Lithotrophie

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Lithotrophie bezeichnet einen Begriff aus der Biologie: die Deckung des Energiebedarfs von Lebewesen aus exergonen chemischen Stoffumsetzungen mit ausschließlich anorganischen Stoffen. Lithotrophe Organismen sind in der Lage, anorganische Wasserstoffdonatoren zu verwenden.[1]

Das Wort Lithotrophie kommt aus dem Griechischen und bedeutet wörtlich: sich von Steinen ernährend (altgriechisch λίθος lithos „Stein“; altgriechisch τροφή trophe - „Ernährung“), wobei „lithos“/„Stein“ für anorganische Stoffe steht. Das Adjektiv zu „Lithotrophie“ ist „lithotroph“ (lithotrophe Lebewesen, lithotropher Stoffwechsel).

Reduktionsmittel werden benötigt:

Wird der Energiebedarf lithotropher Lebewesen aus exergonen Stoffumsetzungen gedeckt (Chemotrophie), so bezeichnet man das als Chemolithotrophie, wird er aus Licht gedeckt (Phototrophie), so bezeichnet man das als Photolithotrophie. Wird nicht nur der Reduktionsmittelbedarf, sondern auch der Baustoffbedarf (vor allem der Kohlenstoffbedarf) aus anorganischen Quellen gedeckt (Autotrophie), wird dies als Chemolithoautotrophie bzw. Photolithoautotrophie bezeichnet. Allerdings sind diese Bezeichnungen unüblich, da man sich normalerweise auf die Energiegewinnung (autotroph/heterotroph) und die Herkunft des Wasserstoffdonators (organotroph/lithotroph) beschränkt.[2]

Beispiele für chemolithotrophe Lebewesen[Bearbeiten]

Wasserstoff + Sauerstoff zu Wasser:
2 H2 + O2 → 2 H2O
Schwefelwasserstoff + Sauerstoff zu Schwefelsäure:
H2S + 2 O2 → H2SO4
Wasserstoff + Schwefelsäure zu Schwefelwasserstoff + Wasser:
4 H2 + H2SO4 → H2S + 4 H2O

Der Gegensatz ist Organotrophie: Deckung des Bedarfs von Lebewesen an Reduktionsmitteln aus organischen Stoffen, zum Beispiel bei Tieren, Pilzen, vielen Bakterien.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Hans G. Schlegel: Allgemeine Mikrobiologie, Thieme, Stuttgart - New York 1981, S. 177
  2. Hans G. Schlegel: Allgemeine Mikrobiologie, Thieme, Stuttgart - New York 1981, S. 177

Siehe auch[Bearbeiten]