Lis Verhoeven

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Lis Verhoeven (* 11. März 1931 in Frankfurt am Main) ist eine deutsche Schauspielerin und Theaterregisseurin. Sie ist die Schwester des Filmregisseurs Michael Verhoeven.

Die Tochter des Schauspielers und Regisseurs Paul Verhoeven und seiner Ehefrau, der Schauspielerin Doris Kiesow besuchte nach dem Abitur von 1949 bis 1951 die Otto-Falckenberg-Schule in München.

Ihr erstes Engagement erhielt sie 1951 bis 1954 am Schauspiel Frankfurt. Von 1954 bis 1956 gehörte sie dem Ensemble der Münchner Kammerspiele an. Hier agierte sie mehrmals unter der Regie ihres Vaters und des Regisseurs Hans Lietzau. Danach wurde sie freischaffende Schauspielerin.

Sie trat nun an verschiedenen deutschen Theatern in Berlin, Köln und München auf, häufig auch bei Theatertourneen, wo sie 1962/63 die Stella in Endstation Sehnsucht verkörperte. 1966 bis 1968 arbeitete sie am Deutschen Schauspielhaus in Hamburg. Bei den Freilichtspielen Schwäbisch Hall war sie bei Inszenierungen von Kurt Hübner 1969/70 Julia in Romeo und Julia, 1972/73 Kunigunde in Das Käthchen von Heilbronn und 1980/81 Sittah in Nathan der Weise, dazu 1978 Lady Macbeth in Macbeth.

Als Regisseurin debütierte sie 1980 in der freien Theaterszene in München. Zu ihren Regiearbeiten zählen Arnolt Bronnens Vatermord (1985, Teamtheater in München), Peter Turrinis Josef und Maria (1986, Volkstheater Wien), Edward Bonds Sommer (1988, Kammerspiele Düsseldorf), Tschechows Der Kirschgarten (1989, Bregenz) und Ionescos Die Nashörner (1992, Landshut). Von 1994 bis 2004 war sie Intendantin der Kreuzgangspiele Feuchtwangen, wo sie unter anderem Romeo und Julia (1995) und Don Carlos (1997) inszenierte.

Lis Verhoeven wirkte in zahlreichen Fernsehspielen und Serien mit und verkörperte in der Krimiserie Berlin, Keithstrasse 30 (1972) 13 Folgen lang die Kriminalinspektorin Schröder. Sie war auch als Synchronsprecherin und bei Dichterlesungen aktiv. Als Schauspiellehrerin wirkte sie am Münchener Zinner Studio sowie an der Schauspielschule von Christine Willschrei und zuletzt an der Schauspielschule Regensburg.

Verhoeven war in den 60er Jahren kurze Zeit mit Mario Adorf verheiratet und ist Mutter der gemeinsamen Tochter Stella Adorf (* 1963).

Filmografie (Auswahl)[Bearbeiten]

  • 1952: Der fröhliche Weinberg
  • 1953: Vergiß die Liebe nicht
  • 1960: Die Zeit und die Conways
  • 1962: Bedaure, falsch verbunden
  • 1963: Mauern
  • 1964: Campingplatz
  • 1964: Hafenpolizei (Serie) – Gefährliche Zuflucht
  • 1965: Machenschaften
  • 1966: Bethanien
  • 1967: Crumbles letzte Chance
  • 1969: Tag für Tag
  • 1970: Ferdinand Graf von Zeppelin – Stunde der Entscheidung
  • 1971: Zwei Briefe an Pospischiel
  • 1972: Berlin, Keithstrasse 30 (Serie)
  • 1972: Verdacht gegen Barry Croft
  • 1972: Pulle + Pummi
  • 1972: Marie
  • 1973: Der Kommissar – Sommerpension
  • 1973: Im Schillingshof
  • 1975: Der Kommissar – Ein Mord auf dem Lande
  • 1977: Zum kleinen Fisch (Serie)
  • 1978: Vorsicht! Frisch gewachst (Regie: Helmut Kissel) [1]
  • 1979: Die Magermilchbande (Serie)
  • 1983: Die Zeiten ändern sich (Mehrteiler)
  • 1995: Um die 30

Filmdokumentationen[Bearbeiten]

  • Die Verhoevens. Dokumentarfilm von Felix Moeller, Deutschland 2003, 75 Minuten

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Kurzfilm: Vorsicht! Frisch gewachst (13 Folgen)