Loewe Technologies

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50.2333411.33502Koordinaten: 50° 14′ 0″ N, 11° 20′ 6″ O

Loewe Technologies GmbH
Logo der Loewe Technologies GmbH
Rechtsform GmbH
Gründung 1923
Sitz Kronach, Deutschland
Leitung Mark Hüsges, Boris Levin
Mitarbeiter 480 (September 2014)[1]
Umsatz 250,0 Mio. Euro (2012)[2]
Gewinn − 44,5 Mio. Euro (2012)[2]Vorlage:Infobox Unternehmen/Wartung/Gewinn
Bilanzsumme 108,1 Mio. Euro (30. Juni 2013)[3]Vorlage:Infobox Unternehmen/Wartung/Bilanzsumme
Branche Unterhaltungselektronik
Website www.loewe.tv

Loewe Technologies ist ein deutscher Hersteller von Unterhaltungs- und Kommunikationstechnik. Das Unternehmen wurde 1923, dem Jahr der Einführung des Hörfunks in Deutschland, von den Brüdern Siegmund und David L. Loewe in Berlin gegründet. Im Laufe seiner 90-jährigen Geschichte wechselten Unternehmensname und Rechtsform mehrfach. Der Hauptsitz sowie die Produktionsstätte ist im oberfränkischen Kronach.

Loewe produziert seit seiner Gründung in Deutschland und ist damit einer der wenigen verbliebenen Fernsehhersteller mit Sitz in Europa. Zum Sortiment gehören neben Fernsehern auch Blu-ray-Player, Harddisk-Recorder, Multiroom-Anlagen, Lautsprecher und Racks.

Geschichte[Bearbeiten]

Gründung und Zeit bis 1945[Bearbeiten]

Loewe-Stammhaus 1923 in Berlin-Friedenau, Niedstraße 5
Erster Loewe-Fernseher, 1931

Am 22. Januar 1923 gründeten die Brüder Loewe die Radiofrequenz GmbH in den Räumlichkeiten der ehemaligen Mechanischen Werkstatt Grüttner & Lütgert Berlin in Berlin-Friedenau, Niedstraße 5.[4] Im Oktober 1923 wurde die Loewe-Audion GmbH zur Herstellung der Elektronenröhren gegründet. Es folgte bald darauf die Loewe Radio GmbH zur Produktion von Lautsprechern und Widerständen. Im Frühjahr 1924 wurde am Teltowkanal in Berlin-Steglitz ein Werk für die Einzelteil- und Empfängerfertigung errichtet. Im selben Jahr wurde die Eudarit-Pressgut GmbH dem Loewe-Konzern angeschlossen; das Prinzip einer Mehrfachröhre wurde patentiert.

Ab 1926 wurde der Loewe-Ortsempfänger OE333 produziert. Er benutzte bereits die 3NF, eine Dreifachröhre. An der Entwicklung war der Physiker Manfred von Ardenne (1907–1997) beteiligt. Diese Loewe-Dreifachröhre bildet ein komplettes Gleichrichter- und Verstärkersystem mit einer Endstufe zum Betrieb des Lautsprechers. Diese Röhre begründet die Mehrfachröhrenproduktion von Loewe und wird heute als erste integrierte Schaltung der Welt bezeichnet.

1929 erfolgte der Beginn der Fernsehentwicklung bei Loewe und die Gründung der Fernseh AG (ab Oktober 1939 Fernseh GmbH) gemeinsam mit der Robert Bosch AG (ab 1937 GmbH), Zeiss Ikon und dem britischen Fernsehpionier John Logie Baird. Die Loewe-Fertigungsstätten wurden in Berlin-Steglitz gebündelt und 1930 die Loewe-Firmen unter der neugegründeten Radio AG D. S. Loewe vereint. Auf dem Loewe-Stand der Funkausstellung 1931 in Berlin präsentierte Manfred von Ardenne der Weltöffentlichkeit erstmals eine elektronische Fernsehübertragung.

Auf Grund seiner jüdischen Herkunft wurde David Ludwig Loewe nach der Machtübernahme des NS-Regimes in Deutschland 1933 zum Rückzug aus dem Vorstand der Gesellschaft gezwungen. Er emigrierte und verkaufte ein Jahr später seinen Aktienanteil an seinen in Deutschland verbliebenen Bruder Siegmund Loewe. Auch dieser musste 1938 – nach der „Arisierung“ des Unternehmens – ebenfalls emigrieren und ging in die USA. 1939 wurde die Produktion auf Funktechnik für die Luftwaffe umgestellt. Die ehemaligen Körting-Fertigungsanlagen in Leipzig sowie das Berliner Unternehmen Peter Grassmann Metallwarenfabrik wurden 1941 übernommen. Kurz vor Beginn der Schlacht um Berlin erfolgte im März 1945 die Verlagerung der Fertigung nach Küps bei Kronach.

Nach dem Zweiten Weltkrieg[Bearbeiten]

Teilansicht des Loewe-Werks in Kronach

Schon 1946 nahmen Loewe-Werke in Küps, Berlin und Leipzig ihre Produktion wieder auf und fertigten die ersten Nachkriegsgeräte und Röhren. Die Loewe-Brüder kehrten nach Deutschland zurück.

In Ost-Berlin entstand 1948 die Phonetica Radio GmbH. Das Leipziger Opta-Werk wurde zu VEB Stern-Radio Leipzig. Noch im selben Jahr schieden die ostdeutschen Werke aus dem Unternehmensverbund aus. In Oberfranken wurde die Produktion von Küps nach Kronach auf das heutige Werksgelände verlegt. 1949 wurden die Westberliner und westdeutschen Unternehmensteile vollständig in das Eigentum Siegmund Loewes rückerstattet.

Loewe Optaport, 1963

1950 wurde das erste Kassetten-Tonbandgerät „Optaphon“ vorgestellt. 1961 ging der erste europäische Videorecorder, Optacord 500, in die Serienproduktion. Mit dem Tod Siegmund Loewes 1962 endete die Ära als Familienunternehmen; die Aktienmehrheit ging an Tochtergesellschaften des Philips-Konzerns. 1963 entwickelte Loewe den „Optaport“, den ersten volltransistorisierten und tragbaren Fernseher. Das Gerät verfügte über eine Bildschirmdiagonale von 25 cm und war mit einem eingebauten UKW-Hörfunkteil ausgestattet.

1964 wurde die Tochter Loewe Opta GmbH gegründet. In ihr sind unter anderem die Bereiche Entwicklung, Fertigung, Vertrieb und Marketing gebündelt.

1978 beendete Loewe die hauseigene Radioproduktion. Das Stammwerk Berlin-Steglitz wurde im darauf folgenden Jahr aufgelöst. Im Februar 1981 stellte Loewe der Presse den ersten Stereoton-Fernseher Europas vor.

Nach Bekanntwerden der Philips-Beteiligungen an Loewe trennten sich Philips und die mit Philips verbundenen Unternehmen 1985 von allen ihren Anteilen. Für die Geschäftsführung der Loewe Opta GmbH bot dies die Möglichkeit, die Unabhängigkeit des Unternehmens zurückzugewinnen. Im selben Jahr kreierte Loewe mit dem „Art 1“ eine neue design- und technikorientierte Fernsehgeneration.

Mit den ersten deutschen 16:9-TV-Geräten beteiligte sich Loewe 1991 an moderner europäischerTV-Technik: das in Europa entwickelte Komponenten-TV-Verfahren D2MAC war dafür ausgelegt, den Digital-Ton gleichzeitig in mehreren Sprachen oder in Stereo zu übertragen, beim Bild hatte es aufgrund der RGB-Komponenten-Übertragung annähernd Studioqualität. Durch die 16:9-Bildröhre und interne steckbare D2-MAC-Decoder-, Sat-TV-Tuner- und PiP(Bild-im-Bild)-Module wurden spätere HDTV-Empfänger-Merkmale schon früh vorweggenommen. Sogar erste HD-MAC-Testsendungen und -Livesendungen von den Olympischen Spielen 1992 konnten damit in Standard-Auflösung empfangen werden, auch über 12 MHz breite Hyperband-Sonderkanäle im Kabel-TV. Doch dieses analoge 1250-Zeilen-HDTV konnte sich nicht durchsetzen. Spätestens seit der Verbreitung deutscher Programme über Astra wurden aber die meisten Sat-TV-Anlagen von Kopernikus und TV-SAT 2 auf Astra umgerüstet, was das faktische Aus für D2-MAC bedeutete.

1992 gehörte die Loewe Opta GmbH in Kronach zu 51,9 % der Management GBR (Gesellschaft leitender Mitarbeiter der GmbH) und zu 48,1 % Matsushita (Panasonic); allerdings trennte sich Matsushita schon 1997 wieder von seinen Anteilen.

Loewe Spheros, 1998
Loewe-Verkaufsstelle in Berlin

1995 ging der erste umweltgerechte Fernseher „CS 1“ in Serie. Sein Gehäuse aus Edelstahl und die Keramikleiterplatten konnten vollständig recycelt werden. Ebenfalls seit 1995 entwickelte sich Loewe konsequent zum Multimediaspezialisten und 1998 kam der „Xelos @media“ auf den Markt – der erste Fernseher mit Internetzugang. Im selben Jahr führte Loewe mit „Spheros“ den ersten Loewe-Flachbildfernseher ein.

Seit 1999: Börsengang und Neuausrichtung[Bearbeiten]

Ab dem 7. Juli 1999 war die Muttergesellschaft als Loewe AG an der Börse notiert. Im Jahr 2004 verzeichnete das Unternehmen eine wirtschaftliche Krise. In dieser Situation sicherte sich der japanische Elektronikkonzern Sharp im Zuge einer Kapitalerhöhung knapp 29 % der Loewe-Aktien und leistete damit einen wesentlichen Beitrag zur Sanierung; zusätzlich verzichteten die Beschäftigten auf ein volles oder halbes Monatsgehalt. Das Unternehmen erholte sich und honorierte diesen Einsatz der Mitarbeiter 2007 mit einer Sonderprämienauszahlung in Höhe von knapp drei Millionen Euro.

Der Durchbruch zum Flachbild-Fernsehhersteller im Premiumsegment gelang der Loewe AG 2005 mit dem „Individual“, dem ersten flachen Fernsehbildschirm, der individuelle Möglichkeiten der Gehäuse- und Aufstellvarianten sowie Intarsienfarben bot. „Loewe Connect“, der erste Smart-TV der Welt, wurde 2008 vorgestellt. Seine vollintegrierte Vernetzung bot kabellosen Zugriff auf Multimedia-Dateien (Bilder, Musik oder Videos), externe Festplatten und PC-Systeme.

Seinen ersten LCD-Fernseher mit LED-Hintergrundbeleuchtung, das weiterentwickelte Modell „Individual SL“, fertigte die Loewe AG ab Mai 2010 in Serie. Auf der IFA im September desselben Jahres wurden erstmals neue Funktionen wie DR+Streaming, MediaText, HbbTV, CE-HTML und ein verbesserter Streaming-Client vorgestellt, die in den neuen LED-Serien „Art“ und „Connect“ eingesetzt wurden. Der zunehmenden Vernetzung moderner Häuser wurde hier Rechnung getragen, indem beispielsweise ein in einem Raum aufgenommener Film per „Follow-Me“ in einem anderen Raum zu Ende gesehen werden kann. Es handelt sich hier quasi um Multiroom für Video. 2011 führte Loewe die 3D-Technik bei seinen „Individual“-Fernsehern ein.

Loewe geriet mit seinen hohen Gerätepreisen durch verschärften Preiskampf der Branche jedoch immer stärker unter Druck. Im Jahr 2012 erlitt das Unternehmen bei einem Umsatz von 250 Millionen Euro einen Verlust von 44,5 Millionen Euro.[5] Zum 1.März 2013 übernahm Matthias Harsch, bis dahin Geschäftsführer beim Waagen-Hersteller Bizerba, den Vorstandsvorsitz bei Loewe. Unterstützung erhielt er im Vorstand durch den Sanierungsexperten Rolf Rickmeyer. Dieser hatte schon bei Sanierungsfällen wie dem Münchener Medienkonzern "EM.TV" oder dem Werkzeugmaschinenbauer "MAG Group" mitgewirkt. Mit dieser Besetzung soll das defizitäre Unternehmen gerettet und eine Neupositionierung der Marke durchgesetzt werden. Der bisherig Firmenchef Oliver Seidl wechselte nach nur zweijähriger Tatigkeit als Finanzchef zum Handelskonzern MediaSaturn.

Im ersten Quartal 2013 lag der Umsatz mehr als ein Drittel unter dem des Vorjahresquartals.[6] und knapp 180 der rund 1000 Stellen wurden gestrichen.[5]

Insolvenz und Verkauf[Bearbeiten]

Im Juli 2013 stellte die Loewe AG für sich selbst und ihre Tochtergesellschaft Loewe Opta[7] einen Antrag auf Gläubigerschutz nach dem Schutzschirmverfahren, um die Firma innerhalb von drei Monaten zu sanieren und neue Investoren zu finden. Die Suche zielte auch auf einen starken Partner in Asien,[6][5] um zwar am Luxussegment festzuhalten, aber auch für den Einstieg ins Premiumsegment konkurrenzfähige Geräte anbieten zu können.[8] Am 31. Juli 2013 wurde bekanntgegeben, dass Loewe eine strategische Partnerschaft mit dem chinesischen Elektronikhersteller Hisense eingehen will.[9]

Im August 2013 folgte eine Kapitalherabsetzung im Verhältnis 4:1[10] und im September die Ankündigung, es müssten zur Restrukturierung des Unternehmens weitere 150 Arbeitsplätze abgebaut werden.[11]

Am 1. Oktober 2013 folgte die Planinsolvenz.[12] Das Unternehmen teilte mit, das Insolvenzgericht Coburg habe einer Insolvenz in Eigenverwaltung zugestimmt. Der Geschäftsbetrieb werde fortgeführt und der eingeleitete Sanierungsprozess konzentriere sich nun ganz auf den Abschluss der Investorengespräche.[13][14] Alfred Hagebusch, Insolvenzfachmann der Heidelberger Anwaltskanzlei Wellensiek und Partner, wurde Generalbevollmächtigter bei Loewe.[15]

Am 17. Januar 2014 gab die Loewe AG schließlich bekannt, es habe sich eine Gruppe aus deutschen Familienunternehmern und Managern um den früheren Apple-Manager und -Europa-Chef Jan Gesmar-Larsen als neue Investoren gefunden. Die unter dem Namen Panthera GmbH auftretende Investorengruppe gehört zu je einem Drittel Jan Gesmar-Larsen, dem früheren Unternehmensberater Stefan Kalmund und dem Immobilienunternehmer Constantin Sepmeier. Die Gruppe wollte jedoch nicht die Loewe AG selbst, sondern über einen Asset Deal nur den größten Teil ihrer Vermögenswerte übernehmen. Die zurückbleibende Aktiengesellschaft sollte im Anschluss von der Börse genommen und liquidiert werden. Die Loewe-Unternehmenszentrale hätte nach München verlegt werden sollen,[16][17] die Entwicklungszentren in Kronach und Hannover, sowie weitere zentrale Unternehmensfunktionen am bisherigen Hauptstandort Kronach sollten bestehen bleiben. Nur 430 der 550 Mitarbeiter in Deutschland sollten übernommen werden.[18] Am 24. Februar 2014 erklärte die Investorengruppe jedoch unerwartet ihren Rücktritt vom notariell bereits beglaubigten Kaufvertrag.[19]

Mit Kaufvertrag vom 21. März 2014 übernahm schließlich der Münchner Investor Stargate Capital GmbH das Unternehmen. Damit soll der gesamte Geschäftsbetrieb von Loewe AG und Loewe Opta GmbH einschließlich Produktion am Standort Kronach fortgeführt werden. Von den zuletzt rund 525 Stellen sollen 95 gestrichen werden.[20] Der Kaufpreis soll im oberen einstelligen Millionenbereich liegen. Für die kommenden Jahre seien Investitionen im mittleren zweistelligen Millionenbereich geplant.[21] Da der Preis nicht ausreicht, um sämtliche Insolvenzgläubiger zufriedenzustellen, werde keine Zahlung an die Aktionäre stattfinden.[22] Die Übernahme durch Stargate Capital wurde am 8. April 2014 abgeschlossen.[23]

Namensträger[Bearbeiten]

Loewe AG[Bearbeiten]

Die Loewe AG (ISIN DE000A1X3W34) war eine Holding zur Verwaltung der operativen Tochtergesellschaft Loewe Opta GmbH. Einziger Anteilseigner ist seit April 2014 der japanische Elektrokonzern Sharp aus Ōsaka mit 23,54 Prozent. Der Rest befindet sich in Streubesitz. Bis 2014 waren auch LaCie und der langjährige Loewe-Chef Rainer Hecker mit einem nunmehr niedrigen einstelligen Prozentsatz am Unternehmen beteiligt. Zwischenzeitlich bündelten Sharp und die Familie Hecker ihre Anteile von zusammen 39,04 Prozent in der Loewe Beteiligungs GmbH, um sie später leichter verkaufen zu können[24], lösten dies allerdings kurze Zeit später auf. Nachdem mit den Investoren um die Panthera GmbH vereinbart worden war, statt Aktien unmittelbar die wesentlichen Vermögensgegenstände zu übertragen, sollte die nur noch als Hülle verbleibende Aktiengesellschaft von der Börse genommen werden. Dies wurde auch unter Stargate Capital fortgesetzt.

Loewe Opta GmbH[Bearbeiten]

In der Loewe Opta GmbH bündelte die Loewe AG 1964 ihr gesamtes operatives Geschäft. Sie wird zusammen mit der ehemaligen Muttergesellschaft liquidiert.

New Loewe GmbH[Bearbeiten]

Von dem Bekanntwerden der Übernahme durch die Panthera GmbH aus München bis zum Rücktritt vom Kaufvertrag am 24. Februar 2014 firmierte das operative Geschäft von Loewe unter dem Namen New Loewe GmbH, danach ging man wieder auf die Loewe Opta GmbH über.

Loewe Technologies[Bearbeiten]

Seit der Übernahme durch Stargate Capital firmiert das operative Loewe-Geschäft als Loewe Technologies GmbH.

Markengeschichte[Bearbeiten]

Die Produkte der verschiedenen Loewe-Unternehmen wurden zunächst unter der Marke Radiofrequenz vertrieben. Als Warenzeichen wurde eine Sinuslinie in einem Kreis verwendet. Unter Beibehaltung des Warenzeichens wurde 1926 die Marke Radiofrequenz durch die Marke Loewe Radio ersetzt. Mit Gründung der Radio AG D. S. Loewe wurde ab 1930 die Produktion unter der neuen Firmenbezeichnung vertrieben. Die Sinuslinie im Kreis wurde auch in das neue Unternehmenslogo eingefügt. 1935 ließ sich Loewe außerdem die Marke Opta schützen, unter welcher ab 1936 alle Produkte vertrieben wurden.

1940 beschloss das Unternehmen die Umbenennung der „Radio AG D. S. Loewe“ in „Löwe Radio AG“, um so durch Änderung der Schreibweise von Loewe zu Löwe sowie durch Streichung der Namens-Initialen der beiden Unternehmensgründer David und Siegmund die vollzogene „Arisierung“ auch nach außen deutlich zu machen. 1942 wird die Marke Opta Teil des Unternehmensnamens. „Opta Radio AG“ lautete nun die Bezeichnung des Unternehmens bis 1949. Die traditionelle Sinuslinie wurde in dieser Zeit nicht mehr verwendet. Sie wurde erst nach der Rückerstattung des Unternehmens an Siegmund Loewe wieder Bestandteil der Marke Loewe Opta. Ein Augensymbol ergänzte nun das Warenzeichen.

Ende der 1970er- und Anfang 1980er-Jahre durchlief das Unternehmen einen tiefgreifenden Wandel und musste sich der verstärkten Konkurrenz aus Asien stellen. Im Zuge der Neupositionierung des Unternehmens wurde die Wortmarke Loewe in Großbuchstaben eingeführt. Seit 1984 wird die Wortmarke „Loewe Punkt“ verwendet.

Ziel war es, Loewe wieder als innovatives Unternehmen zu positionieren. Bis zum Jahr 2002 erarbeitete sich Loewe eine Marktposition als Anbieter von hochqualitativen und designorientierten Fernsehröhrengeräten. Durch den Siegeszug des Flachfernsehers brach jedoch 2003 bei Loewe der Umsatz mit Bildröhren-Fernsehgeräten im Premiumbereich ein. Loewe reagierte mit einem Sanierungsprogramm, stellte das Fernsehangebot komplett auf Flachbildschirme um und revitalisierte die Marke durch einen noch strenger verfolgten Premiumkurs. 2008 wurde Loewe mit dem Marken-Award 2008 in der Kategorie „Bester Marken-Relaunch“ ausgezeichnet, weil das Unternehmen mit einer konsequenten Premiumstrategie die Markenkrise gemeistert und die Wende geschafft habe.

Literatur[Bearbeiten]

  • 75 Jahre Loewe (1923–1998). Und die Zukunft geht weiter. Selbstverlag 1998, DNB 965049035.
  • Markus Speidel: Netzwerke, Kooperationen und Management-Buy-Out. Die Geschichte des Unternehmens Loewe zwischen 1962 und 1985, Klartext Verlag, Essen 2012, ISBN 978-3-8375-0756-0.
  • Kilian J.L. Steiner: Ortsempfänger, Volksfernseher und Optaphon. Die Entwicklung der deutschen Radio- und Fernsehindustrie und das Unternehmen Loewe 1923–1962. Klartext Verlag, Essen 2005, ISBN 3-89861-492-1.
  • Kilian J. L. Steiner: Die „Arisierung“ der Radioaktiengesellschaft D. S. Loewe in Berlin-Steglitz. In: Christof Biggeleben u. a.: „Arisierung“ in Berlin. Metropol Verlag, Berlin 2007, ISBN 978-3-938690-55-0, S. 225–246.
  • Martin Münzel, Kilian J. L. Steiner: Die langen Schatten der „Arisierung“. Die Berliner Unternehmen Loewe und Ullstein nach 1945. In: Christof Biggeleben u. a.: „Arisierung“ in Berlin. Metropol Verlag, Berlin 2007, ISBN 978-3-938690-55-0, S. 287–314.
  • Frank Keuper, Jürgen Kindervater, Heiko Dertinger, Andreas Heim (Hrsg.): Das Diktat der Markenführung. 11 Thesen zur nachhaltigen Markenführung und -implementierung. Mit einem umfassenden Fallbeispiel der Loewe AG. Gabler Fachverlage, Wiesbaden 2009, ISBN 978-3-8349-0852-0.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Loewe AG – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1.  Loewe baut Fertigung in Kronach aus. In: Neue Presse Coburg. 6. September 2014 (online).
  2. a b Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatGeschäftsbericht 2012. Loewe AG, 31. Dezember 2012, abgerufen am 24. Juli 2013 (PDF; 2,3 MB).
  3. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatKonzernbericht 1. Halbjahr 2013. Loewe AG, 30. Juni 2013, abgerufen am 1. September 2013 (PDF; 1,9 MB).
  4. Radioapparate. In: Berliner Adreßbuch, 1924, Teil 2, S. 475.
  5. a b c  Joachim Hofer: Loewe will leben. In: Handelsblatt. Nr. 135, 17. Juli 2013, ISSN 0017-7296, S. 16 f..
  6. a b  Letzte Chance für Loewe. In: Handelsblatt. Nr. 135, 17. Juli 2013, ISSN 0017-7296, S. 1.
  7. Loewe hofft auf den reichen Retter. Handelsblatt, 16. Juli 2013, abgerufen am 16. Juli 2013.
  8. Loewe schwört trotz Krise auf Luxus-Geschäftsmodell. inFranken.de, 31. Juli 2013, abgerufen am 1. August 2013.
  9. Loewe: Partner kommt aus China. inFranken.de, 31. Juli 2013, abgerufen am 1. August 2013.
  10. Loewe: Kapitalmaßnahmen auf den Weg gebracht. Loewe AG, 7. August 2013, abgerufen am 1. September 2013.
  11. Restrukturierungsprozess vor dem Abschluss. Loewe AG, 16. September 2013, abgerufen am 17. September 2013.
  12. TV-Hersteller Loewe meldet Insolvenz an (1. Oktober 2013)
  13. Loewe AG: Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung bestätigt. Ad-hoc-Meldung auf: corporate.loewe.tv, 1. Oktober 2013.
  14. TV-Hersteller in der Krise: Loewe meldet Insolvenz an. auf: spiegel.de, 1. Oktober 2013.
  15. Bevollmächtigter gibt sich für Loewe optimistisch. FAZ.net. 13. Oktober 2013
  16. Neustart für Loewe, Tagesspiegel, am 17. Januar 2014
  17. Loewe-Zentrale wird nach München verlegt. nordbayern.de, 17. Januar 2014
  18. Früherer Apple-Manager soll Loewe retten. heise online, am 17. Januar 2014
  19. Insolventer TV-Hersteller: Loewe-Käufer machen Rückzieher. Spiegel Online, 24. Februar 2014, abgerufen am 24. Februar 2014.
  20. Stargate Capital übernimmt Loewe, Handelsblatt, am 21. März 2014
  21. Neue Hoffnung für Loewe: Finanzinvestor übernimmt TV-Gerätebauer. In: Heise Online. 22. März 2014, abgerufen am 23. März 2014.
  22. Loewe findet neuen Investor. In: Süddeutsche Zeitung. 22. März 2014, abgerufen am 23. März 2014.
  23. Andreas Wilkens: Loewe-Rettung in trockenen Tüchern. 9. April 2014, abgerufen am 9. April 2014.
  24. Großaktionäre ebnen Weg für Loewe-Investor. In: Frankenpost. 23. August 2013, abgerufen am 26. Februar 2014.