Location-based Game

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Der englische Begriff Location-based Game (LBG) bezeichnet ein (Computer-)Spiel, in dem der Spielverlauf in irgendeiner Form durch die Veränderung der geografischen Position des Spielers beeinflusst wird. Auf deutsch bedeutet Location-based Game „positionsbezogenes Spiel“.

Ein Location-based Game benötigt daher immer eine Technologie zur Lokalisierung, wie zum Beispiel die Verwendung von satellitengestützten Navigationssystemen wie GPS. Zusätzlich existieren die englischen Begriffe Urban Gaming und Street Games, die typischerweise Multiplayer Location-based Games bezeichnen, welche in einer städtischen Umgebung stattfinden.

Ein prominentes Beispiel mit einer großen Anhängerschaft ist das Spiel Geocaching, eine Art von Schatzsuche, die meist mit speziellen GPS-Empfängern gespielt wird.

Pac-Manhattan, das 2004 startete, nutzt das Gebiet in und um den Washington Square Park, um eine reale Live-Version von Pacman zu spielen. In Pac-Manhattan teilen die Spieler einander ihre Position über Mobiltelefone mit. Über Pac-Manhattan wurde unter anderem in der New York Times berichtet.[1]

Gbanga, die 2007 lancierte mehrfach ausgezeichnete[2] Spieleplattform vereint Videospiele und GPS-Spiele. In verschiedenen Geschichten und Sidequests wird das Gelände unterschiedlich genutzt. 2009 wurden beispielsweise in der Edutainment-Quest Gbanga Zooh[3] bedrohte virtuelle Tierarten, die in der Stadt verteilt wurden, mit dem Handy eingesammelt und physisch zum zoologischen Garten zurückgebracht und abgegeben.

Parallel Kingdom ist das erste GPS-basierte MMORP (Massen-Mehrspieler-Online-Rollenspiel) für iPhone und Android Handys.[4][5] Das Spiel nutzt die GPS Fähigkeiten von Smartphones, um die Spielkarte auf die aktuelle Spielerposition abzubilden. Der Spieler hat etwa einen Bewegungsradius von einem halben Kilometer, der durch Anlicken des Bildschirms des Gerätes erkundet werden kann. Der Spieler kann weitere Distanzen im echten Leben zurücklegen und den “Standort” Knopf benutzen um sich auch im Spiel an die aktuelle GPS-Position zu bewegen. Echte Landmerkmale wie Parks, Flughäfen und Berge haben Auswirkungen auf das Gameplay, da im Spiel dort andere Objekte erscheinen als anderswo. Parallel Kingdom ist weltweit verfügbar, gratis und hat laut Online Diskussionsforum des Spiels aktuell über 500.000 Spieler.

Die Verbreitung von Location-Based Games ist mit der stark zunehmenden Anzahl von Smartphones als Technologieträger ebenfalls stark gewachsen. Mittlerweile diffenziert sich der Begriff in diverse Untergruppen wie zum Beispiel Pervasive Games[6], Augmented Reality Games[7] oder Geosocial Games[8], die Location-Based Games um jeweils spezifische Elemente erweitern.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Warren St. John: Quick, After Him: Pac-Man Went Thataway. New York Times. 9. Mai 2004. Abgerufen am 29. Mai 2008.
  2. Nominee in the category of Best Real World Game, IMGA: International Mobile Gaming Awards 2010
  3. Lüssi, M: Elefanten und Tiger per Handy retten, 20 Minuten Verlag, 2009.
  4. Patterson, Blake: Parallel Kingdom: The iPhone's First MMORPG. toucharcade.com. 21. März 2008. Abgerufen am 30. September 2009.
  5. Parallel Kingdom: first iPhone MMORPG is using GPS!. iPhoneWorld. 20. März 2008. Abgerufen am 30. September 2009.
  6. Wolfgang Prinz: PervasiveGames (PDF; 688 kB) Fraunhofer FIT. 6. Oktober 208. Abgerufen am 17. September 2012.
  7. Anne Sauer: Ich sehe was, das du nicht siehst!. spielbar.de. 8. Februar 2010. Abgerufen am 17. September 2012.
  8. Derlyse Woguem: Location based or geosocial?. geosocialgames.com. 12. August 2012. Abgerufen am 17. September 2012.