Loiasis

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Klassifikation nach ICD-10
B74.3 Loiasis
ICD-10 online (WHO-Version 2013)

Als Loiasis (auch Loaose, Kamerunbeule oder Calabar-Schwellung) bezeichnet man eine tropische Wurmerkrankung des Menschen, die durch die Filarie Loa loa hervorgerufen wird und in Zentral- und Westafrika endemisch ist. Nach Schätzungen der WHO sind etwa 13 Millionen Menschen infiziert.

Beschwerdebild, Diagnose und Therapie[Bearbeiten]

Dieser Blutausstrich zeigt rechts eine Loa-loa-Mikrofilarie (mit gut erkennbarer Scheide) und links eine Mikrofilarie von Mansonella perstans, einer anderen pathogenen Fadenwurmart.

Die Übertragung erfolgt durch Bremsen. Lange nach der ursprünglichen Infektion, oft Jahre später, kommt es zu allergisch verursachten Schwellungen der Haut, die einen Durchmesser von 10 cm erreichen können und starken Juckreiz entwickeln. Nach einigen Tagen klingt die Schwellung ab und tritt typischerweise an anderer Stelle wieder auf. Das rührt daher, dass der Wurm in der Haut nicht eingekapselt wird, sondern umherwandert (daher auch Wanderfilarie). In eher seltenen Fällen kriecht er auch unter der Bindehaut über den Augapfel und wird dann sichtbar. Die Erkrankung ist in der Regel nicht gefährlich, aber sehr unangenehm und kann wegen der langen Lebensdauer der Würmer von bis über zehn Jahren ein chronisches Problem darstellen. Spätkomplikationen können Herzklappen- und Nierenschäden sowie Meningitiden sein.

Die medikamentöse Behandlung erfolgt mit Diethylcarbamazin. Wenn er beim Durchwandern der Bindehaut abgepasst wird, kann der Wurm vom Arzt mit einer Pinzette entfernt werden.

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