Pustec

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Pustec
Pustec (Albanien)
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40.78777777777820.905870Koordinaten: 40° 47′ N, 20° 54′ O

Basisdaten
Qark: Korça
Kreis: Korça
Gemeinde: Pustec
Höhe: 870 m ü. A.
Einwohner: 3290 (2011)
Postleitzahl: 7020
Kfz-Kennzeichen: KO
Struktur und Verwaltung (Stand: 2011)
Gemeindeart: Komuna
Bürgermeister: Edmond Temelko (AMIE)

Pustec (mazedonisch Пустец; albanisch Liqenas oder auch Liqenasi) ist ein Dorf mit 3290 Einwohnern (Stand: 2011)[1] am Prespasee im Kreis Korça im Südosten Albaniens. Es ist Hauptort der gleichnamigen Komuna, zu der noch acht weitere Dörfer gehören. Die Bevölkerung besteht mehrheitlich aus Mazedoniern, die sich zum orthodoxen Glauben bekennen.[2]

Geographie[Bearbeiten]

Blick nach Osten über Pustec und den Prespasee

Pustec liegt in einer kleinen Hochebene südwestlich des (Großen) Prespasees. Wegen des größtenteils versumpften Seeufers befindet sich das Dorf etwas abseits vom Gewässer.

Das Gemeindegebiet beginnt am 1099 m ü. A. hoch gelegenen Zvezda-Pass, welcher der einzige Zugang von der albanischen Seite ist. Es erstreckt sich entlang des Seeufers auf der Ostseite des Mali i Thatë (2287 m ü. A.) bis zur mazedonischen Grenze, wo es einen Grenzübergang zwischen Kallamas und dem mazedonischen Städtchen Resen gibt. Das Territorium der Gemeinde Pustec deckt sich zur Gänze mit dem albanischen Anteil des Prespa-Nationalparks.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Die zwischen 2004 und 2007 errichtete orthodoxe Pfarrkirche befindet sich in der Ortsmitte von Pustec. Hier hatte bis Ende der 1960er Jahre das alte Gotteshaus des Dorfes gestanden, das von den Kommunisten zerstört und durch einen Zweckbau für die landwirtschaftliche Kooperative ersetzt worden war. Am Rand des Hauptortes gibt es eine weitere kleine orthodoxe Kirche. Der Vorgängerbau stammte aus dem Jahr 1754 und wurde 1865 durch einen Brand zerstört.

Zur Gemeinde gehört auch die kleine Insel Maligrad im Prespasee, auf der sich die Ruine einer Mönchsklause mit Kirche befindet, die im 11. Jahrhundert errichtet wurde.

Politik und Verwaltung[Bearbeiten]

Flagge der Gemeinde

Bei den jüngsten Kommunalwahlen in Albanien 2011 wurde Edmond Temelko zum Bürgermeister wiedergewählt (nach seiner Erstwahl 2007). Er wurde von einem Bündnis linker Parteien nominiert und unterstützt. Temelko ist auch Vorsitzender der Mazedonischen Allianz für Europäische Integration.

In Pustec wird die Bilingualität von den Behörden respektiert. So wurden zahlreiche Straßen- und Hinweisschilder mit Aufschriften in albanischer und mazedonischer Sprache aufgestellt. Zudem sind das Krankenhaus und die beiden weiterführenden Schulen mit zweisprachigen Tafeln versehen.[3] Im März 2013 wurde die Gemeinde vom Albanischen Parlament offiziell umbenannt und wechselte den Namen von der albanischen Version Liqenas aufs mazedonische Pustec.[4]

Zur Gemeinde Liqenas gehören insgesamt neun Dörfer, von Süden nach Norden (mazedonisch/albanisch) Cerje/Cerja Zrnovsko/Zaroshka, Leska/Lajthiza, Pustec/Liqenas, Šulin/Diellas, Globočani/Gollomboç, Dolna Gorica/Gorica e Vogël, Gorna Gorica/Gorica e Madhe und Tuminec/Kallamas.

Bildung[Bearbeiten]

In Pustec besteht das einzige mazedonischsprachige Gymnasium Albaniens. Die Gemeinde hat außerdem vier Grund- und eine Mittelschule, in denen auch auf Mazedonisch unterricht wird.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Die Menschen leben hauptsächlich von Kleinlandwirtschaft und Grenzhandel. Daneben gibt es erste Ansätze von Tourismus: zwei kleine Hotels mit Strandbad in Pustec sowie einzelne Vermieter von Privatzimmern. Die Arbeitslosigkeit und die Abwanderung ist wie in großen Teilen des übrigen Albaniens relativ hoch.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Pustec – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1.  Ines Nurja, INSTAT (Hrsg.): Censusi i popullsisë dhe banesave / Population and Housing Census – Korçë 2011. Rezultatet Kryesore/Main Results. Pjesa/Part 1, Adel Print, Tirana 2013 (PDF-Datei, 1,55 MB, Online, abgerufen am 16. Februar 2014).
  2.  D. Fickenscher: Das Schulwesen und die Schulbücher für die mazedonische Minderheit in Albanien. In: Internationale Schulbuchforschung. Heft 4, Nr. 23, 2001.
  3. Maqedonasit nuk duan mbishkrime në gjuhën shqipe (Mazedonier wollen keine Überschriften in albanischer Sprache). In: Telegrafi. 17. April 2011, abgerufen am 16. Februar 2014 (albanisch).
  4. Andreas Schneider: Albaniens Parlament macht aus Liqenas „Pustec“. In: Kosovo News. 19. März 2013, abgerufen am 16. Februar 2014.