Liste der neuzeitlich ausgestorbenen Vögel

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Inhaltsverzeichnis

Die Rote Liste gefährdeter Arten 2012 der International Union for Conservation of Nature and Natural Resources listet 130 Vogelarten, die nach dem Jahre 1500 weltweit ausgestorben sind. Darüber hinaus gilt eine unbekannte Anzahl von Vogeltaxa als verschollen oder vermutlich ausgestorben, da sie entweder seit Jahrzehnten nicht mehr nachgewiesen wurden oder ihr Lebensraum so stark zerstört ist, dass ein weiteres Überleben unwahrscheinlich erscheint. Das Jahr 1500 gilt für die IUCN als Schlüsseljahr, da ab diesem Zeitpunkt die Entdeckung und Besiedelung der entlegensten Erdwinkel durch die Europäer eingeleitet wurde und sowohl die Menschen als auch faunenfremde Tierarten, wie Katzen und Ratten, ein Massenaussterben vieler Vogeltaxa verursachten. In der Wissenschaftszeitschrift Proceedings of the National Academy of Sciences veröffentlichte Berechnungen ergaben, dass heutzutage rund zwölf Prozent aller Vogelarten akut vom Aussterben bedroht und weitere zwölf Prozent gefährdet sind. Aufgrund der Datenlage gehen die Forscher davon aus, dass am Ende des 21. Jahrhunderts mindestens zehn Vogelspezies pro Jahr aussterben werden[1]. Vor allem endemische Arten auf abgelegenen Inseln sind vom Aussterben betroffen. Diese Situation kann beispielhaft in Hawaiʻi gezeigt werden, wo ursprünglich 30 Prozent der heute verschwundenen Arten lebten. Auch der Bestand auf der relativ kleinen Insel Guam wurde durch das Auftreten der Braunen Nachtbaumnatter schwer getroffen. Dennoch werden von Zeit zu Zeit vermeintlich ausgestorbene Vogelarten wiederentdeckt. In Europa ist in historischer Zeit lediglich eine Art ausgestorben, der Riesenalk.

Nach 1500 ausgestorbene Vogelarten und –unterarten[Bearbeiten]

† = ausgestorbene Familie

Struthioniformes[Bearbeiten]

Laufvögel[Bearbeiten]

Arten[Bearbeiten]
Skelett von Aepyornis maximus
Die Taxonomie der Elefantenvögel ist noch nicht vollständig geklärt, es ist aber fast sicher, dass wenigstens eine Art bis nach 1500 überlebt hat.
  • Waldmoa Megalapteryx didinus (Südinsel, Neuseeland, spätes 15. Jahrhundert)
Im Allgemeinen wird angenommen, dass der Waldmoa um 1500 ausgestorben ist. Dies ist die einzige Moaart, die Erzählungen aus den 1830er Jahren zufolge, bis in spätere Zeiten überlebt haben könnte.
Starb ca. 1805 in der Wildnis aus. Das letzte Exemplar in menschlicher Obhut starb 1822 im Botanischen Garten von Paris, Jardin des Plantes.
Unterarten[Bearbeiten]

Tinamiformes[Bearbeiten]

Steißhühner[Bearbeiten]

Unterarten[Bearbeiten]
  • Magdalenentinamu, Crypturellus erythropus saltuarius (Kolumbien, spätes 20. Jahrhundert)
Unterart des Rotfußtinamus. Früher als eigenständige Art klassifiziert. Von diesem Vogel ist nur das Typusexemplar von 1943 bekannt. Jüngste Nachforschungen geben Anlass zur Vermutung, dass er heute noch existieren könnte.

Sphenisciformes[Bearbeiten]

Pinguine[Bearbeiten]

Arten[Bearbeiten]
  • Waitaha-Pinguin, Megadyptes waitaha, (Südinsel, Neuseeland, 16. Jahrhundert)
Verschwand zwischen 1500 und 1550 vor der Entdeckung durch die Europäer
nur durch subfossiles Knochenmaterial aus dem 13. Jahrhundert bekannt, könnte aber bis zum späten 18. Jahrhundert überlebt haben.

Anseriformes[Bearbeiten]

Entenvögel, Gänsevögel und Schwäne[Bearbeiten]

Schopfkasarka (Tadorna cristata)
Labradorente (Camptorhynchus labradorius) Illustration Louis Agassiz Fuertes, aus A Natural History of Ducks, 1922
Aucklandsäger (Mergus australis) Illustration John Gerrard Keulemans, aus A History of the Birds of New Zealand, Vol. II, 1888
Arten[Bearbeiten]
  • Schopfkasarka, Tadorna cristata (Nordostasien, spätes 20. Jahrhundert?)
Eine urtümliche Halbgans aus Nordostasien. Offiziell als „vom Aussterben bedroht“ gelistet, obwohl der letzte gesicherte Nachweis aus dem Jahre 1964 stammt.
  • Réunion-Gans, Alopochen kervazoi (Réunion, Maskarenen, ca. 1690er Jahre)
  • Mauritius-Gans, Alopochen mauritianus (Mauritius, Maskarenen, ca. 1690er Jahre)
  • Amsterdamente, Anas marecula (Amsterdam-Insel, südlicher Indischer Ozean, ca. 1800)
  • Anas sp. (Sankt-Paul-Insel), nur durch eine Zeichnung aus dem Jahre 1793 bekannt, könnte mit der Amsterdamente identisch sein.
  • Mauritiusente, Anas theodori (Mauritius und Réunion, Maskarenen, ca. 1690er Jahre)
Rosenkopfente (Rhodonessa caryophyllacea) Illustration William Foster, aus The game birds of India, Burmah, and Ceylon, Vol. III, 1881
  • Finschs Ente, Chenonetta finschi aus Neuseeland. Überwiegend nur durch subfossile Knochenfunde bekannt. Ein Fund einer unbekannten Entenart aus dem Jahre 1870 könnte auf diese Art schließen.
  • Rosenkopfente, Rhodonessa caryophyllacea (Ostindien, Bangladesch, nördliches Myanmar, 1945?) – ein Vorschlag, die Art in die Gattung Netta zu stellen, ist nicht allgemein akzeptiert.
Offiziell als „vom Aussterben bedroht“ gelistet; jüngste Expeditionen zur Wiederentdeckung dieser Art sind bisher fehlgeschlagen
  • Labradorente, Camptorhynchus labradorius (nordöstliches Nordamerika, ca. 1880)
  • Aucklandsäger, Mergus australis (Auckland-Inseln, Südwestpazifik, ca. 1902)
Unterarten[Bearbeiten]
  • Bering-Zwergkanadagans Branta hutchinsii asiatica (Kommandeurinseln und Kurilen, Nordpazifik, 1914 oder 1929 (unbestätigt) zuletzt nachgewiesen)
  • Rennell-Weißkehlente Anas gibberifrons remissa (Rennell, Salomonen, 1959 zuletzt nachgewiesen)
  • Nördliche Spitzschwanzente Anas georgica niceforoi (Kolumbien, 1950er Jahre)
Die letzten bekannten Exemplare wurde 1956 nachgewiesen.
1974 bereits für ausgestorben gehalten, wurden in den 1990er Jahren ein paar Exemplare kurzfristig wiederentdeckt.

Galliformes[Bearbeiten]

Hühnervögel und Verwandte[Bearbeiten]

Arten[Bearbeiten]
Ein Großfußhuhn, das auf der Raoulinsel vorkam, bis die Population durch einen Vulkanausbruch ausgelöscht wurde. Könnte konspezifisch mit dem Tonga-Großfußhuhn (Megapodius pritchardii) gewesen sein.
Offiziell als „vom Aussterben bedroht“ gelistet. Seit 1876 nicht mehr gesichert nachgewiesen. Im Jahre 2003 gab es im Naini-Tal (Nepal) unbestätigte Sichtungen.
Unterarten[Bearbeiten]
  • Francolinus francolinus billypayni (Südtürkei, 1960er Jahre)
  • Francolinus francolinus ssp. (Sizilien, Mittelmeer, ca. 1869)
  • Heidehuhn (Tympanuchus cupido cupido), (Martha’s Vineyard, 1932)
  • Tympanuchus phasianellus hueyi (New Mexico, Nordamerika, 1954)
  • Numida meleagris sabyi (Marokko, ca. 1950)

Charadriiformes[Bearbeiten]

Regenpfeiferartige, Möwen und Alkenvögel[Bearbeiten]

Riesenalk (Alca impennis) Illustration Heinrich Harder, aus Tiere der Urwelt, ca. 1900
Arten[Bearbeiten]
  • Java-Kiebitz, Vanellus macropterus (Java, Indonesien, Mitte des 20. Jahrhunderts)
Offiziell als „vom Aussterben bedroht“ gelistet. Dieser auffällige Vogel wurde seit 1940 nicht mehr gesichert nachgewiesen, daher ist zu befürchten, dass er ausgestorben ist.
  • Gesellschaftsläufer, Prosobonia leucoptera (Tahiti, Moorea, Gesellschaftsinseln, 19. Jahrhundert)
  • Eskimo-Brachvogel, Numenius borealis (nördliches Nordamerika, Überwinterungsplätze: Südamerika, spätes 20. Jahrhundert?)
Wurde 1963 zuletzt gesichtet; offiziell als „vom Aussterben bedroht (vermutlich ausgestorben)“ gelistet.
Unterarten[Bearbeiten]
  • Prosobonia cancellata cancellata (Kiritimati, Kiribati, 19. Jahrhundert)
Nominatform des Südseeläufers, manchmal als eigenständige Art betrachtet, aber nur von einer Zeichnung bekannt.
  • Tawi-Tawi-Laufhühnchen Turnix sylvatica suluensis (Tawitawi, Philippinen, Mitte des 20. Jahrhunderts)
Unterart des Laufhühnchens von Tawitawi und Jolo, zuletzt in den 1950er-Jahren gesichtet.
  • Neukaledonien-Laufhühnchen Turnix varius novaecaledoniae (Neukaledonien, Melanesien, frühes 20. Jahrhundert)
Unterart des Buntlaufhühnchens. Wurde zeitweise als Hybride, eingeführte Art oder eigenständige Art betrachtet. Zahlreiche subfossile Knochen sind jedoch ein Indiz dafür, dass es sich um eine valide endemische Form handelt. Der Holotypus wurde vor 1889 gesammelt, ein weiteres Exemplar im Jahr 1911 von Fritz Sarasin. Bald darauf dürfte dieses Taxon ausgestorben sein.

Gruiformes[Bearbeiten]

Lord-Howe-Purpurhuhn (Porphyrio albus) Illustration Sarah Stone, aus Journal of a Voyage to New South Wales, 1790

Rallen und Verwandte[Bearbeiten]

Arten[Bearbeiten]
Offiziell als „vom Aussterben bedroht“ gelistet, galt zwischen 1904 und 1984 schon einmal als ausgestorben. Interviews mit Bewohnern und eine Suche nach der Art im Jahr 1998 blieben erfolglos.
Aufgrund von unbestätigten Sichtungen in den 1990er Jahren hat die IUCN den Status von „ausgestorben“ auf „vom Aussterben bedroht“ geändert
Nur durch ein einziges Exemplar bekannt; manche Wissenschaftler stellen sie eine eigene Gattung Edithornis. Da es in jüngerer Zeit immer wieder unbestätigte Sichtungen gab, wird sie von der IUCN als „vom Aussterben bedroht“ gelistet.
Subfossile Überreste dieser Rallenart wurden in Muschelhaufen der Maori gefunden, die bis in 18. Jahrhundert datiert werden.
1867 auf der Basis eines Exemplares aus der Sammlung von Joseph Banks beschrieben. Nur vom Holotypus bekannt.

Trappen[Bearbeiten]

Unterarten[Bearbeiten]
  • Marokko-Trappe (Ardeotis arabs lynesi) (1990er-Jahre?)
Unterart der Arabertrappe (Ardeotis arabs). Der Letztnachweis war im Jahre 1993.

Podicipediformes[Bearbeiten]

Lappentaucher

  • Andentaucher, Podiceps andinus (Im Bereich von Bogotá, Kolumbien, 1977)
  • Delacour-Zwergtaucher, Tachybaptus rufolavatus (Alaotra-See, Madagaskar, späte 1980er Jahre)
Wurde 2010 von der IUCN offiziell für ausgestorben erklärt. Diese Art starb höchstwahrscheinlich durch Lebensraumzerstörung und durch Hybridisierung mit dem eingeführten Zwergtaucher aus.

Ciconiiformes[Bearbeiten]

Reiher und Verwandte

Nur durch subfossile Knochen bekannt, aber die Beschreibung eines flugunfähigen Vogels von Ascension durch F. André Thevet passt auf keinen anderen Vogel als auf diese Art.
Nur durch subfossile Knochen bekannt.
  • Schwarzrücken-Zwergdommel Ixobrychus novaezelandiae (Neuseeland, Chatham-Inseln, spätes 19. Jahrhundert)
  • Réunionibis, Threskiornis solitarius (Réunion, Maskarenen, frühes 18. Jahrhundert)
Diese Art liegt dem angeblichen Réunion-Solitär oder Weißen Dodo zugrunde, einem hypothetischen Verwandten des Dodos und des Rodrigues-Solitärs. Aufgrund der Tatsache, dass auf Réunion keine Dodo-ähnlichen, aber Ibis-ähnliche Knochen gefunden wurden und weil alte Beschreibungen gut auf einen flugunfähigen Heiligen Ibis zutreffen, gilt die Reunion-Solitär-Hypothese inzwischen als widerlegt.

Pelecaniformes[Bearbeiten]

Kormorane und verwandte Vögel

Procellariiformes[Bearbeiten]

Röhrennasen, Sturmtaucher und Sturmvögel

Offiziell als „vom Aussterben bedroht (vermutlich ausgestorben)“ gelistet. Diese Vermutung wird auch durch das Ergebnis einer umfangreichen, erfolglosen Suche im Jahre 2000 bestätigt.
Manchmal als Unterart des Teufelssturmvogels (Pterodroma hasitata) angesehen. Nach unbestätigten Berichten könnte er noch überleben. Offiziell als „vom Aussterben bedroht (vermutlich ausgestorben)“ gelistet

Columbiformes[Bearbeiten]

Tauben und Dodos

Arten[Bearbeiten]

Wandertaube (Ectopistes migratorius) Illustration John James Audubon, aus Birds of America, 1827
Die Wandertaube galt Anfang des 19. Jahrhunderts als häufigster Vogel der Welt. Ein einzelner Schwarm wurde auf über zwei Milliarden Vögel geschätzt. Allein im Jahre 1879 wurden eine Milliarde Vögel geschossen, meist als Sport, aber auch aus Schädlingsbekämpfungsgründen oder um die Nachfrage nach Delikatessen zu befriedigen. Das letzte Exemplar in der Wildnis wurde 1900 geschossen. Das letzte Individuum namens Martha starb 1914 im Zoo von Cincinnati.
Salomonentaube (Microgoura meeki)
Das einzige bekannte Exemplar befindet sich seit 1851 im World Museum Liverpool und wurde von Edward Stanley, 13. Earl of Derby, von einer nicht genannten Pazifikinsel erworben. Es wird vermutet, dass dieser Vogel von Tahiti stammt, da eine einheimische Überlieferung auf einem ähnlichen ausgestorbenen Vogel namens titi basiert. Dies wurde allerdings nie überprüft.
Offiziell als „vom Aussterben bedroht“ gelistet. Es sind nur zwei Typusexemplare bekannt, die 1891 gesammelt wurden; es gibt eine Reihe von Berichten von Einheimischen vom Sulu-Archipel aus dem Jahre 1995, die besagen, dass diese Taubenart vor den 1970er-Jahren noch ziemlich häufig beobachtet wurde, die Bestände aber so dramatisch zurückgegangen wären, dass sie die Tawitawitaube deshalb nur noch selten zu Gesicht bekommen hätten. Mittlerweile ist der Lebensraum der Tawitawitaube fast vollständig zerstört. Falls diese Art noch nicht ausgestorben ist, müsste sie extrem selten sein. Der fortdauernde Bürgerkrieg zwischen philippinischer Regierung und der Moro Islamischen Befreiungsfront verhindert jedoch Suchen in dieser Region.
Nur durch Reinhold Forsters Beschreibungen zweier verlorengegangener Exemplare bekannt.
Zuletzt 1927 gesehen; es existieren nur zwei Museumsexemplare. 2005 offiziell für ausgestorben erklärt.
  • Salomonentaube, Microgoura meeki (Choiseul, Salomonen, zuletzt 1904 gesehen)
Dodo (Raphus cucullatus)
Zwei Unterarten existierten, die wenig bekannte Nominatform P. m. mercierii von Nuku Hiva (ausgestorben Mitte oder Ende des 19. Jahrhunderts) und P. m. tristrami von Hiva Oa (Letzter Nachweis: Mitte des 20. Jahrhunderts).
Nur durch einen subfossilen Knochen und einen Reisenbericht von Tafforet aus dem Jahre 1726 bekannt.
Der einzige dokumentierte Nachweis stammt aus dem Jahre 1953, als ein Exemplar gefunden wurde. Die Echtheit dieses Exemplares wurde in Frage gestellt, aber bisher wurde noch keine gute Alternative zum Artstatus dieses Taxons vorgeschlagen. Offiziell als „vom Aussterben bedroht“ gelistet. Die Art könnte auch auf Panay existiert haben, wurde dort aber nie gefunden. Eine mögliche Sichtung aus dem Jahre 2002 wurde nicht weiterverfolgt.
  • Dodo, Raphus cucullatus (Mauritius, Maskarenen, spätes 17. Jahrhundert)
Wurde von Linné als Didus ineptus bezeichnet. Ein etwa ein Meter großer flugunfähiger Vogel, der nur auf Mauritius vorkam. Sein bewaldeter Lebensraum ging verloren, als holländische Siedler nach Mauritius zogen. Die Vögel wurden massenweise als Proviant auf die Schiffe geladen und die Dodonester wurden von Affen, Schweinen und Katzen zerstört, die die Holländer auf die Insel brachten. Das letzte Exemplar wurde 1681 getötet, nur 80 Jahre nachdem die neuen Räuber eingeführt wurden.

Unterarten[Bearbeiten]

Unterart der Ringeltaube (Columba palumbus), zuletzt im Jahre 1904 gesichtet.
Unterart der Weißwangentaube (Columba vitiensis), zuletzt im Jahre 1853 gesichtet.

Psittaciformes[Bearbeiten]

Papageien[Bearbeiten]

Arten[Bearbeiten]
  • Diademzierlori, Charmosyna diadema (Neukaledonien, Melanesien, Mitte des 20. Jahrhunderts?)
Offiziell als „vom Aussterben bedroht“ gelistet. Seit Beginn des 20. Jahrhunderts gab es keine zuverlässigen Berichte mehr, jedoch ist er aufgrund seiner kleinen und unauffälligen Gestalt schwierig zu beobachten.
Dünnschnabelnestor (Nestor productus) Illustration Elizabeth Gould, aus The Birds of Australia, Vol. V, 1848
  • Dünnschnabelnestor, Nestor productus (Norfolkinsel und Philipinsel, Südwestpazifik, 1851?)
  • Braunkopf-Laufsittich, Cyanoramphus ulietanus (Raiatea, Gesellschaftsinseln, spätes 18. Jahrhundert)
  • Tahiti-Laufsittich, Cyanoramphus zealandicus (Tahiti, Gesellschaftsinseln, ca. 1850)
  • Paradiessittich, Psephotus pulcherrimus (Bereich von Rockhampton, Australien, späte 1920er Jahre)
  • Polynesischer Edelpapagei, Eclectus infectus, 2006 anhand von subfossilen Knochen beschrieben, die auf Tonga und Vanuatu gefunden wurden. Er könnte bis zum 18. Jahrhundert überlebt haben, da die Zeichnung eines Vogels, die während einer Malaspina-Expedition auf der tongaischen Insel Vava'u entstanden ist, das Männchen eines Edelpapageis darstellt.
  • Seychellensittich, Psittacula wardi (Seychellen, westlicher Indischer Ozean, 1883)
  • Rodrigues-Sittich, Psittacula exsul (Rodrigues, Maskarenen, ca. 1875)
  • Réunion-Halsbandsittich, Psittacula eques (Réunion, Maskarenen, ca. 1732)
nahe mit dem Mauritiussittich (Psittacula echo) verwandte Art, die das letzte Mal 1732 in einem Bericht des Reisenden Jean-François Charpentier de Cossigny erwähnt wurde.
  • Mauritius-Grausittich, Psittacula bensoni (Mauritius und vermutlich Réunion). Die letzten Berichte gab es in den 1730er-Jahren.
  • Réunion-Sittich oder Maskarenen-Papagei, Mascarinus mascarinus (Réunion, Maskarenen, 1834?)
Das letzte bekannte Exemplar befand sich in menschlicher Obhut und starb in einem nicht bekannten Jahr vor 1834. Subfossile Knochen, die auf die Art schließen könnten, wurden auf Mauritius gefunden.
Kuba-Ara (Ara tricolor) Illustration Frederick William Frohawk, aus Extinct Birds, 1907
Könnte bis ins späte 18. Jahrhundert überlebt haben.
  • Rodrigues-Papagei, Necropsittacus rodericanus (Rodrigues, Maskarenen, spätes 18. Jahrhundert)
  • Türkisara, Anodorhynchus glaucus (nördliches Argentinien, frühes 20. Jahrhundert)
wegen der permanenten Gerüchte über wildlebende Exemplare offiziell als „vom Aussterben bedroht (vermutlich ausgestorben)“ gelistet.
Eine Anzahl von verwandten Arten wurde von den Westindischen Inseln beschrieben, die jedoch alle nicht als guter Beleg anerkannt sind. Von einigen prähistorischen Formen ist jedoch bekannt, dass sie in der Region existiert haben.
Schaupräparat des Karolinasittichs im Museum Wiesbaden
  • Karolinasittich, Conuropsis carolinensis (südöstliches Nordamerika, c.1918?)
Obwohl das Sterbedatum des letzten Vogels in menschlicher Obhut im Zoo von Cincinnati allgemein mit 1918 angegeben wird, gibt es angeblich überzeugende Berichte, dass einige wilde Vögel noch ein paar Jahre länger überlebt haben. Zwei Unterarten existierten: C. c. carolinensis (Osten und Süden der Appalachenkette – ausgestorben 1918, Gerüchten zufolge erst 1930) und C. c. ludovicianus (Louisianasittich, westlich der Appalachenkette – ausgestorben Anfang der 1910er Jahre).
Nur nach Beschreibungen in Reiseberichten von Jean-Baptiste Labat bekannt, doch ist die Existenz der Art biogeographisch plausibel und die beschriebenen Einzelheiten treffen auf keine andere bekannte Art zu.
Die Martinique-Amazone und die Veilchen-Amazone wurden aufgrund alter Reiseberichte beschrieben. Beide werden heutzutage als gültige Arten und als nächste Verwandte der Kaiseramazone (Amazona imperialis) betrachtet.
Häufig als Unterart des Ziegensittichs, (Cyanoramphus novaezelandiae) gelistet. Erhielt 2008 von den australischen Ornithologen Leslie Christides und Walter E. Boles den Artstatus. Zuletzt im Jahr 1869 gesichtet.
Häufig als Unterart des Ziegensittichs, (Cyanoramphus novaezelandiae) gelistet. Erhielt 2008 Artstatus. Zuletzt im Jahr 1890 gesichtet.
Unterarten[Bearbeiten]
Cebu-Fledermauspapageichen
Unterart des Philippinenpapageichens (Loriculus philippensis). 1908 galt dieser Papagei das erste Mal als ausgestorben, bis er 1997 wiederentdeckt wurde. Seitdem blieben Suchen nach dem Cebu-Fledermauspapageichen erfolglos.
  • Siquijor-Fledermauspapageichen, Loriculus philippensis siquijorensis (Siquijor, Philippinen)
Unterart des Philippinenpapageichens (Loriculus philippensis). Der Letztnachweis war im Jahre 1906.
  • Culebra-Amazone, Amazona vittata gracilipes (Culebra, Westindische Inseln), Ende des 19. Jahrhunderts/Beginn des 20. Jahrhunderts.
Unterart der Puerto-Rico-Amazone, Amazona vittata. Die letzten drei bekannten Exemplare wurden 1899 gesammelt.
  • Puerto-Rico-Sittich,Aratinga chloroptera maugei (Puerto Rico, Westindische Inseln, 1890er Jahre)
Unterart des Haiti-Sittichs (Aratinga chloroptera). Das letzte bekannte Exemplar wurde 1892 gesammelt.
  • Aruba-Amazone, Amazona barbadensis canifrons (Aruba, Westindische Inseln, 1940er Jahre)
Unterart der Gelbschulteramazone (Amazona barbadensis). Zuletzt zwischen 1944 und 1947 gesichtet.

Cuculiformes[Bearbeiten]

Kuckucksvögel

nur vom linken Humerus bekannt.

Falconiformes[Bearbeiten]

Falkenartige[Bearbeiten]

Arten[Bearbeiten]
Die Art wurde 1875 entdeckt und 25 Jahre später ausgerottet.

Strigiformes[Bearbeiten]

Eulen[Bearbeiten]

Weißwangenkauz (Sceloglaux albifacies) Illustration John Gerrard Keulemans, aus Ornithological Miscellany, Vol. I, 1875
Arten[Bearbeiten]
  • Réunion-Eule, Mascarenotus grucheti (Réunion, Maskarenen, 18. Jahrhundert?)
  • Mauritius-Eule, Mascarenotus sauzieri (Mauritus, Maskarenen, nach 1837)
  • Rodrigues-Eule, Mascarenotus murivorus (Rodrigues, Maskarenen, Mitte des 18. Jahrhunderts)
Die beiden zuletzt genannten Arten wurden wechselnd in die Gattungen Bubo, Athene, „Scops“ (=Otus), Strix, und Tyto platziert, bevor man ihre wahre Verwandtschaft feststellte.
Unterarten[Bearbeiten]
die letzten Exemplare wurde 1890 von Mungos ausgerottet
  • Antigua-Kanincheneule (Athene cunicularia amaura) (Antigua, St. Kitts und Nevis, spätes 19. Jahrhundert)
die letzten Exemplare wurde 1890 von Mungos ausgerottet
  • Rotwangenkauz (Sceloglaux albifacies rufifacies) (Nordinsel, ausgestorben ca. 1870er Jahre?)
  • Socorro-Elfenkauz (Micrathene whitneyi graysoni) (Socorro, 1970er Jahre?)
Unterart des Elfenkauzes. Letztnachweis war im Jahr 1970
  • Jungferninseln-Kreischeule (Megascops nudipes newtoni) (Amerikanische Jungferninseln, 1980er Jahre?)
Unterart der Puerto Rico-Kreischeule. Die letzte bestätigte Sichtung war 1927 auf Viques, von St. John liegt ein unbestätigter Report aus dem Jahre 1981 vor.
in reinrassiger Form seit 1996 ausgestorben, überlebt als Norfolkinsel/Neuseeland-Kuckuckskauzhybride.

Caprimulgiformes[Bearbeiten]

Schwalmartige und Verwandte[Bearbeiten]

Arten[Bearbeiten]
Berichte über unidentifizierbare Nachtschwalben im Lebensraum von S. americana lassen die Vermutung zu, dass diese kryptische Art noch existieren könnte. Nachforschungen werden derzeit durchgeführt. Bis auf Weiteres wird die Art als „vom Aussterben bedroht (vermutlich ausgestorben)“ eingestuft.
1985 nach subfossilen Knochen beschrieben, könnte bis in die Neuzeit überlebt haben oder noch existieren.
Nur nach einem einzigen, 1929 in Xinjiang, China gesammelten Exemplar bekannt und seitdem nie wiedergefunden. Nach heutiger Forschermeinung könnte es sich auch um eine zweifelhafte Art handeln, da bei späteren Expeditionen nur Exemplare der Ziegenmelker-Unterart C. europaeus plumipes im Lebensraum von C. centralasicus gefunden wurden.
Ursprünglich als Unterart der Bartnachtschwalbe betrachtet. Nur vom Holotypus aus dem Jahre 1939 bekannt.

Apodiformes[Bearbeiten]

Seglervögel und Kolibris.

  • Kupferfadenelfe, Discosura letitiae (sehr unklar mit Nordost-Bolivien angeben)
Lediglich durch zwei Exemplare unbekannter Herkunft aus dem Handel bekannt.
Ein kryptischer Vogel, der nur durch ein einzelnes Exemplar bekannt ist, das in Bogotá erworben wurde. Nachdem man diese Kolibri-Art lange für eine Hybride gehalten hatte, wurde durch eine DNA-Analyse im Jahre 2009 die Echtheit dieses Taxons festgestellt.
nach unbestätigten Sichtungen in den 1970er Jahren offiziell als „vom Aussterben bedroht“ gelistet. Lediglich von sechs Exemplaren aus dem 19. Jahrhundert bekannt. Der einzig bekannte Lebensraum ist zerstört, jedoch bleibt das genaue Verbreitungsgebiet dieses Vogels unklar.

Coraciiformes, Alcediniformes, Bucerotiformes[Bearbeiten]

Rackenvögel, Eisvögel und Verwandte

Arten[Bearbeiten]

Unterarten[Bearbeiten]

Ursprünglich als eigenständige Art beschrieben, stellt er nach heutiger Forschermeinung eine Unterart des Zimtkopfliestes Todiramphus cinnamominus dar. Er wurde nur einmal von Wissenschaftlern im Jahre 1887 nachgewiesen, das vorhandene Museumsexemplar ist etwas beschädigt und macht deshalb eine Molekularanalyse schwierig.
Unterart des Madagaskarfischers Corythornis madagascariensis Nur vom Holotypus aus dem Jahre 1974 bekannt.
Unterart des Rostfischers Ceyx fallax. Die letzte Sichtung war im Jahre 1997.
  • Mangareva-Liest Todiramphus gambieri gambieri (Gambier-Inseln, 19. Jahrhundert?)
Nominatform des Tuamotuliests Todiramphus gambieri niauensis, der selten auf der Insel Niau überlebt. Nur vom Holotypus aus dem Jahre 1841 bekannt.

Piciformes[Bearbeiten]

Spechtvögel und Verwandte

Kaiserspecht (Campephilus imperialis)
als Schaupräparat im Museum Wiesbaden

Arten[Bearbeiten]

  • Kaiserspecht, Campephilus imperialis (Mexiko, Ende der 1950er Jahre?)
Dieser 60 Zentimeter große Specht ist offiziell als „vom Aussterben bedroht“ gelistet, nachdem es immer wieder unbestätigte Sichtungen (die letzte im Jahre 2005 im Copper Canyon) gab.

Unterarten[Bearbeiten]

Nur von 3 Exemplaren bekannt, die vor 1900 auf Cebu gesammelt wurden.
  • Der Kubanische Elfenbeinspecht (Campephilus principalis bairdii) wurde zuletzt im März 1987 gesichtet.
  • Guadalupe-Kupferspecht (Colaptes auratus rufipileus) (Guadalupe, Niederkalifornien, frühes 20 Jahrhundert)
Unterart des Goldspechtes (Colaptes auratus) Die letzten zwölf Exemplare wurden 1906 gesammelt.

Passeriformes[Bearbeiten]

Sperlingsvögel

Formicariidae[Bearbeiten]

Ameisenpittas und Ameisendrosseln

offiziell als „vom Aussterben bedroht“ geführt. Die Art wurde seit 1956 nicht mehr gesehen und obwohl noch einiges von ihrem Lebensraum erhalten ist, wurde sie während intensiver Suchen in den 1990er Jahren nicht gefunden.
Stephenschlüpfer (Xenicus lyalli), Illustration John Gerrard Keulemans, aus A History of the Birds of New Zealand, 1905

Acanthisittidae[Bearbeiten]

Maorischlüpfer

Von dieser Art wurde in berühmter (aber in einer nicht ganz richtigen) Form behauptet, dass sie von einer einzigen Katze namens „Tibbles“ ausgerottet wurde. Tatsächlich waren mehrere Umstände am Aussterben dieser Art beteiligt.
Drei Unterarten existierten: X. l. stokesi – Nordinsel, ausgestorben 1955; X. l. longipes – Südinsel, ausgestorben 1968; X. l. variabilis – Stewart Island, ausgestorben 1972.

Mohoidae[Bearbeiten]

Die fünf Vertreter dieser Familie wurden lange für Honigfresser gehalten, da man annahm, dass sie von australasiatischen Honigfressern abstammen. Nach neuen genetischen Erkenntnissen sind sie vermutlich näher mit den Seidenschwänzen der Neuen Welt verwandt. Daher wurde 2008 die neue Familie Mohoidae geschaffen.

  • Schmalfederhonigfresser, Chaetoptila angustipluma (Big Island, Hawaiʻi, 1860er Jahre)
  • Prachtmoho, Moho nobilis (Big Island, Hawaiʻi, 1934 zuletzt nachgewiesen)
  • Krausschwanzmoho, Moho apicalis (Oʻahu, Hawaiʻi, 1837 zuletzt nachgewiesen)
  • Ohrbüschelmoho, Moho bishopi (Molokaʻi, zuletzt 1904 nachgewiesen), eine unbestätigte Sichtung gab es 1981 auf Maui
  • Schuppenkehlmoho, Moho braccatus (Kauaʻi, Hawaiʻi, 1987)

Meliphagidae[Bearbeiten]

Honigfresser

Wird manchmal als Unterart des Maori-Glockenhonigfressers (Anthornis melanura) betrachtet. Unbestätigte Sichtungen existierten von Anfang bis Mitte der 1950er Jahre.

Acanthizidae[Bearbeiten]

Südseegrasmücken

Monarchidae[Bearbeiten]

Monarchen und Verwandte

Arten[Bearbeiten]
Unterarten[Bearbeiten]
  • Hiva-Oa-Monarch, Pomarea mendozae mendozae (Hiva Oa, Marquesas, ca. 1975)
Die Nominatform ist ausgestorben, die Unterart Pomarea mendozae motanensis überlebt auf Mohotani und ist sehr selten.
Diese Unterart des Fidschi-Würgermonarchen (Clytorhynchus vitiensis) wurde seit den verheerenden Zerstörungen der Zyklone Ofa und Val auf American Samoa in den Jahren 1990 und 1991 nicht mehr gesichtet.

Oriolidae[Bearbeiten]

Huia (Heteralocha acutirostris), Männchen (Vordergrund) und Weibchen (Hintergrund), Illustration John Gerrard Keulemans, aus A History of the Birds of New Zealand, 1905
Arten[Bearbeiten]

Piopios, früher als Neuseeland-Drosseln bezeichnet

seit 1900 nicht mehr zuverlässig nachgewiesen, letzte unbestätigte Sichtung 1955.
Zwei Unterarten existierten: T. c. minor von Stephens Island (Neuseeland) (ausgestorben ca. 1897) und die Nominatform T. c. capensis vom Festland der Südinsel (letztes Exemplar gesammelt im Jahre 1902, letzte unbestätigte Sichtung im Jahre 1963)
Unterarten[Bearbeiten]
  • Cebu-Gelbkehlpirol, Oriolus steerii assimilis (Cebu, Philippinen, c. 2001?)
Unterart des Philippinenpirols (Oriolus steerii). 1906 galt der Cebu-Gelbkehlpirol als ausgestorben, bis eine unbestätigte Sichtung im Jahr 2000 die Hoffnung nährte, dass er noch existieren könnte. Seit 2001 hat es jedoch keine weiteren Nachweise mehr gegeben.

Callaeidae[Bearbeiten]

Lappenvögel

  • Huia, Heteralocha acutirostris (Nordinsel, Neuseeland, frühes 20. Jahrhundert)
  • Südinsel-Kokako Callaeas cinerea (Südinsel, Neuseeland, 1960er-Jahre)
Die letzte bestätigte Sichtung war 1967. In der Folgezeit hat es nur noch unbestätigte Nachweise gegeben.

Estrildidae[Bearbeiten]

Prachtfinken

Arten[Bearbeiten]
ein mysteriöser Astrild, der 1950 zuletzt gesehen wurde. Da Teile seines Lebensraumes im Upemba National Park liegen, könnte er noch überleben.
Unterarten[Bearbeiten]
  • Neochmia ruficauda ruficauda (Australien, 2000)
Nominatform des Binsenastrilds (Neochmia ruficauda), zuletzt im Jahre 2000 nachgewiesen.

Parulidae[Bearbeiten]

Waldsänger

Gelbstirnwaldsänger – Männchen (oben) und Weibchen (unten)
offiziell als „vom Aussterben bedroht“ gelistet.

Icteridae[Bearbeiten]

Grackeln

Fringillidae[Bearbeiten]

Finken

  • Bonin-Kernbeißer, Chaunoproctus ferreorostris (Chichi-jima, Ogasawara-Inseln, 1830er Jahre?)

Drepanidinae[Bearbeiten]

Palmers Papageischnäbler (Rhodacanthus palmeri) Illustration John Gerrard Keulemans, aus The Avifauna of Laysan, 1893

Kleidervögel

Arten[Bearbeiten]
Offiziell als „vom Aussterben bedroht (vermutlich ausgestorben)“ gelistet. Dies war einst die am weitesten verbreitete Art der hawaiischen Kleidervögel. Seit 1987 oder 1989 gibt es keine zuverlässigen Nachweise mehr.
Die Nominatform von Oʻahu (H. l. lucidus) ist seit dem späten 19. Jahrhundert ausgestorben.
Offiziell als „vom Aussterben bedroht (vermutlich ausgestorben)“ gelistet. Letzter Nachweis war im Jahre 1985, die letzte unbestätigte Sichtung im Jahre 1990.
Das letzte bekannte Exemplar starb am 28. November 2004 in Gefangenschaft. Zwei weitere Vögel, die man vorher noch auf Maui nachweisen konnte, sind spurlos verschwunden.
Nach einem letzten zuverlässigen Nachweis im Jahre 1988, sind Suchen nach der Art in den 1990er Jahren fehlgeschlagen.
Unterarten[Bearbeiten]
  • Lanai-Akialoa, Hemignathus ellisianus lanaiensis (Lānaʻi, 1892). Subfossile Knochen wurden auf Maui und Molokaʻi, gefunden.
  • Kauai-Akialoa, Hemignathus ellisianus stejnegeri (Kauaʻi, Hawaiʻi, 1969)
  • Kauai-Sichelkleidervogel oder Kauai-Nukupuʻu, Hemignathus lucidus hanapepe (Kauaʻi, Hawaiʻi, Ende der 1990er-Jahre)
Unterart des Nukupuus, wurde seit 1995 nicht mehr zuverlässig nachgewiesen.
Unterart des Nukupuus, wurde seit 1995 nicht mehr zuverlässig nachgewiesen.

Emberizidae[Bearbeiten]

Ammern

Schwarze Strandammer
Arten[Bearbeiten]
Naher Verwandter der Rötelgrundammer (P. erythrophthalmus), nur durch fossiles und subfossiles Material bekannt. Ein Reisebericht von William Strachey aus dem Jahre 1610 über eine große Ammerart von den Bermuda-Inseln, könnte auf diese Art zutreffen.
Nur von drei Museumsexemplaren aus den frühen 1970er-Jahren bekannt.
Unterarten[Bearbeiten]
Unterart der Strandammer (Ammodramus maritimus). Das letzte Männchen starb 1987 in einer Voliere des Walt Disney World Resorts in Florida.
  • Santa-Barbara-Singammer (Melospiza melodia graminea) (Santa Barbara Island, Kalifornische Kanalinseln, 1960er Jahre)
Unterart der Singammer (Melospiza melodia). Nach einem verheerenden Brand, der einen Großteil der Vegetation auf Santa Barbara Island zerstörte, wurde die verbliebene Population durch verwilderte Katzen ausgelöscht.
Unterart der Rötelgrundammer (Pipilo erythrophthalmus). Die letzte Sichtung war im Jahre 1897.
Unterart der Rostscheitelammer (Aimophila ruficeps). Die letzte Sichtung war in den 1970er-Jahren.

Thraupidae[Bearbeiten]

Tangaren

Arten[Bearbeiten]
Offiziell als „vom Aussterben bedroht (vermutlich ausgestorben)“ gelistet. Es ist nur von einem einzigen Männchen bekannt, das 1823 gefunden wurde. Es wurde wechselnd als anomales Gelbbauchpfäffchen oder als Hybride betrachtet.
Unterarten[Bearbeiten]
Nominatform des Großgrundfinks Geospiza magnirostris. 1957 zuletzt gesichtet.
Manchmal als eigenständige Art Loxigilla grandis betrachtet. 1929 zuletzt gesammelt.
  • Samaná-Ostschmätzertangare Calyptophilus frugivorus frugivorus (Samaná-Halbinsel, Dominikanische Republik, 1982)
Nominatform der Ostschmätzertangare (Calyptophilus frugivorus), zuletzt im Jahr 1982 gesichtet.
  • Gonâve-Ostschmätzertangare Calyptophilus frugivorus frugivorus (Gonâve, Haiti, 1977)
Unterart der Ostschmätzertangare (Calyptophilus frugivorus), zuletzt im Jahr 1977 gesichtet. Manchmal als Unterart der Westschmätzertangare (Calyptophilus tertius) betrachtet.

Ploceidae[Bearbeiten]

Webervögel

Jüngste Untersuchungen (Cheke, Hume 2008) gehen davon aus, dass bereits vor der kryptischen Form Foudia bruante eine valide Webervogelart auf Réunion existierte und im späten 17. Jahrhundert ausgestorben ist.

Hirundinidae[Bearbeiten]

Schwalben

Sirintaraschwalbe
Offiziell als „vom Aussterben bedroht“ gelistet, diese mysteriöse Art ist nur durch Zugvögel bekannt und wurde zuletzt 1980 an ihren ehemaligen Schlafplätzen gesehen. Eine unbestätigte Sichtung soll es 1986 in Thailand gegeben haben. Jüngste unbestätigte Sichtungen lassen vermuten, dass sie noch in Kambodscha vorkommen könnte.
Bekannt von einem einzigen Exemplar, könnte diese mysteriöse Art heute noch existieren. Aber das Ausbleiben von jüngeren Berichten spricht dagegen.

Sylviidae[Bearbeiten]

Grasmückenartige

Häufig in die Gattung Megalurus platziert, aber dies basiert auf einer unvollständigen Betrachtung der Belege.

Macrosphenidae[Bearbeiten]

Unterarten[Bearbeiten]
  • Chapins Sylvietta (Sylvietta (leucophrys) chapini) (Demokratische Republik Kongo, 20. Jahrhundert?)
Unterart der Weißbrauensylvietta (Sylvietta leucophrys), manchmal als eigenständige Art aufgefasst. Nur von drei Exemplaren bekannt, die 1942 gesammelt wurden

Phylloscopidae[Bearbeiten]

Unterarten[Bearbeiten]
  • Lanzarote-Zilpzalp (Phylloscopus canariensis exsul) (Lanzarote, Kanarische Inseln, Ende des 20. Jahrhunderts?)
Unterart der Kanaren-Zilpzalps (Phylloscopus canariensis). Ein dieser Rasse zugeschriebenes Nest wurde 1986 entdeckt. Seitdem hat es keine Nachweise mehr gegeben.

Acrocephalidae[Bearbeiten]

Rohrsängerartige

Arten[Bearbeiten]
Unterarten[Bearbeiten]

Cisticolidae[Bearbeiten]

Halmsängerartige und Verwandte

Arten[Bearbeiten]
Ein rätselhafter Vogel, der zu verschiedenen Zeiten in kleiner Anzahl im Stromgebiet des Tana-Flusses in Kenia beobachtet wurde, aber seit 1972 nicht mehr gefunden wurde. Wird von einigen Forschern als zweifelhaftes Taxon betrachtet, die die sieben bekannt gewordenen Exemplare für anomale Exemplare des Graucistensängers oder für Hybride halten.
Unterarten[Bearbeiten]
  • Nördlicher Spiegelfeinsänger, Apalis chariessa chariessa (Kenia, 1960er Jahre?)
Nominatform des Spiegelfeinsängers (Apalis chariessa). Zuletzt 1961 bei Mitole am unteren Tana-Fluss in Kenia beobachtet.
  • Westliche Braunstirneremomela, Eremomela turneri kalindei (Demokratische Republik Kongo und Uganda, Ende der 1970er Jahre?)
Diese Unterart der Braunstirneremomela (Eremomela turneri) wurde seit Ende der 1970er-Jahre nicht mehr gesichtet. Ihr Lebensraum ist stark entwaldet.

Zosteropidae[Bearbeiten]

Brillenvögel

Arten[Bearbeiten]
Aufgrund des sehr kleinen Verbreitungsgebietes sind die Überlebenschancen des Weißbrust-Brillenvogels sehr gering. Im Jahre 2000 wurde er von der australischen Regierung für ausgestorben erklärt obgleich es noch 2005 eine letzte Sichtung gegeben haben soll. Illustration Elizabeth Gould, aus The Birds of Australia Vol. XIII, 1869
Unterarten[Bearbeiten]

Timaliidae[Bearbeiten]

Timalien

Bekannt von einem einzigen Exemplar, das Mitte des 19. Jahrhunderts gefunden wurde. Diese Art könnte ausgestorben sein oder noch existieren. Wenn das Label des Typusexemplares, gewöhnlich wegen der Herkunftsangabe Java als fehlerhaft betrachtet, korrekt ist, könnte sie schon viel früher ausgestorben sein.

Cinclosomatidae[Bearbeiten]

Unterarten[Bearbeiten]
Unterart des Fleckenflöters (Cinclosoma punctatum), Endemit in den Mount Lofty Ranges, South Australia, zuletzt 1984 nachgewiesen

Campephagidae[Bearbeiten]

Stachelbürzler

Unterarten[Bearbeiten]
  • Marinduque-Glanzraupenfänger Coracina coerulescens deschauenseei (Marinduque, Philippinen, 1970er-Jahre?)
Unterart des Glanzraupenfängers (Coracina coerulescens). Nur vom Holotypus aus dem Jahre 1971 bekannt.
  • Cebu-Glanzraupenfänger Coracina coerulescens altera (Cebu, Philippinen, Beginn des 20. Jahrhunderts?)
Unterart des Glanzraupenfängers (Coracina coerulescens). Zuletzt im Jahre 1906 gesammelt.
  • Cebu-Bindenraupenfänger Coracina striata cebuensis (Cebu, Philippinen, Beginn des 20. Jahrhunderts?)
Unterart des Bindenraupenfängers (Coracina striata). Zuletzt im Jahre 1906 gesammelt.
  • Norfolk-Langschwanzlalage Lalage leucopyga leucopyga (Norfolkinsel, 1940er-Jahre?)
Nominatform der Langschwanzlalage (Lalage leucopyga). Zuletzt im Jahre 1942 gesichtet.

Muscicapidae[Bearbeiten]

Fliegenschnäpper

Ein mysteriöser Vogel, der nur von vier Exemplaren bekannt ist. 1918 wurde er zuletzt gefunden. Offiziell als „vom Aussterben bedroht“ gelistet, da er noch im nordöstlichen Indochina existieren könnte. Manche Wissenschaftler sehen ihn als Unterart des Hainan-Blauschnäppers an.

Troglodytidae[Bearbeiten]

Zaunkönige

Unterarten[Bearbeiten]
Unterart des Hauszaunkönigs. Der Letztnachweis war im Jahr 1886. Vermutlich starb er schon vor dem Ausbruch des Mont Pélee im Jahre 1902 aus.
Unterart des Buschzaunkönigs. Der Letztnachweis war im Jahr 1897.
Unterart des Buschzaunkönigs. Der Letztnachweis war im Jahr 1968.
Unterart des Felsenzaunkönigs. Die einzige bekannte Population wurde 1952 durch den Ausbruch des Vulkans Bárcena auf San Benedicto ausgelöscht.

Turdidae[Bearbeiten]

Drosseln

Arten[Bearbeiten]
Bonin-Erddrossel (Zoothera terrestris) Illustration John Gerrard Keulemans, aus A monograph of the Turdidae, 1898
  • Rotaugendrossel, Turdus ravidus (Grand Cayman, Westindische Inseln, 1940er Jahre)
  • Bonin-Erddrossel, Zoothera terrestris (Chichi-jima, Ogasawara-Inseln, ca. 1830er Jahre)
  • Oahuklarino, Myadestes woahensis (Oʻahu, Hawaiʻi, Mitte des 19. Jahrhunderts)
  • Kauaiklarino, Myadestes myadestinus (Kauaʻi, Hawaiʻi, zuletzt 1993 oder 1996 gesehen)
  • Lanaiklarino, Myadestes lanaiensis (Hawaiʻi-Inseln, 1980s?)
Offiziell als „vom Aussterben bedroht (vermutlich ausgestorben)“ gelistet, weil es auf Molokai noch Plätze gibt, die noch nicht erkundet wurden. Unterarten sind bekannt von Lānaʻi (M. l. lanaiensis, ausgestorben Anfang der 1930er Jahre) und Molokai (M. l. rutha, von der die letzten Nachweise aus den 1980er Jahren stammen).
Unterarten[Bearbeiten]
Wurde an Anfang der 1920er-Jahre durch Ratten ausgerottet.
Starb Ende der 1970er-Jahre durch die Nachstellung durch Ratten und Katzen sowie durch die Hybridisierung mit Amseln aus.
  • Maré-Inseldrossel, Turdus poliocephalus mareensis (Maré, Loyalitätsinseln, frühes 20. Jahrhundert)
wurde 1911 oder 1912 zuletzt gesammelt.
  • Lifou-Drossel, Turdus poliocephalus pritzbueri (Lifou, Loyalitätsinseln, 20. Jahrhundert)
wurde 1878 zuletzt gesammelt. Eine Suche im Jahr 1939 blieb ohne Erfolg.
  • Choiseul-Erddrossel, Zoothera heinei choiseuli (Choiseul, Salamonen, frühes 20. Jahrhundert)
Unterart der Papua-Erddrossel; nur vom Holotypus, einem Weibchen, bekannt, das im Januar 1904 auf Choiseul gesammelt wurde.
  • Myadestes elisabeth retrusus (Isla de la Juventud, 1970er Jahre)
Unterart des Kubaklarinos, 1970 zuletzt gesehen.

Sturnidae[Bearbeiten]

Hopfstar (Fregilupus varius) Illustration John Gerrard Keulemans, aus Extinct Birds, 1907

Stare

Zwei Unterarten existierten, A. f. fuscaNorfolk-Star (ausgestorben ca. 1923); A. fusca hullianaLord-Howe-Star (ausgestorben ca. 1919).
Die letzten zuverlässigen Nachweise stammen aus den Jahren 1956 und 1995, ein weiteres Überleben dieser Art wird ernsthaft angezweifelt.
  • Hopfstar, Fregilupus varius (Réunion, Maskarenen, 1850er Jahre)
  • Rodrigues-Star, Necropsar rodericanus (Rodrigues, Maskarenen, spätes 18. Jahrhundert?)
Dieser Vogel wurde wechselnd als Testudophaga bicolor, Necropsar leguati oder Orphanopsar leguati beschrieben, die alle drei als identisch mit N. rodericanus betrachtet werden. Testudophaga bicolor ist in einem Reisebericht aus dem Jahre 1726 erwähnt, Orphanopsar leguati ist nur durch Knochenfunde bekannt und Necropsar leguati befand sich im World Museum Liverpool. Letztere Art konnte jedoch in der Zwischenzeit aufgrund einer DNA-Analyse als missgedeutetes teilweise albinotisches Exemplar der Grauzitterdrossel (Cinclocerthia gutturalis) identifiziert werden.

Incertae sedis[Bearbeiten]

Gewöhnlich wird noch die Bezeichnung „Ulieta-Drossel“ verwendet. Ein kryptischer Vogel von Ra'iatea, der nur durch eine alte Zeichnung von Georg Forster und von Beschreibungen eines verlorengegangenen Exemplares bekannt ist. Seine taxonomische Stellung kann bis heute nicht geklärt werden. Aus biogeografischen Gründen und wegen der erhaltenen Beschreibung wurde angeregt, ihn in die Familie der Honigfresser zu stellen. Jedoch scheint es mit der Entdeckung von subfossilen Überreste des Huahine-Stars (Aplonis diluvialis) von der Nachbarinsel Huahine denkbar, dass er eher in die Familie der Stare gehört.

Siehe auch[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

  1. http://www.wissenschaft.de/wissen/news/267161.html 12 Prozent aller Vogelarten von Ausrottung bedroht

Literatur[Bearbeiten]

  • Dieter Luther: Die ausgestorbenen Vögel der Welt, 1986, Westarp Wissenschaften, ISBN 3-89432-213-6
  • Edwin Antonius: Lexikon ausgerotteter Vögel und Säugetiere, 2003, Natur und Tier Verlag, Münster, ISBN 3-931587-76-2
  • Hans E. Wolters: Die Vogelarten der Erde. Paul Parey, Hamburg und Berlin, 1982
  • Anthony Cheke, Julian Hume: Lost Land of the Dodo, Poyser, 2008, ISBN 0-7136-6544-0
  • Michael Walters & Julian Pender Hume: Extinct Birds. Poiser Monographes (A & C Black), 2012. ISBN 978-140-815-725-1

Weblinks[Bearbeiten]