Lobberich

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

51.30726.279247Koordinaten: 51° 18′ 26″ N, 6° 16′ 45″ O

Lobberich
Stadt Nettetal
Wappen von Lobberich
Höhe: 47 m
Fläche: 17,64 km²
Einwohner: 13.795 (30. Jun. 2013)
Eingemeindung: 1. Januar 1970
Postleitzahl: 41334
Vorwahl: 02153
Karte

Lage von Lobberich in der Stadt Nettetal

Lobberich ist ein Stadtteil der Stadt Nettetal im Kreis Viersen in Nordrhein-Westfalen. Lobberich feierte im Jahr 1988 sein 1000-jähriges Bestehen und war bis Mitte des 20. Jahrhunderts für seine Samt- und Seidenproduktion in vielen Ländern der Welt bekannt. Zu Lobberich gehören die Ortschaften Sassenfeld, Dyck und Bocholt.

St. Sebastian
St. Sebastian Vorderansicht
Burg Ingenhoven
Niederschlagswerte von Lobberich

Geschichte[Bearbeiten]

Die älteste Lobberich erwähnende erhaltene Urkunde trägt die Jahreszahl 988; mit ihr übertrug Erzbischof Everger von Köln unter anderem die Kirche zu Lubbruch dem Bischof Notker von Lüttich.[1]

Aktenkundig begann die Lobbericher Textilindustrie 1802 mit der Samtbandfabrik Heithausen. 1880 wurde bei Niedieck der erste ganzmechanische Webstuhl in Betrieb genommen; er bescherte einen großen Wettbewerbsvorteil. Niedieck beschäftigte zwischen 1970 und 1975 über 1000 Mitarbeiter.[2] Während des Zweiten Weltkrieges war in der Gemeinde eine Flak-Abteilung der Luftwaffe stationiert.

Nur sechs Jahre nach der Verleihung der Stadtrechte 1964 wurde im Zuge der kommunalen Neugliederung aus den Städten Lobberich und Kaldenkirchen sowie den drei Gemeinden Breyell, Hinsbeck und Leuth am 1. Januar 1970 die neue Stadt Nettetal gebildet.[3]

Nach dem Zweiten Weltkrieg gewann die Metallindustrie Bedeutung durch die Sanitärarmaturen- und Vergaserproduktion bei 'Rokal Armaturen GmbH'. Dieses Unternehmen wurde später von Pierburg, einem Zulieferer der Automobilindustrie, übernommen.

Mitte Mai 2011 wurde das Gelände der 2004 insolvent gewordenen ehemaligen Samtweberei Niedieck von der niederländischen Firma Laarakkers gekauft.[4] Die Firma hat das Niedieck-Gebäude abgerissen und wird auf dem Gelände Wohnungen, kleinteilige Gewerbeflächen, Dienstleistungsfirmen sowie Grünanlagen entstehen lassen.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • Mehrere Kirchen (die doppeltürmige katholische Pfarrkirche St. Sebastian, im Jahre 1893 errichtet, ist die drittgrößte Kirche im Bistum Aachen),
  • der weiße Wasserturm und die ehemaligen Residenzen früherer Lehnsherren,
  • Burg Bocholt und Burg Ingenhoven,
  • das Marienhospital (eröffnet 1885) mit Kapelle (Sassenfelder Kirchweg) [5]

Lobbricker Wenk[Bearbeiten]

Die Samtproduktion machte Lobberich wohlhabender als die umliegenden Gemeinden. Deren Bewohner sagten den Lobberichern Wichtigtuerei und Überheblichkeit nach und verwendeten dafür den Begriff „Lobbricker Wenk“. Wenkbüll ist die mundartliche Bezeichnung für Lobbericher (Ur-)Einwohner, was „Windbeutel“ bedeutet und von keinem Lobbericher als Beleidigung aufgefasst wird.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Partnerstädte[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Samt und Seide. Zur Geschichte der Lobbericher Textilindustrie. 2012. Hrsg. VVV Lobberich, ISBN 3-9807883-5-0 / Theo Optendrenk.[6]

Johann Finken: Geschichte der ehemaligen Herrlichkeit Lobberich, 1902. online auf lobberich.de

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Webseite des Lobbericher Heimatvereins: Geschichte und Geschichten
  2. Rheinische Post vom 16. Mai 2009, Seite B3: Seidenbarone standen Pate
  3.  Martin Bünermann: Die Gemeinden des ersten Neugliederungsprogramms in Nordrhein-Westfalen. Deutscher Gemeindeverlag, Köln 1970, S. 115.
  4. WZ Newsline Mobil vom 11.Mai: Niedieck-Gelände ist verkauft
  5. Chronik auf: rp-online.de 5. November 2010
  6. www.vvv-lobberich.de