lippstadt ist die Fußgängerzone Lange Straße, die sich vom Rathausplatz bis zum Bernhardbrunnen erstreckt, sowie ihre Seitenstraßen. Die Lange Straße wurde bereits in den 1960er Jahren für den Autoverkehr gesperrt. Während in der Langen Straße insbesondere die klassischen Einzelhändler (Textilien, Schuhe, Juweliere, Lederwaren und Telekommunikation) zu finden sind, haben sich in den Seitenstraßen Geschäfte mit speziellen Angeboten angesiedelt. An der Langen Straße liegt auch die mittlerweile durch Geschäftsschließungen und -umzüge nur noch teilweise genutzte Einkaufspassage Lippe-Galerie. Am 25. Oktober 2012 eröffnete das Einkaufszentrum Südertor-Ost am Konrad-Adenauer-Ring, das von einem Unterhaltungselektronik-Anbieter dominiert wird und daneben einen Schuhmarkt und einen Lebensmitteldiscounter beherbergt. Jeden Mittwoch und Samstag bietet der Lippstädter Wochenmarkt, auch grüner Markt genannt, Lebensmittel. Auf dem monatlichen "Krammarkt" wird mit diversen Non-Food-Waren gehandelt.

Sport[Bearbeiten]

Der höchstklassige Fußballverein sowie das sportliche Aushängeschild der Stadt Lippstadt ist der SV Lippstadt 08, welcher mit seiner 1. Herren-Mannschaft ab der Saison 2013/14 in der Regionalliga West spielt. Als Spielstätte dient das Stadion Am Waldschlösschen. Als bekannteste Spieler gingen aus diesem Verein Karl-Heinz Rummenigge und dessen Bruder Michael hervor. Weitere Bundesligaspieler, die auch für den SV Lippstadt 08 antraten, waren Dieter Hecking, Dirk Langerbein und Michael Henke.

Die 74 Sportvereine, mit ihren ca. 23.000 Mitgliedern, sind im Stadtsportverband Lippstadt e. V. organisiert. Er vertritt deren Interessen gegenüber Verwaltung und Politik. In den Sportvereinen können insgesamt 35 Sportarten ausgeübt werden.

Der Stadtsportverband veranstaltet zusätzlich die Fußball-Hallenstadtmeisterschaft und mit der Stadt den „Abend des Sports“, die Ehrung der Spitzensportler in Lippstadt.

Bei den Fußball-Damen ist der höchstklassige Verein der TuS Lipperode 1919 e. V. Die 1. Frauen-Mannschaft spielt aktuell in der Westfalenliga.

Bekannt ist der Wasser- und Wintersportclub WSC Lippstadt e. V., der u. a. die ehemalige Kanuslalom-Weltmeisterin Ulrike Deppe hervorgebracht hat.

Weiterhin gibt es den Aero Club Lippstadt e. V., der auf dem Segelfluggelände Büren seit 1976 Segelflug und auch Motorseglerflug betreibt. Der Verein wurde bereits im August 1950 gegründet und flog lange Zeit in Oerlinghausen.

Die seit 2001 bestehende Eisstockschützengilde Lippe hat auf Gut Mentzelsfelde eine Asphaltbahn, auf der ganzjährig gespielt wird.

Der Schachverein LSV/Turm Lippstadt (1996 durch Fusion des Lippstädter SV und des SK Turm Lippstadt entstanden) spielt mit seiner 1. Mannschaft in der dritthöchsten deutschen Schach-Liga, der NRW-Oberliga. Jährlich richtet er ein internationales Schachturnier aus. Bei diesen Turm-Open beteiligen sich regelmäßig über 100 Spieler, darunter mehrere Großmeister.

Der TV Lipperode spielt mit seiner ersten Mannschaft seit 2002 in der 1. Federfußball-Bundesliga und stellte bereits fünf Nationalspieler.

2008 wurde der Jugger-Lippstadt e. V. gegründet. Seitdem tritt das Team regelmäßig bei bundesweiten Wettbewerben an, und 2011 richtete es bereits zum vierten Mal die westfälischen Jugger-Meisterschaften aus, welche auch als Liga-Turnier eingestuft sind. Darüber hinaus belegte das J-Team (1. Mannschaft des Vereins) im Jahr 2011 den 2. Platz der German Jugger-League, in der derzeit 17 Teams gemeldet sind.

Seit 2009 gibt es eine regelmäßige Skatenight in Lippstadt. Sie wird von der Skiabteilung des LTV (Lippstädter Turn Verein) veranstaltet. Sie findet bei trockenem Wetter jeweils am Abend des zweiten Freitags der Monate Mai bis September statt.

Seit längerer Zeit gibt es auch einen heimischen Paintball-Verein, der sich Piranhas-Lippstadt nennt.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Wasserturm Lippstadt, heute Baudenkmal

Wirtschaft[Bearbeiten]

Ab den 1950er Jahren kam es in Lippstadt zu einem steilen Wirtschaftswachstum, vor allem durch die Entwicklung der Automobilindustrie. Die Westfälische Metallunion war bereits um 1900 eines der bedeutsamsten Wirtschaftsunternehmen Lippstadts und dominierte später als Zulieferbetrieb für Fahrzeugbeleuchtung und -elektrik die Lippstädter Industrie. Die Beschäftigungszahlen des heute als Hella KGaA Hueck & Co. bekannten Unternehmens stiegen von den etwa 1.000 Beschäftigten zur Zeit der Währungsreform von 1948 auf rund 6.000 (Stand 31. Mai 2009) in Lippstadt, auf über 10.000 in Deutschland und weltweit auf rund 27.000. Heute ist die Firma eines der international führenden Unternehmen im Bereich Fahrzeugelektronik und -beleuchtung sowie beim Autotuning. Daneben etablierten sich viele mittelständische Betriebe unterschiedlicher Branchen. Die nach wie vor wachsenden Industrie- und Gewerbebetriebe Lippstadts konzentrieren sich vor allem auf die Randbereiche der Kernstadt: „Am Wasserturm“, „Am Mondschein“, „Roßfeld“, „Lippstadt-Nord“.

Prägung durch Technologie

Automobil- und Flugzeugelektronik, Klimatechnik, Kunststoffsysteme, Großwälzlager, Steckverbindungen, Schweißmaschinen und Automatisierungslösungen: Technologie steht im Fokus der Lippstädter Wirtschaft.

Der Arbeitsmarkt in Lippstadt umfasst rund 3.000 Betriebe mit über 28.000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten. Traditionell ist Lippstadt stark vom verarbeitenden Gewerbe geprägt, in dem auch heute noch mehr als 40 Prozent der Beschäftigten tätig sind. Bemerkenswert ist auch der Spitzenwert des Anteils der Ingenieure an den sozialversicherungspflichtig Beschäftigten, der mit 7,3 Prozent (Quelle: Bundesagentur für Arbeit, Stichtag: 30. Juni 2009; vorläufiger Stand, Datenstand: Januar 2010) so hoch ist wie in keiner anderen vergleichbaren Kommune in NRW.

Lippstadt ist durch die Zulieferindustrie wirtschaftlich geprägt. Der Automobilbereich bildet dabei einen besonderen Akzent, allen voran die Sparten Elektrik und Elektronik. Der größte Arbeitgeber am Ort, Hella KGaA Hueck & Co., ist weltweit bekannt mit seinen Produkten rund um Fahrzeugbeleuchtung und -elektronik und gehört zu den 100 umsatzstärksten deutschen Industrieunternehmen. Zum hohen Stellenwert der Automobilzulieferindustrie für Lippstadt tragen aber auch weitere Global Player sowie zahlreiche Mittelständler und spezialisierte unternehmensnahe Dienstleister bei.

Weltweit aktiv und bekannt sind allerdings auch Spezialisten in anderen Bereichen wie beispielsweise der Orichdeenzüchter Hark Orchideen und der Traditionsbetrieb Peters Pralinen. Bedeutende Arbeitgeber in Lippstadt sind Hella KGaA Hueck & Co., Rothe Erde GmbH, BHTC Behr-Hella Thermocontrol GmbH, Jürgenhake Gesellschaft für Kabelkonfektion und Metallverarbeitung mbH, Ideal-Werk C.+E. Jungeblodt GmbH & Co. KG, HBPO GmbH, Albany Door Systems GmbH, WIAG Antriebstechnik GmbH, Köhler Automobiltechnik GmbH, axelius automation GmbH, Brülle & Schmeltzer GmbH & Co. KG, Goodrich Lighting Systems GmbH, Eitel-Friedrich Liebelt GmbH & Co. KG, Satro GmbH, Zeitungsverlag Der Patriot GmbH.

Verkehr[Bearbeiten]

Straßenverkehr[Bearbeiten]

Die wichtigste Verkehrsanbindung erhält Lippstadt durch die Bundesstraße 55, die die Stadt in nord-südlicher Richtung durchzieht. Sie verbindet Lippstadt im Norden mit Rheda-Wiedenbrück und der Autobahn 2 (Dortmund–Hannover) und im Süden bei Erwitte mit der Bundesstraße 1 und der Autobahn 44 (Dortmund–Kassel). Im Lippstädter Stadtgebiet ist die Straße vierspurig und teilweise kreuzungsfrei ausgebaut. Anstelle von Ampelkreuzungen wurden autobahnähnliche Auf- und Abfahrten zur Verbesserung des Verkehrsflusses errichtet. Größere Landesstraßen, u. a. die L 822, durchziehen die Stadt in West-Ost-Richtung. Südlich Lippstadts verläuft die Bundesstraße 1 als Hauptverbindungsstrecke in die Städte Soest und Paderborn.

Schienenverkehr[Bearbeiten]

Der Bahnhof Lippstadt liegt an der Bahnstrecke Hamm–Warburg, er wird von der Deutschen Bahn AG in der Bahnhofskategorie 4 geführt.

Im Fernverkehr ist Lippstadt durch durchschnittlich sechs ICE-/IC-Verbindungen pro Tag umsteigefrei u. a. mit Kassel, Dresden, München und Düsseldorf verbunden.

Bahnhof Lippstadt

Im Regionalverkehr verkehren

Ein weiterer Haltepunkt auf Lippstädter Stadtgebiet, der nur von der Regionalbahn bedient wird, liegt im Stadtteil Dedinghausen.

Auf den in Nord-Südrichtung verlaufenden Strecken der Westfälischen Landeseisenbahn WarsteinBeleckeAnröchteErwitte–Lippstadt und Lippstadt–WaderslohBeckumNeubeckum wurde der Personenverkehr 1975 eingestellt. Sie werden heute als reine Güterverkehrsstrecken genutzt.

Der Nordbahnhof an der Strecke nach Beckum/Neubeckum wurde 1987 komplett (Empfangsgebäude, Güterschuppen, Laderampe, Gleisanlagen) abgerissen; lediglich das 1910 gebaute und jetzt funktionslose Stellwerk und das Streckengleis selbst blieben erhalten. In der Nähe des ehemaligen Nordbahnhofes befindet sich auch die Zentrale der Westfälischen Landeseisenbahn, mit dem dortigen Güterbahnhof und der Zentralwerkstatt.

Die Strecke Rheda–Wiedenbrück–Lippstadt, die sogenannte Rhedaer Bahn, wurde 1979 für den Personenverkehr stillgelegt und ist mittlerweile größtenteils abgebaut.

Busverkehr[Bearbeiten]

Die Stadt verfügt über ein Stadtbusnetz mit fünf Linien (C1–C5), die vom Bustreff am Bahnhof werktäglich tagsüber im 30-Minuten-Takt verkehren, einige Stadtteile sind jedoch nicht an das Stadtbusnetz angeschlossen. Daneben gibt es eine Reihe von Regiobussen mit sehr unterschiedlichen Taktfolgen und Verkehrstagen, die umliegende Orte (z.T. auch außerhalb des Kreisgebietes) mit Lippstadt verbinden, z. B. Beckum, Rheda-Wiedenbrück und Rietberg. Außerdem verkehrt stündlich ein Schnellbus über Erwitte nach Warstein. Abends und am Wochenende fahren einige Nachtbusse und Anrufsammeltaxis. Lippstadt gehört der Verkehrsgemeinschaft Ruhr-Lippe an.

Luftverkehr[Bearbeiten]

Bei Büren-Ahden befindet sich der Flughafen Paderborn/Lippstadt. Es existiert keine direkte Verbindung zwischen Lippstadt und dem Flughafen mit dem öffentlichen Nahverkehr. Zwischen dem Hauptbahnhof Paderborn und dem Terminal am Flughafen verkehren die Schnellbuslinie S60 und die Linie 460.

Medien[Bearbeiten]

In Lippstadt erscheint die regionale Tageszeitung Der Patriot. Weiterhin erscheinen noch zwei kostenlose Wochenzeitungen „Lippstadt am Sonntag“ und „Wochentip“. Die drei monatlich aufgelegten Magazine „59...Lippstädter Stadtmagazin“, „Leitplanke“ und „Blicker“ informieren über Ereignisse und Veranstaltungen in der Region Lippstadt.

Bildung[Bearbeiten]

Lippstadt verfügt unter anderem über dreizehn Grundschulen, eine Hauptschule, drei Realschulen, vier Gymnasien, eine Gesamtschule, drei Förderschulen, vier Berufskollegs, ein Weiterbildungskolleg, eine Fachhochschule, eine Volkshochschule, eine Musikschule und eine Stadtbücherei.

Grundschulen[Bearbeiten]

Alle 13 Grundschulen befinden sich in städtischer Trägerschaft.

  • Grundschule Am Weinberg (Gemeinschaftsgrundschule)
  • Friedrichschule (Gemeinschaftsgrundschule)
  • Otto-Lilienthal-Schule (Gemeinschaftsgrundschule), Lipperbruch
  • Nikolaischule (Gemeinschaftsgrundschule)
  • Josefschule (Gemeinschaftsgrundschule)
  • Grundschule An der Pappelallee (Gemeinschaftsgrundschule)
  • Hans-Christian-Andersen-Schule (Gemeinschaftsgrundschule)
  • Martinschule Cappel (Gemeinschaftsgrundschule), Cappel
  • Grundschule Lipperode (Gemeinschaftsgrundschule), Lipperode
  • Grundschule Benninghausen (Gemeinschaftsgrundschule), Benninghausen
  • Grundschule Im Kleefeld (Gemeinschaftsgrundschule), Dedinghausen
  • Niels-Stensen-Schule (Kath. Bekenntnisschule), Bad Waldliesborn
  • Grundschule Hörste (Kath. Bekenntnisschule), Hörste

Hauptschulen[Bearbeiten]

Bis zum 31. Juli 2008 gab es in Lippstadt drei Hauptschulen. Zum 1. August 2008 wurde die Stadtwaldschule zum Teilstandort der Kopernikusschule. Diese wurde am 31. Juli 2011 endgültig aufgelöst. Zum 1. August 2010 wurde schließlich auch die Wilhelmschule zum Teilstandort der Kopernikusschule.

  • Kopernikusschule (Ganztagshauptschule)
  • Wilhelmschule (Teilstandort der Kopernikusschule)

Realschulen[Bearbeiten]

  • Drost-Rose-Realschule (Ganztagsrealschule)
  • Edith-Stein-Realschule (Halbtagsrealschule)
  • Graf-Bernhard-Realschule (Halbtagsrealschule), Lipperode

Gymnasien[Bearbeiten]

Im sekundären Bildungsbereich bietet die Stadt Lippstadt vier Gymnasien, die in unterschiedlichen Stadtteilen gelegen sind.

  • Ostendorf-Gymnasium (Träger: Stadt Lippstadt)
  • Evangelisches Gymnasium (Träger: Ev. Landeskirche von Westfalen)
  • Marienschule (kirchlich; Träger: Marienschule Lippstadt e. V.), Lipperbruch
  • Gymnasium Schloss Overhagen (Träger: Schulverein Schloss Overhagen e. V.), Overhagen

Gesamtschulen[Bearbeiten]

Am 1. August 2010 nahm die neugegründete städtische Gesamtschule Lippstadt ihre Arbeit auf. Die Gesamtschule umfasst die Sekundarstufen I und II.

Förderschulen[Bearbeiten]

  • Pestalozzischule, Förderschwerpunkt Lernen (Träger: Stadt Lippstadt)
  • Hedwig-Schule, Förderschwerpunkt emotionale und soziale Entwicklung (Träger: Stadt Lippstadt)
  • Don-Bosco-Schule, Förderschwerpunkt geistige Entwicklung (Träger: Kreis Soest)

Berufskollegs[Bearbeiten]

  • Lippe-Berufskolleg (Träger: Kreis Soest)
  • Marienschule Berufskolleg (Träger: Marienschule Lippstadt e. V.), Lipperbruch
  • Berufskolleg Stift Cappel (Träger: Evangelische Kirchengemeinde Lippstadt), Cappel
  • INI-Berufskolleg (Träger: INI – Initiative für Jugendhilfe, Bildung & Arbeit e. V.)

Weiterbildungskolleg[Bearbeiten]

Das Hanse-Kolleg ist das Weiterbildungskolleg der Stadt Lippstadt mit Abendgymnasium, Kolleg und Abendrealschule.

Hochschulen[Bearbeiten]

Am 21. September 2009 nahm die neugegründete Hochschule Hamm-Lippstadt mit 80 Studenten ihren Betrieb auf. Am Standort Lippstadt werden derzeit (April 2013) die Studiengänge Mechatronik, Wirtschaftsingenieurwesen sowie Computervisualistik und Design angeboten.

Volkshochschulen[Bearbeiten]

Die VHS Lippstadt befindet sich in städtischer Trägerschaft.

Musikschulen[Bearbeiten]

Die Conrad-Hansen-Musikschule befindet sich in städtischer Trägerschaft.

Bücherei[Bearbeiten]

Die Thomas-Valentin-Stadtbücherei befindet sich in städtischer Trägerschaft. Sie ist in der ehemaligen Aufbaurealschule untergebracht.

Sonstiges[Bearbeiten]

Außerdem gibt es in Lippstadt folgende Bildungseinrichtungen:

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Martin Niemöller
Karl-Heinz Rummenigge

Persönlichkeiten, die in Lippstadt gewirkt haben[Bearbeiten]

Julius Ostendorf
  • Johann Westermann (* um 1490 in Münster; † 1542 in Hofgeismar), Reformator und Kirchenliedautor
  • Julius Ostendorf (* 2. April 1823 in Soest, † 31. August 1877 in Halle (Saale)), Pädagoge (Ostendorf-Gymnasium, Lippstadt) und Schulpolitiker, 1848–1849 Abgeordneter in der Frankfurter Nationalversammlung, 1875–1876 Abgeordneter des preußischen Landtags
  • Hermann Müller (* 23. September 1829 zu Mühlberg in Thüringen; † 25. August 1883 in Prad am Stilfserjoch in Südtirol), Botaniker und Lehrer an der Ostendorf-Realschule
  • Ferdinand Fabra (* 8. Oktober 1906 in Geseke, † 22. Dezember 2007 in Hamburg), Fußballtrainer, wuchs in Lippstadt auf und unterrichtete von 1954 bis 1978 am Ostendorf-Gymnasium
  • Heinz von Schumann (1911–1993), Städtischer Musikdirektor (1955–1969)
  • Thomas Valentin (* 13. Januar 1922 in Weilburg/Lahn, † 22. Dezember 1980 in Lippstadt), Schriftsteller
  • Claus Peter Clausen (* 9. Dezember 1933, † 17. April 2012), Journalist, Gründer des Vereins Hilferufe von drüben, Präsident der „Förderungsgesellschaft Afrika“, Herausgeber des „Schwarzen Briefes”, Träger des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland, Träger des Polnischen Kavaliersordens.
  • Albert Eickhoff (* 28. November 1935 in Horn), Modehändler
  • Rüdiger Weigang (* 25. Juni 1942 in Saarbrücken), Schauspieler, bekannt aus dem Film Heimat
  • Eike Hovermann (*27. Mai 1946), Lehrer und Politiker, Bundestagsabgeordneter

Literatur[Bearbeiten]

  • KWL Lippstadt: Lippstadt – Die Geschichte einer lebendigen Stadt
  • P. Leidinger: Die Stadtgründung Lippstadts 1184 und die Anfänge der Städtepolitik in Westfalen, Bonifatius Verlag, Paderborn 1996
  • Gunter Hagemann: Die Festung Lippstadt – Ihre Baugeschichte und ihr Einfluß auf die Stadtentwicklung. In: Denkmalpflege und Forschung in Westfalen, Band 8. Dr. Rudolf Habelt Verlag GmbH, Bonn 1985
  • Westfälischer Städteatlas, Band III, 4. Teilband. Im Auftrage der Historischen Kommission für Westfalen und mit Unterstützung des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe hrsgg. von Heinz Stoob und Wilfried Ehbrecht. Stadtmappe Lippstadt, Autor: Hartwig Walberg. Dortmund/Altenbeken 1988, ISBN 3-89115-124-1.
  • Wilfried Ehbrecht: Lippstadt. Beiträge zur Stadtgeschichte, Band 1, 1985, S. 281–345
  • Leben und Leider der jüdischen Minderheit in Lippstadt. In: Lippstädter Spuren. Schriftenreihe des Heimatbundes Lippstadt. Stadt Lippstadt, 1991.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Lippstadt – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikisource: Lippstadt – Quellen und Volltexte

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bevölkerungszahlen auf Basis des Zensus vom 9. Mai 2011. Landesbetrieb Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW), abgerufen am 31. Juli 2013. (Hilfe dazu)
  2. Elisabeth Elling-Ruhwinkel: Sichern und Strafen. Das Arbeitshaus Benninghausen (1871–1945). Schöningh, Paderborn 2005, ISBN 978-3-506-71344-5
  3. Burkhard Beyer: Die Buchenwald-Außenlager in Lippstadt 1944/45. In: Jan E. Schulte (Hrsg.): Konzentrationslager im Rheinland und in Westfalen 1933–1945. Zentrale Steuerung und regionale Initiative. Schöningh, Paderborn 2005, ISBN 978-3-506-71743-6, S. 259–270
  4.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- u. Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen u. Reg.-Bez. vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 334f.
  5. Conrad-Hansen-Musikschule
  6. Landschaftsverband Westfalen-Lippe: Kurpark Bad Waldliesborn in LWL-GeodatenKultur
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Dieser Artikel wurde am 25. August 2005 in dieser Version in die Liste der lesenswerten Artikel aufgenommen.