Statistische Gliederung von Nürnberg

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Statistische Bezirke Nürnberg 2.svg

Die statistische Gliederung von Nürnberg ist eine mehrstufige und hierarchische Einteilung des Stadtgebiets, die sich an erkennbaren Grenzen wie Straßen, Plätzen, Bahnlinien oder Gewässern orientiert. Damit ist sie unabhängig von den durch die Eingemeindungen historisch gewachsenen Stadtteilnamen und Gemarkungsgrenzen. Diese Gebietsgliederung wurde am 18. Dezember 1968 vom Stadtrat beschlossen und zuletzt am 7. Mai 1997 geändert. Die 10 statistischen Stadtteile werden in 87 statistische Bezirke und diese in insgesamt 316 Distrikte eingeteilt. Jeder Distrikt ist kleinräumig in „Blöcke“ und diese wiederum in „Blockseiten“ unterteilt.[1]

Übersicht[Bearbeiten]

Die Kleinräumige Gliederung der Stadt Nürnberg sieht im Einzelnen wie folgt aus: 10 Statistische Stadtteile umfassen 87 Statistische Bezirke, diese wiederum 316 Distrikte, die noch weiter in 3755 Blöcke aufgeteilt sind. Letztere sind nochmals in 16848 Blockseiten, also die Seite eines Blockes an einem Straßenabschnitt, unterteilt.[2]

1995 wurden für Bezirksbürgerbegehren 7 Stadtbezirke eingerichtet. Da Bezirksbürgerbegehren nie durchgeführt wurden, blieben sie jedoch funktionslos.

In der folgenden Übersicht werden die 10 Statistischen Stadtteile mit zugehörigen Statistischen Bezirken jeweils mit deren amtlicher Nummer aufgelistet. Die Namen der Statistischen Bezirke dienen lediglich der besseren Unterscheidung und wurden vom Stadtrat nicht festgelegt.

Geschichte[Bearbeiten]

Seit 1909 veröffentlicht die Stadt Nürnberg jährlich statistische Jahrbücher. Diese basieren auf einer statistischen Gliederung, die sich wiederholt änderte. In den letzten Jahren des Zweiten Weltkriegs ab 1941 und in der Nachkriegszeit bis 1963 erschienen keine statistischen Jahrbücher.[3]

Im ersten Jahrgang von 1909 wurde einerseits zwischen Sebalder Seite (nördlich der Pegnitz) und Lorenzer Seite (südlich der Pegnitz) und anderseits zwischen den Gebieten Innenstadt, Burgfrieden und einzelliegende Vororte unterschieden. Aus den Kombinationen wurden 6 Stadtteile abgeleitet.[4] Neben der Aufteilung in Stadtteile von 1909 benutzt das Jahrbuch von 1915 zusätzlich 31 Statistische Bezirke, die auch nach Sebalder und Lorenzer Seite unterschieden werden.[5][6] 1925 wurden die statistischen Bezirke auf 11 größere Bezirke reduziert.[7] Die Anzahl erhöhte sich bis 1940 auf 12.[8] Nach dem Krieg wurde Nürnberg in 26 Stadtbezirke, 97 Statistische Stadtteile und 353 Statistische Stadtdistrikte neu aufgeteilt.[9]

Am 18. Dezember 1968 beschloss der Nürnberger Stadtrat eine Neuordnung des Stadtgebiets. Die Gebietsreform in Bayern führt am 1. Juli 1972 zu einer deutlichen Erweiterung des Nürnberger Stadtgebiets[10]. Auf das vergrößerte Stadtgebiet wurde die neue mehrstufige und hierarchische Einteilung angewandt, wobei jedes Strukturelement durch eine bis zu sechsstellige Zahl referenziert wird. Eine einstellige Zahl bezeichnet eines der 10 Stadtteile, die aus bis zu 10 Bezirken bestehen, welche durch eine zweistellige Zahl repräsentiert werden, wobei die erste Stelle den Stadtteil meint in dem der Bezirk liegt. Dieses Schema setzt sich auf den nächsten Ebenen fort. Ein Bezirk enthält maximal 10 Distrikte, die aus bis zu maximal 100 Blöcken, zu höchstens 10 Blockseiten bestehen.[11] Dieses Prinzip besteht bis heute weiter. 1995 erhöht sich die Blockzahl auf 1000 pro Distrikt. Damit wurden die Nummer für Blockseiten siebenstellig.[12]

Das Gesetz zur Änderung der Gemeindeordnung vom 27.12.1996 führt zu einem Stadtratsbeschluss vom 7. Mai 1997, der eine Stadtbezirkssatzung zur Einteilung des Stadtgebietes in 7 Stadtbezirke, die nach den Himmelsrichtungen benannt sind, bewirkte.[13] In den Folgejahren werden diese Stadtbezirke, neben der statistischen Einteilung, in den statistischen Jahrbüchern erwähnt.[14] Ab dem Jahrbuch 2001 entfallen die Stadtbezirke.[15]

Statistische Stadtteile mit zugehörigen Statistischen Bezirken[Bearbeiten]

Statistische Stadtteile in Nürnberg

Statistischer Stadtteil 0[Bearbeiten]

Statistische Bezirke im Statistischen Stadtteil 0
Altstadt und engere Innenstadt
Nr Name des statistischen Bezirks Fläche (ha) Einwohner
01 Altstadt, St. Lorenz 86,7 5086
02 Marienvorstadt 60 1165
03 Tafelhof 64,7 1026
04 Gostenhof 51,8 8786
05 Himpfelshof 65,4 5838
06 Altstadt, St. Sebald 79,6 8930
07 St. Johannis 59,4 7913
08 Pirckheimerstraße 51,2 7668
09 Wöhrd 79,1 9553

Statistischer Stadtteil 1[Bearbeiten]

Statistische Bezirke im Statistischen Stadtteil 1
Weiterer Innenstadtgürtel Süd
Nr Name des statistischen Bezirks Fläche (ha) Einwohner
10 Ludwigsfeld 145,9 10193
11 Glockenhof 83 16987
12 Guntherstraße 43 3643
13 Galgenhof 84,8 18246
14 Hummelstein 73,2 10655
15 Gugelstraße 63,8 7576
16 Steinbühl 55,7 12441
17 Gibitzenhof 42,7 4989
18 Sandreuth 57,7 446
19 Schweinau 74,5 4675

Statistischer Stadtteil 2[Bearbeiten]

Statistische Bezirke im Statistischen Stadtteil 2
Weiterer Innenstadtgürtel West/Nord/Ost
Nr Name des statistischen Bezirks Fläche (ha) Einwohner
20 St. Leonhard 128,8 14060
21 Sündersbühl 107,6 5281
22 Bärenschanze 108,6 9548
23 Sandberg 70,9 10569
24 Bielingplatz 64,2 4890
25 Uhlandstraße 70,7 10536
26 Maxfeld 87,9 9501
27 Veilhof 108,8 11260
28 Tullnau 117 3875
29 Gleißhammer 94,2 6192

Statistischer Stadtteil 3[Bearbeiten]

Statistische Bezirke im Statistischen Stadtteil 3
Südöstliche Außenstadt
Nr Name des statistischen Bezirks Fläche (ha) Einwohner
30 Dutzendteich 356,1 1031
31 Rangierbahnhof-Siedlung 76,9 3953
32 Langwasser Nordwest 97,5 7542
33 Langwasser Nordost 125 6890
34 Beuthener Straße 142 21
35 Altenfurt Nord 226,5 1227
36 Langwasser Südost 405,7 10355
37 Langwasser Südwest 283,5 8332
38 Altenfurt, Moorenbrunn 272,9 8237
39 Gewerbepark Nürnberg-Feucht 56,1 63

Statistischer Stadtteil 4[Bearbeiten]

Statistische Bezirke im Statistischen Stadtteil 4
Südliche Außenstadt
Nr Name des statistischen Bezirks Fläche (ha) Einwohner
40 Hasenbuck 56,3 4068
41 Rangierbahnhof 274,5 284
42 Katzwanger Straße 116,8 247
43 Dianastraße 49,2 2348
44 Trierer Straße 300,1 5030
45 Gartenstadt 312,8 7448
46 Werderau 152,1 4755
47 Maiach 502,8 1114
48 Katzwang, Reichelsdorf Ost, Reichelsdorfer Keller 896,6 10463
49 Kornburg, Worzeldorf 1942,6 13130

Statistischer Stadtteil 5[Bearbeiten]

Statistische Bezirke im Statistischen Stadtteil 5
Südwestliche Außenstadt
Nr Name des statistischen Bezirks Fläche (ha) Einwohner
50 Hohe Marter 167,8 7138
51 Röthenbach West 152,13 8556
52 Röthenbach Ost 212,16 11385
53 Eibach 319,91 8560
54 Reichelsdorf 239,5 7265
55 Krottenbach, Mühlhof 470,25 2385

Statistischer Stadtteil 6[Bearbeiten]

Statistische Bezirke im Statistischen Stadtteil 6
Westliche Außenstadt
Nr Name des statistischen Bezirks Fläche (ha) Einwohner
60 Großreuth bei Schweinau 252,16 6009
61 Gebersdorf 227,39 4261
62 Gaismannshof 204,03 5746
63 Höfen 276,14 3225
64 Eberhardshof 123,34 8740
65 Muggenhof 92,8 2268

Statistischer Stadtteil 7[Bearbeiten]

Statistische Bezirke im Statistischen Stadtteil 7
Nordwestliche Außenstadt
Nr Name des statistischen Bezirks Fläche (ha) Einwohner
70 Westfriedhof 98,43 3117
71 Schniegling 115,09 3693
72 Wetzendorf 382,06 8580
73 Buch 627,81 1513
74 Thon 221,16 4833
75 Almoshof 245,34 1037
76 Kraftshof 239,33 758
77 Neunhof 402,75 1539
78 Boxdorf 340,39 2620
79 Großgründlach 506,14 4792

Statistischer Stadtteil 8[Bearbeiten]

Statistische Bezirke im Statistischen Stadtteil 8
Nordöstliche Außenstadt
Nr Name des statistischen Bezirks Fläche (ha) Einwohner
80 Schleifweg 50,83 3878
81 Schoppershof 90,74 7640
82 Schafhof 274,59 2180
83 Marienberg 229,07 4136
84 Ziegelstein 194,61 5517
85 Mooshof 162,32 1668
86 Buchenbühl 313,96 2283
87 Flughafen 365,94 -

Statistischer Stadtteil 9[Bearbeiten]

Statistische Bezirke im Statistischen Stadtteil 9
Östliche Außenstadt
Nr Name des statistischen Bezirks Fläche (ha) Einwohner
90 St. Jobst 183,23 9307
91 Erlenstegen 343,55 3969
92 Mögeldorf 171,32 5364
93 Schmausenbuckstraße 162,11 4673
94 Laufamholz 259,14 8248
95 Zerzabelshof 352,38 8130
96 Fischbach 260,94 5022
97 Brunn 396,88 903

Kleinräumige Gliederung[Bearbeiten]

Die kleinräumige Gliederung - von Stadtteilen bis hinab zu Blockseiten, der kleinsten Agglomerationseinheit - spiegelt sich wider in der hierarchischen Nummerierung. Jede Blockseite hat eine 7-stellige Schlüsselnummer, die die Nummern der übergeordneten Gebietseinheiten enthält.

Stelle 1:    Stadtteil
Stelle 1-2: Statistischer Bezirk
Stelle 1-3: Distrikt
Stelle 1-6: Block
Stelle 1-7: Blockseite

Beispiel[Bearbeiten]

Ein Beispiel[2] zur Veranschaulichung:

Statistische Einheit Ziffernfolge Bezeichnung
Statistischer Stadtteil 0 Altstadt und engere Innenstadt
Statistischer Bezirk 01 St. Lorenz
Distrikt 010  
Block 010100  
Blockseiten 0101001 bis 0101004  

Der Block 010100 im Beispiel umfasst:

  • Königsstraße 12-20
  • Karolinenstraße 2-30
  • Adlerstraße 5-23
  • Ebracher Gäßchen

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Kleinräumige Gliederung Nürnberg, abgerufen am 10. November 2011
  2. a b Nürnberger Perspektiven zum 100. Geburtstag des Statistischen Amtes, September 2000, Seite 31
  3. Statistiken (Übersicht 1909-2009). Amt für Stadtforschung und Statistik, abgerufen am 13. Dezember 2014.
  4. Leerstehende Wohnungen nach 1901-1909 nach Stadtteilen. Amt für Stadtforschung und Statistik, abgerufen am 13. Dezember 2014.
  5. Bevölkerung nach statistischen Bezirken 1900, 1905, 1910 und 1914. Amt für Stadtforschung und Statistik, abgerufen am 13. Dezember 2014.
  6. Plan von Nürnberg. Statistischen Bezirken (1915). Amt für Stadtforschung und Statistik, abgerufen am 13. Dezember 2014.
  7. Plan von Nürnberg. Statistischen Bezirken (1925). Amt für Stadtforschung und Statistik, abgerufen am 13. Dezember 2014.
  8. Plan von Nürnberg. Statistischen Bezirken (1940). Amt für Stadtforschung und Statistik, abgerufen am 13. Dezember 2014.
  9. Das Stadtgebiet und seine Einteilung (Stand 31.12.1966). Amt für Stadtforschung und Statistik, abgerufen am 13. Dezember 2014.
  10. Plan von Nürnberg. Statistischen Bezirken , mit Abgrenzung der zum 1. Juli 1972 eingemeindeten Gebiete. Amt für Stadtforschung und Statistik, abgerufen am 13. Dezember 2014.
  11. Das Stadtgebiet und seine Einteilung (1972). Amt für Stadtforschung und Statistik, abgerufen am 13. Dezember 2014.
  12. Stadtbezirke sowie Statistische Stadtteile und Bezirke – Erläuterungen (1995). Amt für Stadtforschung und Statistik, abgerufen am 13. Dezember 2014.
  13. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatSatzung über die Einteilung des Stadtgebietes in Stadtbezirke (Stadtbezirkssatzung – StadtbezS). nuernberg.de, 3. Juni 1997, abgerufen am 13. Dezember 2014.
  14. Stadtbezirke sowie Statistische Stadtteile und Bezirke – Erläuterungen (1999). Amt für Stadtforschung und Statistik, abgerufen am 13. Dezember 2014.
  15. Statistische Stadtteile und Bezirke – Erläuterungen (2001). Amt für Stadtforschung und Statistik, abgerufen am 13. Dezember 2014.