Literaturoper

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Die Literaturoper ist ein von Edgar Istel geprägter Begriff und beschreibt das im 20. Jahrhundert entstandenes Genre der Oper, bei dem bereits bestehende Bühnenwerke des Theaters ohne wesentliche Veränderungen – allenfalls Kürzungen – in Musik gesetzt werden.

Begriffsklärung[Bearbeiten]

Im weiteren Sinne umfasst der Begriff auch Opern-Bearbeitungen von Romanen und Erzählungen im 20. Jahrhundert, ein Verfahren, das allerdings seit Entstehung der Oper im Prinzip angewandt wurde. Die Literaturoper wurde möglich, als mit Richard Wagner und der von ihm entwickelten durchkomponierten dramatischen Großform verschiedene Konventionen für die Form eines Libretto-Textes schwanden und keine spezielle Operntext-Version eines Stoffes mehr nötig erschien. In der Geschichte der russischen Musik des 19. Jahrhunderts finden sich erste Beispiele für dieses dramaturgische Verfahren. [1] Zu nennen sind hier Dargomyschskis Oper Der Steinerne Gast (nach Puschkin) sowie Modest Mussorgskis Opernfragment Die Heirat und sein Boris Godunow (auch nach Puschkin). [2] [3] Zu den ersten Komponisten, die Theaterstücke direkt vertonten, gehören Claude Debussy, Richard Strauss und Alban Berg. Nach dem Zweiten Weltkrieg erlangte das Genre eine Blüte, und Komponisten griffen häufig auch auf historische Theaterstücke zurück. Die Produktion in dem Genre hält bis heute an.

Literaturopern auf Theatertexte[Bearbeiten]

Literaturopern nach Romanen und Erzählungen[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Jürgen Maehder: Salome von Oscar Wilde und Richard Strauss - Am Beginn der deutschen Literaturoper; in: Begleitheft der Staatsoper Stuttgart, Spielzeit 1995/1996, Heft 26, S. 27 u.28
  2. Jürg Stenzl: Heinrich von Kleists Penthesilea in der Vertonung von Ottmar Schoeck; in Günter Schnitzler: Dichtung und Musik - Kaleidoskop ihrer Beziehungen, Klett-Cotta, 1979, S. 224 ff.
  3. Richard Taruskin: Realism as Preached and Practiced - The Russian Opera Dialogue, Musical Quarterly, LVI, 1970, S. 431-454

Literatur[Bearbeiten]

  • Sigrid Wiesmann (Hrsg.): Für und Wider die Literaturoper. Zur Situation nach 1945. Laaber-Verlag, Laaber 1982, ISBN 3-921518-67-9 (Thurnauer Schriften zum Musiktheater 6).
  • Carl Dahlhaus: Vom Musikdrama zur Literaturoper. Aufsätze zur neueren Operngeschichte. Überarbeitete Neuausgabe. Piper u. a., München u. a. 1989, ISBN 3-7957-8238-4 (Serie Piper 8238)
  • Almut Ullrich: Die „Literaturoper“ von 1970–1990. Texte und Tendenzen. Noetzel, Wilhelmshaven 1991, ISBN 3-7959-0617-2 (Veröffentlichungen zur Musikforschung 11), (Zugleich: Aachen, Techn. Hochsch., Diss.).

Weblinks[Bearbeiten]

 Wiktionary: Literaturoper – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen