Lisberg

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Dieser Artikel befasst sich mit der Gemeinde Lisberg in Oberfranken. Für weitere Bedeutungen siehe Lisberg (Begriffsklärung).
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Lisberg
Lisberg
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Lisberg hervorgehoben
49.88055555555610.729444444444288Koordinaten: 49° 53′ N, 10° 44′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberfranken
Landkreis: Bamberg
Verwaltungs-
gemeinschaft:
Lisberg
Höhe: 288 m ü. NHN
Fläche: 8,36 km²
Einwohner: 1789 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 214 Einwohner je km²
Postleitzahl: 96170
Vorwahl: 09549
Kfz-Kennzeichen: BA
Gemeindeschlüssel: 09 4 71 154
Gemeindegliederung: 4 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Am Schloß 6
96170 Lisberg
Webpräsenz: www.lisberg.de
Bürgermeister: Peter Deusel (ÜPL)
Lage der Gemeinde Lisberg im Landkreis Bamberg
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Über dieses Bild

Lisberg ist eine Gemeinde im oberfränkischen Landkreis Bamberg und Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Lisberg. Die Gemeinde liegt im Steigerwald.

Geografie[Bearbeiten]

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Die 4 Ortsteile sind (in Klammern Einwohnerzahl)[2]:

Es gibt die Gemarkungen Lisberg und Trabelsdorf.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Nachbargemeinden sind (von Norden beginnend im Uhrzeigersinn): Viereth-Trunstadt, Bischberg, Walsdorf, Burgebrach, Schönbrunn im Steigerwald, Priesendorf

Geschichte[Bearbeiten]

Burg Lisberg

Lisberg fällt schon von weitem durch die Burg Lisberg auf. Die Burg und damit der Ort wurden in einer Schenkungsurkunde aus dem Jahr 820 erstmals erwähnt. Die Burg gehört zu den ältesten erhaltenen Burgen Deutschlands. Von 1600 bis 1707 hatte die protestantische Linie, von 1707 bis 1790 die katholische Linie der Freiherren von Münster den Lehenbesitz von Lisberg. Die Burg befindet sich in Privatbesitz.

Mit der Rheinbundakte 1806 kam die Herrschaft der Freiherren von Münster-Lisberg zu Bayern. Die Gemeinde Lisberg besteht seit dem 1. Januar 1978 aus den ehemals selbstständigen Gemeinden Lisberg und Trabelsdorf.[3]

Geschichte der Juden in Lisberg[Bearbeiten]

Die jüdische Gemeinde wurde erstmals 1739 aufgrund der Nutzung ihres Begräbnisplatzes genannt. Die Wohnungen der Juden befanden sich im Bereich der heutigen Straßenzüge Kaulberg, Kasernstraße und Brunnenweg. Am 19. September 1904 wurde die Israelitische Kultusgemeinde Lisberg mit der von Trabelsdorf vereinigt. Bis Ende April 1942 befanden sich noch zehn Juden in Trabelsdorf.

Synagoge[Bearbeiten]

Die Synagoge war in einem Wohnhaus, im heutigen Anwesen Kaulberg 5, untergebracht, das vier Eigentümern gehörte. Sie bestand nur aus dem Synagogenzimmer. In den Jahren 1871/1872 wurde das baufällig gewordene Anwesen saniert.

Schule[Bearbeiten]

Die Kinder gingen von 1826 bis 1869 in die neu gegründete Religionsschule in Kolmsdorf im Hause der Witwe Wörner. Anschließend wurde die Schule nach Trabelsdorf verlegt.

Vorsteher der jüdischen Gemeinde Lisberg[Bearbeiten]

  • Scholum Lisberger
  • Joseph Fromm
  • Abraham Michel

Lehrer[Bearbeiten]

  • Joseph Simon

Friedhof[Bearbeiten]

Der von Maschendraht und einer Buchenhecke umgebene Leichenplatz oberhalb von Lisberg wurde erstmals 1739 genannt. 1904 wurde der Friedhof durch das Bezirksamt Bamberg II mit Wegen versehen, die Gräber erhielten Nummern. 1938 wurde der Friedhof geschändet. Den Friedhof einer landwirtschaftlichen Nutzung zuzuführen, scheiterte daran, dass die dortigen Bäume unter Naturschutz standen. Entfernt wurden Grabsteine und die Friedhofsmauer. Trotz der Schändung sind nach einer Zählung von 1985 noch 139 Grabsteine vorhanden.

Politik[Bearbeiten]

Bürgermeister ist seit 1990 Peter Deusel (ÜPL), der 2008 mit 66,67 % der Stimmen wiedergewählt wurde. Zu seinem Nachfolger wurde bei den Kommunalwahlen 2014 in einer Stichwahl Michael Bergrab (ÜPL) gewählt, der 69,33 % der Stimmen erhielt. Der erst 22-jährige Bergrab wird damit beim Amtsantritt am 1. Mai Deutschlands jüngster Bürgermeister sein.

Der Gemeinderat von Lisberg hat in der Wahlperiode 2008/14 ohne den Ersten Bürgermeister sieben Mitglieder der Überparteilichen Liste (ÜPL) und fünf Mitglieder der CSU. In der Wahlperiode 2002/08 hatten die ÜPL und die CSU jeweils sechs Sitze.

Die Gemeindesteuereinnahmen betrugen im Jahr 1999 umgerechnet 640.000 Euro, davon waren umgerechnet 115.000 Euro Gewerbesteuereinnahmen.

Kultur und Sport[Bearbeiten]

Lisberg ist regelmäßig Austragungsort des sogenannten Donnersbergklassikers, eines Radrennens rund um den Steigerwald.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Es besteht eine Städtepartnerschaft mit dem hessischen Ort Lißberg.

Freiwillige Feuerwehren[Bearbeiten]

  • In Lisberg und in Trabelsdorf gibt es Freiwillige Feuerwehren.

Brauereien[Bearbeiten]

Von drei Brauereien im Jahre 1985 gibt es nur noch eine, die Brauerei Beck in Trabelsdorf. Bis 1999 braute die Schlossbrauerei Dauer in Trabelsdorf, bis 1989 die Burgbräu in Lisberg.

Veranstaltungen[Bearbeiten]

Vereinzelt finden im Burghof Konzerte statt.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Siehe auch: Liste der Baudenkmäler in Lisberg

Literatur[Bearbeiten]

  • Klaus Guth: Jüdische Landgemeinden in Oberfranken 1800–1942, Seite 228-236; ISBN 3-87052-392-1
  • Ophir/Wiesemann: Die jüdischen Gemeinden in Bayern 1918–1945, Seite 143; ISBN 3-486-48631-4
  • Israel Schwierz: Steinerne Zeugnisse jüdischen Lebens in Bayern, Seite 216; ISBN 3-87052-393-X

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Volkszählung und Bevölkerungsfortschreibung: Gemeinden, Bevölkerung (Volkszählungen und aktuell) vom 5. Juli 2013 (XLS-Datei; 2,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/orte/ortssuche_action.html?anzeige=voll&modus=automat&tempus=+20111101/211252&attr=OBJ&val=1122
  3.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 673.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Lisberg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien