Liste der Staatspräsidenten der Mongolei

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Tsachiagiin Elbegdordsch, derzeitiger Präsident der Mongolei

Der Staatspräsident der Mongolei ist das Staatsoberhaupt der Mongolei.

Er hat folgende Kompetenzen:

  • Er nominiert einen Kandidaten für das Amt des Premierministers, welcher dann vom Großen Staats-Chural (Parlament) bestätigt werden muss. Bei dieser Aufgabe handelt es sich allerdings weitgehend um eine Formalität, da im Parlament umstrittene Kandidaten ohnehin nicht in Frage kommen.
  • Er hat ein Vetorecht gegen Parlamentsentscheidungen, welches dieses aber mit einer Zweidrittelmehrheit überstimmen kann.
  • Er bestätigt die Ernennung von Richtern.
  • Er hat den Vorsitz über den Nationalen Sicherheitsrat.
  • Er führt das Oberkommando über die mongolischen Streitkräfte.

Der Staatspräsident wird für eine Amtszeit von vier Jahren direkt vom Volk gewählt, mit einer Beschränkung auf zwei Amtszeiten. Die Kandidaten werden von den im Parlament vertretenen Parteien nominiert.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Amt des Staatspräsidenten wurde unter diesem Namen erst nach der Demokratisierung geschaffen. Die Funktion als solche existierte aber auch in der Zeit der kommunistischen Mongolischen Volksrepublik. Darum werden heute auch die Staatsoberhäupter dieser Zeit als Staatspräsidenten bezeichnet.

Manchmal wird auch der Bogd Khan als "Präsident" der Mongolei angesehen. Dabei handelte es sich um das geistige Oberhaupt des Landes vor der kommunistischen Revolution. Aber im Allgemeinen gilt der Titel nur für die darauf folgenden weltlichen Staatsoberhäupter. Manchmal wird Balingiin Tserendordsch Beise, welcher 1924 faktisch die Staatsgewalt anführte, ebenfalls als Präsident bezeichnet, aber die offizielle Zählung beginnt erst mit Nawadordschiin Jadambaa, welcher vom Großen Staats-Chural formell zum Vorsitzenden gewählt wurde. Schon einen Tag danach wurde die Führungsstruktur reorganisiert, und der Vorsitzende des Kleinen Staats-Chural (des Exekutivorgans des Parlamentes) zum Staatsoberhaupt erhoben. Der Kleine Staats-Chural wurde später wieder aufgelöst, und der Vorsitzende des Präsidiums des Großen Staats-Churals galt als Staatsoberhaupt. Kurze Zeit danach erfolgte eine Umbenennung, wodurch sich auch der Titel des Staatsoberhaupt in Vorsitzender des Großen Volks-Churals änderte. Mit der demokratischen Verfassung von 1990 wurde dann auch formell der Titel des Staatspräsidenten eingeführt.

Liste der Amtsinhaber[Bearbeiten]

Name von bis Partei
1 Nawaandordschiin Dschadambaa 28. November 1924 29. November 1924 MRVP
2 Peldschidiin Genden 29. November 1924 15. November 1927 MRVP
3 Dschamtsangiin Damdinsüren 16. November 1927 23. Januar 1929 MRVP
4 Chorloogiin Tschoibalsan 24. Januar 1929 27. April 1930 MRVP
5 Losolyn Laagan 27. April 1930 2. Juli 1932 MRVP
6 Anandyn Amar 2. Juli 1932 22. März 1936 MRVP
7 Dansrabilegiin Dogsom 22. März 1936 9. Juli 1939 MRVP
(vakant) 9. Juli 1939 6. Juli 1940
8 Gontschigiin Bumtsend 6. Juli 1940 23. September 1953 MRVP
Süchbaataryn Jandschmaa (ausführend) 23. September 1953 7. Juli 1954 MRVP
9 Dschamsrangiin Sambuu 7. Juli 1954 20. Mai 1972 MRVP
Tsagaanlamyn Dügersüren (ausführend) 20. Mai 1972 29. Juni 1972 MRVP
Sonomyn Luwsan (ausführend) 29. Juni 1972 11. Juni 1974 MRVP
10 Jumdschaagiin Tsedenbal 11. Juni 1974 23. August 1984 MRVP
Njamyn Dschagwaral (ausführend) 23. August 1984 12. Dezember 1984 MRVP
11 Dschambyn Batmönch 12. Dezember 1984 21. März 1990 MRVP
12 Punsalmaagiin Otschirbat 21. März 1990 3. September 1990 MRVP
Punsalmaagiin Otschirbat, forts. 3. September 1990 20. Juni 1997 MNDP
13 Natsagiin Bagabandi 20. Juni 1997 24. Juni 2005 MRVP
14 Nambaryn Enchbajar 24. Juni 2005 18. Juni 2009 MRVP
15 Tsachiagiin Elbegdordsch 18. Juni 2009 --- Demokratische Partei

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Cyrillic letter Oe.svg Cyrillic letter Ue.svg Mongolische Namen: Bei den in diesem Artikel genannten Mongolischen Personennamen steht – wie in der Mongolei üblich – der Vatersname im Genitiv vor dem Eigennamen. Personen werden mit ihrem Eigennamen angesprochen.