Liste der Exklaven und Enklaven

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Die komplizierteste Grenzziehung Europas findet sich in der belgisch-niederländischen Kleinstadt Baarle.

Die Liste der Exklaven und Enklaven ist eine Liste mit Ex-/Enklaven auf staatlicher und Beispielen für Ex-/Enklaven auf nichtstaatlicher Ebene.

Exklaven und Enklaven auf internationaler Ebene[Bearbeiten]

Gebiet Fläche (km²) Exklave(n) von Enklave(n) in Bemerkungen, Lage
Europa
Akrotiri 123 Großbritannien Republik Zypern Britische Militärbasis[1] bei Limassol, britisches Überseegebiet
Baarle-Hertog 2,345 Belgien Niederlande Die Kleinstadt Baarle rund 40 km nordöstlich von Antwerpen ist zwischen Belgien und den Niederlanden aufgeteilt. Es handelt sich jedoch um einen einzigen gewachsenen Ort.
  • 22 belgische Exklaven, umgeben von niederländischem Gebiet. Die Staatsgrenzen verlaufen im Ort sogar durch einzelne Häuser und Wohnräume.
Baarle-Nassau 0,151 Niederlande Belgien
  • Eine niederländische Exklave ist vom belgischen Hauptterritorium umgeben,
  • Sieben weitere liegen innerhalb belgischer Exklaven.
Büsingen am Hochrhein 7,62 Deutschland Schweiz Besteht seit 1835 als deutsches Zollausschlussgebiet
Campione d’Italia 1,6 Italien Schweiz Eine der ältesten Exklaven, besteht seit 777
Dhekelia 130,8 Großbritannien Republik Zypern Britische Militärbasis[2] zwischen Famagusta und Larnaka, britisches Überseegebiet
Dhekelia (Dikelya) 3,082 Republik Zypern Großbritannien 4 Enklaven innerhalb der Britischen Militärbasis Dhekelia (British Sovereign Base Area – SBA)
  • Flüchtlingslager (EAC Refugee Settlement)[3]
  • Kraftwerk, südlich vom Flüchtlingslager, getrennt durch eine SBA-Straße[4]
  • Ormideia[4]
  • Xylotymvou[4]
Südlicher Teil der Gespanschaft Dubrovnik-Neretva Kroatien Durch den zu Bosnien-Herzegowina gehörenden Neum-Korridor vom Rest Kroatiens abgetrennt.
Erenköy (Kokkina) 2,5 Türkische Republik Nordzypern Republik Zypern Inoffiziell, da die TRNZ international nicht anerkannt wird,
verlassenes Zypern-türkisches Dorf, heute Militärstützpunkt.
Kaliningrader Oblast 15.125 Russland Grenzt an Polen und Litauen und hat Zugang zur Ostsee.
Llívia 12,84 Spanien Frankreich Spanische Exklave in den Pyrenäen
Sankowa-Medwesche 4,54 Russland Weißrussland Infolge der Nuklearkatastrophe von Tschernobyl aufgegebene Dörfer einer russischen Exklave.
San Marino 60,57 Italien San Marino ist ein souveräner Staat.
Sastavci 3,9584 Bosnien und Herzegowina Serbien
Vatikanstadt 0,44 Italien Vatikanstadt ist ein souveräner Staat.
Vennbahn-Exklaven 24,876 Deutschland Belgien 5 deutsche Exklaven liegen abgetrennt westlich der ehemaligen Vennbahn, da die Bahntrasse belgisches Staatsgebiet ist.
Afrika
Cabinda 7.270 Angola Liegt zwischen den Gebieten der Republik Kongo (im Norden) und der Demokratischen Republik Kongo (im Süden).
Ceuta 18,5 Spanien Spanische Exklave an der nordafrikanischen Mittelmeerküste, grenzt nur an Marokko und ist von diesem durch eine neutrale Zone getrennt.
Chizumulu 3 Malawi Mosambik Malawische Insel im Malawisee, komplett von mosambikanischem Hoheitsgewässer umgeben.
Kanyiragwa Uganda Tansania Ugandischer Landzipfel im Victoriasee nur von tansanischer Landseite aus zugänglich.
Likoma 15 Malawi Mosambik Malawische Insel im Malawisee, komplett von mosambikanischem Hoheitsgewässer umgeben.
Lesotho 30.355 Südafrika Lesotho ist ein souveräner Staat, der von Südafrika umschlossen ist. 1976–1994 war Lesotho nach südafrikanischer Auffassung keine Enklave, da es in dieser Zeit auch an die von Südafrika für unabhängig erklärte Transkei grenzte.
Melilla 13,4 Spanien Spanische Exklave an der nordafrikanischen Mittelmeerküste, grenzt nur an Marokko und ist von diesem durch eine neutrale Zone getrennt.
Peñón de Vélez de la Gomera 0,019 Spanien Spanische Exklave an der nordafrikanischen Mittelmeerküste, grenzt nur an Marokko.
Amerika
Alaska 1.717.854 USA Aus den 48 „Kontinental-Staaten“ auf dem Landweg nur über Kanada erreichbar.
Französisch-Guayana 83.534 Frankreich Seit 1946 als Übersee-Département Teil des französischen Staatsgebietes und damit Exklave. Grenzt an Brasilien und Suriname.
Islas Apipé Argentinien Paraguay Argentinische Inselgruppe im Río Paraná, komplett von paraguayischem Hoheitsgewässer umgeben.
Isla Entre Ríos Argentinien Paraguay Eine unbewohnte argentinische Insel im Río Paraná, komplett von paraguayischem Hoheitsgewässer umgeben. 39 km westlich der Islas Apipé.
Isla Martín García 1,84 Argentinien Uruguay Argentinische Insel im Mündungsgebiet des Río de la Plata, komplett von uruguayischem Hoheitsgewässer umgeben.
Northwest Angle 1.544,5 USA Halbinsel am Lake of the Woods, auf dem Landweg nur über Kanada erreichbar.
Point Roberts, Washington State 12,65 USA Ort auf einer Halbinsel zwischen der Straße von Georgia und Boundary Bay, auf dem Landweg nur über Kanada erreichbar.
Province Point, Vermont USA Ort auf einer Halbinsel im Lake Champlain, auf dem Landweg nur über Kanada (Provinz Québec) erreichbar.
Saint-Martin 53,2 Frankreich Französische Gebietskörperschaft auf der zwischen Frankreich und den Niederlanden geteilten Karibik-Insel St. Martin.
Sint Maarten 34 Königreich der Niederlande Eigenständiger Landesteil des Königreichs der Niederlande auf der zwischen den Niederlanden und Frankreich geteilten Karibik-Insel St. Martin.
Asien
Arzwaschen (Արծվաշեն) 40 Armenien Aserbaidschan Gehört zur Provinz Gegharkunik, seit 1992 von Aserbaidschan besetzt.
Barak 2 Kirgisistan Usbekistan Exklaven von Usbekistan, Tadschikistan und Kirgisistan.png
Barxudarlı 22 Aserbaidschan Armenien Gehört zur Provinz Qazax, umgeben von der armenischen Provinz Tawusch, von Armenien besetzt.
Chong-Kara Usbekistan Kirgisistan Exklaven von Usbekistan, Tadschikistan und Kirgisistan.png
Gaza-Streifen 360 Palästinensische Autonomiegebiete Mit Grenzen zu Ägypten und Israel.
Kərki 19 Aserbaidschan Armenien Gehört zur Autonomen Republik Nachitschewan, liegt innerhalb der armenischen Provinz Ararat, seit 1992 von Armenien besetzt.
Madha 75 Oman Vereinigte Arabische Emirate
Musandam-Halbinsel 1800 Oman Wird manchmal auch inkorrekt als Enklave in den Vereinigten Arabischen Emiraten bezeichnet.
Nachitschewan 5500 Aserbaidschan Mit Grenzen zu Armenien, Iran und der Türkei.
Nahwa Vereinigte Arabische Emirate Oman Liegt innerhalb der Enklave Madha, ist also eine Enklave in einer Enklave.
Oecusse 817,23 Osttimor
Qalʿat Dschaʿbar (Qara Qusaq) Türkei Syrien Die türkische Exklave in Nordsyrien wurde mit dem Vertrag von Ankara von 1921 zu türkischem Gebiet erklärt. Es umfasst den Bereich des Grabmonuments von Suleiman Shah und wird von türkischen Soldaten bewacht.
Sarwan [5] 8,4 Tadschikistan Usbekistan Exklaven von Usbekistan, Tadschikistan und Kirgisistan.png
Shohimardon 90 Usbekistan Kirgisistan Exklaven von Usbekistan, Tadschikistan und Kirgisistan.png
Soʻx 325 Usbekistan Kirgisistan Exklaven von Usbekistan, Tadschikistan und Kirgisistan.png
Jangail Usbekistan Kirgisistan Exklaven von Usbekistan, Tadschikistan und Kirgisistan.png
Woruch 130 Tadschikistan Kirgisistan Exklaven von Usbekistan, Tadschikistan und Kirgisistan.png
Yuxarı Əskipara und Aşağı Əskipara Aserbaidschan Armenien Gehört zur Provinz Qazax, umgeben von der armenischen Provinz Tawusch, von Armenien besetzt.
(Straßenabschnitt südöstlich des Bahnhofs Kairagatsch, kein Ort) <1 Tadschikistan Kirgisistan Exklaven von Usbekistan, Tadschikistan und Kirgisistan.png In der Karte die markierte Fläche ganz im Westen Kirgisistans
An der Grenze zwischen dem indischen Bundesstaat Westbengalen (Distrikt Koch Bihar) und Bangladesch gibt es 198 nah beieinanderliegende Exklaven, siehe indisch-bangladeschische Enklaven. Davon gehören 106 Exklaven zu Indien und 92 zu Bangladesch. 21 der Exklaven Bangladeschs liegen innerhalb indischer Exklaven, drei indische innerhalb bengalischer Exklaven. Die größte indische Exklave der Region, Balapara Khagrabari, umgibt eine Exklave Bangladeschs, Upanchowki Bhajni, in der wiederum eine kleine indische Exklave liegt, die weltweit einzige „Exklave dritter Ordnung“ (siehe Karte: Markierung 51/rosa innerhalb 19/grün innerhalb 47/rosa).

Exklaven und Enklaven auf bundesstaatlicher Ebene bzw. zwischen nationalen Provinzen[Bearbeiten]

Exklave von Gebiet Enklave in Bemerkungen
Aargau Kloster Fahr Zürich
Appenzell Innerrhoden Oberegg 2 Exklaven
Appenzell Innerrhoden Kloster Grimmenstein Appenzell Ausserrhoden
Appenzell Innerrhoden Kloster Wonnenstein Appenzell Ausserrhoden
Basel-Landschaft Roggenburg Grenze mit Punktkontakt (Vierländerpunkt)
Bern Clavaleyres
Bern Münchenwiler Freiburg
Bern Schelten Grenze mit Punktkontakt (Vierländerpunkt)
Freiburg Estavayer-le-Lac Waadt
Freiburg Tours Waadt
Freiburg Surpierre Waadt
Freiburg Vuissens Waadt
Freiburg Wallenbuch Bern
Genf Céligny Waadt 2 Exklaven
Obwalden Engelberg
St. Gallen Hof Raach Thurgau
Schaffhausen Stein am Rhein
Schaffhausen Rüdlingen/Buchberg
Solothurn Kleinlützel
Solothurn Solothurnisches Leimental
Solothurn Steinhof Bern
Thurgau Horn St. Gallen
Waadt Avenches

Anmerkung: Die Exklaven, bei denen in der Spalte „Enklave in“ keine Angabe gemacht ist, grenzen an zwei oder mehr andere Kantone oder an einen anderen Kanton und die Außengrenze der Schweiz. Sie sind also keine Enklaven, da sie nicht von einem einzigen anderen Kanton vollständig umschlossen sind.

Ehemalige Exklaven und Enklaven im 20. Jahrhundert[Bearbeiten]

Gebiet Exklave von Enklave in Bemerkungen
Europa
Ada Kaleh Osmanisches Reich 1878–1919 türkische Exklave bei Orșova in der Donau; sie wurde erst dann Rumänien zugeschlagen. Die Türken hatten die Insel einst 1440 erobert.
Cattaro Italien 1941–1943/45 italienische Exklave an der Küste von Montenegro.
Ostpreußen Deutsches Reich Nach der Abtretung Westpreußens an Polen 1919 vom restlichen Reichsgebiet abgetrennt (Polnischer Korridor) und zwischen Polen, Litauen und der Freien Stadt Danzig eingeschlossen; jedoch war Ostpreußen über die Ostsee vom deutschen Hauptstaatsgebiet zugänglich. 1945 kam es dann de facto an die Volksrepublik Polen und die Sowjetunion.
Spalato (serbokroat. Split) Italien 1941–1943/45 italienische Provinz an der dalmatinischen Küste.
Steinstücken West-Berlin DDR 1972 wurde von der DDR ein Verbindungsstreifen für eine Zugangsstraße abgetreten; seitdem war Steinstücken keine Ex- und Enklave mehr. Die DDR erhielt für die Gebietsabtretung unter anderem die Nuthewiesen und 4 Millionen DM.
Verenahof Deutschland Schweiz Durch Staatsvertrag 1967 zur Schweiz gekommen.
West-Berlin (de facto: Bundesrepublik Deutschland) DDR Ab der Gründung der DDR 1949 bis zur Wiedervereinigung 1990. Während die Bundesrepublik Berlin (West) unter Einschränkungen (→ Berlin-Frage) als ihre Exklave betrachtete, sprach die DDR von der besonderen politischen Einheit Westberlin ohne Zugehörigkeit zur Bundesrepublik; die West-Alliierten gingen von einem Besatzungsgebiet Gesamt-Berlin aus, zu dem auch Ost-Berlin gehörte. Je nach völkerrechtlicher Interpretation wurde daher entweder West-Berlin oder Gesamt-Berlin als Enklave in der DDR gesehen.
Weitere Berliner Exklaven, u. a. Nuthewiesen, Wüste Mark, Fichtewiese, Erlengrund, Laßzinswiesen, Große Kuhlake, Falkenhagener Wiese, Finkenkrug, 3 Gebietsstücke in Klein Glienicke u. a. West-Berlin DDR Wurden in zwei Gebietsaustauschen 1972 und 1988 z. T. an die DDR abgegeben, z. T. mit West-Berlin verbunden.
Zara (serbokroat. Zadar) Italien Königreich der Serben, Kroaten und Slowenen (ab 1929 Jugoslawien) 1920–1941 italienische Exklave im Königreich der Serben, Kroaten und Slowenen (ab 1929 Jugoslawien), gleichzeitig bildete es eine Enklave, da die Ausfahrt des Hafens bereits zu den jugoslawischen Hoheitsgewässern gehörte. Mit dem Anschluss des Hinterlandes an Italien 1941 war die Stadt keine Exklave mehr. 1947 fiel das gesamte Gebiet an Jugoslawien.
Zehlendorf Sowjetunion DDR Vorübergehende Exklave: Von 1978 bis 1979 war die Baustelle eines Sendemastes eine Exklave der Sowjetunion.
Afrika
Algerien Frankreich Die drei Küsten-Départements Algeriens Algier, Constantine und Oran waren 1848–1962 Teil des französischen Mutterlandes und bildeten somit eine Exklave Frankreichs in Nordafrika.
Gambela Anglo-Ägyptischer Sudan Abessinien 1902 britischer Hafen, Exklave des Anglo-Ägyptischen Sudan und Enklave in Abessinien (1902–1936) bzw. Italienisch-Ostafrika (1936–1941) bzw. Äthiopien (1941–1956). 1956 vom Sudan an Äthiopien übergeben.
Libyen (Tripolitanien, Cyrenaika und Fessan) Osmanisches Reich Bis zur Eroberung durch die Italiener im Italienisch-Türkischen Krieg 1911/12 waren die osmanischen Provinzen Tripolitanien, Cyrenaika und Fessan faktisch durch das seit 1882 von den Briten besetzte Ägypten vom Mutterland getrennt und bildeten eine osmanische Exklave in Nordafrika. Allerdings blieb Ägypten trotz britischer Besatzung bis 1914 formell ein osmanisches Vizekönigreich unter osmanischer Suzeränität und wurde erst 1914 britisches Protektorat.
São João Baptista d’Ajudá Dahomey 1680/1865 portugiesische Kolonie, 1961 von Dahomey besetzt und annektiert.
Walvis Bay (Walfischbucht) Südafrika 1878 britische Kolonie, 1910–1922 zu Südafrika, 1922–1977 Teil des südafrikanischen Mandats- bzw. Treuhandgebietes Südwestafrika, 1977–1994 zu Südafrika, 1994 an Namibia übergeben.
Amerika
Colón Panama Panamakanalzone 1903–1999 Exklave Panamas und Enklave der amerikanischen Panamakanalzone.
Asien
Chandernagore Französisch-Indien Britisch-Indien 1683–1949 Exklave von Französisch-Indien und Enklave in Britisch-Indien bzw. Indien, 1949 an Indien übergeben.
Dadra und Nagar Haveli Portugiesisch-Indien Britisch-Indien 1780–1954 Exklave von Portugiesisch-Indien und Enklave in Britisch-Indien bzw. Indien, 1954 von Indien besetzt, 1961 annektiert.
Damão Portugiesisch-Indien 1559–1961 Exklave von Portugiesisch-Indien, 1961 von Indien besetzt und annektiert.
Diu Portugiesisch-Indien 1535–1961 Exklave von Portugiesisch-Indien, 1961 von Indien besetzt und annektiert.
Goa Portugiesisch-Indien 1510–1961 Hauptgebiet von Portugiesisch-Indien, 1961 von Indien besetzt und annektiert.
Gwadar Oman 1783–1958 Exklave von Oman, 1958 an Pakistan übergeben.
Hyderabad Indien 1947 unabhängiges Fürstentum, 1948 von Indien besetzt und 1950 annektiert.
Junagadh Pakistan Indien 1947 pakistanische Exklave, am 9. November 1947 von Indien besetzt und am 25. Februar 1948 an Indien angegliedert.
Karikal Französisch-Indien 1739–1954 Exklave von Französisch-Indien, 1954 von Indien annektiert.
Mahé Französisch-Indien 1721–1954 Exklave von Französisch-Indien, 1954 von Indien annektiert.
Mount Scopus Israel Westjordanland (damals zu Jordanien gehörend) Enklave von 1948 bis 1967, Standort der Hebräischen Universität Jerusalem.
Ostpakistan Pakistan 1947–1971 Exklave von Pakistan, 1971 als Bangladesch unabhängig.
Pondichéry Französisch-Indien 1673–1954 Hauptgebiet von Französisch-Indien, 1954 von Indien annektiert.
Smyrna Griechenland 1920 im Frieden von Sèvres an Griechenland, 1922 von den Türken erobert, 1923 im Vertrag von Lausanne an die Türkei.
Yanaon Französisch-Indien 1723–1954 Exklave von Französisch-Indien, 1954 von Indien annektiert.
Ozeanien
Niederländisch-Neuguinea (West-Neuguinea) Niederländisch-Indien 1828–1949 Exklave von Niederländisch-Indien.

Unechte bzw. funktionale En-/Exklaven[Bearbeiten]

Teile von Staaten[Bearbeiten]

Staaten[Bearbeiten]

Verschiedene Staaten und abhängige Gebiete mit Zugang zum offenen Meer sind bzw. waren auf der Landseite vom Gebiet nur eines anderen Staates begrenzt:

Andere Gebiete[Bearbeiten]

  • Aden, 1937–1967 britische Kolonie, grenzte landseitig nur an das britische Protektorat Hadramaut.
  • Athos, autonome Mönchsrepublik, besitzt nur eine Landgrenze mit Griechenland.
  • Baikonur, seit 1994 russisches Pachtgebiet in Kasachstan.
  • Hanko, 1940–1947 sowjetisches Pachtgebiet in Finnland.
  • Hongkong, 1841–1997 britische Kolonie, grenzte landseitig nur an die Volksrepublik China.
  • Ifni, 1860–1969 spanische Besitzung in Nordafrika, grenzte landseitig nur an Marokko (1860–1912 und 1956–1969) bzw. Französisch-Marokko (1912–1956).
  • Kiautschou, 1898–1920 deutsches, 1920–1922 japanisches Pachtgebiet, grenzte landseitig nur an China.
  • Kuwait, 1899–1961 britisches Protektorat, grenzte bis 1920 landseitig nur an das Osmanische Reich.
  • Kwangtschouwan, 1898–1946 französisches Pachtgebiet in China.
  • Kwantung, 1898–1905 russisches, 1905–1945 japanisches, 1945–1955 sowjetisches Pachtgebiet in China (1898–1932 und 1945–1955) bzw. Mandschukuo (1932–1945).
  • Macao, 1557–1999 portugiesische Besitzung, grenzte landseitig nur an die VR China.
  • Neufundland, ab 1907 britisches Dominion, grenzte landseitig nur an Kanada, an welches es 1949 angeschlossen wurde.
  • Panamakanalzone, 1903–1999 Besitzung der USA, grenzte landseitig nur an Panama.
  • Porkkala, 1947–1956 sowjetisches Pachtgebiet in Finnland.
  • Suez-Kanalzone, 1888–1956 exterritoriale Zone, grenzte landseitig nur an Ägypten.
  • Tanger, 1912–1956 internationale Zone, grenzte landseitig nur an Spanisch-Marokko.
  • Weihaiwei, 1898–1930 britisches Pachtgebiet in China.
  • In den Gebieten der Evangelischen Landeskirchen Deutschlands gibt es, bedingt durch die historische Entwicklung, einige Exklaven. Das Gleiche gilt auch für die katholischen Diözesen.

Temporäre Ex-/Enklaven[Bearbeiten]

Keine Exklaven[Bearbeiten]

  • Das Grundstück, auf dem das Suworow-Denkmal in der Schöllenenschlucht in der Schweiz in die Felsen gehauen wurde, gehört zwar dem russischen Staat als zivilrechtlichem Eigentümer, ist aber kein exterritoriales Gebiet (und auch keine Exklave Russlands), sondern es gehört zum schweizerischen Staatsgebiet und untersteht der schweizerischen Staatsgewalt.

Literatur[Bearbeiten]

  • Ewgeni Winokurow: A Theory of Enclaves. Lexington Books, Lanham (Maryland/USA) 2007.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Artikel Akrotiri, in: World Factbook (engl.)
  2. Artikel Dhekelia, in: World Factbook (engl.)
  3. Artikel EAC Refugee Settlement, auf: „Jan. S.Krogh’s Geosite” (engl.)
  4. a b c Artikel Enclaves within Dhekelia, auf: Twelve Mile Circle (engl.)
  5. Sarvan (Tajikistani enclave within Uzbekistan) (englisch), Positionskarte
  6. CBC Digital Archives – Second World War – 1943: Netherlands’ Princess Margriet born in Ottawa. In: cbc.ca. Abgerufen am 16. Dezember 2013 (englisch): „the Canadian government proclaimed the hospital’s maternity suite ‘extraterritorial’ so that the royal baby would have full Dutch citizenship“