Locationscout

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Als Locationscout wird in der Regel die Person benannt, die im Auftrag einer Filmproduktion oder eines Fotografen bestimmte Drehorte bzw. Motive für Fotoaufnahmen ausfindig macht. Der Locationscout erhält seine künstlerischen Vorgaben meist vom Szenenbildner, muss aber gleichermaßen Rücksicht auf logistische und finanzielle Anforderungen der Produktion nehmen. In den USA werden Locationscouts meistens gut bezahlt und sind ein eigenständiger hochangesehener Beruf. Auch in Deutschland setzt sich der Beruf des Locationscouts immer mehr bei den Produktionsfirmen durch. Kaum eine Werbe- oder Spielfilmproduktion verzichtet auf den professionellen „Filmblick“ der Locationscouts. Seit 2010 gibt es den Bundesverband Locationscouts (BVL) als Berufsverband.

Aufgaben[Bearbeiten]

Die Aufgaben des Locationscouts sind:

  • Suchen und Auffinden der Drehorte gemäß den Vorgaben des Drehbuchs und in Absprache mit Szenenbildner und Regisseur, wobei die Locations sowohl den dramaturgischen als auch den organisatorischen Anforderungen entsprechen müssen,
  • Dokumentation der Drehorte mit Fotos oder Videos, Überprüfung auf potentielle Schwierigkeitsfaktoren,
  • Prüfung und Voranfrage der Drehgenehmigung von Motivgebern, Ein- und Anwohnern, Behörden usw.,
  • Dokumentation der Infrastruktur vor Ort, wie Zufahrtswege, Notausgänge, Parkmöglichkeiten, Wasser, Strom,
  • Organisation der Drehortbesichtigung von Regisseur, Kameramann und Szenenbildner.
  • Nach Abnahme durch den Regisseur erfolgt die Übergabe der Drehorte an den Aufnahmeleiter, der dann die Dreharbeiten organisiert.

Projektbezogene Suche[Bearbeiten]

Der Locationscout bespricht das Drehbuch mit Regisseur und Szenenbildner. In einigen Fällen hat er auch ein gewisses Mitsprache- oder Änderungsrecht wenn technische oder organisatorische Widrig- oder Schwierigkeiten auftreten (z. B. Auflagen durch Motivgeber oder Behörden) oder wenn die im Drehbuch beschriebenen Locations nicht genau wie beschrieben zu finden sind.

Projektunabhängige Suche[Bearbeiten]

Locationscouts suchen und sammeln auf eigene Faust interessante Drehorte und „makeln“ mit ihnen. Es gibt sogar einen regelrechten Drehortmarkt mit auf bestimmte Drehorte spezialisierten Agenturen (für Unterwasseraufnahmen, Berglandschaften, Kriegsorte, Gefängnisse, Bordelle usw.). Nicht selten sind diese sogar für die entsprechende Komparserie mitzuständig. Diese Art ist vor allem in den USA verbreitet, findet aber in Europa immer mehr Nachahmer.

Literatur[Bearbeiten]

  • Ralph Gerstenberg: Hart am Rand. Kriminalroman. Grafit, Dortmund 2002, ISBN 389-425-264-2

Weblinks[Bearbeiten]