Live Is Life

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dieser Artikel behandelt das Lied Live Is Life der Band Opus. Zum gleichnamigen Kinofilm siehe Die Spätzünder.
Chartplatzierungen
Erklärung der Daten
Singles[1]
Live Is Life
  DE 1 18.03.1985 (27 Wo.)
  AT 1 01.02.1985 (18 Wo.)
  CH 2 31.03.1985 (21 Wo.)
  UK 6 08.06.1985 (16 Wo.)
  US 32 29.03.1986 (… Wo.)

Live Is Life ist ein Lied von Opus aus dem Jahr 1984, das von den damaligen Bandmitgliedern Ewald Pfleger, Kurt Rene Plisnier, Gunter Grasmuck, Niki Gruber und Herwig Rüdisser geschrieben wurde und 1985 internationalen Hit-Status erlang.

Geschichte[Bearbeiten]

Sowohl die Single als auch das gleichnamige Album Live Is Life wurde weltweit erstmals 1984 veröffentlicht.[2] Es wurde ein Nummer-eins-Hit in Ländern wie Deutschland, Österreich, Schweden und Frankreich. Durch den Erfolg erhielt der Song neben Deutschland auch in Großbritannien und den USA eine Goldene Schallplatte.

Bei dem 4:15 minütigen Lied handelt es sich um eine Live-Aufnahme: Das Lied wurde am 2. September 1984 bei der 11-Jahres-Feier der Band in Oberwart live gespielt. Zuerst nahm man den Song nicht auf, da das Band zu Ende war. Am Ende des Konzerts wurde es erneut gespielt; der zweite Aufnahmeversuch gelang.[3]

Live Is Life erschien auch auf dem Album Up and Down von 1985[4], nachdem es zuvor von der Plattenfirma abgelehnt wurde; eine andere lehnte das ganze Album ab.

Das finnische Eishockeyteam Tappara verwendete den Hit als Hymne für ein Spiel.

Anlässlich der Fußball-Weltmeisterschaft 1994 veröffentlichten Opus eine weitere Version des Liedes mit dem Namen The Power of Live Is Life, die in Österreich Platz 3 erreichte. Im Gegensatz zum Original enthält diese Version Reggae-Elemente.

Am 19. September 2014 drehten 6.000 Kapfenberger einen 14-minütigen Lipdub zu Live Is Life, der damit jener mit den meisten Teilnehmern ist.[5][6]

Rezeption[Bearbeiten]

Coverversion von Laibach[Bearbeiten]

1987 veröffentlichte die ursprünglich aus dem Post-Industrial-Umfeld stammende slowenische Band Laibach über Mute Records eine Coverversion unter dem Titel Life Is Life auf einer gleichnamigen 7"- und 12"-Single sowie als Opus Dei und in einer deutschsprachigen Version namens Leben heißt leben auf der LP Opus Dei. Der Klang ist „bombastisch und monumental mit einem wagnerianischen Einschlag“, der „manipulierte Text […] scheint als Hymne zu fungieren, mit welcher auf übertriebene Weise das Land gepriesen wird“. Diese Übertreibung hat einerseits „etwas Lächerliches beinahe Komisches an sich“, andererseits sind „Momente eingefügt, die das Lesen dieser Arbeit als eine Ironische unhaltbar machen und die ein Authentisches oder eine natürliche Verwurzeltheit ausdrücken“, wodurch „die Verunsicherung des Konsumenten gesteigert“ wird.[7] El_Nico vom Online-Magazin Nonpop bezeichnete Laibachs Version als „eigenwillige[n] Vorläufer des Military-Pop“.[8] Im dazugehörigen Musikvideo wurde „der Fokus auf die Thematik Nation bzw. Nationalismus gelegt“, das Video ist „in seiner Bildsprache stark an den Heimatfilm angelehnt“. Als Kulissen sind die alpine Landschaft um Bohinj, der Savica-Wasserfall und eine Kapelle, die zum Gedenken verstorbener russischer Gefangener errichtet wurde, zu sehen. In dieser Performance manipuliert Laibach „das stereotypische Bild der slowenischen Identität auf zweifache Weise“:[7]

„Zum einen wird diese mit einem unterschwelligen Militarismus überlagert, welcher mit der gängigen Vorstellung nicht zu korrelieren scheint. Dieser Aspekt kann aber in Zusammenhang mit der slowenischen Partisanenbewegung gelesen werden. Zum anderen wird hier ‚das Deutsche‘ in der slowenischen Identität hervorgekehrt oder gezeichnet. Einerseits standen diese nahezu tausend Jahre unter deutsch (-österreichischer) Herrschaft und waren daher im breiten Maße einer ‚Germanisierung‘ ausgesetzt. Andererseits wurden sie von den anderen Völkern Jugoslawiens verächtlich als ‚Deutsche‘ bezeichnet[.]“

Eva-Maria Hanser: Ideotopie. Das Spiel mit Ideologie und Utopie der ‚Laibach-Kunst’.[7]

Diese Manipulation kann aber auch ein Hinweis auf zeitgenössische Ereignisse, in welchen der nationalistische Tenor zunahm, sein: 1986 wurde Slobodan Milošević Präsident des Bundes der Kommunisten Serbiens und ein Jahr später Präsident der Republik Serbien. Serbien setzte sich gegen das eingeführte System der Dezentralisierung Jugoslawiens ein - wogegen sich die Republik Slowenien wehrte - und forderte unter anderem eine Reform der Bundesversammlung, in welcher nicht mehr jede Republik eine Stimme haben, sondern einen Stimmanteil proportional zur Einwohnerzahl erhalten sollte, wodurch Serbien die stimmenstärkste Republik geworden wäre. Zudem erschien 1986 das SANU-Memorandum der Serbischen Akademie der Wissenschaften und Künste, welches behauptete, im kommunistischen Jugoslawien seien die Serben systematisch von Slowenen und Kroaten entmachtet und verdrängt worden. Überdies nahmen die Spannungen im Kosovo zu.[7]

Weitere Coverversionen[Bearbeiten]

Die Spätzünder[Bearbeiten]

Die deutsch-österreichische Filmkomödie Die Spätzünder hat in Österreich den Filmtitel: Live Is Life – Die Spätzünder. In dieser wird das Lied gecovert.

Neuvertextung[Bearbeiten]

Die Melodie des Liedes wurde von Ewald Pfleger für Schulkinder neu vertextet. Es trägt den Titel „Ferienzeit“ und besingt vielfältige Ferienbeschäftigungen und wie gut es sich ohne Schule leben lässt.[9]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Quellen Chartplatzierungen: DE / AT / CH / UK / US, abgerufen am 30. März 2010.
  2. Das Album Live Is Life bei discogs
  3. Nachweis auf Hitparade.ch
  4. Das Album Up and Down bei discogs
  5. 6.000 Kapfenberger knackten Lipdub-Weltrekord. In: steiermark.orf.at. 20. September 2014, abgerufen am 21. September 2014.
  6. „BIGGEST LIPDUB EVER" - OPUS „Live Is Life“ - KAPFENBERG - The real world record! In: Youtube/Opus. 19. September 2014, abgerufen am 21. September 2014 (Video).
  7. a b c d  Eva-Maria Hanser: Ideotopie. Das Spiel mit Ideologie und Utopie der ‚Laibach-Kunst’. Wien 2010, S. 29-31 (http://othes.univie.ac.at/8581/1/2010-02-05_0400246.pdf, abgerufen am 17. August 2011).
  8. El_Nico: LAIBACH: An Introduction To Laibach. Nonpop, 3. September 2012, abgerufen am 3. September 2012.
  9. Maierhofer, L., Kern, R. und W. (2005). Sim Sala Sing. Das Liederbuch für die Grundschule. Rum/Innsbruck, Esslingen: Helbling.