Todesopfer rechtsextremer Gewalt in Deutschland

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Mahnmal für den Brandanschlag von Solingen: „Verbunden wie diese Ringe wollen wir miteinander leben“

In Deutschland kam es immer wieder zu Todesopfern rechtsextremer Gewalt. Bereits vor 1933 gab es solche Opfer. Zur Zeit der nationalsozialistischen Terrorherrschaft starben Millionen Menschen. Auch in der Bundesrepublik kam es häufiger zu Übergriffen. Ab den 1980er Jahren wurden die Taten öffentlich diskutiert. Seit nach der deutschen Wiedervereinigung vermehrt Anschläge von Neonazis ausgingen, rückten die Opfer in den Fokus der Öffentlichkeit. Zu den Opfern, die bundesweit Aufmerksamkeit erregten, weil sie breite Diskussionen über Täter, Opfer und Tat auslösten, gehören beispielsweise Ramazan Avcı, Amadeu Antonio Kiowa, die Opfer der Mordanschläge von Mölln und Solingen, Alberto Adriano, Silvio Meier und Marwa El-Sherbini. Der überwiegende Teil der Todesopfer ist der breiten Öffentlichkeit dagegen nicht bekannt. Häufig liegt der Fokus der Berichterstattung, wie bei den NSU-Morden auf den Tätern.

Die tatsächliche Gesamtzahl der Todesopfer rechtsextremer Gewalt in der Bundesrepublik Deutschland ist umstritten. Die Liste, welche die Bundesregierung auf Grundlage der offiziellen Polizeilichen Kriminalstatistik veröffentlichte, geht von 60 Todesopfern im Zeitraum von 1990 bis 2011 aus.[1] Eine von der Amadeu Antonio Stiftung erstellte inoffizielle Liste führt im selben Zeitraum hingegen 183 Todesopfer an.[2] Die erstmalige Veröffentlichung dieser alternativen Liste hatte dazu geführt, dass die Innenministerkonferenz (IMK) die Kriterien für die Erfassung von politisch motivierten Straftaten im Jahr 2001 änderte. Rassistische Straftaten, aber auch Angriffe auf Obdachlose und Homosexuelle wurden bis dato nicht als Staatsschutzdelikte registriert. Auch nach dieser Änderung bestehen Differenzen zwischen den Einschätzungen der amtlichen Statistik und ihren Kritikern. Die Diskussion um die Kriterien der Erfassung hält nach wie vor an.[3] Die Bundesregierung zählt nur solche Taten zu den politischen Straftaten, bei denen eine politische Tatmotivation zu erkennen ist, während andere Quellen eine rechtsextreme Gesinnung des Täters als ausreichendes Beleg für die Kategorisierung ansehen.

Inhaltsverzeichnis

Weimarer Republik (1918–1933) [Bearbeiten]

Grab Karl Liebknechts und Rosa Luxemburgs 1919

Die Zahl der Todesopfer rechtsextremer Gewalt in der Weimarer Republik wird auf bis zu 400 geschätzt.[4] Die Ermordung von Kurt Eisner, Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg waren der Auftakt der „Fememorde“, die von rechten Terrorgruppen verübt wurden. Matthias Erzberger und Walther Rathenau wurden von der Organisation Consul ermordet. Nach dem gescheiterten Attentatsversuch auf Philipp Scheidemann wurde die Gruppe zerschlagen. Die Anhänger sammelten sich im Bund Wiking und der SA.

Zeit des Nationalsozialismus (1933–1945) [Bearbeiten]

Holocaust-Mahnmal in Berlin

Dem staatlich institutionalisierten nationalsozialistischen Terror fielen ca. 13 Millionen Menschen zum Opfer. Zu den größten Opfergruppen zählen neben den rund sechs Millionen ermordeten Juden 3,3 Millionen sowjetische Kriegsgefangene und 2,5 Millionen christliche Polen. Auch sowjetische Zwangsarbeiter und die zahlreichen Toten in den deutschen Arbeits- und Konzentrationslagern zählen dazu. Ebenfalls hinzugerechnet werden die ermordeten Sinti und Roma (ca. 219.600), die Opfer der „Rassenhygiene“ (geschätzte 100.000 Personen), sowie etwa 130.000 Personen, die aus politischen oder religiösen Gründen Widerstand gegen das Naziregime leisteten.[5]

Vor der deutschen Wiedervereinigung (1945–1990) [Bearbeiten]

Im Zeitraum nach 1945 und vor 1990 ist mit einer hohen Dunkelziffer von Todesopfern zu rechnen, da eine einheitliche Liste weder journalistisch noch durch amtliche Statistiken geführt wurde. Erstmalig Beachtung kam den Todesopfern rechtsextremer Gewalt in den 1980er Jahren zu. Zu dieser Zeit gab es rechtsterroristische Bestrebungen, die ein breites mediales Echo hervorriefen. In der aktuellen Diskussion wird vereinzelt auf ältere Einzelfälle zurückgegriffen, die im folgenden aufgeführt werden:

Gedenktafel für den ermordeten Celalettin Kesim
Denkmal am Ort des Anschlags der Münchener Oktoberfestattentate
  • Am 5. Januar 1980 wurde der türkische Kommunist Celalettin Kesim am Kottbusser Tor in Berlin von türkischen Faschisten (Graue Wölfe) und Islamisten erstochen.
  • Am 22. August 1980 starben die beiden Vietnamesen Ngoc Nguyen und Anh Lan Do nach einem Brandanschlag der Deutschen Aktionsgruppen um Manfred Roeder auf ein Hamburger Übergangsheim für Flüchtlinge.
  • Am 26. September 1980 starben beim Oktoberfestattentat in München 13 Menschen.
  • Am 19. Dezember 1980 wurden der Verleger Shlomo Lewin und dessen Freundin Frieda Poeschke in Erlangen durch Uwe Behrendt, ein Mitglied der Wehrsportgruppe Hoffmann, umgebracht.
  • Am 1. Januar 1981 wurde im Kreis Ludwigsburg Sydi Battal Koparan (44) von Anhängern des rechtsextremen Motorradclubs „Stander Greif“ erschlagen. Nach der Tat zogen die Skinheads durch den Ort und schrien dabei: „Wo wohnen hier noch Scheißtürken?“[6]
  • Am 29. Mai 1981 kam es zu einer tödlichen Auseinandersetzung zwischen ANS-Mitgliedern. Der 28-jährige Friedhelm Enk, der von mehreren Gesinnungsgenossen begleitet wurde, holte den 25-jährigen ANS-Aktivisten Johannes Bügner aus einer Gaststätte und ermordete ihn mit 20 Messerstichen an der Stadtgrenze von Hamburg. Grund für die Tat war die Homosexualität des Opfers. Enk gestand nach seiner Verhaftung die Tat und wurde zu einer lebenslangen Haft verurteilt.
  • Im Mai 1982 erstach ein Mann in Garbsen seinen indischen Nachbarn, weil die Familie, welche er als „Kanakerpack“ bezeichnete, einen Kinderwagen im Kellergang abgestellt hatte.[6]
  • Im Juni 1982 wurde in Norderstedt Tevik Gürel (26) erschlagen. Vor der Tat sollen die Skinheads „Ausländer raus!“ geschrien haben.[6]
  • Am 24. Juni 1982 erschoss der Neonazi Helmut Oxner bei einem Amoklauf in Nürnberg drei Menschen (William Schenck, Rufus Surles und Mohamed Ehap). Weitere drei Menschen wurden verletzt.[7]
  • Am 16. Oktober 1982 wurde Adrian Maleika auf dem Spiel des Hamburger SV gegen Werder Bremen von Skinheads und gewalttätigen HSV-„Anhängern“ des Fanclubs „Die Löwen“ ermordet. Er war zusammen mit ein paar Freunden unterwegs, als die Skinheads sie entdeckten. Sie griffen die Bremer mit Gaspistolen, Leuchtmunition, Knüppeln und Mauersteinen an. Maleika flüchtete in ein Gehölz, wo ihn ein Skinhead entdeckte, einen Stein an seinen Kopf warf und ihn brutal zusammentrat. Adrian Maleika verstarb einen Tag später im Krankenhaus des Hamburger Stadtteils Altona an einem Schädelbasisbruch und Gehirnblutungen.[8]
  • Nach einem Brandanschlag der Gruppe Ludwig am 7. Januar 1984 in München erlag einige Monate später das 20-jährige Barmädchen Corinna Tatarotti ihren Verbrennungen.
  • Am 25. Juli 1985 wurde Mehmet Kaymakcı (29) von drei Neonazi-Skinheads in Hamburg erschlagen.[9][10][11]
  • Am 24. Dezember 1985 erlag der aus der Türkei stammende 26-jährige Ramazan Avcı (1959–1985) seinen Verletzungen, nachdem er drei Tage zuvor in Hamburg-Hohenfelde von jugendlichen Skinheads zusammengeschlagen worden war. Vorausgegangen war eine Hetzjagd, in deren Verlauf Avcı von dem Auto, mit dem ihn die fünf Neonazis und seine beiden Begleiter verfolgten, angefahren wurde, als er in einen Bus flüchten wollte. Die Skinheads schlugen und traten daraufhin auf den am Boden Liegenden so schwer ein, dass er ins Koma fiel und später im Krankenhaus seinen Verletzungen erlag.[10][11]
  • Am 3. Februar 1987 wurde der 17-jährige Nazi-Skinhead Gerd-Roger Bornemann von vier ihm bekannten Neonazis aus dem Spektrum der FAP in Hannover ermordet.[12][13]
  • Am 19. August 1987 wurde der 19/20-jährige Kiomars Javadi[14] beziehungsweise Kiumars Baba Abdollah[15], nachdem er bei einem angeblichen Diebstahl in einem Supermarkt in Tübingen ertappt worden war, zu Tode gewürgt.[16]
  • In der Nacht vom 16. auf den 17. Dezember 1988 steckte der 19-jährige Auszubildende Josef Saller, Mitglied der Neonazi-Organisation Nationalistische Front, aus rassistischen Gründen in der Schwandorfer Innenstadt ein Haus in Brand, in dem vorwiegend Türken wohnten. Vor Gericht sagte der 19-jährige Täter: „Ich hasse Ausländer.“ Durch den Brandanschlag verloren vier Menschen ihr Leben. Der Arbeiter Osman Can (49), seine Ehefrau Fatma (43), sein Sohn Mehmet (11) und der Akustiker Jürgen Hübener (47) verbrannten bzw. erstickten.[17]
  • Am 12. Mai 1989 wurde der Familienvater Ufuk Sahin im Märkischen Viertel niedergestochen und verstarb. Der Täter gab als Motiv das orientalische Aussehen seines Opfers an.[18][19][20][21] Rund 7000 Menschen nahmen am darauf folgenden Trauermarsch teil. Dieser wurde durch Neonazis gestört.[22]
  • Am 7. Januar 1990 wurde der 40-jährige pakistanische Doktorand Mahmud Azhar von einem betrunkenen DDR-Bürger am Institut für Biochemie der FU Berlin angegriffen und derart brutal geschlagen und getreten, dass er am 6. März 1990 an den Folgen starb.[23][24]

Suizide [Bearbeiten]

  • Aus Protest gegen die subjektiv wahrgenommene „Ausländerfeindlichkeit“ in Deutschland hatte sich bereits am 26. Mai 1982 Semra Ertan (* 1956 in der Türkei) in Hamburg selbst verbrannt.
Gedenkstein für Cemal Kemal Altun

Nach der deutschen Wiedervereinigung (seit 1990) [Bearbeiten]

Polizeiliche Kriminalstatistik [Bearbeiten]

Todesopfer rechtsextremer Gewalt in Deutschland (Deutschland)
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Städte, in denen Menschen seit 1990 zu Todesopfern rechtsextremer Gewalt wurden (Red pog.svg). Die Opfer der neonazistischen Mordserie durch die Terrororganisation Nationalsozialistischer Untergrund sind gesondert aufgeführt (Orange ff8040 pog.svg).

Im Februar 2012 ging das Bundesinnenministerium von 58 Todesopfern seit 1990 aus. Dazu gehören die 46 Todesopfer, die bereits 2009 von der Bundesregierung erwähnt wurden (Stand 2009 – Die Namen der Opfer sind nicht Teil der Antwort der Bundesregierung).[26] Ergänzt wurden die zehn Mordopfer der Neonazi-Mordserie durch die Terrororganisation Nationalsozialistischer Untergrund. Bei der Mordserie wurden – immer mit derselben Tatwaffe, einer tschechischen Pistole des Typs Česká CZ 83, Kaliber 7,65 mm,[27] – insgesamt neun Kleinunternehmer mit Migrationshintergrund ermordet. Die erste bekannte Tat ereignete sich am 9. September 2000, die letzte am 6. April 2006.[28] Bei den Opfern handelt es sich um acht Türkischstämmige sowie einen Griechen: den Schlüchterner Blumenhändler Enver Şimşek (9. September 2000, Nürnberg), den Fabrikarbeiter und Änderungsschneider Abdurrahim Özüdoğru (13. Juni 2001, Nürnberg), die Obst- und Gemüsehändler Süleyman Taşköprü (27. Juni 2001, Hamburg) und Habil Kılıç (29. August 2001, München), den Dönerverkäufer Mehmet Turgut (25. Februar 2004, Rostock), den Dönerladenbesitzer İsmail Yaşar (9. Juni 2005, Nürnberg), den Schlüsseldienst-Mitinhaber Theodoros Boulgarides (15. Juni 2005, München), den Kioskbesitzer Mehmet Kubaşık (4. April 2006, Dortmund) und den Internetcafé-Betreiber Halit Yozgat (6. April 2006, Kassel).[29][30] Als letztes Opfer der NSU gilt die Polizistin Michéle Kiesewetter, die am 25. April 2007 durch einen Kopfschuss in Heilbronn ermordet wurde. Ihr Kollege, dem ebenfalls in den Kopf geschossen wurde, überlebte. Bei den Ermittlungen zu den Morden wurde bis zur Aufklärung 2011 zum Teil nicht von einem rechtsextremen Hintergrund ausgegangen oder ein solcher explizit durch die ermittelnden Behörden verworfen. Teilweise wurde fälschlicherweise von einer Verstrickung der Opfer in kriminelle Machenschaften ausgegangen oder die Täterschaft bei kriminellen Ausländern vermutet. Die ermittelnden Sonderkommissionen trugen Namen wie „SoKo Aladin“ oder „SoKo Bosporus“. Die Mordserie wurde in den Medien unter dem Namen „Döner-Morde“ (siehe auch: Unwort des Jahres (Deutschland) 2011) behandelt. Auch die Verfassungsschutzbehörden konnten die Verortung der Täter im rechtsextremen Milieu nach eigenen Angaben nicht aufdecken. In den jährlich erscheinenden Verfassungsschutzberichten wurde ausgeführt, dass keine Gefahr von rechtsterroristischen Organisationen ausgehe. Erst als die Täter nach einem Banküberfall 2011 Selbstmord begingen, kam der Tathintergrund ans Tageslicht. Dies wurde im Nachhinein scharf kritisiert und löste eine anhaltende breite innenpolitische Diskussion aus, in dessen Verlauf, u. a. die Auflösung des Verfassungsschutzes gefordert wurde. Es wurde eine Debatte über Rassismus in Deutschland angestoßen. Bei der zentralen Gedenkveranstaltung am 22. Februar 2012 sprachen neben Angehörigen der Opfer auch die Bundeskanzlerin Angela Merkel. Bundesweit hatten für diesen Tage Arbeitgeber- und Arbeitnehmerverbände die Menschen in Deutschland zu einer Schweigeminute um 12 Uhr aufgerufen und ein symbolisches Zeichen gegen Rechtsextremismus zu setzen.

Hinzu kommt noch der Fall des im Oktober 2010 in Leipzig ermordeten Irakers Kamal Kilade. Diese Liste wird demnächst um zwei weitere Fälle ergänzt, die das Bundesland Sachsen für die Jahre 1996 und 1999 nachgemeldet hat.[31] Diese Liste basiert auf Angaben des „Kriminalpolizeilichen Meldediensts in Fällen Politisch motivierter Kriminalität“ (KPMD-PMK). Diese erfasst Opfer auf Grundlage des konkreten Tatmotivs.

Im folgenden werden die Opfer, die die Bundesregierung 2009 veröffentlichte, angegeben:

Amadeu Antonio ist nach offiziellen Angaben das erste Opfer rechtsextremer Gewalt in Deutschland nach der Wiedervereinigung.
Silvio Meier wurde von Neonazis am 21. November 1992 in Berlin ermordet.
Gedenktafel für die Opfer der Anschläge von Solingen (1993).
In Potzlow wurde 2002 Marinus Schoeberl ermordet
Umgeworfenes Mahnmal, das in Dresden an die Ermordung von Marwa El-Sherbini erinnert.
Nr. Opfer Todesdatum Ort Bundesland Alter
1 Amadeu Antonio Kiowa 6. Dezember 1990 Eberswalde Brandenburg 28
2 Jorge João Gomondai 6. April 1991 Dresden Sachsen 28
3 Agostinho Comboio 16. Juni 1991 Friedrichshafen Baden-Württemberg 34
4 Samuel Kofi Yeboah 19. September 1991 Saarlouis Saarland 27
5 Timo Kählke 12. Dezember 1991 Meuro Brandenburg 29
6 Dragomir Christinel 15. März 1992 Saal Mecklenburg-Vorpommern 19
7 Ingo Finnern 19. März 1992 Flensburg Schleswig-Holstein 31
8 Gustav Schneeclaus 22. März 1992 Buxtehude Niedersachsen 53
9 Nguyen Van Tu 24. April 1992 Berlin Berlin 29
10 Thorsten Lamprecht 9. Mai 1992 Magdeburg Sachsen-Anhalt 23
11 Sadri Berisha 8. Juli 1992 Ostfildern-Kemnat Baden-Württemberg 56
12 Waltraud Scheffler 24. Oktober 1992 Geierswalde Sachsen
13 Rolf Schulze 7. November 1992 Lehnin Brandenburg 52
14 Karl Hans Rohn 13. November 1992 Wuppertal Nordrhein-Westfalen 53
15 Silvio Meier 21. November 1992 Berlin Berlin 27
16 Bahide Arslan 23. November 1992 Mölln Schleswig-Holstein 51
17 Yeliz Arslan 23. November 1992 Mölln Schleswig-Holstein 10
18 Ayse Yilmaz 23. November 1992 Mölln Schleswig-Holstein 14
19 Karl Sidon 18. Januar 1993 Arnstadt Thüringen 45
20 Mike Zerna 25. Februar 1993 Hoyerswerda Sachsen 22
21 Mustafa Demiral 9. März 1993 Mülheim/Ruhr Nordrhein-Westfalen
22 Gürsün Ince 29. Mai 1993 Solingen Nordrhein-Westfalen 27
23 Hatice Genc 29. Mai 1993 Solingen Nordrhein-Westfalen 18
24 Gülüstan Öztürk 29. Mai 1993 Solingen Nordrhein-Westfalen 12
25 Hülya Genc 29. Mai 1993 Solingen Nordrhein-Westfalen 9
26 Saime Genc 29. Mai 1993 Solingen Nordrhein-Westfalen 4
27 Obdachloser Oktober 1993 Marl Nordrhein-Westfalen 33
28 Dagmar Kohlmann 16. Juli 1995[32] Oberwald (Stausee) Sachsen 28
29 Patricia Wright 3. Februar 1996[32] Bergisch Gladbach Nordrhein-Westfalen 23
30 Sven Beuter 20. Februar 1996 Brandenburg/Havel Brandenburg 23
31 Martin Kemming 15. März 1996 Dorsten-Rhade Nordrhein-Westfalen 26
32 Frank Böttcher 8. Februar 1997 Magdeburg Sachsen-Anhalt 17
33 Stefan Grage 23. Februar 1997 Autobahn-Parkplatz Roseburg Schleswig-Holstein 34
34 Augustin Blotzki 8. Mai 1997 Königs Wusterhausen Brandenburg 59
35 Nuno Lourenco 29. Dezember 1998 Leipzig Sachsen
36 Farid Guendoul 13. Februar 1999 Guben Brandenburg 28
37 Peter Deutschmann 9. August 1999 Eschede Niedersachsen 44
38 Carlos Fernando 15. August 1999 Kolbermoor Bayern 35
39 Alberto Adriano 11. Juni 2000 Dessau Sachsen-Anhalt 39
40 Norbert Plath 27. Juli 2000 Ahlbeck Mecklenburg-Vorpommern 51
41 Malte Lerch 12. September 2000 Schleswig Schleswig-Holstein 45
42 Klaus-Dieter Gerecke 24. Juni 2000 Greifswald Mecklenburg-Vorpommern
43 Dieter Manzke 9. August 2001 Dahlewitz Brandenburg 61
44 Marinus Schöberl 12. Juli 2002 Potzlow Brandenburg 16
45 Bernd K.[33] 23. Juli 2008 Templin Brandenburg 55
46 Rick Langenstein 16. August 2008 Magdeburg Sachsen-Anhalt 20
47 Marwa El-Sherbini 1. Juli 2009 Dresden Sachsen 31

(Stand 2009 – Grund siehe oben)

Andere Angaben [Bearbeiten]

2000 legten der Berliner Tagesspiegel und die Frankfurter Rundschau einen Bericht zu Todesopfern rechtsextremer Gewalt vor, der eine erhebliche Diskrepanz zur offiziellen Statistik aufwies. Darin wurden Fälle dokumentiert, für die die politische Gesinnung des Täters herangezogen wird.

Seitdem existieren eine Reihe von immer wieder korrigierten Listen mit Angaben zu Todesopfern, die deutlich über den durch die Bundesregierung gemachten Angaben liegen. Die folgende Liste der Todesopfer rechtsextremer Gewalt im wiedervereinigten Deutschland orientiert sich an Angaben von Mut gegen rechte Gewalt. Mit derzeit 183 Todesopfern ist sie die umfangreichste Aufstellung ihrer Art (Stand 2011).[2] Ob es sich bei den nachfolgend aufgeführten Fällen tatsächlich in jedem Fall um Opfer rechtsextremer Täter handelt, kann nicht zweifelsfrei angegeben werden. Nach dem Verlauf der Gerichtsverfahren um den Lübecker Brandanschlag, der seitens der Amadeu Antonio Stiftung ebenfalls in diese Liste aufgenommen worden war, scheint ein rechtsextremer Hintergrund jedenfalls in diesen beiden Fällen zweifelhaft. Der Tod von Oury Jalloh wurde zunächst auch auf der Mut-gegen-rechte-Gewalt-Liste geführt[34], derzeit dort aber nicht mehr gelistet. Auf der anderen Seite ist es möglich, dass ein Dunkelfeld unerkannt rechtsextrem motivierter Fälle existiert.

Andere Quellen gehen darüber hinaus und listen auch Fälle, bei denen Menschen durch indirekte Einwirkungen ums Leben kamen, auf. So thematisiert Niels Seibert, dass sich mindestens 149 Menschen seit der Grundgesetzänderung 1993, mit der das Asylrecht drastisch eingeschränkt wurde, bis Ende 2007 angesichts ihrer drohenden Abschiebung das Leben genommen haben.[35]

1990 [Bearbeiten]

1990 verzeichnet „Mut gegen rechte Gewalt“ insgesamt sieben Todesopfer rechtsextremer Gewalt in Deutschland:

  1. Am 7. Januar 1990 wurde der 40-jährige Mahmud Azhar in Berlin von einem rassistischen DDR-Bürger angegriffen.[36] Der aus Pakistan stammende Doktorand wurde auf dem Gelände der Freien Universität Berlin von einem Angreifer rassistisch beleidigt. Beim Versuch, telefonisch Hilfe zu organisieren, verletzte sein Angreifer ihn mit einem Feuerlöscherrohr am Kopf. Er starb fast zwei Monate später, am 6. März, an den Folgen seiner Verletzung.[2]
  2. Der aus Polen stammende Andrzej Fratczak war das erste Opfer nach der Wiedervereinigung. Der Vorfall bekam nur geringe Aufmerksamkeit in den Medien. Als Fratczak am 7. Oktober 1990 eine Diskothek in Lübbenau (Brandenburg) verlassen wollte, wurde er von drei jungen Männern attackiert, verprügelt und durch einen Messerstich tödlich getroffen. In der darauf folgenden Gerichtsverhandlung stellte sich heraus, dass die drei Angreifer ebenfalls bei dem Überfall auf das Asylbewerberheim in Lübbenau 1992 beteiligt waren. Die Urteile fielen mit zwischen acht Monaten und dreidreiviertel Jahren Freiheitsstrafe, verhältnismäßig gering aus, da das Gericht nicht eindeutig feststellen konnte, welcher der Angreifer den tödlichen Messerstich ausführte.[2][37]
  3. Gedenktafel an die Ermordung Antonios in Eberswalde
    Amadeu Antonio Kiowa wurde am 25. November Opfer eines Mobs von 50 bis 60 Rechtsextremen. Der 28-jährige angolanische Vertragsarbeiter war eine von drei Personen, die in dieser Nacht durch Eberswalde (Brandenburg) gejagt und verletzt wurden. Während sich die anderen beiden Personen, zum Teil schwer verletzt, retten konnten, wurde Kiowa lebensgefährlich verletzt. Bis zum 6. Dezember lag Kiowa im Krankenhaus im Koma, wo er an den Folgen des Überfalls verstarb. Im Nachgang gab es eine enorme mediale Aufmerksamkeit bis hinein in den Prozess, bei dem internationale Beobachter anwesend waren. Dass die Urteile erneut niedrig ausfielen, führte zu massiver Kritik an der juristischen Aufarbeitung.
  4. Der 24-jährige Klaus-Dieter Reichert starb am 11. Dezember in Berlin-Lichtenberg. Er sprang in Panik aus einem Fenster seiner im 10. Stock liegenden Wohnung, nachdem drei rechtsextreme Skinheads in seine Wohnung eingedrungen waren und ihn geschlagen hatten. Die drei Männer wurden wegen ihrer bekannten Brutalität von Bekannten des Opfers engagiert, denen er Geld schuldete, um dieses einzutreiben. Die drei Skinheads wurden zu vier Jahren bzw. drei Jahren Haft verurteilt.[2][37]
  5. Mobilisierungs-Aufkleber für die Gedenkdemonstration am 20. Jahrestag der Ermordung Yusufoglus.
    Im Alter von 17 Jahren starb Nihad Yusufoglu im rheinland-pfälzischen Hachenburg durch einen Messerstich, der ihn von hinten ins Herz traf. Yusufoglu war als Kurde aus der Türkei mit seiner Familie nach Deutschland geflohen. Nachdem er einen Asylantrag gestellt hatte, hatte er seiner Residenzpflicht in Hachenburg nachzukommen. Der Täter gehörte der „Freien Kameradschaft“ „Taunusfront“ an. Bereits im Vorfeld und auch im Nachgang war es zu Anfeindungen der Familie Yusufoglu gekommen. Yusufoglu war das erste Opfer rechtsextremer Gewalt nach der Wiedervereinigung, das in Westdeutschland ermordet wurde. Zudem ist er das erste türkische Opfer.
  6. In der Silvesternacht wurde in Flensburg ein von Obdachlosigkeit betroffener 31-jähriger Mann verprügelt und getreten. Der Täter war ein rechtsextremer Skinhead. Am 6. Januar starb der Mann, nachdem er gegen ärztlichen Rat das Krankenhaus frühzeitig verlassen hatte.[2][37]
  7. Ebenfalls am 31. Dezember kam es im niedersächsischen Rosdorf zu einem Angriff. Zwei junge rechtsextreme Skinheads, die der Freiheitlichen Deutschen Arbeiterpartei (FAP) angehören, attackierten Alexander Selchow mit mehreren Messerstichen. Der junge Wehrdienstleistende starb einen Tag später im Alter von 21 Jahren. Der Mann wurde von der Bundesregierung auf eine Anfrage hin im Jahr 1993 als Todesopfer rechtsextremer Gewalt eingestuft, taucht aber bei späteren Anfragen aus den Jahren 1999 und 2009 als solches nicht mehr auf.[2][37]

1991 [Bearbeiten]

1991 waren acht Todesopfer rechtsextremer Gewalt zu verzeichnen. In der Liste der „183 Todesopfer rechtsextremer und rassistischer Gewalt“ werden sie unter den Opfernummern acht bis 15 dokumentiert.

  1. Plakette, in Dresden, die an die Ermordung von Jorge Gomondai erinnert.
    Der 28-jährige Jorge João Gomondai verstarb am 6. April 1991 an schweren Kopfverletzungen, die er sich bei dem Sturz aus einer fahrenden Straßenbahn in Dresden zugezogen hat. Der Vorfall ereignete sich, nachdem rechtsextreme Skinheads die Straßenbahn betreten hatten, in der der aus Mosambik stammende und in einem Schlachthof arbeitende Gomondai saß. Ob er gestoßen wurde oder aus Angst vor den dazugestiegenden Personen aus der Bahn sprang, konnte in der darauf folgenden Gerichtshandlung nicht geklärt werden.[2][37]
  2. Matthias Knabe wurde als Punk Opfer eines rechtsextremen Angriffs. Am 8. Mai 1991 wurde der damals 23-Jährige von 15 Skinheads im niedersächsischen Gifhorn attackiert. Bei dem Versuch zu fliehen wurde der junge Mann von einem Auto angefahren. Er verstarb am 4. März 1992 an den Folgen der schweren Hirnverletzung, die er sich dabei zugezogen hatte. Auch bei diesem Fall bleibt unklar, ob er von den Skinheads vor das fahrende Auto gestoßen wurde oder bei der Flucht die Straße überqueren wollte.[2][37]
  3. Helmut Leja wurde am 4. Juni 1991 von einem 17-jährigen Skinhead mit einem Messer in Gifhorn-Kästorf (Niedersachsen) erstochen. Dieser hatte den 39-Jährigen aufgrund seiner Obdachlosigkeit als „Abschaum“ bezeichnet.[2][37]
  4. Agostinho Comboio wurde 1956 oder 1957 in Angola geboren und kam in den späten 80er Jahren als Vertragsarbeiter nach Westdeutschland.[38] Er war das erste Todesopfer eines rassistisch motivierten Überfalls in Baden-Württemberg nach der Wiedervereinigung. In der Nacht zum 16. Juni 1991 wurde Comboio im Alter von 34 Jahren vor einer Kneipe in Friedrichshafen von einem Rechtsextremisten verprügelt und erstochen.[39] Nach Amadeu Antonio Kiowa, der am 6. Dezember 1990 in Eberswalde von Neonazis tödlich verletzt wurde, war Comboio das zweite angolanische Todesopfer innerhalb kurzer Zeit. Laut dem Landgericht Ravensburg wurde der Täter nach dem Verbrechen auf Flugblättern der örtlichen rechtsextremen Szene als „Held von Friedrichshafen“ gefeiert. Zudem wurden in der Stadt rassistische Parolen gesprüht. In der Wohnung des Täters fanden sich Flugblätter der Nationalistischen Front und der Freiheitlichen Deutschen Arbeiterpartei.[40] Der bereits wegen Sachbeschädigung und schwerer Körperverletzung Vorbestrafte gab an, im Alter von zwölf Jahren Skinhead geworden und als Ordner bei Veranstaltungen der Deutschen Volkunion tätig gewesen zu sein.[41] Er wurde im Februar 1992 wegen Totschlags zu fünf Jahren Jugendhaft verurteilt.[39] In der Urteilsbegründung heißt es: „Wir mussten davon ausgehen, dass die Hautfarbe des Opfers wesentlich zur Tat beigetragen hat.“ Diese Begründung wurde teilweise so aufgefasst, dass das Gericht dem Opfer eine Teilschuld zugewiesen habe. So kritisierte beispielsweise Ulrich Wickert die Verurteilung wegen Totschlages anstatt Mordes und sieht sie in eine Reihe anderer seines Erachtens zu milder Urteile deutscher Gerichte gegen rechtsradikale Straftäter nach der Wiedervereinigung.[42] In der vom Mauthausen Komitee Österreich in Kooperation mit dem Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) und dem Verband Österreichischer Gewerkschaftlicher Bildung veranstalteten Ausstellung Gib den Opfern einen Namen (2003–2004) wurde auch Agostinho Comboio eine eigene Gedenktafel gewidmet.[43] Agostinho Comboio wird im Gedicht Ich hab‘ geträumt von Kofi Yakpo erwähnt.[44] Der Konzeptkünstler Hans Haacke nahm in der Installation Kein schöner Land. Weil sie nicht deutsch aussahen, die in der Akademie der Künste in Berlin ausgestellt wurde, Bezug auf die Ermordung Comboios.[45]
  5. Samuel Kofi Yeboah verstarb am 19. September 1991 im Alter von 27 Jahren in einem Wohnheim für Asylsuchende in Saarlouis (Saarland). Er starb, nachdem er den Brand bemerkt hatte und sich über das in Flammen stehende Treppenhaus in Sicherheit zu bringen, versuchte. 18 weitere Personen, die sich zum Zeitpunkt des Brandes im Haus befanden, konnten sich in Sicherheit bringen oder wurden von der eintreffenden Feuerwehr rechtzeitig gerettet. Zwar konnte der Brand nicht eindeutig aufgeklärt werden, jedoch wurde festgestellt, dass es sich um einen Brandanschlag handelte, da Brandbeschleuniger im Treppenhaus als Brandursache nachgewiesen werden konnte.[46] Yeboah wird von der Bundesregierung als ein Opfer rechtsextremer Gewalt offiziell anerkannt.
  6. Gedenkstein für Mete Ekşi
    Der 19-Jährige Mete Ekşi (* 1972 in Berlin) starb am 13. November 1991 in Berlin. Am 27. Oktober 1991 hatte er versucht, eine gewalttätige Auseinandersetzung zu schlichten und war dabei mit einem Baseballschläger so schwer verletzt worden, dass er ins Koma fiel, aus dem er nicht mehr erwachte. Während das Gericht, welches sich mit den Tätern beschäftigte, einen rechtsextremen Hintergrund verneinte[47], sprechen andere Quellen von einem rechtsextrem motivierten Angriff, der zum Tod des Jugendlichen führte.[48][49][50]
  7. Gerd Himmstädt verstarb im Alter von 30 Jahren, nachdem er von sieben Jugendlichen, die der rechten Szene angehörten, im brandenburgischen Hohenselchow zusammengeschlagen wurde. Die Jugendlichen, die ihn als „Automatenknacker“ bezeichneten, schlugen mit Baseballschlägern am 1. Dezember 1991 auf ihr Opfer ein. Himmstädt verstarb am 3. Dezember an einer dadurch erlitten Hirnblutung.[2][37]
  8. Timo Kählke wurde von einem Mitglied der neonazistischen Wehrsportgruppe „I. Werwolf-Jagdeinheit Senftenberg“ am 12. Dezember erschossen. Der Täter hatte mit drei Komplizen versucht, Kählkes Auto für einen geplanten Raubüberfall auf ein Casino zu stehlen. Als dieser sich wehrte, wurde der 29-jährige im brandenburgischen Meuro erschossen.[2][37]

1992 [Bearbeiten]

Das Jahr 1992 war mit insgesamt 27 Todesopfern das Jahr, das die meisten Todesopfer forderte (Nr. 16–42).[2]

  1. 15 Neonazis erschlugen am 5. Januar 1992 im brandenburgischen Gransee einen 18-jährigen Mann.
  2. Im hessischen Lampertheim wurde am 31. Januar von drei Jugendlichen eine Flüchtlingsunterkunft angezündet. In den Flammen starben drei Angehörige einer Familie aus Sri Lanka.[2][37]
  3. Aus Rache für eine vorangegangene Auseinandersetzung am Vorabend drangen am 15. März 25 Skinheads in ein Asylbewerberheim im mecklenburg-vorpommerschen Saal ein und schlugen den 18-jährigen Dragomir Christinel zusammen. Der aus Rumänien stammende Christinel starb an den Folgen einer Hirnblutung.[2][37]
  4. Der gelernte Seemann Gustav Schneeclaus war am 18. März von einer Gruppe von Skinheads so schwer misshandelt worden, dass er am 22. März an den Folgen starb. Der Vorfall ereignete sich im niedersächsischen Buxtehude, nachdem Schneeclaus Adolf Hitler als „großen Verbrecher“ bezeichnet hatte. Je nach Quellenlage war Schneeclaus 52 oder 53 Jahre alt.[2][37]
  5. Der 31-jährige Ingo Finnern ertrank am 19. März im Flensburger Hafen. Der Skinhead Sascha D. hatte ihn ins Hafenbecken gestoßen, nachdem er sich als Sinto zu erkennen gegeben hatte.[2][37]
  6. Am 4. April kam es erneut zu einem Brandanschlag, diesmal auf das Asylbewerberheim im nordrhein-westfälischen Hörstel. Der Bewohner Erich Bosse, dessen Alter nicht bekannt ist, verbrannte dabei. Ein Täter konnte bislang nicht ermittelt werden.[2][37]
  7. Am 24. April wurde der 24-[2] oder 29-jährige[37] aus Vietnam stammende Nguyễn Van Tu in Berlin-Marzahn von einem 21-jährigen mit einem Messerstich in die Lunge getötet, nachdem er zwei Freunden zur Hilfe geeilt war. Der Täter gab an, der Deutschen Volksunion (DVU) nahezustehen.
  8. Thorsten Lamprecht war der erste von insgesamt drei Menschen, die von Neonazis im sachsen-anhaltischen Magdeburg ermordet wurden. Am 9. Mai griffen 50 bis 60 Neonazis in Magdeburg-Cracau die Gaststätte Elbterrassen an. Dort feierten zu diesem Zeitpunkt alternative Jugendliche. Sie wurden von den Angreifern mit Baseballschlägern, Stahlrohren und Leuchtkugeln angegriffen. Acht Jugendliche mussten mit schweren Verletzungen in ein Krankenhaus eingeliefert werden. Unter ihnen der 23-jährige Lamprecht, der am 11. Mai an einem offenen Schädelbasisbruch verstarb.
  9. Der 50-jährige Emil Wendtland wurde am 1. Juli im brandenburgischen Neuruppin zufällig Opfer eines brutalen Übergriffs. Drei Skinheads, die sich zum „Penner klatschen“ verabredet hatten, erstachen ihr wehrloses Opfer, da sie ihn als „Menschen zweiter Klasse“ ansahen.[2][37]
  10. Am 8. Juli wurde Sadri Berisha im baden-württembergischen Ostfildern-Kemnat in seiner Unterkunft Opfer einer Attacke von sieben neonazistischen Skinheads. Nachdem sie sich Reden von Adolf Hitler angehört hatten, zogen diese los, um „Polacken [zu] klatschen“. Sie erschlugen den 56-jährige Kosovo-Albaner mit einem Baseballschläger.[51]
  11. Am 1. August starb Dieter Klaus Klein im rheinland-pfälzischen Bad Breisig. Der von Obdachlosigkeit betroffene Mann schlief dort auf einem Brunnen. Er wurde von dem Lärm, den zwei vorbeiziehende Skinheads mit ihren „Sieg Heil“-Rufen verursachten, geweckt. Als sich Klein daraufhin an die beiden wandte, wurde er von diesen getreten und anschließend mit einem Kampfmesser erstochen.[2][37]
  12. Der aus Polen stammende Ireneusz Szyderski wurde am 3. August von Ordnern attackiert, nachdem er nach dem Besuch eines Discozeltes mit Freunden versuchte, das Gelände im thüringischen Stotternheim zu verlassen. Die Ordner, die später der Erfurter Skinheadszene zugeordnet werden können, traten und schlugen den 24-jährigen Erntehelfer so schwer, dass dieser an seinen Verletzungen verstarb.[2][37]
  13. Der 35-jährige Frank Bönisch wurde im rheinland-pfälzischen Koblenz ermordet. Böhmisch, der am zum Tatzeitpunkt am 24. August obdachlos war, stand gemeinsam mit einer Gruppe von sieben weiteren Personen am Zentralplatz, als der 23-jährige Skinhead Andy Johann H., welcher der „Deutschen Front Coblenz (DFC)“ zugerechnet wird, ein ganzes Magazin aus einer Smith & Wesson auf die Gruppe abfeuert. Böhmisch erlag seinen Schussverletzungen.[2][37]
  14. Auch der 58-jährige Günter Heinrich Hermann Schwannecke starb, weil er obdachlos war. Am 29. August wird er von einem Anhänger des Ku-Klux-Klans mit einem Baseballschläger angegriffen. Er verstirbt am 5. September an einem Schädelbasisbruch.[2][37][52]
  15. Waltraud Scheffler ist eine der wenigen Frauen, die von Neonazis ermordet wurden. Am 11. Oktober arbeitete die Aushilfskellnerin im sächsischen Geierswalde, als eine Gruppe von Skinheads in das Restaurant eindrangen. Die Frau, deren Alter unbekannt ist, versuchte auf die Gruppe einzureden, als diese ihre Gesinnung durch „Sieg Heil“-Rufe zu erkennen gaben. Daraufhin verletzte einer der Skinheads Scheffler durch einen Schlag mit einer Holzlatte auf den Kopf so schwer, dass sie fast zwei Wochen später (unterschiedliche Quellen sprechen von 12 bzw. 13 Tagen nach der Tat) verstarb.[2][37]
  16. Der 52-jährige Rolf Schulze wurde von zwei Neonazis ermordet, die sich als Mitglieder der kurz vor dem Verbot stehenden „Nationalen Offensive“ und der „Nationalistischen Front“ zu erkennen gegeben hatten. Am 7. November hatten sie ihr Opfer aufgrund seiner Obdachlosigkeit im brandenburgischen Lehnin ausgesucht. Sie verprügelten ihn und erschlugen ihn zuletzt mit einer Propangasflasche. Nachdem sie die Leiche mehrfach im Kölpinsee untergetaucht hatten, übergossen die beiden Täter die Leiche mit Benzin und zündeten sie an.[2][37]
  17. Am 13. November 1992 wird der 53-jährige Karl Hans Rohn in Wuppertal ermordet. [53] Der erwerbslose Metzger hatte in einem Gespräch an der Bar behauptet, Jude zu sein, woraufhin der Wirt ihn beleidigte. [54] Zwei junge Neonazis, die ebenfalls anwesend waren, schlugen den Mann daraufhin bewusstlos und erstickten ihn. Anschließend fuhren sie mit ihm über die Grenze in die Niederlande, übergossen ihn mit hochprozentigem Alkohol und zündeten ihn an. Die drei Männer wurden später zu Freiheitsstrafen zwischen acht und 14 Jahren verurteilt.[37] Die beiden Skinheads sollen der Nationalistischen Front angehört haben.[55]
  18. Alfred Salomon hatte als junger Mann die Shoa überlebt. Seinen Lebensabend verbrachte der 92-jährige in einem Altenpflegeheim im nordrhein-westfälischen Wülfrath. Salomon starb dort am 21. November an einem Herzinfarkt nach einer Auseinandersetzung mit einem ehemaligen Obersturmführer der Organisation Todt. Dieser hatte ihn zuerst aufgrund seiner jüdischen Herkunft beschimpft und anschließend mehrmals geschlagen.[2]
  19. In Berlin erinnert eine Gedenktafel an die Ermordung von Silvio Meier
    Der bekennende Antifaschist Silvio Meier war bereits in der DDR im Alter von 17 Jahren Opfer rechtsextremer Gewalt. Er hatte am 17. Oktober 1987 an dem Konzert in der Berliner Zionskirche teilgenommen, dessen Besucher von 30 angereisten Neonazis attackiert und verletzt wurden. Als der 27-jährige Meier am 21. November mit drei Freunden am Berliner U-Bahnhof Samariterstraße auf eine Gruppe von fünf Neonazis stieß, eskalierte die Situation. Den Neonazis hatten sie in einer Rauferei zuvor einen Aufnäher mit der Aufschrift „Ich bin stolz, ein Deutscher zu sein“ von der Jacke gerissen. Als die Neonazis die Gruppe um Meier wiedererkannte, zogen diese Messer, stachen auf die Opfer ein und verletzten Meier tödlich. Seit der Ermordung Meiers finden an dessen Todestag jährlich Gedenkdemonstrationen an dieser Stelle statt.
  20. In der Nacht auf den 23. November fand ein Brandanschlag in Mölln auf zwei von türkischen Familien bewohnten Häusern statt. Dabei starben die 51-jährige Bahide Arslan, die 14-jährige Ayse Yilmaz, sowie die 10-jährige Yeliz Arslan. Die von Neonazis mit Molotowcocktails verübten Mordanschläge lösten deutschlandweit Anteilnahme für die Opfer aus.
  21. Der 55-Jährige Zeitungsverteiler Bruno Kappi wurde am 15. Dezember Opfer eines nächtlichen Überfalls zweier Neonazis. Diese misshandelten ihn mit Schlägen und Fußtritten, bevor sie ihn schwer verletzt am Boden liegen ließen. Kappi erlag seinen Verletzungen noch am Tatort vor einem Kaufhaus im nordrhein-westfälischen Siegen-Weidenau, wo er später tot aufgefunden wurde.[2]
  22. Hans-Jochen Lommatsch wurde am 18. Dezember von einem Neonazi mit Fußtritten und Faustschlägen im brandenburgischen Oranienburg ermordet. Der 51-jährige Baumaschinist inspizierte am Abend vor dem Schlafengehen sein neues Auto, als zwei junge Neonazi-Skinheads auf ihn trafen. Sie attackierten ihn ohne einen konkreten Grund. Der 26-jährige Haupttäter gestand später im Gerichtsprozess, dass es auch jeden anderen hätte treffen können.[2][37]
  23. Das 41. Todesopfer rechtsextremer Gewalt seit 1990 wurde Sahin Calisir am 27. Dezember 1992. Der 20-jährige Deutsch-Türke war mit zwei Begleitern auf der Autobahn 57 im nordrhein-westfälischen Meerbusch unterwegs. Als ein Auto ihn zuerst verfolgte und anschließend rammt, floh er mit seinen Mitfahrern aus Angst aus dem Auto. Calisir wurde dabei von einem Auto erfasst und verstarb in dessen Folge. Die beiden Insassen des ihn verfolgenden Fahrzeugs waren zwei Neonazis. Einen ausländerfeindlichen Hintergrund der Tat wollte das Gericht im späteren Verfahren jedoch nicht feststellen.[2][37]

1993 [Bearbeiten]

Das Mahnmal Solinger Bürgerinnen und Bürger wurde errichtet, um an den Brandanschlag in Solingen zu erinnern.

Auch 1993 kam es zu zahlreichen Übergriffen, die 17 Menschen das Leben kosteten. Der von Neonazis verübte Brandanschlag von Solingen, dem fünf Menschen zum Opfer fielen, war der traurige Höhepunkt rechtsextremer Gewalt in den 90er Jahren. In der Folge kam es zu gewaltsamen Ausschreitungen und zu einer breiten gesellschaftlichen Diskussion zum Umgang mit solchen Taten.

  1. Am 18. Januar 1993 stirbt der 45-jährige Parkwächter Karl Sidon im thüringischen Arnstadt. Sidon traf an diesem Tag auf eine Gruppe von fünf Jugendlichen, die der „Babyskin-Szene“ zugerechnet werden. Bereits mehrfach waren die Jugendlichen mit Sidon in der Vergangenheit aneinander geraten. Diesmal schlugen sie ihn bewusstlos. Anschließend warfen sie den leblosen Körper auf eine stark befahrene Straße, wo der Körper von mehreren Autos erfasst wurde. Sidon erlag seinen Verletzungen im Krankenhaus.[2][37]
  2. Am 24. Januar stirbt Mario Jödecke. Er war an diesem Tag im thüringischen Schlotheim unterwegs. Als vor einem Heavy-Metal-Konzert linke Punks und Neonazis aufeinander trafen, entwickelte sich eine Schlägerei, bei der der mit einem Baseballschläger bewaffnete 23-jährige von einem sechs Jahre jüngeren Skinhead mit einem Messerstich ins Herz getötet wird.[2]
  3. Mike Zerna wurde am 20. Februar 1993 in Hoyerswerda von Skinheads zusammengeschlagen, die anschließend einen Kleinbus auf ihn stießen. Der 22-Jährige Metal-Fan war an diesem Tag Fahrer der christlichen Gothic-Metal-Band Necromance. Er erlag sechs Tage später im Krankenhaus seinen Verletzungen. Mitverantwortlich für seinen Tod sind nach einem Urteil des Landesgerichts Bautzen auch Sanitäter und Polizei, die erst eine Stunde nach dem Vorfall am Tatort ankamen.[37] Die Tat wurde von Ronald Möbus (später Absurd) in einem Leserbrief an die Zeitschrift Rock Hard thematisiert.[56] Enslaved (später Killing Spree) aus Cottbus, die Band seines Bruders Frank, widmete Zerna ihr Debütalbum Where Is the Meaning?.[57]
  4. Mustafa Demiral war ein aus der Türkei eingewanderter Türke in Deutschland, der am 9. März 1993 an einem Herzanfall starb, nachdem er auf offener Straße von zwei Mitgliedern der Republikaner[58] mit einer Gaspistole im nordrhein-westfälischen Mülheim/Ruhr bedroht worden war. Die jungen Deutschen hatten den herzkranken Demiral zuvor verbal belästigt, woraufhin sich dieser zur Wehr setzte. Daraufhin zielten die Männer mit der Waffe auf Demirals Kopf (einige Quellen berichten, die Täter hätten eine Hinrichtungsszene darstellen wollen), woraufhin hin der so bedrohte 56-Jährige noch 50 Meter weiter ging, zusammenbrach und wenig später an einem Herzinfarkt starb.[59]
  5. Im Streit mit einem befreundeten Neonazi wird Hans-Peter Zarse, der selbst einer rechtsextremen Skinhead-Gruppe angehörte, in der Nähe von Uelzen erstochen.[2][37]
  6. Am 26. April überfielen 40 rechtsextreme Skinheads die zu diesem Zeitpunkt als linker Treffpunkt bekannte Diskothek im sachsen-anhaltischen Obhausen. Unter den anwesenden Gästen war auch Matthias Lüders. Der 23-Jährige war zu diesem Zeitpunkt Wehrdienstleistender und wird, nachdem ihn zwei Schläge am Kopf trafen, schwer verletzt in ein Krankenhaus eingeliefert. Zwei Tage später erlag er seinen Verletzungen. Bei der darauf folgenden Gerichtsverhandlung machte das Landgericht der Polizei den Vorwurf, sie sei vorab über den Vorfall informiert gewesen.[2][37]
  7. Der 35-Jährige Belaid Baylal wird am 8. Mai 1993 von zwei rechtsextremen Skinheads in einer Gaststätte im brandenburgischen Belzig angegriffen. Baylal, der in Marokko geboren wurde, hatte in Deutschland Asyl beantragt. Er muss im Krankenhaus infolge der erlittenen lebensgefährlichen Verletzungen in Dünndarmbereich eingeliefert werden. Er überlebt, hat aber infolge des Angriffs in den kommenden Jahren immer wieder Darmverschlüsse, die operativ entfernt werden müssen. Am 4. November 2000 verstirbt Baylal infolge der Spätfolgend des Angriffs an einem weiteren Darmverschluss. Seit 2004 erinnert ein Gedenkstein an den Tod Baylals in Belzig.[2][37]
  8. Am 26. Mai 1993 verstirbt der 25-jährige Jeff Dominiak. Dominiak, der im brandenburgiuschen Waldeck mit seinem Motorrad unterwegs war, wurde von einem betrunkenen rechtsextremen Skinhead, der in einem gestohlenen Auto unterwegs war, überfahren. Bei dem darauf folgenden Gerichtsverfahren bleibt offen, ob der Täter das Opfer gekannt hatte. Dominiak war 1983 der Hauptdarsteller im DEFA-Spielfilm Bockshorn.[2][37]
  9. In Frankfurt am Main wurde ein Platz nach Hülya Genç benannt, die beim Brandanschlag von Solingen ihr Leben verlor.
    Beim Brandanschlag von Solingen am 29. Mai erlagen Gürsün Ince (27) und der vierjährige Saime Genç ihren Verletzungen, nachdem sie versucht hatten, sich mit einem Sprung aus dem Fenster, vor dem Feuer in Sicherheit zu bringen. Hatice Genç (18), Gülüstan Öztürk (12) und Hülya Genç (9) verbrannten in dem Zweifamilienhaus. Ein sechs Monate alter Säugling, ein dreijähriges Kind und der 15 Jahre alte Bekir Genç wurden mit lebensgefährlichen Verletzungen ins Krankenhaus gebracht. Als Täter wurden vier junge Männer aus der Solinger Neonazi-Szene verurteilt. Der Anschlag löste heftige Reaktionen von friedlichen Demonstrationen bis hin zu gewaltsamen Ausschreitungen aus. Mevlüde Genç, die beim Brandanschlag zwei Töchter, zwei Enkelinnen und eine Nichte verloren hat, wurde 1996 für ihre Bemühungen um Versöhnung nach dem Anschlag das Bundesverdienstkreuz am Bande verliehen.
  10. Der von Obdachlosigkeit betroffene 37-jährige Horst Hennersdorf wird am 5. Juni 1993 im brandenburgischen Fürstenwalde von zwei Neonazis angegriffen und stundenlang misshandelt. Der Vorfall wurde von mehreren Passanten beobachtet, die allerdings nicht einschritten. Bei einer Befragung gab später einer der Täter an, dass Hennersdorf auf ihn den Eindruck „eines niedrigen Menschen, eines dreckigen Penners“ gemacht habe.[2][37]
  11. Ein weiterer obdachloser Mann wird am 16. Juli im nordrhein-westfälischen Marl von Neonazis im Schlaf überrascht. Sie attackieren den am Boden liegen 33-jährigen, schlagen und treten ihn bis zur Bewusstlosigkeit. Der Mann verstirbt im Oktober an einer Lungenembolie ohne vorher noch einmal aus dem Koma erwacht zu sein.[2][37]
  12. In der Nacht des 28. Juli 1993 ist Hans-Georg Jakobson in der Nähe von brandenburgischen Strausberg in einer S-Bahn unterwegs, als ihn drei jugendliche aufwecken. Sie verlangen erst Geld von ihm, als sie merken das ihr 35-jähriges Opfer keines dabei hat, verprügeln ihn die Angreifer. Anschließend werfen sie ihn aus der fahrenden S-Bahn. Jakobson erliegt seinen Verletzungen.[2][37]
  13. Der 19-jährige Bakary Singateh, der auch unter dem Namen Kolong Jamba bekannt war, wird zum 58. Todesopfer rechtsextremer Gewalt nach 1990. Der aus Gambia stammende Singateh, der in Deutschland Asyl beantragt hatte, war am 7. Dezember im Zug von Hamburg nach Buchholz unterwegs. Ein 54-jähriger Mitfahrer erstach Singath mit einem mitgeführten Messer. Als Grund gab er später an, dass er sich von Singath gestört gefühlt habe. Kollegen des Täters gaben an, dass der Täter bereits vorher durch rassistische Beleidigungen aufgefallen sei. Die Tatwaffe hätte er sich zugelegt, um sich „vor derartigen Leuten zu verteidigen“.[2][37]

1994 [Bearbeiten]

Im Jahr 1994 kamen acht Menschen durch rechtsextreme Gewalttaten ums Leben (Nr. 60–67).

  1. Der 50-jährige Ali Bayram hatte sich als Unternehmer im hessischen Darmstadt niedergelassen. Am 18. Februar wird er in seiner Wohnung von seinem Nachbarn erschossen. Der als Neonazi bekannte Täter war in die Wohnung eingedrungen, weil die Familie ihm zu laut gewesen sei. Bayrams Tochter wurde von einer Kugel in den Arm getroffen, überlebte aber die Tat.[2]
  2. Im sachsen-anhaltischen Quedlinburg wurde der 43-jährige Eberhart Tennstedt zusammen mit einem weiteren Mann von rechtsextremen Jugendlichen attackiert. Sie waren vorher von einem Kioskbesitzer dazu aufgefordert worden, die beiden obdachlosen Männer zu vertreiben, da sie nicht ins Stadtbild passten. Die Jugendlichen trieben die beiden Männer am 5. April unter anderem mit Schüssen aus einer Gaspistole in einen Fluss. Der alkoholisierte Tennstedt ertrank dort.[2][37]
  3. Als der Vermieter einer Leipziger Wohnung Klaus R. am 28. Mai mit den sechs Neonazis verhandelt, die diese Wohnung besetzt hatten, erschlugen diese den 61-jährigen Mann.[2][37]
  4. Die 32-jährige Beate Fischer wird am 23. Juli von drei Skinheads erwürgt. Die Frau, die als Prostituierte arbeitete, war den Neonazis zunächst freiwillig in die Wohnung in Berlin-Reinickendorf gefolgt. Als sie nach einer Misshandlung die Wohnung verlassen wollte, ließen sie die Männer nicht gehen. Sie misshandelten Fischer zunächst, bevor sie sie ermordeten.[2][37]
  5. Am 26. Juli ertrinkt der 45-jährige aus Polen stammende Bauarbeiter Jan W. in Berlin in der Spree. Vorausgegangen war ein Streit, in dessen Verlauf der in Polen geborene W. mit einem Freund in die Spree gejagt wurden. Die eintreffenden Polizisten gaben an, dass die in den Fluss Getriebenden mit den Sprüchen „Polacken, verpisst Euch“ und „lasst den Polen nicht raus“ am herauskommen gewaltsam gehindert wurden. W. ertrank im Fluss.[2][37]
  6. Der 42- jährige Gunter Marx war am 6. August im brandenburgischen Velten mit dem Fahrrad unterwegs, als er auf einer Gruppe von Jugendlichen stieß. Die Gruppe forderte Geld von Marx. Als dieser angab keins dabei zu haben, wurde er mit einem schweren Schraubenschlüssel erschlagen. Ein Täter war als Neonazi polizeibekannt.[2][37]
  7. Am 6. November verstarb der 18-jährige Piotr Kania am Bahnhof des hessischen Rotenburg. Dort war er auf fünf Bundeswehrrekruten gestossen, von denen einer als Neonazi erkennbar war. Als Kania ihn als „Nazischwein“ bezeichnet hatte, attackierte ihn dieser und tötete Kania mit einem gezielten Stoßdolchstich ins Herz.[2]
  8. Auch Michael Gäbler starb 1994. Der 18-jährige war am 20. November in einem Zittauer Jugendklub auf einer Feier. Als ein Gast Hausverbot wegen nationalistischer Sprüche erhielt, folgte ihm Gäbler und verwickelte ihn in ein Gespräch. In dessen Verlauf stach der des Hauses Verwiesene mit einem Messer auf Gäbler ein und verletzte diesen tödlich.[2]

1995 [Bearbeiten]

1995 sind insgesamt vier Fälle bekannt, in denen Menschen von Neonazis ermordet wurden (Nr. 68 - 71).

  1. Am 5. Februar wird Horst Pulter im Stadtpark des nordrhein-westfälischen Velbert von einer Gruppe Neonazis auf einer Parkbank schlafend attackiert. Zuerst wird er durch Schläge und tritte schwer verletzt, anschließend tötet ein 22-jähriger Angreifer den obdachlosen 65-jährigen durch einen gezielten Messerstich. Im darauffolgenden Gerichtsverfahren betont die Staatsanwaltschaft den nationalsozialistischen Hintergrund des Täters. Das Opfer sei jedoch zufällig ausgewählt worden. Es stellt sich heraus, dass Pulter zufällig durch die Gruppe als Opfer ausgesucht wurde.[2][37]
  2. Der 24-jährige Bundeswehrsoldat Peter T. befindet sich am 3. Juni bei einem Ausflug am Stausee im sächsischen Hohenstein-Ernstthal. Dort wird er von einer Gruppe von etwa zwanzig Neonaziskinheads angegriffen, die bereits zuvor einen Pakistani angegriffen und verletzt hatten. T. verstirbt neun Tage später in einem Krankenhaus an seinen an diesem Tag erlittenen Kopfverletzungen. [2][37]
  3. Die 25-jährige Dagmar Kohlmann wurde das erste von insgesamt drei Opfern des gesuchten und über Monaten flüchtenden Neonazi Thomas Lemke. Kohlmann kannte Lemke und dessen Freundin, die sie gemeinsam am 16. Juli 1995 aufsuchten. Diese verschleppten Kohlmann nach Altena in Nordrhein-Westfalen und misshandelten sie in einem Wald, bevor Lemke sie mit einem Klappspaten auf den Kopf tötete.
  4. Auch Klaus Peter Beer wurde 1995 ermordet. Zwei Neonazis wollten dem 48-jährigen Homosexuellen Beer „einen Denkzettel verpassen“. Sie warfen ihn am 7. September im bayrischen Amberg in die Vils, in der er ertrank.[2][37]

1996 [Bearbeiten]

Gedenkstein für die Todesopfer des Brandanschlags von Lübeck.

Im Jahr 1996 listet Mut gegen rechte Gewalt 18 Todesopfer rechtsextremer Gewalt (Nr. 72–89). Darunter fallen allein zehn Personen, die bei einem Brandanschlag in Lübeck, bei dem ein Flüchtlingsheim abbrannte, ums Leben kamen. Da der Tathergang bis heute nicht aufgeklärt ist, ist der rechtsextreme Hintergrund der Tat bis heute umstritten.

  1. Am 18. Januar brannte das Flüchtlingsheim in Lübeck, infolge einer Brandstiftung, aus. Zehn Asylbewerber aus Zaire, Ghana, Togo, Tunesien, Syrien und dem Libanon, darunter Kinder und Jugendliche, kamen ums Leben. Die Todesopfer waren Maiamba und Nsuzana Bunga, Françoise, Miya, Christelle, Legrand und Jean-Daniel Makodila, Rabia El Omari und Sylvio Amoussou. 38 weitere Menschen wurden zum Teil schwer verletzt. Zahlreiche Menschen waren in Panik aus den Fenstern des brennenden Mehrfamilienhauses gesprungen, das aus der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg stammte. Zunächst wurde Neonazis für die Tat verantwortlich gemacht. Die Tat wurde bis heute jedoch nicht aufgeklärt.
  2. Die 23-jährige Patricia Wright wurde in ihrer Wohnung in Bergisch Gladbach zum zweiten Todesopfer des Neonazi-Serienmörders Thomas Lemke. Am 2. Februar 1996 fuhr Lemke mit seinem Bekannten Marcel Müthing zu Wrights Wohnung. Sie hatte Lemke auf dem Bahnhof in Hagen kennengelernt und war von ihm wegen ihres Aufklebers „Nazis raus“ auf ihrer Kleidung als „Linke“ eingeordnet. Die arglose Frau öffnete die Türe, wurde gefesselt, entkleidet, von Lemke vergewaltigt, mit einem Schnürsenkel gedrosselt, mit einer Gipsfigur auf den Kopf geschlagen und mit 91 Messerstichen getötet.
  3. Am 15. Februar wird der Punk Sven Beuter von einem Neonazi angegriffen in Brandenburg/Havel und mit Schlägen und Tritten so schwer verletzt, dass der 23-jährige am 20. Februar an seinen Verletzung stirbt.[2][37]
  4. Am 15. März 1996 wurde der 26-jährige Martin Kemming vom Neonazi-Serienmörder Thomas Lemke in einem Stiegenhaus im nordrhein-westfälischen Rhade (Dorsten) erschossen. Kemming galt in Lemkes Augen als Verräter, da der Aussteiger aus der rechtsextremen Szene ihn wegen Bedrohung angezeigt und gegen ihn ausgesagt hatte.
  5. Der 43-jährige Geschäftsmann Bernd G. wird am 8. Mai von drei Neonazis in Leipzig-Wahren umgebracht. Die drei Skinheads trafen nach einer Sauftour auf G., sie schlugen auf ihn ein und erstachen ihn anschließen. Den toten Körper versenkten sie anschließend im Ammelshainer See. Bei der Gerichtsverhandlung gaben die drei Täter an, dies „aus Lust und Spaß“ getan zu haben.[2][37]
  6. Der 26-jährige Boris Morawek wird von zwei Neonazis am 13. Juli in Wolgast (Mecklenburg-Vorpommern) auf offener Straße erschlagen. Die Täter meinten in ihrem Opfer einen Sexualstraftäter erkannt zu haben. Die eintreffende Polizei griff nicht mehr rechtzeitig ein.[2][37]
  7. Der Elektriker Werner Weickum ist 44 Jahre alt, als er am 19. Juli am Bahnhof von Eppingen (Baden-Württemberg) überfallen wird. Die Gruppe von Jugendlichen Neonazis, von denen später zehn verurteilt werden, schlägt Weickum nach der Tat tot.[2][37]
  8. Im Jahr 1996 stirbt auch der 34-jährige Andras Götz. Er wird das 87. Todesopfer rechtsextremer Gewalt nach 1990 nachdem ihm am 1. August im brandenburgischen Eisenhüttenstadt sechs Neonazis auflauerten. Sie schlugen und traten den Mann brutal. Anschließend stahlen sie ihrem Opfer Bargeld und seine EC-Karte.[2][37]
  9. Am 23. Oktober stirbt Achmed Bachir durch einen Messerstich ins Herz. Der 30-jährige aus Syrien stammende Asylsuchende war couragiert zwei deutschen Angestellten in einem Leipziger Gemüseladen zur Hilfe geeilt, als diese von zwei Neonazis als "Türkenschlampen" beschimpft und bedroht wurden. Bachir drängt die Männer aus dem Laden, als diese ein Messer ziehen und ihn damit vor dem Laden ermorden.[2][37]

1997 [Bearbeiten]

Auch 1997 wurden Menschen Opfer von rassistischen und rechtsextremen Gewalttaten. Dabei werden zwölf Todesopfer gelistet (Nr. 90–101).

  1. Am 31. Januar wird der 42-jährige Phan Van Toau am Bahnhof von Fredersdorf (Brandenburg) Opfer eines Gewaltverbrechens. Von einem oder zwei Neonazis wird der Mann geschlagen und im Verlauf der Auseinandersetzung schlägt sein Kopf mehrfach auf den Betonfußboden auf. Das Gericht bescheinigt dem Hauptangeklagten, die Tat sei durch „Ausländerhass“ motiviert.[2][37]
  2. Der 18-jährige Frank Böttcher, der seit kurzer Zeit der Punk-Szene angehörte, war am Nachmittag des 7. Februars mit einer Straßenbahn zum im Magdeburger Stadtteil Neu Olvenstedt gelegenen Krankenhaus gefahren, um sich dort eine Handverletzung behandeln zu lassen. Den Krankenschwestern berichtete er von einer Gruppe rechtsextremer Skinheads, die ihn auf dem Weg angepöbelt hatten. Auf dem Rückweg traf er am späten Abend des 7. Februar an der Endhaltestelle der Straßenbahn erneut auf einen oder mehrere Jugendliche, die ihn aufgrund seines Aussehens als Punker angriffen. Der oder die Täter rissen ihn zu Boden und traten auf ihn ein. Kurze Zeit später wurden Böttcher mit sieben Messerstichen und Tritten gegen den Kopf tödliche Verletzungen zugefügt. Im Gedenken an den Tod Böttchers werden in Magdeburg regelmäßig Demonstrationen gegen Rechtsextremismus abgehalten. Der Gedenkstein, der an der Haltestelle der Tat an Böttcher erinnert, wurde mehrfach geschändet.
  3. Antonio Melis (37) wurde am 13. Februar von zwei Männern im brandenburgischen Caputh zuerst verprügelt und später in der Havel ertränkt. Vermutlich war die italienische Herkunft des Opfers ausschlaggebend für die Tat. Mehrere Zeugen sprachen vor Gericht von rechtsextremen Äußerungen der Täter.[2][37]
  4. Nachdem der Neonazi Kay Diesner am 19. Februar einen 63-jährigen Buchhändler aus Berlin-Marzahn mit einer Pumpgun angeschossen hatte, geriet er am 23. Februar in eine Polizeikontrolle auf dem Parkplatz Roseburg an der A 24 im Kreis Herzogtum Lauenburg in Schleswig-Holstein. Hier kam es zu einem Feuergefecht, in dessen Verlauf Diesner den 34-jährigen Polizeiobermeister Stefan Grage tödlich und einen weiteren Beamten schwer verletzte. Im weiteren Ablauf feuerte Diesner auf zwei weitere Polizeibeamten und konnte, selbst durch ein Projektil getroffen, festgenommen werden.
  5. Am 17. April kommt es innerhalb von einer Gruppe von Neonazis in Berlin-Treptow zum Streit, in dessen Verlauf die Neonazis Olaf Schmidke und Chris Danneil von ihren „Kameraden“ erstochen werden.[2][37]
  6. Der 50-jährige Erwerbslose Horst Gens wurde am 22. April in Sassnitz auf Rügen von vier jungen Neonazis geschlagen und in einen Straßengraben geworfen. Anschließend warfen die Skinheads einen 30 Kilogramm schweren Stein auf ihr Opfer, wodurch er starb. Als Motiv für die Tat gaben sie an, dass sie „Assis klatschen“ wollten.[2][37]
  7. Augustin Blotzki (59) wurde am 8. Mai in seiner Wohnung in Königs Wusterhausen (Brandenburg) zweimal innerhalb von einer Stunde von jungen Rechtsextremisten überfallen, wegen seines Namens als „Bulgarensau“ und „Ausländerschwein“ beschimpft und zuletzt zu Tode geprügelt. Auch er war erwerbslos.[2][37]
  8. Am 23. September wird Matthias Sch., 39 Jahre alt, in Cottbus von einem 19-jährigen Nazi erstochen, nachdem er diesen als „Nazisau“ beschimpft hatte.[2][37]
  9. Ebenfalls am 23. September wird der Obdachlose Erich Fisk (39) in Angermünde (Brandenburg) von jungen Männern attackiert, welche ihm schwere Kopfverletzungen zufügen. Bis zum 30. August 1998 lag Fisk im Krankenhaus im Koma, dann starb er an seinen Verletzungen.[2]
  10. Georg V. (46) wurde am 27. September vom selben Skinhead, der Matthias Sch. erstochen hatte, in Cottbus getötet, nachdem der Skinhead Geld von ihm verlangt hatte, obwohl V. keines dabei hatte.[2]
  11. Josef Anton Gera[60] (59) hatte nach Angaben seiner Mörder ihnen zunächst sexuelle Avanchen gemacht, worauf ihn die beiden 26- und 34-jährigen rechtsextremen Skinheads am 14. Oktober in Bochum attackierten und ihm mit einem Stahlrohr schwere innere Verletzungen zufügten, denen der Rentner drei Tage später erlag.[2][37]

1998 [Bearbeiten]

1998 sind zwei Fälle von Todesopfern rechtsextremer Gewalt bekannt (Nr. 102 und 103).

  1. Die 14-jährige Jana Georgi wurde am 26. März in Saalfeld (Thüringen) von einem 15-jährigen Nazi auf offener Straße erstochen, nachdem sie ihn zuvor als „Faschist“ bezeichnet hatte.[2][37]
  2. Der portugiesische Zimmermann Nuno Lourenco, dessen Alter nicht bekannt ist, wurde im Juli von acht Neonaziskinheads zwischen 18 und 20 Jahren in Leipzig zusammengeschlagen. Er starb am 29. Dezember in seiner Heimat Portugal an seinen Verletzungen.[2][37]

Ab 1999 [Bearbeiten]

  1. Am 13. Februar 1999 kam es zu einem Fall, der bundesweit als „Hetzjagd in Guben“ diskutiert und wahrgenommen wurde. Im brandenburgischen Guben wurden drei Personen von circa elf Neonazis verfolgt. Auf der Flucht verletzte sich der 28-jährige Farid Guendoul die Beinarterie und verblutete. Auch die aus Sicht vieler Journalisten viel zu milden Strafen für die Täter waren Teil der Berichterstattung. Am Ort des Geschehens wurde von Anwohnern ein Gedenkstein aufgestellt. Zum 10. Jahrestag gab es mehrere Gedenkaktivitäten.[61]
  2. Am 17. März 1999 in Duisburg wurde der 58-jährige Frührentner Egon Effertz von drei rechtsextremen Skinheads angegriffen und zu Tode getreten. Die Täter sagen später im Prozess aus, dass sie aus „purer Lust an der Menschenjagd“ gehandelt hätten. Der Haupttäter wurde zu lebenslanger Haft, seine beiden Mittäter zu zehn und acht Jahren Haft verurteilt.[62]
  3. Am 9. August 1999 wurde der 44-jährige Obdachlose Peter Deutschmann in Eschede von zwei jugendlichen Skinheads zu Tode getreten. Im Prozess wird ein rechtsextremer Hintergrund der Tat verneint. Allerdings wurde der Fall später von der Bundesregierung in einer Anfrage der PDS zu den rechtsextremen Taten gezählt. Der Täter Johannes Kneifel studierte später Theologie und wurde Pfarrer. Nach der Veröffentlichung seines Aussteigerbuchs Vom Saulus zum Paulus: Skinhead, Gewalttäter, Pastor - meine drei Leben trat er medial häufig in Erscheinung.[63] [64] Marco Siedbürger, der andere Täter, ist weiterhin in rechtsextremen Kreisen aktiv und wurde 2009 wegen Körperverletzung zu 14 Monaten Haft verurteilt.[65][62]
  4. Am 15. August wird Carlos Fernando im Alter von 35 Jahren im bayrischen Kolbermoor totgeprügelt. Der im Mosambique geborene Fernando wurde, nachdem er eine Bar besuchte, vom Täter, der bereits vorher anderen Männer aufgelauert hatte, so schwer verprügelt, dass er an seinen Verletzungen verstarb. Der Täter, der sich über ein zugeparktes Auto aufregte, konnte von der Polizei dem rechtsextremen Spektrum zugeordnet werden. Fernando wurde wegen seiner Hautfarbe zum Opfer. Die Tat wird als "versuchtes Tötungsdelikt mit fremdenfeindlicher Motivation" von der Polizei erfasst.[66] Der Täter Roman G. wird am 16. Mai 2000 wegen "Körperverletzung mit Todesfolge" zu zehn Jahren Haft verurteilt. An Fernando erinnert eine Gedenkentafel auf dem örtlichen Friedhof.[67]
  5. In der Nacht zum 3. Oktober, dem Tag der Deutschen Einheit, wurde Patrick Thürmer von drei Neonazis im sächsischen Hohenstein-Ernstthal attackiert. Die Neonazis machten Jagd auf Teilnehmer eines Konzertes, an dem Thürmer teilnahm. Thürmer wurde von der Neonazis mit einem Billardqueue und einem Axtstil so schwer am Kopf verletzt, dass er starb. Der Haupttäter wurde zu elf Jahren Haft verurteilt.[37] Thürmer starb mit 17 Jahren. Er absolvierte eine Ausbildung zum Maler und Lackierer.[68] Die Erinnerung an Patrick Thürmer wird durch die Initiative "erinnern:nachdenken:handeln" wach gehalten.[69]

Die weiteren Todesopfer werden im folgenden tabellarisch aufgelistet:

Nr. Opfer Todesdatum Ort Bundesland Alter
108 Kurt Schneider 6. Oktober 1999 Berlin-Lichtenberg Berlin 38
109 Hans-Werner Gärtner 8. Oktober 1999 Löbejün Sachsen-Anhalt 37
110 Daniela Peyerl 1. November 1999 Bad Reichenhall Bayern 18
111 Karl-Heinz Lietz 1. November 1999 Bad Reichenhall Bayern 54
112 Horst Zillenbiller 1. November 1999 Bad Reichenhall Bayern 60
113 Ruth Zillenbiller 1. November 1999 Bad Reichenhall Bayern 59
114 Jörg D. 29. Dezember 1999 Halle-Neustadt Sachsen-Anhalt 39
115 Bernd Schmidt 31. Januar 2000 Weißwasser Sachsen 52
116 Helmut Sackers 29. April 2000 Halberstadt Sachsen-Anhalt 60
117 Dieter Eich 25. Mai 2000 Berlin-Buch Berlin 60
118 Falko Lüdtke 31. Mai 2000 Eberswalde Brandenburg 22
119 Alberto Adriano 11. Juni 2000 Dessau Sachsen-Anhalt 39

Als strittig gilt die Tötung der Polizisten Matthias Larisch von Woitowitz (35), Yvonne Hachtkemper (34) und Thomas Goretzki (35) am 14. Juni 2000 in Dortmund und Waltrop durch den Neonazi Michael Berger. [70] [71] Während das Innenministerium NRW von einer Verschleierungstat ausging, da Berger ohne Führerschein unterwegs war[72] bezeichnen mehrere Medien sie als rechte Tat.[73] [74] Die Neonazistische Kameradschaft Dortmund bekannte sich in Aufklebern zu Berger und feierte die Tat als „3:1 für Deutschland.“ [75] [76]

Am 25. November 2000 wurde Eckard Rütz von Neonazis in Greifswald ermordet.
Gedenktafel, die an Michèle Kiesewetter erinnert. Die Polizistin war das letzte von zehn Todesopfer der rechtsterroristischen Gruppierung Nationalsozialistischer Untergrund.
Nr. Opfer Todesdatum Ort Bundesland Alter
123 Klaus-Dieter Gerecke 24. Juni 2000 Greifswald Mecklenburg-Vorpommern
124 Jürgen Seifert 9. Juli 2000 Wismar Mecklenburg-Vorpommern 52
125 Norbert Plath 27. Juli 2000 Ahlbeck Mecklenburg-Vorpommern 51
126 Enver Şimşek 9. September 2000 Nürnberg Bayern 38
127 Malte Lerch 12. September 2000 Schleswig Schleswig-Holstein 45
128 Eckhardt Rütz 25. November 2000 Greifswald Mecklenburg-Vorpommern 38
129 Willi Worg 25. März 2001 Milzau Sachsen-Anhalt 38
130 Fred Blanke 26. März 2001 Grimmen Mecklenburg-Vorpommern 51
131 Mohammed Belhadj 22. April 2001 Jarmen Mecklenburg-Vorpommern 31
132 Abdurrahim Özüdoğru 13. Juni 2001 Nürnberg-Langwasser Bayern 49
133 Süleyman Taşköprü 27. Juni 2001 Hamburg Hamburg 31
134 Klaus-Dieter Harms 9. August 2001 Wittenberge Brandenburg
135 Dieter Manzke 9. August 2001 Dahlewitz Brandenburg 61
136 Doris Botts 17. August 2001 Fulda Hessen 54
137 Habil Kılıç 29. August 2001 München Ramersdorf Bayern 38
138 Axel Obernitz 24. Mai 2001 Bad Blankenburg Thüringen 27
139 Ingo B. 6. November 2001 Berlin Berlin 36
140 Kajrat Batesov 4. Mai 2002 Wittstock Brandenburg 24
141 Klaus Dieter Lehmann 15. Mai 2002 Neubrandenburg Mecklenburg-Vorpommern 19
142 Roland Masch 1. Juni 2002 nahe dem Ort Neu Mahlisch Brandenburg 29
143 Marinus Schöberl 12. Juli 2002 Potzlow Brandenburg 16
144 Ahmet Sarlak 9. August 2002 Sulzbach Saarland 19
145 Hartmut Balzke 27. Januar 2003 Erfurt Thüringen 48
146 Andreas Oertel 21. März 2003 Naumburg Sachsen-Anhalt 40
147 Enrico Schreiber 29. März 2003 Frankfurt/Oder Brandenburg 25
148 Günter T. 20. April 2003 Riesa Sachsen 35
149 Gerhard Fischhöder 10. Juli 2003 Scharnebeck Niedersachsen 49
150 Hartmut Nickel 7. Oktober 2003 Overath Nordrhein-Westfalen 61
151 Mechthild Bucksteeg 7. Oktober 2003 Overath Nordrhein-Westfalen 53
152 Alja Nickel 7. Oktober 2003 Overath Nordrhein-Westfalen 26
153 Petros C. 6. Dezember 2003 Kandel Rheinland-Pfalz 22
154 Stefanos C. 6. Dezember 2003 Kandel Rheinland-Pfalz 22
155 Viktor Filimonov 20. Dezember 2003 Heidenheim Baden-Württemberg 15
156 Aleksander Schleicher 20. Dezember 2003 Heidenheim Baden-Württemberg 17
157 Waldemar Ickert 20. Dezember 2003 Heidenheim Baden-Württemberg 16
158 Oleg Valger 21. Januar 2004 Gera/Bieblach-Ost Thüringen 27
159 Martin Görges 30. Januar 2004 Burg Sachsen-Anhalt 46
160 Mehmet Turgut 25. Februar 2004 Rostock Mecklenburg-Vorpommern 25
161 Thomas Schulz 28. März 2005 Dortmund Nordrhein-Westfalen 32
162 Mann 1. Juli 2005 Essen Nordrhein-Westfalen 44
163 Ismail Yaşar 9. Juni 2005 Nürnberg Bayern 50
164 Theodorus Boulgarides 15. Juni 2005 München Westend Bayern 41
165 Tim Maier 26. November 2005 Bad Buchau Baden-Württemberg 20
166 Andreas Pietrzak 6. Mai 2006 Plattling Bayern 41
167 Mehmet Kubaşık 4. April 2006 Dortmund Nordrhein-Westfalen 39
168 Halit Yozgat 6. April 2006 Kassel Hessen 21
169 Andreas F. 1. Januar 2007 Wismar Mecklenburg-Vorpommern 30
170 Michèle Kiesewetter 25. April 2007 Heilbronn Baden-Württemberg 22
171 M. S. 14. Juli 2007 Brinjahe Schleswig-Holstein 17
172 Peter Siebert 26. April 2008 Memmingen Bayern 40
173 Bernd Köhler 22. Juli 2008 Templin Brandenburg 55
174 Karl-Heinz Teichmann 23. Juli 2008 Leipzig Sachsen 59
175 Hans-Joachim Sbrzesny 1. August 2008 Dessau Sachsen-Anhalt 50
176 Rick Langenstein August 2008 Magdeburg Sachsen-Anhalt 20
177 Marcel W. August 2008 Bernburg Sachsen-Anhalt 18
178 Marwa El-Sherbini 1. Juli 2009 Dresden Sachsen 31
179 Sven M. 14. Mai 2010 Hemer Nordrhein-Westfalen 27
180 Kamal Kilade 24. Oktober 2010 Leipzig Sachsen 19
181 Duy Doan Pham 27. März 2011 Neuss Nordrhein-Westfalen 59
182 André Kleinau 27. Mai 2011 Oschatz Sachsen 50
183 Klaus-Peter Kühn 16. Juni 2012 Suhl Thüringen 59

Weitere Fälle [Bearbeiten]

Neben den in der Liste angegebenen Personen werden in der Presse immer wieder auch andere Personen als mögliche Opfer rechtsextremer Gewalt erwähnt, darunter der am 7. Januar 2005 in einer Dessauer Polizeistation durch einen Brand ums Leben gekommene Oury Jalloh[34] oder der in Magdeburg am 27. September 1994 in Magdeburg ermordete Farid Boukhit, der an den Folgen seiner Verletzungen, welche ihm im Mai 1994 durch rassistische Schläger zugefügt wurden, starb.[77] Am 9. September 2001 wird der 18-jährigen Arthur Lampel bei einem Fest in Bräunlingen (Baden-Württemberg) von dem Neonazi Patrick S. bei einer Auseinandersetzung zwischen Festbesuchern durch den Wurf eines Weizenbierglases an den Kopf getötet. Es bleibt ein Verdacht bestehen, denn der rechtsextreme Patrick S. hat mit dem Wurf des Bierkruges in jedem Fall eine schwere Verletzung des Opfers billigend in Kauf genommen.

Siehe auch [Bearbeiten]

Weblinks [Bearbeiten]

 Commons: Todesopfer rechtsextremer Gewalt in Deutschland – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise [Bearbeiten]

  1. http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2012-05/kriminalitaet-extremismus-terrorismus-statistik
  2. a b c d e f g h i j k l m n o p q r s t u v w x y z aa ab ac ad ae af ag ah ai aj ak al am an ao ap aq ar as at au av aw ax ay az ba bb bc bd be bf bg bh bi bj bk bl bm bn bo bp www.mut-gegen-rechte-gewalt.de: 183 Todesopfer rechtsextremer und rassistischer Gewalt seit 1990
  3. http://www.opferperspektive.de/Chronologie/474.html
  4. Rechtsterrorismus – Es begann im Jahr 1919 von Sven Felix Kellerhoff in Welt online, 14. November 2011: Erst nach dem international Aufsehen erregenden Attentat auf Rathenau wurde durch das Republikschutzgesetz die OC zerschlagen. Ihre verbliebenen Anhänger sammelten sich in verschiedenen der zahlreichen rechtsextremen Gruppierungen der frühen Zwanzigerjahre, darunter dem „Bund Wiking“ und der gerade entstehenden SA der Hitler-Bewegung. Insgesamt fielen in den Anfangsjahren der Weimarer Republik mindestens 23 Menschen, nach anderen Angaben bis zu 400 den als „Fememorden“ bekannten Aktionen rechter Terrorgruppen in Deutschland zum Opfer. OC = Organisation Consul, Anm . d. A.
  5. Hellmuth Auerbach, in: W.Benz: Legenden Lügen Vorurteile online verfügbar
  6. a b c  Nutten und Bastarde erschlagen wir. In Westdeutschland machen Gewalttäter mobil gegen Ausländer. In: Der Spiegel. Nr. 27, 1982, S. 38 (5. Juli 1982, online).
  7.  Lebende Zeitbomben. In: Der Spiegel. Nr. 27, 1982, S. 32–35 (5. Juli 1982, online).
  8. http://einestages.spiegel.de/static/topicalbumbackground/483/steine_statt_flanken.html
  9. http://www.zeit.de/1987/04/manche-lernen-karate/komplettansicht
  10. a b „Nichts erinnert an dieses Verbrechen“
  11. a b Christian Unger: Was Hass aus Liebe macht, Hamburger Abendblatt Online, 23. Juni 2012.
  12.  Rechte Armee Fraktion. In: Der Spiegel. Nr. 33, 1987, S. 78–79 (10. August 1987, online).
  13. ROGER BORNEMANN – Tod eines Skinhead 78 min/ARD, 1989 Mit dem Nachwuchspreis der deutschen Filmkritik ausgezeichnet
  14. http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-13526485.html
  15. http://www.zeit.de/1988/28/der-schnauft-ja-noch
  16. Achtzehn Minuten Zivilcourage
  17. Bericht vom Brandanschlag
  18. http://www.berlin.de/imperia/md/content/lb-lkbgg/praevention/rechtsextremismus2/entwicklungberlin/04_eberhard_seidel.pdf?start&ts=1239196228&file=04_eberhard_seidel.pdf
  19.  Jürgen Leinemann: Ein Herz und eine Mitte. In: Der Spiegel. Nr. 18, 1991, S. 140–162 (29. April 1991, online).
  20. http://www.osz-gegen-rechts.de/uploads/media/Magisterarbeitend.pdf
  21. Handlungsstrategien gegen Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit bei Jugendlichen in Berlin und Brandenburg in der Google Buchsuche
  22. Der Spiegel 26.06.1989
  23. Erinnern an zwei politische Morde in Berlin
  24. Gedenktafel für Mahmud Azhar Ostpreußendamm 111 (PDF; 59 kB)
  25. beispielsweise auf www.fluechtlingsinfo-berlin.de/fr/pdf/altun.pdf, S. 25.
  26. http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/16/141/1614122.pdf
  27. Spiegel Online: Ermittler finden Tatwaffe der Döner-Morde, abgerufen am 11. November 2011.
  28. Claus Peter Müller, Axel Wermelskirchen, David Klaubert: Verbrechensserie vor Aufklärung: Heilbronn, Eisenach, Dönermorde. In: FAZ. 11. November 2011, abgerufen am 15. November 2011.
  29. Die Zwickauer Terrorzelle: Eine Chronologie der rechtsterroristischen Mordserie, Elisabeth Heinen, Brigitte Heeske, heute.de, 15. November 2011
  30. Chronologie: Blutspur durch Deutschland, interaktive Grafik, sueddeutsche.de, aufgerufen am 15. November 2011
  31. Frank Jansen: Jetzt offiziell 58 Todesopfer rechter Gewalt im Tagesspiegel vom 20. Februar 2012
  32. a b  Gisela Friedrichsen: Zuflucht bei den Nazis. In: Der Spiegel. Nr. 13, 1997 (24. März 1997, online).
  33. [1], [2]
  34. a b Eine Kopie des auf Mut gegen rechte Gewalt gelöschten Artikels befindet sich beispielsweise hier: www.links-lang.de/presse/9591.php (Opfer Nummer 140)
  35. Niels Seibert (2008): Ein staatlich betriebener Selbstmord. Cemal Altun und Proteste gegen Auslieferungen.
  36. Sammlung von TAZ Artikel über den Todesfall Mahmut Azahr
  37. a b c d e f g h i j k l m n o p q r s t u v w x y z aa ab ac ad ae af ag ah ai aj ak al am an ao ap aq ar as at au av aw ax ay az ba bb bc bd be bf bg zeit.de: 137 Schicksale
  38. Öffentlichkeit gegen Gewalt e.V. AntiDiskriminierungs Büro Köln. The Black Book: Deutschlands Häutungen. 2009. S. 241ff.
  39. a b Rechte Gewalt: 1990–1991.. In: Der Tagesspiegel. 13. September 2000. Abgerufen am 2. Juni 2012.
  40. Bundesministerium des Innern: Verfassungsschutzbericht, 1992, Seite 87
  41. B. Siegler, O. Tolmein, C. Wiedemann: Der Pakt, 1993, S. 82–83
  42. Ulrich Wickert: Nachdenken über die republikanischen Werte (PDF; 1,0 MB), Vorlesung, Gerhard-Mercator-Universität, Duisburg 2002, Seite 30
  43. Mauthausen Komitee Österreich: Ausstellungstafeln zur Ausstellung "Gib den Opfern einen Namen", S. 19 (16. Juni 1991)
  44. Zand, Alessa. Doppelt Anders. BoD, 2009. S. 230–231.
  45. Presseinformation Hans Haacke (PDF) (Version vom 28. Januar 2007 im Internet Archive)
  46. http://www.feuerwehr.saarlouis.de/1991asylantenheim.0.html
  47. http://www.berliner-zeitung.de/archiv/richter-schlossen-rassistische-motive-aus-tod-von-mete-eksi-mit-haftstrafe-geahndet,10810590,8802768.html
  48. http://www.zeit.de/1992/51/Viele-denken-an-die-Rueckkehr-in-die-Tuerkei
  49. http://germanhistorydocs.ghi-dc.org/pdf/deu/Chapter7_doc7_German.pdf
  50. http://www.isvk.de/files/kompass-2007-04-jugendgewalt.pdf
  51.  Party bis zum Einsargen. In: Der Spiegel. Nr. 24, 1993, S. 18-23 (14. Juni 1993, online).
  52. Günter-Schwannecke-Gedenkinitiative
  53. Dokumentarfilm über den Mord Im Tal der Wupper, F/GB/I 1993, 95 min, Regie: Amos Gitai
  54. Der Spiegel 06. März 1995: Wie in der Judenschul' Von Seligmann, Rafael
  55. Men jailed for killing 'Jew'. The Independent, 8. Februar 1994
  56. Liane von Billerbeck, Frank Nordhausen: Satanskinder. Der Mordfall von Sondershausen und die rechte Szene. Berlin, Ch. Links Verlag, 3. erw. Aufl., 2001, ISBN 3-86153-232-8, S. 37ff, S. 268.
  57. Killing Spree. Laut.de, abgerufen am 25. Februar 2012.
  58. Heribert Prantl: Deutschland leicht entflammbar. Hanser, 1994
  59. http://www.nadir.org/nadir/periodika/antifa_nachrichten/an-93-21.txt
  60. Bericht zur Gedenkdemonstartion
  61. Frank Jansen: Guben gedenkt - oder verdrängt. Tagesspiegel, 13. Februar 2009, abgerufen am 13. August 2012.
  62. a b Frank Jansen, Johannes Radke, Heike Kleffner, Toralf Staud: 149 Todesopfer rechter Gewalt. Der Tagesspiegel, 31. Mai 2012, abgerufen am 29. August 2012.
  63. http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/johannes-kneifel-vom-nazi-zum-pastor-vom-saulus-zum-paulus-a-854234.html
  64. http://www.taz.de/!102459/
  65. NPD-Blog.info: Ex-Neonazi-Schläger: Vom Saulus zum Paulus (abgerufen am 29. August 2010); indymedia Deutschland: Gedenkveranstaltung in Eschede (abgerufen am 29. August 2010); revista – linke zeitung für politik und kultur (Celle): Erinnerung an Peter Deutschmann (abgerufen am 29. August 2010; PDF; 3,5 MB)
  66. http://www.gruene-fraktion-bayern.de/sites/default/files/sch_anfrage_sepp_aktivitaeten_identifizieren.pdf
  67. http://www.opferfonds-cura.de/zahlen-und-fakten/erinnerungen/august/carlos-fernando/
  68. http://www.opferfonds-cura.de/zahlen-und-fakten/erinnerungen/oktober/patrick-thuermer/
  69. http://02okt1999.blogsport.de/2009/10/03/wuerdiges-gedenken-an-die-opfer-rechter-gewalt/
  70. http://www.spiegel.de/panorama/justiz/polizistenmorde-in-nrw-der-ewige-verdacht-a-798680.html
  71. http://www.corsipo.de/Dortmund_1.htm
  72. Antwort der Landesregierung NRW auf die Kleine Anfrage 682 vom 4. April 2011 der Abgeordneten Anna Conrads DIE LINKE Drucksache 15/1676
  73. zeit.de: 137 Schicksale (abgerufen am 15. August 2011)
  74. http://www.spiegel.de/panorama/justiz/neonazi-prozess-gegen-dennis-g-in-dortmund-a-830220.html
  75. http://www.opferfonds-cura.de/zahlen-und-fakten/erinnerungen/juni/thomas-goretzky-yvonne-hachtkemper-und-matthias-larisch-von-woitowitz/
  76. http://daserste.ndr.de/panorama/archiv/2012/nazis139.html
  77. Initiative für die vergessenen Opfer rassistischer Gewalt