Lohsa

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Lohsa
Lohsa
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Lohsa hervorgehoben
51.38416666666714.403611111111114Koordinaten: 51° 23′ N, 14° 24′ O
Basisdaten
Bundesland: Sachsen
Landkreis: Bautzen
Höhe: 114 m ü. NN
Fläche: 134,18 km²
Einwohner:

5695 (31. Dez. 2011)[1]

Bevölkerungsdichte: 42 Einwohner je km²
Postleitzahl: 02999
Vorwahlen: 035724, 035726, 035728 (Lippen)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: BZ, BIW, HY, KMVorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Kfz enthält Leerzeichen
Gemeindeschlüssel: 14 6 25 330
Gemeindegliederung: 15 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Am Rathaus 1
02999 Lohsa
Webpräsenz: www.lohsa.de
Bürgermeister: Udo Witschas (CDU)
Lage der Gemeinde Lohsa im Landkreis Bautzen
Tschechien Dresden Landkreis Görlitz Landkreis Meißen Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge Arnsdorf Bautzen Bernsdorf Bischofswerda Bretnig-Hauswalde Burkau Crostwitz Cunewalde Demitz-Thumitz Doberschau-Gaußig Elsterheide Elstra Frankenthal (Sachsen) Göda Großdubrau Großharthau Großnaundorf Großpostwitz Großröhrsdorf Malschwitz Haselbachtal Hochkirch Hoyerswerda Kamenz Königsbrück Königswartha Kubschütz Laußnitz Lauta Lichtenberg (Lausitz) Lohsa Malschwitz Nebelschütz Neschwitz Neukirch (bei Königsbrück) Neukirch/Lausitz Obergurig Ohorn Oßling Ottendorf-Okrilla Panschwitz-Kuckau Pulsnitz Puschwitz Radeberg Radibor Räckelwitz Ralbitz-Rosenthal Rammenau Schirgiswalde-Kirschau Schmölln-Putzkau Schönteichen Schwepnitz Sohland an der Spree Spreetal Steina (Sachsen) Steinigtwolmsdorf Wachau (Sachsen) Weißenberg Wilthen Wittichenau Brandenburg PolenKarte
Über dieses Bild

Lohsa, sorbisch Łaz, ist die flächengrößte Gemeinde im sächsischen Landkreis Bautzen in der Oberlausitz. Die Einheitsgemeinde Lohsa liegt an der Kleinen Spree, östlich der Städte Wittichenau und Hoyerswerda.

Mehrere Seen des entstehenden Lausitzer Seenlands liegen teilweise oder ganz im Gemeindegebiet. Das Speicherbecken Lohsa I und der mit ihm in Verbindung stehende Silbersee sind die Restlöcher ehemaliger Braunkohletagebaue, deren Flutung im Februar 1971 begann. Nördlich von Lohsa entstand 2001 der Dreiweibernsee nach der Flutung des 1989 stillgelegten Braunkohlentagebaues Lohsa. Östlich von Weißkollm befindet sich mit dem Speicherbecken Lohsa II ein weiterer Tagebausee. Südlich des früheren Ortsteils Bärwalde schließt sich in geringer Entfernung zur Gemeindegrenze der Bärwalder See an.

Inhaltsverzeichnis

Ortsgliederung [Bearbeiten]

Zur Einheitsgemeinde Lohsa gehören folgende 15 Ortsteile:

  • Dreiweibern (Tři Žony); 44 Einwohner
  • Driewitz (Drěwcy); 142 Einwohner
  • Friedersdorf (Bjedrichecy; mit Womjatke, auch als Neu Friedersdorf bezeichnet); 202 Einwohner
  • Groß Särchen (Wulke Ždźary); 1188 Einwohner
  • Hermsdorf/Spree (Hermanecy); 206 Einwohner
  • Koblenz (Koblicy); 401 Einwohner
  • Lippen (Lipiny); 78 Einwohner
  • Litschen (Złyčin); 294 Einwohner
  • Lohsa (Łaz); 1728 Einwohner
  • Mortka (Mortkow; in der Zeit vom 30. November 1936 bis 1947 in Grube Ostfeld umbenannt); 189 Einwohner
  • Riegel (Roholń); 125 Einwohner
  • Steinitz (Šćeńca; mit Kolbitz und Neu Steinitz); 331 Einwohner
  • Tiegling (Tyhelc); 57 Einwohner
  • Weißig (Wysoka); 76 Einwohner
  • Weißkollm (Běły Chołmc); 799 Einwohner

Die Einwohnerzahlen der einzelnen Orte stammen vom Meldeamt Lohsa (Stand 31. Dezember 2009) und weisen auf Grund unterschiedlicher Berechnungsvorschriften in ihrer Summe eine Abweichung zu den Einwohnerzahlen der Gemeinden auf, die vom Statistischen Landesamt des Freistaates Sachsen herausgegeben werden.

Aufgrund des Braunkohlenabbaus sind auf den heutigen Gemeindefluren folgende Dörfer teilweise oder ganz devastiert worden:

Geschichte [Bearbeiten]

Kirche in Lohsa
Kriegerdenkmal in Lohsa
Feierhalle auf dem Lohsaer Friedhof
Steinkreuze in der Friedhofsmauer

Der Ort Lohsa wurde erstmals 1343 unter dem Namen „Lose“ urkundlich erwähnt. 1346 wird die Lohsaer Kirche erstmals in einer Urkunde erwähnt und ist damit eine der ältesten Kirchen der nördlichen Oberlausitz. Das Lohsaer Gut wird 1350 erstmals als Besitz derer von Pannewitz und Schreibersdorf in der Herrschaft Neschwitz erwähnt. Im Jahr 1470 wird Balthaser von Schreibersdorf als Besitzer von Lohsa, Friedersdorf und Weißkollm genannt. Im Jahre 1523 erwirbt Bernhard von Gersdorf das Gut Lohsa. 1547 kauft Christoph von Schreibersdorf zu Lohsa die Dörfer Litschen, Driewitz und Lippen. Vom Ende des 16. bis Mitte des 17. Jahrhunderts wechselt das Gut Lohsa mehrfach die Besitzer.

Eingemeindungen [Bearbeiten]

Dreiweibern und Ratzen gehören seit 1938 zu Lohsa. Im Jahr 1994 wurden fünf Gemeinden eingegliedert[2], von denen Bärwalde 1998 nach Boxberg/O.L. umgegliedert wurde[3]. Lippen wechselte im Jahr 1996 von Uhyst nach Lohsa.[4] Die 1995 neu gebildete Gemeinde Knappensee[5] wurde 2005 aufgelöst. Ihre Ortsteile Groß Särchen und Koblenz kamen zu Lohsa.[6]

Ehemalige Gemeinde Datum Anmerkung
Bärwalde 1. Januar 1957
1. Januar 1978
1. Januar 1994
1. Januar 1998
Eingemeindung nach Merzdorf,
Ausgliederung aus Merzdorf,
Eingemeindung nach Lohsa,
Umgliederung nach Boxberg/O.L.
Dreiweibern 1. April 1938
Driewitz 1. Januar 1957 Eingemeindung nach Litschen
Friedersdorf 1. Januar 1957 Eingemeindung nach Litschen
Groß Särchen 1. Oktober 1995
1. Januar 2005
Eingemeindung nach Knappensee,
Umgliederung nach Lohsa
Hermsdorf/Spree 1. Januar 1994
Knappensee 1. Januar 2005 Eingemeindung nach Lohsa und Königswartha
Koblenz 1. Oktober 1995
1. Januar 2005
Eingemeindung nach Knappensee,
Umgliederung nach Lohsa
Lippen 1. Mai 1974
1. Januar 1996
Eingemeindung nach Uhyst,
Umgliederung nach Lohsa
Litschen 1. Januar 1994
Mortka 1. Januar 1957 Eingemeindung nach Litschen
Ratzen 1. April 1938
Riegel 1. Januar 1978 Eingemeindung nach Weißkollm
Scheibe 1. April 1938 Eingemeindung nach Riegel
Steinitz 1. Januar 1994
Weißig 1. April 1938
1945
1948
Eingemeindung nach Hermsdorf/Spree,
Umgliederung nach Steinitz,
Umgliederung nach Hermsdorf/Spree
Weißkollm 1. Januar 1994

Politik [Bearbeiten]

Kommunalwahl 2009[7]
Wahlbeteiligung: 55,8 % (2004: 52,3 %)
 %
60
50
40
30
20
10
0
52,2 %
22,9 %
12,6 %
12,2 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2004
 %p
   4
   2
   0
  -2
  -4
+3,8 %p
-2,6 %p
-2,8 %p
+1,5 %p

Gemeinderat [Bearbeiten]

Nach der Kommunalwahl am 7. Juni 2009 gehören dem Gemeinderat Lohsa 12 Räte der CDU an, 5 den Linken, 2 der FDP und 2 den Freien Wählern Knappensee.

Gemeindewappen [Bearbeiten]

Seit 1992 hat Lohsa ein Wappen. Zur Bedeutung: Lohsa war früher ein von Sümpfen umgebener Ort (grüne Wellenlinie). Ursprünglich bestritten die Bürger ihren Lebensunterhalt hauptsächlich durch die Fischerei (blauer Fisch). Seit 1935 prägte der Bergbau das Landschaftsbild (Hammer und Schlägel). Heute werden auf dem Gebiet des Landschafts-, Umwelt- und Naturschutzes große Anstrengungen unternommen, um vorhandene Naturdenkmäler zu schützen, altes Tagebaugebiet zu rekultivieren, den Ort an Natur zu bereichern und diese Bestandteil des Ortsbildes werden zu lassen. So entstand aus dem ehemaligen Tagebau II des Braunkohlenwerkes Glückauf Knappenrode das Naherholungsgebiet Silbersee (blaue Wellenlinie). Auch am ehemaligen Tagebau Dreiweibern entwickelt sich ein Naherholungsgebiet. Im Rahmen der Rekultivierung entstandenen Teiche, die wieder der Fischzucht dienen werden und bereits zu diesem Zweck vorbereitet werden (blauer Fisch). Laut Jan Meschgangs Buch Die Ortsnamen der Oberlausitz bedeutet der sorbische Name für Lohsa Łaz: „Siedlung auf einem durch Rodung urbar gemachten Neuland.“ Deshalb steht im Zentrum des Wappens ein Baum (Kiefer).

Tourismus [Bearbeiten]

Dreiweiberner See

Die Gemeinde befindet sich im südlichen Teil des Lausitzer Seenlandes, welches aus gefluteten Tagebaurestlöchern entsteht. Der Silbersee (Slěborny jězor; Tgb. Werminghoff II; 315 ha; 1972), direkt südlich von Lohsa, Teil des Speicherbeckens Lohsa I, ist wegen Sanierungsarbeiten am Bahndamm gesperrt. Der Knappensee (Hórnikečanski jězor; Tgb. Werminghoff I; 286 ha; 1953), bei Groß Särchen / Koblenz, wird 2013 wegen Sanierungsarbeiten der LMBV gesperrt. Der Dreiweiberner See (Třižonjanski jězor; Tgb. Dreiweibern; 286 ha; 2002), direkt nördlich von Lohsa, wurde 2005 freigegeben. Östlich von Weißkollm entsteht mit dem Speicherbecken Lohsa II ein weiterer Tagebausee, der noch keinen richtigen Namen hat und vorrangig als Wasserspeicher dient.

Das südliche und östliche Gemeindegebiet ist Teil des Biosphärenreservates Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft, mit vielen Teichen, viel Wald, dem Fischotter, dem Wolf und vielen seltenen Vögeln.

Wirtschaft und Infrastruktur [Bearbeiten]

Die Mittelschule in Lohsa

Bildung [Bearbeiten]

Die Gemeinde Lohsa verfügt über eine Grundschule in Groß Särchen, sowie eine Mittelschule.

Verkehr [Bearbeiten]

Östlich der Gemeinde verläuft die Bundesstraße 156, westlich die B 96, über die die nordwestlich verlaufende B 97 erreichbar ist. Mit einem Bedarfshaltepunkt ist Lohsa an die Bahnstrecke Hoyerswerda–Niesky–Görlitz angebunden.

Sehenswürdigkeiten [Bearbeiten]

Das Fledermausschloss in Weißig

Bauwerke [Bearbeiten]

Museen und Ausstellungen [Bearbeiten]

  • Radio- und Bergbau-Museum Lohsa, Bahnhofstr. 4a, nur Sonntag nachmittags geöffnet
  • Zejler-Smoler-Haus, Webseite

Söhne und Töchter der Gemeinde [Bearbeiten]

Weblinks [Bearbeiten]

 Commons: Lohsa – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise [Bearbeiten]

  1. Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen – Bevölkerung des Freistaates Sachsen jeweils am Monatsende ausgewählter Berichtsmonate nach Gemeinden (Hilfe dazu)
  2. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 1994
  3. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 1998
  4. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 1996
  5. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 1995
  6. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2005
  7. http://www.statistik.sachsen.de/wpr_neu/pkg_w04_ver.prc_ver?p_bz_bzid=GR09&p_ebene=GE&p_ort=14625330