Logos (Schiff)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Logos
Das Wrack der Logos im Beagle Kanal (April 2009)

Das Wrack der Logos im Beagle Kanal (April 2009)

p1
Schiffsdaten
andere Schiffsnamen
  • Umanak
Schiffstyp Passagierschiff
Heimathafen Singapur
Eigner Königliche Grönländische Handelsgesellschaft
Bauwerft Helsingør, Dänemark
Indienststellung 1949
Verbleib Am 6. Januar 1988 nach Auflaufen aufgegeben
Schiffsmaße und Besatzung
Länge
83 m (Lüa)
Breite 13,44 m
Tiefgang max. 5,5 m
Vermessung 2319 BRT, 1124 NRT
Maschine
Maschine B+W 650 VF 90 6-zyl.
Geschwindigkeit max. 13 kn (24 km/h)
Propeller 1
Transportkapazitäten
Tragfähigkeit 3328 ldt, 1730 tdw
Zugelassene Passagierzahl 144,
78 (als Umanak)
Sonstiges
Klassifizierungen

Bureau Veritas (BV) No. I 3/3 E Deep Sea with freeboard, Ice

Registrier-
nummern

19N700

Die Logos ex Umanak war das erste Schiff des Missionswerks Operation Mobilisation (OM).

Geschichte[Bearbeiten]

Das 2319 t große Einschraubenschiff wurde 1949 in Helsingør in Dänemark gebaut. Erster Betreiber war die Königliche Grönländische Handelsgesellschaft, die das Schiff als Ersatz für die durch einen Brand verlorene G.C. Amdrup in Auftrag gegeben hatte. Mit der Umanak wurde die erst nach dem Zweiten Weltkrieg eingerichtete Linie zwischen Dänemark und Grönland etabliert, und ab Mitte der 1950er Jahre weiter ausgebaut.

Am 15. Oktober 1970 wurde die Umanak von OM aufgekauft und umfangreich renoviert sowie zum Bücher- und Hilfsschiff umgebaut, als Betreiber wurde die Firma Educational Book Exhibits Ltd. (EBE) gegründet. Sie war das erste christliche Hilfsschiff dieser Art, seither wurden auch von anderen Missionsgesellschaften mehrere vergleichbare Schiffe in Dienst gestellt. Neben OM ist das Missionswerk Mercy Ships mit ihrem Flaggschiff Anastasis größter Betreiber solcher Schiffe.

Das umgebaute Schiff wurde in Logos umbenannt, nach logos (gr. λόγος, geschriebenes Wort) in Anlehnung an die Bibel. Die erste Fahrt der Logos im Dienst von OM erfolgte 1971. Schnell zeigten sich jedoch die Nachteile des für arktische Bedingungen ausgelegten Schiffs bei der vorwiegenden Verwendung in tropischen und subtropischen Gewässern.

1980 wurde die Logos im Chinesischen Meer zur Rettung von 92 vietnamesischen Bootsflüchtlingen eingesetzt, die hungernd und durstend in zwei Booten zusammengepfercht auf der See trieben.[1]

Am 6. Januar 1988 lief die Logos im Beagle-Kanal vor Feuerland bei schlechtem Wetter auf einen Felsen auf, wurde schwer beschädigt und musste aufgegeben werden.[2] Bei der Havarie kam jedoch kein Mensch zu Schaden. In den 17 Einsatzjahren bei OM lief das Schiff rund 250 Häfen in 103 Ländern an. Es wurden über sieben Millionen Besucher verzeichnet und über 51 Millionen Stück Literatur verkauft oder verteilt.

Das Wrack der Logos wurde von OM an die Chilenische Marine übergeben, die es zeitweilig als Ziel für Übungsschüsse verwendete. Noch heute ist das Wrack teilweise zu sehen, der Schriftzug EBE am Schornstein deutlich zu erkennen. OM ersetzte das Schiff Ende 1988 durch die Logos II.

Literatur[Bearbeiten]

  • Elaine Rhoton: Die Logos-Story. 2. Auflage. Hänssler, Neuhausen/Stuttgart 1990. ISBN 3-7751-1414-9
  • Miguel Vásquez Muñoz: Un Barco Llamado Logos (PDF; 41 kB). In: Revista de Marina 5/2004, S. 482–486.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Ulrich Stock: Christus an Bord. In: DIE ZEIT 33, 12. August 1983
  2. Miguel Vásquez Muñoz: Un Barco Llamado Logos (PDF; 41 kB). In: Revista de Marina 5/2004, S. 482–486.