Liste der olympischen Medaillengewinner aus Deutschland

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Olympische Ringe

Deutsches Reich 1896-1916

GER
Olympische Ringe

Deutsches Reich 1920-1932

GER
Olympische Ringe

Deutsches Reich 1936

GER
Olympische Ringe

Saarland 1952

SAA
Olympische Ringe

Gesamtdeutsche Mannschaft 1956

EUA
Olympische Ringe

Gesamtdeutsche Mannschaft 1960/64

EUA
Olympische Ringe

DDR 1968

GDR
Olympische Ringe

BRD 1968

FRG
Olympische Ringe

DDR 1972-1988

GDR
Olympische Ringe

BRD 1972-1988

FRG
Olympische Ringe

Deutschland seit 1992

GER

Die Liste der olympischen Medaillengewinner aus Deutschland listet alle Sportler des Deutschen Olympischen Sportbundes und seinen Vorgängerorganisationen auf, die bei Olympischen Spielen eine Medaille erringen konnten. Das Nationale Olympische Komitee für Deutschland wurde 1895 gegründet und noch im selben Jahr vom Internationalen Olympischen Komitee aufgenommen.

Übersicht[Bearbeiten]

In den Jahren 1920, 1924 und 1948 durften deutsche Sportler nicht an Olympischen Spielen teilnehmen, da infolge des Ersten und Zweiten Weltkrieges Deutschland vom IOC ausgeschlossen bzw. noch nicht wieder aufgenommen worden war. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Olympische Tradition Deutschlands durch das vom IOC anerkannte NOK weitergeführt, das in Bonn wiedergegründet wurde.

In der deutschen olympischen Geschichte traten zeitweise, bedingt durch die politischen Umstände nach dem Zweiten Weltkrieg, auch mehrere deutsche Mannschaften gleichzeitig an (das Saarland und die gesamtdeutsche Mannschaft 1952, die DDR und die BRD mit eigener Mannschaft 1968 bis 1988). Auch nachdem 1968 die DDR mit eigener Mannschaft teilnehmen durfte, wurde die bundesdeutsche Mannschaft bis einschließlich 1976 weiterhin als Deutschland („GER“) geführt (bzw. in den Sprachen der gastgebenden Länder auch als „D“, „ALE“, „ALL“).[1] Nur in den 1980er Jahren kam „FRG“ zum Einsatz. Im Widerspruch zu den tatsächlich verwendeten Bezeichnungen verwendet die Internetseite des IOC derzeit jedoch zwei zusätzliche Bezeichnungen für die Zeit von 1956 bis 1976:

  • Die deutsche Mannschaft mit dem olympischen Länderkürzel „GER“ (bis 1952 und nach 1988)
    244 Goldmedaillen, 253 Silbermedaillen, 267 Bronzemedaillen
  • Die Gesamtdeutsche Mannschaft mit dem olympischen Länderkürzel „EUA“ (1956–1964)
    36 Goldmedaillen, 60 Silbermedaillen, 41 Bronzemedaillen
  • Die Mannschaft der Bundesrepublik Deutschland mit dem olympischen Länderkürzel „FRG“ (1968–1988)
    67 Goldmedaillen, 82 Silbermedaillen, 94 Bronzemedaillen
  • Die Mannschaft der Deutschen Demokratischen Republik mit dem olympischen Länderkürzel „GDR“ (1968–1988)
    192 Goldmedaillen, 165 Silbermedaillen, 162 Bronzemedaillen
  • Die Mannschaft aus dem Saarland mit dem olympischen Länderkürzel „SAA“ (Sommer 1952)
    keine Medaillen

Hinweise

  • 1906 wird nicht hinzugerechnet.
  • 1952 wurde Deutschland bzw. die gesamtdeutsche Mannschaft nur durch bundesdeutsche Sportler vertreten. Die DDR boykottierte, weil sie mit einer eigenen Mannschaft antreten wollte.[2]
  • 1980 (BRD) und 1984 (DDR) nahm jeweils eine deutsche Mannschaft an dem Boykott ihres politischen Lagers teil

Sonstige Wettbewerbe[Bearbeiten]

Bei den Olympischen Zwischenspielen 1906 in Athen wurden 15 Medaillen errungen (4 Gold-, 6 Silber- und 5 Bronzemedaillen). Diese Auszeichnungen tauchen heute jedoch in den offiziellen Listen des Internationalen Olympischen Komitees nicht mehr auf, weshalb auch hier auf eine Einbeziehung dieser Erfolge verzichtet wird.

Bei den olympischen Kunstwettbewerben, die insgesamt siebenmal ausgetragen wurden, konnten deutsche Künstler insgesamt 23 Medaillen gewinnen. Diese teilen sich in sieben Gold-, sieben Silber- und neun Bronzemedaillen auf. Franz Schmid und Toni Schmid wurden 1932 außerdem mit dem Olympischen Bergsteigerpreis Prix olympique d’alpinisme für die erste Besteigung der Nordseite des Matterhorns geehrt. Auch diese Medaillen werden nicht zur Gesamtbilanz hinzugerechnet.

Medaillenbilanzen[Bearbeiten]

Bislang konnten Sportler aus Deutschland 1682 olympische Medaillen bei den Sportwettbewerben erringen. Diese teilen sich in 547 Gold-, 567 Silber- und 568 Bronzemedaillen auf.[3] Damit kommen sie im Ewigen Medaillenspiegel der Olympischen Spiele auf den 3. Rang. Hinzu kommen eine Beteiligung an einer Mixed Team-Goldmedaille (Vereinigtes Königreich/Deutsches Reich) im Herren-Tennis-Doppel 1896 (durch Friedrich Adolf Traun) und eine Beteiligung an einer Mixed-Team-Bronzemedaille (USA/Deutsches Reich) im Tauziehen 1904 (durch Frank Kugler).

Olympische Sommerspiele[Bearbeiten]

Jahr Spiele Platz IOC-Code Gold Silber Bronze Gesamt
1896 Athen 3. GER 6 5 2 13
1900 Paris 7. GER 4 2 2 8
1904 St. Louis 2. GER 4 5 7 16[3]
1906 Athen 6. GER (4) (6) (5) (15)
1908 London 5. GER 3 5 6 14
1912 Stockholm 6. GER 5 13 7 25
1916 Berlin
1920 Antwerpen
1924 Paris
1928 Amsterdam 2. GER 10 7 14 31
1932 Los Angeles 9. GER 3 12 5 20
1936 Berlin 1. GER 33 26 30 89
1940 Helsinki
1944 London
1948 London
1952 Helsinki 28. GER 0 7 17 24
45. SAA 0 0 0 0
1956 Melbourne 7. EUA 6 13 7 26
1960 Rom 4. EUA 12 19 11 42
1964 Tokio 4. EUA 10 22 18 50
1968 Mexiko-Stadt 8. FRG 5 11 10 26
5. GDR 9 9 7 25
1972 München 4. FRG 13 11 16 40
3. GDR 20 23 23 66
1976 Montreal 4. FRG 10 12 17 39
2. GDR 40 25 25 90
1980 Moskau FRG
2. GDR 47 37 42 126
1984 Los Angeles 3. FRG 17 19 23 59
GDR
1988 Seoul 5. FRG 11 14 15 40
2. GDR 37 35 30 102
1992 Barcelona 3. GER 33 21 28 82
1996 Atlanta 3. GER 20 18 27 65
2000 Sydney 5. GER 13 17 26 56
2004 Athen 6. GER 13 16 20 49
2008 Peking 5. GER 16 10 15 41
2012 London 6. GER 11 19 14 44
Gesamt
3. 411 433 464 1308

Stand: (12. August 2012)

Deutschland nahm bisher 22-mal an den Olympischen Sommerspielen teil und beteiligte sich zusätzlich auch an den Olympischen Zwischenspielen 1906 in Athen. Die erste Teilnahme erfolgte 1896 in Athen, die bisher letzte 2012 in London.

Insgesamt überproportional erfolgreich waren die Mannschaften der DDR („GDR“) mit 409 Medaillen bei nur fünf Olympia-Teilnahmen.

In den Jahren 1916, 1940 und 1944 fanden die Sommerspiele kriegsbedingt nicht statt. Dreimal, in den Jahren 1920, 1924 und 1948, durfte kein deutsches Team an den Sommerspielen teilnehmen. Wegen seiner Rolle im Ersten bzw. Zweiten Weltkrieg war Deutschland in diesen Jahren von der Sportveranstaltung ausgeschlossen worden. Des Weiteren wurden die Spiele 1980 in Moskau von der Bundesrepublik Deutschland und die Spiele 1984 in Los Angeles von der Deutschen Demokratischen Republik boykottiert.

Olympische Winterspiele[Bearbeiten]

Jahr Spiele Platz IOC-Code Gold Silber Bronze Gesamt
1924 Chamonix
1928 St. Moritz 8. GER 0 0 1 1
1932 Lake Placid 9. GER 0 0 2 2
1936 Garmisch-Partenkirchen 2. GER 3 3 0 6
1948 St. Moritz
1952 Oslo 4. GER 3 2 2 7
1956 Cortina d’Ampezzo 9. EUA 1 0 1 2
1960 Squaw Valley 2. EUA 4 3 1 8
1964 Innsbruck 6. EUA 3 3 3 9
1968 Grenoble 8. FRG 2 2 3 7
10. GDR 1 2 2 5
1972 Sapporo 6. FRG 3 1 1 5
2. GDR 4 3 7 14
1976 Innsbruck 5. FRG 2 5 3 10
2. GDR 7 5 7 19
1980 Lake Placid 12. FRG 0 2 3 5
2. GDR 9 7 7 23
1984 Sarajevo 8. FRG 2 1 1 4
1. GDR 9 9 6 24
1988 Calgary 8. FRG 2 4 2 8
2. GDR 9 10 6 25
1992 Albertville 1. GER 10 10 6 26
1994 Lillehammer 3. GER 9 7 8 24
1998 Nagano 1. GER 12 9 8 29
2002 Salt Lake City 2. GER 12 16 8 36
2006 Turin 1. GER 11 12 6 29
2010 Vancouver 2. GER 10 13 7 30
2014 Sotschi (6.) GER 8 6 5 19
Gesamt
1. 136 135 106 377

Stand: 22. Februar 2014

Deutschland nahm bisher 20-mal an den Olympischen Winterspielen teil. Die erste Teilnahme erfolgte 1928 in St. Moritz, die bisher letzte 2014 in Sotschi.

Zweimal, in den Jahren 1924 und 1948, durfte kein deutsches Team an den Winterspielen teilnehmen. Wegen seiner Rolle im Ersten bzw. Zweiten Weltkrieg war Deutschland in diesen Jahren von der Sportveranstaltung ausgeschlossen worden.

Medaillengewinner[Bearbeiten]

Deutsche olympische Medaillengewinner A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. Bill Mallon, Ove Karlsson: IOC and OCOG abbreviations for NOCs. In: Journal of Olympic History. Mai 2004, S. 25–28. PDF.
  2. Das IOC verbucht die 1952 in Oslo erreichten Medaillen zum Teil unter dem Länderkürzel „GER“, zum Teil unter dem Kürzel „FRG“.(olympic.org) Aus den Wikipedia-Seiten der Medaillengewinner geht aber klar hervor, dass alle eindeutig aus Westdeutschland stammten.
  3. a b Aufgrund einer üblicherweise falsch vorgenommenen Nationalitätszuordnung von Frank Kugler werden seine Medaillen von 1904 meistens dem US-Olympiateam zugerechnet; Kugler war aber 1904 noch Deutscher.