Loch (Flurname)

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Loch und zahlreiche Varianten sind alte deutsche Toponyme in der Bedeutung Wald oder Feuchtgebiet.

Wortherkunft[Bearbeiten]

Dem Ortsnamen liegt ein auf alter Wurzel beruhendes althochdeutsch  bzw. loh. Dieses hat mehrere Bedeutungen, die die Deutung darauf aufbauender Flurnamen erschweren:

Wie viele dieser Worte tendiert es in zwei Richtungen, zum einen allgemein ‚Gehölz, Hain, Wald‘, und zum anderen ‚Niederwald, Buschland‘, bis hin zu ‚Sumpfwiese‘. Diese beiden können sich auch mischen (ähnlich wie Bruch in der Bedeutung ‚Auwald‘).[3]

Als Lo[he] wurden später auch die zum Gerben verwendeten Baumbestandteile bezeichnet, als Lohwald ‚zur Lohegewinnung angelegtes Gehölz‘,[4] etwa als Eichenschälwald (rheinischen Lohhecken).
Loh ist in der mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Rechtssprache aber auch „ insbesondere (in der Regel nicht eingehegter) Waldbestand, an dem einer oder mehrere Markgenossen zur Holznutzung berechtigt sind, während die sonstigen Nutzungsrechte auch den übrigen Genossen zustehen“, und auch „der vom berechtigten Gemeindemitglied im Loh jährlich zweimal zu schlagende Holzanteil“.[5]

Verbreitung, Varianten und Beispiele[Bearbeiten]

Das Wort ist im ganzen deutschen Sprachraum namensbildend. Es findet sich in zahlreichen Formen wie La, Le, Leo, Lach, Lo, Loch, Lohen, Luch, Lauch, Loach.[3][6]

Daraus sind Ortsnamen, wie beispielsweise Loch, Lohen, Lochen; Lohhof, Hohenlohe, Gütersloh; Barlo; Lochbach entstanden, aber auch Familiennamen wie Schottenloher oder Erbslöh.

Das Wort wandelt sich oberdeutsch auch Richtung lah oder leo[7], daraus etwa Laa, Lach, Lachforst, Lahstedt, Laakirchen, Leogang.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. LOH, m. n. wald, holz. In: Jacob Grimm, Wilhelm Grimm: Deutsches Wörterbuch. Hirzel, Leipzig 1854–1960 (woerterbuchnetz.de, Universität Trier).
    LÔCH , LÔ stm. stn. niedriges holz, busch. In: Georg Friedrich Benecke, Wilhelm Müller, Friedrich Zarncke: Mittelhochdeutsches Wörterbuch. Bd. 1, Sp. 1041a Leipzig 1854-1866
    lôch flex.-hes stmn. gebüsch. In: Matthias Lexer: Mittelhochdeutsches Handwörterbuch. Bd. 1, Sp. 1949
    (alle woerterbuchnetz.de, Universität Trier).
  2. LOH, f. sumpfwiese, sumpfige stelle. In: Jacob Grimm, Wilhelm Grimm: Deutsches Wörterbuch. Hirzel, Leipzig 1854–1960 (woerterbuchnetz.de, Universität Trier).
  3. a b F.V. Zillner: Das Wasser in salzburgischen Flur- und Ortsnamen. In: Mitteilungen der Salzburger Gesellschaft für Landeskunde (MSKL), 22, S. 37–61, Abschnitt La, Le, …, S. 1 ff (pdf, landesmuseum.at).
  4. lô stm. In: Lexer: Mittelhochdeutsches Handwörterbuch (woerterbuchnetz.de, Universität Trier).
  5. Loh, n. u. m. . In: Deutsches Rechtswörterbuch, Uni Heidelberg.
  6. Beispiele nach: Helene Zierhofer: Der Wald und seine Bäume im Lichte der Sprache. In: Mitteilungen der Deutschen Dendrologischen Gesellschaft, Ausgabe 55, 1943, S. 83 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  7. vergl. P. Benedikt Pitschmann OSB: P. Matthias Höfer v. Kremsmünster u. sein etymologisches Wörterbuch (1815). II. Teil. In Jahrbuch des Oberösterreichischen Musealvereins 115a, S. 201 (ganzer Artikel S. 199–210; pdf, landesmuseum.at, dort S. 3): „Buschwald Loh, Laa oder Leo“.