Ljudinowo

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Stadt
Ljudinowo
Людиново
Flagge Wappen
Flagge
Wappen
Föderationskreis Zentralrussland
Oblast Kaluga
Rajon Ljudinowo
Erste Erwähnung 1626
Stadt seit 1938
Fläche 43 km²
Bevölkerung 40.530 Einwohner
(Stand: 14. Okt. 2010)[1]
Bevölkerungsdichte 943 Einwohner/km²
Höhe des Zentrums 180 m
Zeitzone UTC+3
Telefonvorwahl +7 (48444)
Postleitzahl 249400
Kfz-Kennzeichen 40
OKATO 29 410
Geographische Lage
Koordinaten 53° 52′ N, 34° 26′ O53.86666666666734.433333333333180Koordinaten: 53° 52′ 0″ N, 34° 26′ 0″ O
Ljudinowo (Europäisches Russland)
Red pog.svg
Lage im Westteil Russlands
Ljudinowo (Oblast Kaluga)
Red pog.svg
Lage in der Oblast Kaluga
Liste der Städte in Russland

Ljudinowo (russisch Людиново) ist eine Stadt in der Oblast Kaluga (Russland) mit 40.530 Einwohnern (Stand 14. Oktober 2010).[1]

Geografie[Bearbeiten]

Die Stadt liegt etwa 180 km südwestlich der Oblasthauptstadt Kaluga am hier zum Ljudinowoer Talsperre aufgestauten Flüsschen Nepolot, unweit dessen Mündung in die Bolwa im Flusssystem des Dnepr.

Ljudinowo ist der Oblast administrativ direkt unterstellt und zugleich Verwaltungszentrum des gleichnamigen Rajons.

Geschichte[Bearbeiten]

Ein Dorf Ljudinowo wurde erstmals 1626 urkundlich erwähnt.

Zu Beginn des 18. Jahrhunderts ließ der Industrielle Jewdokim Demidow aus dem Ural am Fluss Nepolot zwei Staudämme sowie eine Eisengießerei errichten die 1738 den Betrieb aufnahm. 1745 kam ein weiteres Eisenwerk hinzu.

1820 kaufte der Industrielle Malzow die Werke, 1841 begann die Produktion von Eisenbahnschienen, nach dem Krimkrieg entstanden hier 1857 bis 1858 kleinere Schiffe für die Schwarzmeerkriegsflotte sowie Flussschiffe, 1879 eine erste Güterzugdampflokomotive.

1938 wurde das Stadtrecht verliehen, im folgenden Jahr die Arbeitersiedlung Sukreml eingemeindet.

Im Zweiten Weltkrieg wurde Ljudinowo am 4. Oktober 1941 von der deutschen Wehrmacht besetzt. Am 9. Januar 1942 wurde die Stadt von der Westfront der Roten Armee im Rahmen der Rschew-Wjasmaer Operation vorübergehend zurückerobert, bevor sie am 17. Januar 1942 erneut in deutsche Hand fiel. Am 9. September 1943 erfolgte die endgültige Einnahme durch die sowjetische Brjansker Front während des Vorrückens auf Brjansk.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Jahr Einwohner Bemerkung
1897 12.000  
1939 17.581 sowie Arbeitersiedlung Sukreml (3.277; eingemeindet 1939)
1959 26.433  
1970 33.871  
1979 39.812  
1989 43.696  
2002 41.829  
2010 40.530  

Anmerkung: Volkszählungsdaten (1897 gerundet)

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Uferpromenade in Ljudinowo

In der Stadt sind die Sergius-von-Radonesch-Kirche (церковь Сергия Радонежского/zerkow Sergija Radoneschskogo) von Ende des 19. Jahrhunderts, der Glockenturm der Dreifaltigkeitskirche (Троицкая церковь/Troizkaja zerkow) von 1836, der Paraskewa-Pjatniza-Kirche (церковь Параскевы Пятницы) aus der Mitte des 19. Jahrhunderts sowie weitere Kirchen erhalten.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Wichtigstes Unternehmen der Stadt ist ein Werk für Diesellokomotiven, welches ab den 1930er Jahren auf Basis des alten Eisenwerkes und der späteren Dampflokomotivfabrik entstand. Daneben gibt es weitere Betriebe des Maschinenbaus (Hydraulik- und Pneumatikausrüstungen, Werkzeugmaschinen), der Textil-, Möbel- und Lebensmittelindustrie sowie eine Kunststofffabrik.

Die Stadt liegt an der 1934 eröffneten Eisenbahnstrecke Wjasma–Brjansk. Eine Schmalspurbahn, die sogenannte Malzowbahn von Brjansk, existierte bereits seit dem 19. Jahrhundert.

Durch Ljudinowo führt die Regionalstraße R68 Brjansk–Djatkowo–Ljudinowo–Kirow (weiter bis Anschluss an Fernstraße A101), von welcher hier eine Querverbindung zur Fernstraße M3 bei Schisdra abzweigt.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Ljudinowo – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Itogi Vserossijskoj perepisi naselenija 2010 goda. Tom 1. Čislennostʹ i razmeščenie naselenija (Ergebnisse der allrussischen Volkszählung 2010. Band 1. Anzahl und Verteilung der Bevölkerung). Tabellen 5, S. 12–209; 11, S. 312–979 (Download von der Website des Föderalen Dienstes für staatliche Statistik der Russischen Föderation)