Liste interkontinentaler Staaten

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Die Liste interkontinentaler Staaten zählt die Staaten auf, deren Territorium sich auf mehr als einem Kontinent befindet. Berücksichtigt werden ausschließlich Gebiete, die integraler Bestandteil des Staatsgebietes und keine abhängigen Gebiete sind.[1]

Staaten und ihre Verteilung auf Kontinenten nach Alphabet[Bearbeiten]

I.e.S. zu Asien zählende Inseln Griechenlands.
Grenzziehungen zwischen Asien und Ozeanien.
А-F — Grenzziehungen zwischen Europa und Asien in Russland. Die konventionelle Grenze (A) ist rot markiert.
Gebietsansprüche in der Antarktis:
  • Neuseeland
  • Australien
  • Frankreich
  • Norwegen
  • Vereinigtes Königreich
  • Chile
  • Argentinien
  • Dänemark:
    • Europa: Dänemark (Mutterland), Färöer (seit 1948 autonom)
    • Amerika: Grönland (1953 Teil des dänischen Staatsgebietes, seit 1979 autonom)
  • Japan:
    • Asien: Japan (Mutterland)
    • Ozeanien: Marcus-Insel (1968 von den USA an Japan übergeben)
  • Vereinigte Staaten:
    • Nordamerika: Vereinigte Staaten (kontinentaler Teil) mit Alaska (1912 Territorium, 1959 49. Bundesstaat)
    • Ozeanien (Polynesien): Hawaii (seit 1959 als 50. Bundesstaat Teil des Staatsgebietes der USA)

Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. Unter Berücksichtigung auch abhängiger Gebiete wäre alleine das Vereinigte Königreich auf allen Kontinenten vertreten (mit dem Mutterland, Isle of Man, den Kanalinseln und Gibraltar in Europa, Akrotiri und Dekelia sowie dem British Indian Ocean Territory in Asien, St. Helena, Ascension und Tristan da Cunha in Afrika, Bermuda in Nordamerika, Anguilla, den Britischen Jungferninseln, den Kaimaninseln, Montserrat und den Turks- und Caicosinseln in Mittelamerika, den Falklandinseln in Südamerika, den Pitcairninseln in Ozeanien und dem Britischen Antarktis-Territorium in der Antarktis), gefolgt von Frankreich, das seit 1954 nur in Asien nicht mehr präsent ist. An dritter Stelle käme Australien, das neben den in Ozeanien liegenden Außengebieten Ashmore- und Cartierinseln, Korallenmeerinseln, Lord-Howe-Insel, Macquarieinsel und Norfolkinsel die zu Asien zählenden Kokosinseln und Weihnachtsinsel verwaltet und in der Antarktis die Heard und McDonaldinseln und das Australische Antarktis-Territorium beansprucht. Die Vereinigten Staaten verfügen über Außengebiete in Mittelamerika (Amerikanische Jungferninseln, Puerto Rico, Navassa, Guantánamo-Bucht) und in Ozeanien (Amerikanisch-Samoa, Nördliche Marianen, Guam, Bakerinsel, Howlandinsel, Jarvisinsel, Johnstoninsel, Kingmanriff, Palmyra, Wake). Neuseeland beansprucht neben seinen in Ozeanien liegenden Außengebieten (Cookinseln, Niue, Tokelau) noch das Ross-Nebengebiet in der Antarktis. Norwegen besitzt die zwischen Afrika und der Antarktis liegende Bouvetinsel und beansprucht in der Antarktis die Peter-I.-Insel und das Königin-Maud-Land.
  2. In der Antike galt ursprünglich der Nil als Grenze zwischen Afrika und Asien. Herodot erachtete Ägypten jedoch als ein asiatisches Land und sah die Westgrenze des Landes als Grenze zwischen den Kontinenten. Strabon wiederum zog die asiatisch-afrikanische Grenze vom Roten Meer zum El-Bardawil-See im Norden der Sinai-Halbinsel. Seit dem Mittelalter wurde bisweilen auch der Isthmus von Sues als Kontinentalgrenze betrachtet. Diese Sichtweise hat sich in der Neuzeit letztlich durchgesetzt. Vgl. Bhagwat S.B. Foundation of geology. — Global Vision Publishing Ho, 2009. — Bd. 1. — S. 218 — ISBN 8182202752
  3. Unter Muhammad Ali Pascha erstreckte sich Ägypten in der ersten Hälfte des XIX. Jahrhunderts zeitweise über drei Kontinente, als neben Syrien und Teilen der Arabischen Halbinsel 1830-1840 auch die europäische Insel Kreta unter ägyptischer Verwaltung stand.
  4. Durch die Verfassungsreform vom 28. März 2003 wurden sämtliche Überseebesitzungen Teil des Staatsgebietes Frankreichs. Bis dahin waren seit 1946 nur die Übersee-Départements Französisch-Guayana, Guadeloupe, Martinique und Réunion integrale Bestandteile des Staatsgebietes und den Départements des Mutterlandes gleichgestellt. Die drei Küsten-Départements Algeriens Algier, Constantine und Oran waren 1848–1962 keine Überseegebiete, sondern Teil des französischen Mutterlandes und bildeten somit eine Exklave Frankreichs in Nordafrika.
  5. Die Abgrenzung Europas zu Asien im Ägäischen Meer ist geographisch nicht definiert. Die klassische Geographie betrachtete das Ägäische Meer noch bis in die Neuzeit als Übergang zwischen den Kontinenten. Heute gilt hier gemeinhin die politische Grenze zwischen Griechenland und der Türkei als Grenze zwischen Europa und Asien, obwohl viele griechische Inseln sich näher zur Küste Kleinasiens befinden als zum griechischen Festland. Die Insel Kastelorizo liegt nur drei Kilometer vor der Küste Kleinasiens, ist aber 120 Kilometer von der nächsten griechischen Insel Rhodos entfernt.
  6. Unmittelbar nach dem Ersten Weltkrieg erstreckte sich Griechenland mit dem Erwerb Smyrnas und seines Hinterlandes aufgrund des Friedens von Sèvres auch über Teile des asiatischen Festlandes. Nach dem Griechisch-Türkischen Krieg verlor Griechenland seine Gebiete auf dem asiatischen Festland durch den Frieden von Lausanne 1923 an die Türkei.
  7. Vor der Unabhängigkeit Indonesiens 1949 umfasste Niederländisch-Indien dessen heutiges Territorium und befand sich somit ebenfalls in Asien und Ozeanien, ehe sich der niederländische Kolonialbesitz in der Region 1949−1962 nur noch auf Niederländisch-Neuguinea in Ozeanien beschränkte.
  8. Vor dem Verlust Panamas 1903 lag ein Teil Kolumbiens westlich des Isthmus von Panama in Nordamerika.
  9. 1954 erhielten die bisherigen niederländischen Kolonien Suriname und die Niederländischen Antillen den Status von autonomen Bestandteilen der Niederlande, womit die Niederlande nunmehr in Europa, Mittelamerika und – bis zur Unabhängigkeit von Suriname 1975 – auf dem südamerikanischen Festland vertreten waren.
  10. Mit der Einnahme Ceutas 1415 setzte sich Portugal für eine lange Zeit auf dem afrikanischen Kontinent fest. Die Besitzungen wurden unter dem Namen Algarve ultramar zusammengefasst. 1769 gab Portugal mit der Stadt Mazagão seine letzte Exklave im Maghreb auf. Erst mit den ehemaligen Kolonien Angola und Mosambik, die von 1951 bis zu ihrer Unabhängigkeit 1975 Teile des Mutterlandes waren, erstreckte sich das portugiesische Staatsgebiet erneut über das afrikanische Festland.
  11. Die Azoren sind etwa 1.300 km vom europäischen, 1.900 km vom afrikanischen und 2.300 km vom nordamerikanischen Festland entfernt. Geologisch liegen sie am Schnittpunkt der Europäischen, Afrikanischen und Nordamerikanischen Kontinentalplatte. Die westlichsten Inseln Corvo und Flores befinden sich auf der Nordamerikanischen Platte. Die Inselgruppe wird jedoch zu Europa gezählt.
  12. Madeira liegt auf der Afrikanischen Kontinentalplatte und ist 951 km von Lissabon und 737 km von der marokkanischen Küste entfernt. Die Insel wird dennoch zu Europa gerechnet.
  13. Die konventionelle Grenze zwischen Europa und Asien in Russland bilden das Ural-Gebirge, der Ural-Fluss, das Kaspische Meer, die Manytschniederung, das Asowsche Meer und das Schwarze Meer. Vgl. Brockhaus Enzyklopädie- 21. Auflage. F.A.Brockhaus. Leipzig/Mannheim 2006. Artikel Europa: „Als Grenze Europas zu Asien gilt seit dem 18. Jahrhundert der Ural … Konventionelle Grenzen zu Asien bilden außerdem der Fluss Ural, das Kaspische Meer, die Manytschniederung, das Schwarze Meer, der Bosporus, das Marmarameer, die Dardanellen sowie das Ägäische Meer”. Bisweilen wird auch der Hauptkamm des Kaukasus als Grenze zwischen Europa und Asien betrachtet. In diesem Falle lägen Teile der asiatischen Staaten Abchasien, Aserbaidschan und Georgien in Europa.
  14. Das Russische Reich erstreckte sich bis zur Abtretung von Russisch-Amerika 1867 an die Vereinigten Staaten über drei Kontinente.
  15. Der Vorgängerstaat der Türkei, das Osmanische Reich, erstreckte sich bis zur Abtretung von Tripolitanien, der Kyrenaika und des Fessan 1912 an Italien und der Annexion Ägyptens durch das Vereinigte Königreich 1914 über drei Kontinente.

Siehe auch[Bearbeiten]