Liste der Staatsoberhäupter des Deutschen Reiches

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Dieser Artikel behandelt die Präsidenten des 1866 gegründeten Norddeutschen Bundes und des 1871 daraus hervorgegangenen und seit 1949 in der völkerrechtlichen Identität der Bundesrepublik Deutschland bestehenden Deutschen Reiches; zu Kaisern und Königen des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation siehe Liste der römisch-deutschen Herrscher.

Von 1871 bis 1918 war das Deutsche Reich ein Bundesstaat unter einem Monarchen: Die Könige von Preußen waren in Personalunion zugleich Deutsche Kaiser. Von 1918 bis 1945 war das Deutsche Reich eine Republik mit einem zunächst gemischt präsidial-parlamentarischen Regierungssystem und dem Reichspräsidenten als Staatsoberhaupt. Ab 1933 wurde die demokratische Weimarer Verfassung beginnend durch das Ermächtigungsgesetz ausgehöhlt und auch die bundesstaatliche Form wich einem zunehmenden Zentralismus. Nach dem Tod von Reichspräsident Hindenburg wurden per Reichsgesetz vom 2. August 1934 die Befugnisse des Reichskanzlers mit denen des Reichspräsidenten vereinigt und dessen Titel bis zum Tode Adolf Hitlers durch „Führer“ ersetzt.

Norddeutscher Bund[Bearbeiten]

Inhaber des Bundespräsidiums und König von Preußen[Bearbeiten]

Bild Name Amtsantritt Ende der Amtszeit
Kaiser Wilhelm I. .JPG
Wilhelm I. 1. Juli 1867 18. Januar 1871

Deutsches Kaiserreich[Bearbeiten]

Deutscher Kaiser und König von Preußen[Bearbeiten]

Bild Name Amtsantritt Ende der Amtszeit
Kaiser Wilhelm I. .JPG
Wilhelm I. 18. Januar 1871 9. März 1888
Friedrich III, Deutscher Kaiser.jpg
Friedrich III. 9. März 1888 15. Juni 1888
Bundesarchiv Bild 146-2004-0096, Kaiser Wilhelm II..jpg
Wilhelm II. 15. Juni 1888 9. November 1918

Amt des Staatsoberhauptes vakant vom 9. November 1918 bis 11. Februar 1919

Weimarer Republik[Bearbeiten]

Reichspräsident[Bearbeiten]

Bild Name Amtsantritt Ende der Amtszeit Partei
Bundesarchiv Bild 102-00015, Friedrich Ebert.jpg
Friedrich Ebert 11. Februar 1919 28. Februar 1925 SPD
Bundesarchiv Bild 102-12279, Walter Simons.jpg
Walter Simons (kommissarisch) 11. März 1925 30. April 1925 parteilos
Bundesarchiv Bild 183-C06886, Paul v. Hindenburg.jpg
Paul von Hindenburg 12. Mai 1925 2. August 1934 parteilos

Deutsches Reich 1933 bis 1945[Bearbeiten]

Bild Name Amtsantritt Ende der Amtszeit Partei
Bundesarchiv Bild 183-C06886, Paul v. Hindenburg.jpg
Paul von Hindenburg 2. August 1934 parteilos
Adolf Hitler-1933.jpg
Adolf Hitler 2. August 1934 30. April 1945 NSDAP
Bundesarchiv Bild 146-1976-127-06A, Karl Dönitz.jpg
Karl Dönitz 1. Mai 1945 23. Mai bzw. 5. Juni 1945 NSDAP

Mit der Kapitulation der Wehrmacht am 8. Mai 1945 verlor das Amt des Staatsoberhauptes die Befehlsgewalt über die Streitkräfte. Seit dem 23. Mai, mit der Verhaftung der Regierung Dönitz, wurde das Amt faktisch nicht mehr ausgeübt. Am 5. Juni wurde in der Berliner Erklärung von den vier Besatzungsmächten der Alliierte Kontrollrat als oberste Regierungsgewalt für das okkupierte Territorium Deutschlands eingerichtet. Erst mit diesem Datum wurde das Amt des Staatsoberhaupts kraft des Besatzungsrechts der Alliierten rechtlich aufgehoben. Die staatsrechtliche Kontinuität und völkerrechtliche Identität des Deutschen Reiches wurde ab 1949 von der Bundesrepublik Deutschland übernommen (BVerfG 1972), siehe hierzu Artikel Rechtslage Deutschlands nach 1945.

Sofern allerdings der Rechtsstandpunkt zutreffen sollte, dass Adolf Hitler das Amt des Staatsoberhaupts wegen der noch geltenden Reichsverfassung nicht testamentarisch auf Karl Dönitz übertragen konnte, ist das Amt des Staatsoberhaupts mit dem Suizid des letzten verfassungsmäßigen Amtsinhabers bereits am 30. April 1945 vakant geworden.