Loctudy

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Loctudy (Loktudy)
Wappen von Loctudy
Loctudy (Frankreich)
Loctudy
Region Bretagne
Département Finistère
Arrondissement Quimper
Kanton Guilvinec
Koordinaten 47° 50′ N, 4° 10′ W47.833611111111-4.16944444444448Koordinaten: 47° 50′ N, 4° 10′ W
Höhe 0–17 m
Fläche 12,73 km²
Einwohner 4.069 (1. Jan. 2011)
Bevölkerungsdichte 320 Einw./km²
Postleitzahl 29750
INSEE-Code
Website http://www.loctudy.fr/

Loctudy im Abendlicht

Loctudy (bretonisch Loktudi) ist eine französische Gemeinde im Département Finistère mit 4069 Einwohnern (Stand 1. Januar 2011).

Lage[Bearbeiten]

Der Hafen- und Badeort ist der östlichste Bigouden-Fischereihafen und liegt am Südufer der Riviére de Pont-L'Abbé gegenüber der Halbinsel Ile-Tudy im Südwesten der Bretagne an der Atlantikküste. Quimper liegt 18 Kilometer (km) nördlich, Brest 66 km nördlich und Paris etwa 500 km östlich (Angaben in Luftlinie).

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • Église Saint-Tudy[1] aus dem 12. Jahrhundert mit außerordentlich erhaltenen romanischem Kirchenschiff, fremd wirkenden Skulpturen und reich verzierten Kapitellen.
  • Chateau/Manoir de Kerazan (fr) mit weitläufigem Park und hohen, altem Baumbestand
  • Le Domaine du Dourdy mit Chateau[2] von 1913. Geplant als Waisenhaus, dann Militärkrankenhaus, später französische Marineschule und ab 1945 Waisenhaus, das 1960 wieder geschlossen wurde. Heute Teil eines Village de Vacances.
  • Manoir de Kérvéréguen von 1242. Seit 1615 ununterbrochen im Familienbesitz einer bretonischen Adelsfamilie, der vormals auch das Chateau/Manoir de Kerazan gehörte. Heute ist ein Teil des ehemaligen, umfangreichen Parks ein Cmpingplatzes, bzw. eine Mülldeponie.
  • Chapelle Notre Dame du Croaziou[3][4]
  • Menhir de Penglaouic oder Penloïc bei Loctudy an der Mündung des Flusses von Pont-l'Abbe ragt vier Meter aus dem Schlick. Der im Neolithikum auf festem Boden errichtete Menhir liegt etwa 0,75 m unter dem heutigen mittleren Meeresspiegel, die Basis liegt noch etwa 0,50 m tiefer. Er ist ein historischer Gezeitenmesser, der sich unterschiedlich aus dem Wasser erhebt.
  • Phare La Perdix, der Leuchtturm steht im Strom vor Loctudy und war von 1915 bis 2000 in amtlichem Betrieb. Seine schachbrettartige Bemalung mit 32 weißen und 32 schwarzen Feldern macht ihn einzigartig wurde daher auch zum Bestandteil des Wappens der Gemeinde Loctudy. Ob seine Bemalung an die Fahne der Bretagne oder ob der Name Perdix von der französischen Bezeichnung für Rebhühner oder aus der griechischen Mythologie entnommen wurde, ist strittig.[5][6]
  • Phare de Langoz. Dieser Leuchtturm markiert den Wasserweg zwischen Loctudy und der Ile-Tudy. In der Nähe befindet sich der Leuchtturm Perdix. 1863 wurde er in Betrieb genommen und erst 2004 automatisiert. Die rote Farbe des Leuchtturms Langoz erklärt sich durch seine Funktion. Er soll tagsüber die Schiffe vor der nahen Küste warnen, nachts übernimmt diese Aufgabe das Leuchtfeuer. Hinter dem Leuchtturm Langoz befindet sich in gleichnamiger Strandnähe das im Privatbesitz befindliche Chateau de Langoz.[7] Von 1940 bis 1944 wurde es von der deutschen Wehrmacht beschlagnahmt und war Sitz der örtlichen Kommandantur. In unmittelbarer Nähe dieses Leuchtturms befindet sich noch das Wohnhaus des Leuchtturmwärters.
  • ile-Tudy

Bevölkerung[Bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung
Jahr 1954 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2009
Einwohner 4804 5037 5012 4604 4091 3365 3042 2945

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Wie in vielen bretonischen Küstenorten spielt auch in Loctudy der Fischfang eine große Rolle, allerdings wie vielerorts in Europa mit rückläufiger Tendenz. Loctudy konnte aber diesen Rückgang durch die wachsende Bedeutung des Tourismus ausgleichen. So gibt es neben dem Fischereihafen auch einen Freizeithafen mit 585 Liegeplätzen. Sechs Sandstrände machen den Ort zu einem Seebad.

Bei Quimper befindet sich die nächste Abfahrt an der Schnellstraße E 60 / N 165 (Brest–Nantes) und ein Regionalbahnhof an der überwiegend parallel verlaufenden Bahnlinie.

Der Bahnhof von Brest ist Endpunkt des TGV Atlantique nach Paris. Die nächsten Regionalflughäfen sind der Flughafen Lorient Bretagne Sud bei Lorient und der Flughafen Brest nahe Brest.

Gemeindepartnerschaft[Bearbeiten]

Fishguard in Wales und Ribadeo im spanischen Galicien sind Partnergemeinden von Loctudy.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Loctudy – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Église Saint-Tudy
  2. Domaine du Dourdy (fr)
  3. Chapelle Notre Dame du Croaziou bei Loctudy (fr)
  4. Photo der Chapelle Notre Dame du Croaziou bei Loctudy
  5. Leuchtturm La Perdix bei Loctudy
  6. Perdix in der griechischen Mythologie
  7. Chateau de Langoz bei Loctudy