Liste der deutschen Nobelpreisträger

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Aufgrund bewegter Biographien ist die eindeutige Zuordnung zu einem speziellen Land nicht immer gegeben und die Zuordnung zu mehreren Ländern sinnvoll. So wird zum Beispiel Hermann Hesse vom Nobelpreiskomitee nur als Schweizer geführt, obwohl er normalerweise anhand seiner Biographie als Deutscher und als Schweizer aufgeführt ist. Albert Schweitzer wird als Franzose geführt, hat aber eine deutsche Biographie, bezeichnete sich auch selbst nicht als Franzose, sondern als Deutscher. Nobelpreisträger, deren Nobelpreis vom Nobelpreiskomitee normalerweise für ein anderes Land geführt wird, die aber eindeutig auch deutsche Biographien aufweisen und somit auch in aller Regel als Deutsche gelistet werden, sind mit (*) gekennzeichnet.

Name Jahr Kategorie Gewürdigte Leistungen
Gustav Stresemann 1926 Friedensnobelpreis Annäherung an Frankreich zur Sicherung des Friedens in Europa
Ludwig Quidde 1927 Friedensnobelpreis Organisation von Friedenskonferenzen
Carl von Ossietzky 1935 Friedensnobelpreis Einsatz gegen den deutschen Militarismus als Chefredakteur der Weltbühne
Albert Schweitzer* 1952 Friedensnobelpreis Einsatz gegen die atomare Aufrüstung
Willy Brandt 1971 Friedensnobelpreis Ostpolitik
Henry Kissinger* 1973 Friedensnobelpreis Verhandlung einer Waffenruhe im Vietnamkrieg
Theodor Mommsen 1902 Nobelpreis für Literatur Römische Geschichte
Rudolf Eucken 1908 Nobelpreis für Literatur „auf Grund des ernsten Suchens nach Wahrheit, der durchdringenden Gedankenkraft und des Weitblicks, der Wärme und Kraft der Darstellung, womit er in zahlreichen Arbeiten eine ideale Weltanschauung vertreten und entwickelt hat“
Paul Heyse 1910 Nobelpreis für Literatur sein belletristisches Werk
Gerhart Hauptmann 1912 Nobelpreis für Literatur „für sein fruchtbares und vielseitiges Wirken im Bereich der dramatischen Dichtung“
Thomas Mann 1929 Nobelpreis für Literatur Buddenbrooks
Hermann Hesse* 1946 Nobelpreis für Literatur „für sein durch Versenkung getragenes Werk, das sich immer kühner und eindringlicher entwickelte und die Ideale des klassischen Humanismus ebenso wie eine hohe Kunst des Stils offenbart“
Nelly Sachs* 1966 Nobelpreis für Literatur „für ihre hervorragenden lyrischen und dramatischen Werke, die das Schicksal Israels mit ergreifender Stärke interpretieren“
Heinrich Böll 1972 Nobelpreis für Literatur Gesamtwerk
Günter Grass 1999 Nobelpreis für Literatur Lebenswerk
Herta Müller 2009 Nobelpreis für Literatur Gesamtwerk
Emil Fischer 1902 Nobelpreis für Chemie Forschung über Zucker- und Puringruppen
Adolf von Baeyer 1905 Nobelpreis für Chemie Arbeiten über organische Farbstoffe und hydroaromatische Verbindungen
Eduard Buchner 1907 Nobelpreis für Chemie Entdeckung der zellfreien Gärung
Wilhelm Ostwald 1909 Nobelpreis für Chemie Arbeit über die Katalyse
Otto Wallach 1910 Nobelpreis für Chemie Forschung auf dem Gebiet der ringförmigen Kohlenwasserstoffe
Richard Willstätter 1915 Nobelpreis für Chemie Forschungen über das Chlorophyll
Fritz Haber 1918 Nobelpreis für Chemie Entwicklung eines Verfahrens zur Herstellung von Ammoniak
Walther Hermann Nernst 1920 Nobelpreis für Chemie Forschung zur Thermochemie
Richard Adolf Zsigmondy* 1925 Nobelpreis für Chemie „für die Aufklärung der heterogenen Natur kolloidaler Lösungen sowie für die dabei angewandten Methoden“
Heinrich Otto Wieland 1927 Nobelpreis für Chemie Forschung über Gallensäure
Adolf Windaus 1928 Nobelpreis für Chemie „für […] Verdienste um die Erforschung des Aufbaus der Sterine und ihres Zusammenhanges mit den Vitaminen“
Hans Fischer 1930 Nobelpreis für Chemie Häminsynthese
Friedrich Bergius 1931 Nobelpreis für Chemie „für […] Verdienste um die Entdeckung und Entwicklung der chemischen Hochdruckverfahren“
Carl Bosch 1931 Nobelpreis für Chemie Entwicklung chemischer Hochdruckverfahren
Richard Kuhn* 1938 Nobelpreis für Chemie „für seine Arbeiten über Carotinoide und Vitamine“
Adolf F. J. Butenandt 1939 Nobelpreis für Chemie Forschung über Steroidhormone
Otto Hahn 1944 Nobelpreis für Chemie „für seine Entdeckung der Spaltung schwerer Atomkerne“
Otto P. H. Diels 1950 Nobelpreis für Chemie Entdeckung der Diels-Alder-Reaktion
Kurt Alder 1950 Nobelpreis für Chemie Entdeckung der Diels-Alder-Reaktion
Hermann Staudinger 1953 Nobelpreis für Chemie Begründung der Polymerchemie
Karl Ziegler 1963 Nobelpreis für Chemie Entdeckungen auf dem Gebiet der Polymere
Manfred Eigen 1967 Nobelpreis für Chemie Geschwindigkeitsmessung von schnellen chemischen Reaktionen
Gerhard Herzberg* 1971 Nobelpreis für Chemie „für seine Beiträge zur Kenntnis der elektronischen Struktur und Geometrie von Molekülen, insbesondere von freien Radikalen“
Ernst Otto Fischer 1973 Nobelpreis für Chemie Erforschung der metallorganischen Sandwichkomplexe
Georg Wittig 1979 Nobelpreis für Chemie Wittig-Reaktion
Johann Deisenhofer 1988 Nobelpreis für Chemie „für die Erforschung der dreidimensionalen Struktur des Reaktionszentrums der Photosynthese bei einem Purpurbakterium“
Robert Huber 1988 Nobelpreis für Chemie „für die Erforschung der dreidimensionalen Struktur des Reaktionszentrums der Photosynthese bei einem Purpurbakterium“
Hartmut Michel 1988 Nobelpreis für Chemie „für die Erforschung der dreidimensionalen Struktur des Reaktionszentrums der Photosynthese bei einem Purpurbakterium“
Gerhard Ertl 2007 Nobelpreis für Chemie „für Studien von chemischen Prozessen auf Festkörperoberflächen“
Stefan Hell 2014 Nobelpreis für Chemie „für die Entwicklung von superauflösender Fluoreszenzmikroskopie“
Wilhelm Conrad Röntgen 1901 Nobelpreis für Physik Entdeckung der Röntgenstrahlung
Philipp Lenard* 1905 Nobelpreis für Physik Forschung im Bereich Festkörper und Atomphysik
Ferdinand Braun 1909 Nobelpreis für Physik Beitrag zur Entwicklung der drahtlosen Telegrafie
Wilhelm Wien 1911 Nobelpreis für Physik Erforschung der Wärmestrahlung
Max von Laue 1914 Nobelpreis für Physik Beugung von Röntgenstrahlen an Kristallen
Max Planck 1918 Nobelpreis für Physik Entdeckung der planckschen Wirkungsquantums
Johannes Stark 1919 Nobelpreis für Physik Entdeckung des Doppler-Effektes und des Stark-Effektes
Albert Einstein 1921 Nobelpreis für Physik „für Verdienste um die theoretische Physik, besonders für seine Entdeckung des Gesetzes des photoelektrischen Effekts
James Franck 1925 Nobelpreis für Physik Bestätigung des Bohrschen Atommodells
Gustav Hertz 1925 Nobelpreis für Physik Bestätigung des Bohrschen Atommodells
Werner Heisenberg 1932 Nobelpreis für Physik Begründung der Quantenmechanik
Max Born* 1954 Nobelpreis für Physik Grundlagenforschung in der Quantenmechanik
Walther Bothe 1954 Nobelpreis für Physik Entwicklung der Koinzidenzmethode
Rudolf Mößbauer 1961 Nobelpreis für Physik Entdeckung des Mößbauer-Effekts
J. Hans D. Jensen 1963 Nobelpreis für Physik Entwicklung des Schalenmodells der Atomkerne
Maria Goeppert-Mayer* 1963 Nobelpreis für Physik Entwicklung des Schalenmodells der Atomkerne
Klaus von Klitzing 1985 Nobelpreis für Physik Entdeckung des quantisierten Hall-Effekts
Gerd Binnig 1986 Nobelpreis für Physik Entwicklung des Rastertunnelmikroskops
Ernst Ruska 1986 Nobelpreis für Physik Erfindung des Elektronenmikroskops
Johannes Georg Bednorz 1987 Nobelpreis für Physik Forschung über Hochtemperatur-Supraleitung in Keramiken aus Kupferoxiden
Jack Steinberger* 1988 Nobelpreis für Physik Grundlagenforschung über Neutrinos
Wolfgang Paul 1989 Nobelpreis für Physik Entwicklung der Ionen-Falle (Paul-Falle)
Hans Georg Dehmelt* 1989 Nobelpreis für Physik Entwicklung der Ionenfalle
Horst L. Störmer 1998 Nobelpreis für Physik „für [die] Entdeckung einer neuen Art von Quantenflüssigkeit mit fraktionell geladenen Anregungen“
Herbert Kroemer 2000 Nobelpreis für Physik Entwicklung von Halbleiterheterostrukturen für Hochgeschwindigkeits- und Optoelektronik
Wolfgang Ketterle 2001 Nobelpreis für Physik Erzeugung des Bose-Einstein-Kondensats
Theodor W. Hänsch 2005 Nobelpreis für Physik Entwicklung des Frequenzkamms in Verbindung mit seinen übrigen Leistungen
Peter Grünberg 2007 Nobelpreis für Physik „für die Entdeckung des Riesenmagnetwiderstands (GMR)“
Emil von Behring 1901 Nobelpreis für Physiologie oder Medizin Arbeit über die Serumtherapie
Robert Koch 1905 Nobelpreis für Physiologie oder Medizin Entdeckung der Erreger von Milzbrand, Tuberkulose und Cholera
Paul Ehrlich 1908 Nobelpreis für Physiologie oder Medizin Begründung der Immunologie
Albrecht Kossel 1910 Nobelpreis für Physiologie oder Medizin „in Anerkennung seines Beitrags über das Wissen der Zellchemie durch seine Arbeiten an Proteinen einschließlich der Kernsubstanzen“
Otto F. Meyerhof 1922 Nobelpreis für Physiologie oder Medizin Forschungen über den Stoffwechsel im Muskel
Otto Warburg 1931 Nobelpreis für Physiologie oder Medizin Forschungen zum Atmungsferment
Hans Spemann 1935 Nobelpreis für Physiologie oder Medizin Entdeckung des Organisator-Effekts
Otto Loewi 1936 Nobelpreis für Physiologie oder Medizin „für […] Entdeckungen bei der chemischen Übertragung der Nervenimpulse“
Gerhard Domagk 1939 Nobelpreis für Physiologie oder Medizin Entdeckung der antibakteriellen Wirkung des Sulfonamids Prontosil
Ernst Boris Chain* 1945 Nobelpreis für Physiologie oder Medizin Entdeckung des Penizillins
Hans Adolf Krebs* 1953 Nobelpreis für Physiologie oder Medizin Entdeckung des Citratzyklus
Werner Forßmann 1956 Nobelpreis für Physiologie oder Medizin „für […] Entdeckungen zur Herzkatheterisierung und zu den pathologischen Veränderungen im Kreislaufsystem“
Feodor Lynen 1964 Nobelpreis für Physiologie oder Medizin Forschungen über die Regulierung des Cholesterin- und Fettsäurestoffwechsels
Konrad Bloch* 1964 Nobelpreis für Physiologie oder Medizin Forschungen über die Regulierung des Cholesterin- und Fettsäurestoffwechsels
Max Delbrück* 1969 Nobelpreis für Physiologie oder Medizin Begründung der modernen Molekularbiologie und Genetik
Bernard Katz* 1970 Nobelpreis für Physiologie oder Medizin Arbeiten über die quantisierte Form der synaptischen Informationsübertragung
Karl von Frisch* 1973 Nobelpreis für Physiologie oder Medizin „Entdeckungen zur Organisation und Auslösung von individuellen und sozialen Verhaltensmustern“
Georges J. F. Köhler 1984 Nobelpreis für Physiologie oder Medizin Forschung über das Immunsystem und monoklonale Antikörper
Erwin Neher 1991 Nobelpreis für Physiologie oder Medizin Entdeckungen zur Funktion von einzelnen Ionenkanälen in Zellen
Bert Sakmann 1991 Nobelpreis für Physiologie oder Medizin „für [die] Entwicklung einer Methode zum direkten Nachweis von Ionenkanälen in Zellmembranen zur Erforschung der Signalübertragung innerhalb der Zelle und zwischen den Zellen“
Christiane Nüsslein-Volhard 1995 Nobelpreis für Physiologie oder Medizin Forschungen über die genetische Kontrolle der frühen Embryonalentwicklung
Günter Blobel* 1999 Nobelpreis für Physiologie oder Medizin „für die Entdeckung der in Proteinen eingebauten Signale, die ihren Transport und die Lokalisierung in der Zelle steuern“
Harald zur Hausen 2008 Nobelpreis für Physiologie oder Medizin Forschungen zum humanen Papillomvirus
Thomas Südhof* 2013 Nobelpreis für Physiologie oder Medizin Forschungen zum Transportsystem der Zellen
Reinhard Selten 1994 Alfred-Nobel-Gedächtnispreis für Wirtschaftswissenschaften[1] Forschungen zur Spieltheorie

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Deutsche Nobelpreisträger – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Formal: The Sveriges Riksbank Prize in Economic Sciences in Memory of Alfred Nobel, gestiftet 1968 von der Schwedischen Reichsbank in Erinnerung an Alfred Nobel. Zum Hintergrund siehe Weblink Nobelprize.org zum Thema