Liste ausgestorbener Pflanzenarten Deutschlands

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Ausgestorbene Pflanzenarten Deutschlands[Bearbeiten]

Klasse Einkeimblättrige (Liliopsida)[Bearbeiten]

Unterklasse Lilienähnliche (Liliidae)[Bearbeiten]

  • Spargelartige (Asparagales)
    • Orchideen (Orchidaceae)
      • Spitzels Knabenkraut (Orchis spitzelii), einziges deutsches Vorkommen am Schloßberg bei Nagold um 1900 ausgerottet, sehr disjunktes Areal. Nördlich der Alpen im französischen Jura und auf Gotland, in der Schweiz ein Standort im Simplongebiet (Wallis), in Österreich im Bundesland Salzburg nahe Saalfelden, im Mittelmeergebiet häufiger, aber vielerorts bedroht

Unterklasse Commelinaähnliche (Commelinidae)[Bearbeiten]

  • Süßgrasartige (Poales)
    • Sauergräser (Cyperaceae)
      • Kopf-Segge (Carex capitata), arktische Art, die um 1900 herum im Alpenvorland ausgestorben ist und in Mitteleuropa nur noch als Eiszeitrelikt in den Hochalpen vorkommt
      • Armblütige Segge (Carex depauperata), weltweit sehr seltene Pflanze, deren einziges deutsches Vorkommen in Rheinland-Pfalz auch durch Sammeltätigkeit vernichtet wurde
      • Kleine Grannen-Segge (Carex microglochin), um 1950 im Alpenvorland ausgestorben, seltene Gebirgsart, deren Tieflandvorkommen extrem gefährdet sind
    • Süßgräser (Poaceae)
      • Strand-Gerste (Hordeum marinum), zuletzt 1959 in Ockholm (Nordfriesland) nachgewiesen, möglicherweise in Deutschland nie dauerhaft eingebürgert gewesen
      • Lein-Lolch (Lolium remotum), Begleiter des Leinanbaus, der weltweit extrem vom Aussterben bedroht ist und nur noch selten in Großbritannien, Russland, dem Balkan und Vorderasien auftritt
      • Taumel-Lolch (Lolium temulentum), durch Intensivierung der Landwirtschaft weltweit zurückgegangen, in Vorderasien jedoch noch vergleichsweise häufiges Süßgras
      • Kies-Dünnschwingel (Micropyrum tenellum), in Südeuropa teils sehr häufig, in Baden-Württemberg am Arealrand um 1980 ausgestorben

Klasse Dreifurchenpollen-Zweikeimblättrige (Rosopsida)[Bearbeiten]

Unterklasse Hahnenfußähnliche (Ranunculidae)[Bearbeiten]

Unterklasse Nelkenähnliche (Caryophyllidae)[Bearbeiten]

  • Nelkenartige (Caryophyllales)
    • Fuchsschwanzgewächse (Amaranthaceae)
      • Warziges Knorpelkraut (Polycnenum verrucosum), unscheinbare Art, schwierig von P. arvense zu unterscheiden, osteuropäische Art, überall selten und bedroht
    • Nelkengewächse (Caryophyllaceae)
      • Steife Miere (Minuartia stricta), arktische Pflanze, früher als Eiszeitrelikt im Alpenvorland vorgekommen (zuletzt 1877 nachgewiesen), letzte mitteleuropäische Vorkommen in der Schweiz akut vom Aussterben bedroht; 2004 in den Allgäuer Alpen wiedergefunden (Bad Hindelang, genauer Fundort geheim)
      • Flachs-Leimkraut (Silene linicola), wie Cuscuta epilinum, Camelina alyssum und Lolium remotum als Wildkraut in Leinfeldern vorgekommen und durch die Aufgabe des extensiven Leinanbaus weltweit hochgradig vom Aussterben bedroht kann die Art wohl nur in Erhaltungskultur überleben.
      • Klebrige Lichtnelke (Silene viscosa), asiatische und osteuropäische Steppenpflanze, die früher auf Hiddensee vorkam
      • Getreidemiere (Spergularia segetalis), extrem bedrohtes Ackerwildkraut, in Deutschland, der Schweiz und dem Benelux ausgestorben, in Frankreich und Spanien sehr selten und zurückgehend
    • Bleiwurzgewächse (Plumbaginaceae)
      • Wegerich-Grasnelke (Armeria arenaria), südwesteuropäische Art, die früher sehr selten in Rheinland-Pfalz vorkam

Unterklasse Rosenähnliche (Rosidae)[Bearbeiten]

Unterklasse Asternähnliche (Asteridae)[Bearbeiten]

  • Heidekrautartige (Ericales)
  • Enzianartige (Gentianales)
    • Rötegewächse (Rubiaceae)
      • Acker-Meier (Asperula arvensis), mediterranes Ackerwildkraut, das durch die Intensivierung der Landwirtschaft in Deutschland verschwand
      • Pariser Labkraut (Galium parisiense), west- und südeuropäische Art, die in Deutschland möglicherweise nie dauerhaft eingebürgert war
  • Lippenblütlerartige (Lamiales)
    • Lippenblütler (Lamiaceae)
      • Nordischer Drachenkopf (Dracocephalum ruyschiana), Hauptverbreitungsgebiet in Sibirien, die Art hatte einige wenige Vorposten in Sachsen-Anhalt und Bayern
      • Hoher Wolfstrapp (Lycopus exaltatus), süd- und osteuropäische Stromtalpflanze, in Deutschland früher an Elbe und Untermain vorgekommen
    • Braunwurzgewächse (Scrophulariaceae)
      • Rispiger Blauweiderich (Pseudolysimachion spurium), in Mitteldeutschland nur isolierte Vorposten der in Osteuropa weit verbreiteten Art, seit 1933 ausgestorben
  • Nachtschattenartige (Solanales)
    • Windengewächse (Convolvulaceae)
      • Flachs-Seide (Cuscuta epilinum), als Ackerwildkraut des Leinanbaus entstanden. Mit der Aufgabe des extensiven Leinanbaus wohl europaweit ausgestorben und nur noch in Erhaltungskulturen überlebend.
  • Doldenblütlerartige (Apiales)
    • Doldenblütler (Apiaceae)
      • Quirlblättriger Kümmel (Carum verticillatum), südwesteuropäische Art, die in Westdeutschland einige Vorposten hatte. Ein Standort lag bei Gangelt an der Grenze zu den Niederlanden. Das Vorkommen erlosch in den 1920er Jahren durch Trockenlegung des Geländes.
      • Flutender Wasserfenchel (Oenanthe fluviatilis), früher am Oberrhein vorgekommen, in Großbritannien zerstreut vorkommend, in Frankreich selten
      • Silaublättriger Wasserfenchel (Oenanthe silaifolia), häufig auf dem Balkan und in Kleinasien, früher sehr selten im Rhein-Main-Gebiet
  • Asternartige (Asterales)
    • Korbblütler (Asteraceae)
      • Schlitzblättriger Beifuß (Artemisia laciniata), 1900 zuletzt an der Elbe nachgewiesen, häufige Art in Ostasien, die mitteleuropäischen Vorkommen waren 3000 km vom Hauptverbreitungsgebiet entfernte Vorposten
      • Nickende Kragenblume (Carpesium cernuum), in Südeuropa ungefährdet, hatte in Deutschland nur sehr wenige Standorte am Inn, wo die Art 1905 zuletzt gefunden wurde
      • Französisches Filzkraut (Filago gallica), hauptsächlich mediterran verbreitete Art, deren nördlichste Vorkommen von Südengland bis Bulgarien stark zurückgegangen sind
      • Übersehenes Filzkraut (Filago neglecta), früher bei Rödersheim (Pfalz) und Bell (Eifel), in Deutschland nach 1930 nicht mehr nachgewiesen, auch in Belgien und Frankreich und damit weltweit vor dem Zweiten Weltkrieg ausgestorben
      • Langläuferiges Habichtskraut (Hieracium longistolonosum), eine Kleinart aus der Hieracium-pilosella-Gruppe, die bis 1937 bei Tegernheim und am Scheibelberg bei Regensburg vorkam
      • Ruten-Lattich (Lactuca viminea), bis 1939 an wenigen Standorten im sächsischen Elbhügelland nachgewiesen, durch Intensivierung der Landwirtschaft ist diese in Südosteuropa häufige Art in Deutschland ausgestorben
  • Kardenartige (Dipsacales)

Weblinks[Bearbeiten]

Arten der Rote-Liste Kategorie "0" (ausgestorben oder verschollen) in Deutschland bei Floraweb (in Suchmaske Rote Liste Deutschland 0 auswählen)

Siehe auch[Bearbeiten]