Lodève

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Lodève
Wappen von Lodève
Lodève (Frankreich)
Lodève
Region Languedoc-Roussillon
Département Hérault
Arrondissement Lodève
Kanton Lodève
Koordinaten 43° 44′ N, 3° 19′ O43.7316666666673.3194444444444160Koordinaten: 43° 44′ N, 3° 19′ O
Höhe 117–700 m
Fläche 23,17 km²
Einwohner 7.638 (1. Jan. 2011)
Bevölkerungsdichte 330 Einw./km²
Postleitzahl 34700
INSEE-Code

Lodève

Lodève ist eine französische Stadt mit 7638 Einwohnern (Stand 1. Januar 2011) im Département Hérault in der Region Languedoc-Roussillon.

Lage[Bearbeiten]

Die Altstadt liegt zwischen den Flüssen Lergue und Soulondre, am Fuße des Causse du Larzac-Plateaus und der Montagne Noire. Über die mautfreie Autobahn A75 ist Lodève mit dem Zentralmassiv (Pas de l’Escalette, Millau, Rodez, Clermont-Ferrand) und der Küstenebene des Mittelmeeres verbunden (Montpellier, Béziers, Agde, Narbonne).

Politik[Bearbeiten]

Lodève ist Sitz einer Sous-Préfecture. Bürgermeisterin der Gemeinde Lodève ist Marie-Christine BOUSQUET (Parti socialiste, erste Amtszeit 2008-2014), zugleich Vice-présidente du Conseil Général und Présidente de la Communauté de Communes du Lodévois (Gemeindeverband)

Geschichte[Bearbeiten]

Blick auf Lodève

Die Stadt ist eine vorrömische (keltische) Gründung. Zurzeit der römischen Provincia Narbonnensis hieß die Stadt Forum Neronis, der Name Luteva ist jedoch wohl älter. Seit dem späten 4. Jahrhundert ist Lodève Bistum (s. Liste der Bischöfe von Lodève). Vom 5.-8. Jahrhundert gehörte Lodève zum Reich der Westgoten. Zwischen 725 und 745 fielen die Araber hier ein, danach wurde die Gegend dem fränkischen Reich einverleibt.

Die Burgstelle der Burg Montbrun oberhalb der Stadt zeugt noch von der Bedeutung der Stadt als Sitz eines Vizegrafen. Dieser stand lange Zeit im Konflikt mit den Bischöfen, die schon früh die Herrschaft über die Stadt innehatten. Im 12. und 13. Jahrhundert kam es mehrfach zu (vergeblichen) Versuchen der Bürgerschaft, die bischöfliche Herrschaft abzuschütteln (kommunale Bewegung). Die Vizegrafschaft ging im Hochmittelalter auf die Bischöfe über.

Im Hoch- und Spätmittelalter war Lodève Etappe auf dem Jakobsweg, dem Pilgerweg nach Santiago de Compostela (zum angeblichen Grab des Apostels Jakobus), und zwar auf dessen südlichem Zweig, der Via Arelatensis oder Via Tolosana, die von Arles über Saint-Gilles, Saint-Guilhem-le-Désert, Lodève und Toulouse zum Somport-Pass in den Pyrenäen führte.

Im Hundertjährigen Krieg wurde die Stadt von den Söldnertruppen des „Schwarzen Prinzen“ heimgesucht. In den Religionskriegen des 16. Jahrhunderts (Hugenottenkriegen) kam es zu heftigen Auseinandersetzungen zwischen Katholiken und Protestanten. Letztere brachten dabei unter anderem die dem heiligen Fulcran geweihte Kathedrale St-Fulcran de Lodève zum Einsturz.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Im 18. und 19. Jahrhundert war - aufgrund der Schafzucht auf den Causses (Karst-Hochländern) - die Textilherstellung wichtigster Erwerbszweig. Hier wurden die Stoffe für die Armeen Napoleons gefertigt. Im 20. Jahrhundert war das Lodèver Becken bekannt für seine reichen Uranvorkommen. Der Abbau wurde inzwischen eingestellt. Heute setzt die Stadt auf Zukunftstechnologien. Auch der Weinbau ist in der Umgebung mit recht guten Weinen vertreten (Coteaux du Languedoc, Montpeyroux, Saint-Saturnin, Clairette de Languedoc, Faugères).

Tourismus[Bearbeiten]

Heute spielt - nicht zuletzt aufgrund der landschafltlich schönen Lage - der Fremdenverkehr eine herausragende Rolle. Der nationale Rat für Geschichts- und Kunststädte und -landschaften (Conseil National des Villes et Pays d'Art et d'Histoire) hat 2006 der Stadt Lodève den offiziellen Titel „Ville d’art et d’histoire“ (Stadt der Kunst und der Geschichte) zuerkannt. Sehenswert sind neben der ehemaligen Kathedrale, der heutigen Pfarrkirche St-Fulcran de Lodève, die Altstadt mit Resten der Stadtmauer, die klassizistische Markthalle, das Kriegerdenkmal von Paul Dardé und das auf dem Hügel oberhalb der Stadt gelegene romanische Grandmontiner-Kloster Saint-Michel de Grandmont. Lodève besitzt ein Kunstmuseum (Musée Fleury) und eine Stadtbücherei. Zu den landschaftlichen Schönheiten der Umgebung zählen der Lac du Salagou, ein Stausee in geologisch interessanter Landschaft, der Cirque de Navacelles, der Cirque de Mourèze mit seinen bizarren Felsformationen, das aride (trockene) Hochplateau des Causse du Larzac, die Cevennen, die Montagne Noire, die Orte La Couvertoirade (ein vom Templerorden gegründetes, mittelalterliches, befestigtes Dorf), Saint-Guilhem-le-Désert mit seiner romanischen Abteikirche und der Teufelsbrücke (Pont du Diable) sowie Clermont-l’Hérault mit der großen gotischen Pfarrkirche, ferner ein frühgeschichtliches Hünengrab Dolmen de Coste-Rouge und die Zisterzienserabtei Sylvanès. In der Umgebung sind zahlreiche malerische Dörfer, z.T. mit romanischen Dorfkirchen. Markierte Wanderwege (u.a. der GR 7) erschließen die Gegend.

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Ernest Martin: Histoire de la ville de Lodève, 2 Bände., Montpellier: Serre et Roumégous, 1900
  • Andreas Curtius: Die Kathedrale von Lodève und die Entstehung der languedokischen Gotik, Hildesheim: Olms, 2002, ISBN 3-487-11486-0, 617 S., 588 Abb., 2 Falttaf., Quellenanhang, Bibliografie

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Lodève – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien