Loit

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Loit (Begriffsklärung) aufgeführt.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Loit
Loit
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Loit hervorgehoben
54.6102777777789.702222222222219Koordinaten: 54° 37′ N, 9° 42′ O
Basisdaten
Bundesland: Schleswig-Holstein
Kreis: Schleswig-Flensburg
Amt: Süderbrarup
Höhe: 19 m ü. NHN
Fläche: 6,69 km²
Einwohner: 246 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 37 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 24888,
24894 (Hoffnungstal)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/PLZ enthält Text
Vorwahl: 04641
Kfz-Kennzeichen: SL
Gemeindeschlüssel: 01 0 59 055
Adresse der Amtsverwaltung: Königstraße 5
24392 Süderbrarup
Webpräsenz: www.suederbrarup.de
Bürgermeister: Johann-Peter Christiansen (KWL)
Lage der Gemeinde Loit im Kreis Schleswig-Flensburg
Karte

Loit (dänisch: Løjt) ist eine Gemeinde im Kreis Schleswig-Flensburg in Schleswig-Holstein. Der Ortsname leitet sich vom dänischen Wort lögh (Wasser) ab. Loitfeld, Schwonhöh und Muschau liegen im Gemeindegebiet.

Geografie und Verkehr[Bearbeiten]

Loit liegt etwa 17 km nordöstlich von Schleswig an der Bundesstraße 201 nach Kappeln.

Geschichte[Bearbeiten]

1352 wurde Loit zum ersten mal schriftlich im Registrum capituli Slevicensis erwähnt, damals noch mit dem ältesten bekannten Ortsnamen Leuthe . In den folgenden Jahrhunderten hat sich der Ortsname in seiner Schreibweise mehrfach verändert, um 1776 wird Loit außerdem als Steffen-Loit bezeichnet, um die Verwechslung mit anderen Orten mit demselben Namen (Havetoftloit und Løjt Sogn) im Herzogtum Schleswig zu verhindern.

In Überlieferungen ist von einer mittelalterlichen Raubritterburg bei Loit die Rede. Diese soll sich auf einem Plateau im heutigen Waldstück Eichtal befunden haben (westlich der Gemeinde, nahe der Au). Der geltinger Pastor Dr. H.N.A. Jensen beschreibt den Ort mit Namen Borriswohld (vermutlich nach einem ehemaligen angrenzenden Gehöft benannt) 1844 in einer Chronik[2]. Andere Autoren beziehen sich wiederum auf Jensen oder die Überlieferung[3].

Seit 1871 existiert ein eigener Gemeinderat in Loit, dessen Vorsitz als erster Bürgervorsteher H.Seemann innehatte.

Seit 1769 fand im Pastorat auch Schulunterricht statt. Da in den Räumen um 1912 bereits 40 bis 50 Kinder unterrichtet wurden, wurde das Gebäude ausgebaut. 1954 entstand schließlich ein eigenes Schulgebäude unmittelbar neben dem Pastorat, der Schulbetrieb fand allerdings nur bis 1967 statt, woraufhin die Schüler auf die umliegenden Gemeinden auswichen. Seit 1991 wird das alte Schulgebäude als Kinderheim genutzt.

1883 wurde eine Eisenbahnstrecke der Schleswiger Kreisbahn zwischen der Stadt Schleswig und der Gemeinde Süderbrarup eröffnet, welche als Zubringer für die Eisenbahn zwischen Kiel und Flensburg diente. An diese war auch Loit angebunden, eine Haltestelle befand sich bis zur Stilllegung der Strecke 1980 im heutigen Flurstück Schwienholt.

In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts stellte die Loiter Meierei für die regionalen Milchbauern einen Anlaufpunkt dar. Zu dieser Zeit existierte außerdem ein Gasthof in Loit, welcher als Bahnhofsgaststätte errichtet wurde. Diese brannte später ab, die Ruinen sind noch am Ortsausgang in Richtung Schleswig zu finden. 1972 war außerdem ein Filmstudio im Ort geplant, welches allerdings aus finanziellen Gründen nicht verwirklicht wurde.

Politik[Bearbeiten]

Von den neun Sitzen in der Gemeindevertretung hat die Wählergemeinschaft KWL seit der Kommunalwahl 2013 fünf Sitze und die Wählergemeinschaft ABL vier.

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: „Von Gold und Grün schräglinks geteilt, oben ein blauer Wellenbalken mit blauem Waschzuber, unten zwei geöffnete goldene Rapsblüten.“[4]

Der Waschzuber ist eine in der Heraldik sehr seltene Darstellung und verweist auf den ursprünglichen Ortsnamen (s. o.). Die Wellenlinie unter dem Waschzuber stellt die Loiter Au dar, in der in früheren Zeiten gewaschen wurde. Die Loiter Au durchläuft den Ort in der Mitte. Die zwei Rapsblüten verbildlichen die Rapsfelder in der Landschaft Angeln und besonders in Loit.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Die Gemeinde ist durch industrielle Landwirtschaft geprägt. In der jüngeren Zeit hat Loit wie manch anderes Dorf weitreichende Veränderungen erlebt. In den 1950er Jahren gab es noch einige Geschäfte und Handwerksbetriebe und die bäuerliche Landwirtschaft dominierte das Leben, das jedoch hat sich geändert. Die Landwirtschaft hat an Bedeutung verloren, die meisten Dorfbewohner arbeiten außerhalb des Ortes oder als Freiberufler.

Touristik[Bearbeiten]

Aufmerksamkeit über die Region hinaus erlangt Loit jährlich durch die "Loiter Oldtimer- und Landmaschinenschau", welche seit 2005 stattfindet. Zudem gibt es am östlichen Ortseingang eine Anliegestelle an der Loiter Au für Kanuten, welche hier im Sommer beinahe täglich einsetzen.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

In der Liste der Kulturdenkmale in Loit stehen die in der Denkmalliste des Landes Schleswig-Holstein eingetragenen Kulturdenkmale.

Kirche[Bearbeiten]

Die romanische Saalkirche, die eine Feldsteinkirche ist, wurde im 12. Jahrhundert errichtet, der hölzerne Turm (Glockenstapel) erst 1762. Ihre jetzige Form erhielt die Kirche im Jahre 1834, nachdem die ursprünglich vorhandene Apsis baufällig geworden war und abgerissen wurde. Die Nordseite der Kirche zieren sehr einfach gehaltene Fresken aus dem 17. Jahrhundert, die die Passionsgeschichte darstellen. Die Kanzel ist eine der ältesten in Schleswig-Holstein. Die Loiter Kirche ist ursprünglich eine Ausgliederung der Kirche zu Tolk. Seit den 1970er Jahren hat die Kirche ihre eigenständigen Status verloren und wurde in die Nachbarkirchengemeinde Süderbrarup integriert.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Der Kunstbuchautor Andreas Andresen wurde 1828 in Loit geboren.

Literatur[Bearbeiten]

  • E.Sieck, U. Brodersen (Herausgeber: Gemeinde Loit): Zur Geschichte des Dorfes Loit. Druck- und Verlagshaus Husum, Husum, 1993
  • Beck, Hans: Zur Geschichte von Loithof, in: Jahrbuch des Angler Heimatvereins Bd. 25 (1961) S. 108-121.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Loit – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistikamt Nord – Bevölkerung der Gemeinden in Schleswig-Holstein 4. Quartal 2013 (XLSX-Datei) (Fortschreibung auf Basis des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Jensen, H.N.A., Angeln. Geschichtlich und topographisch beschrieben. Neu bearbeitet und bis auf die Gegenwart fortgeführt von W.Martensen und J.Henningsen. Kiel, Verlag B.Schramm, 1982
  3. Kock, Heinrich (Hrsg.): Sagen und Erzählungen aus der Landschaft Angeln. W.G. Heides Erben - Verlag, Kappeln, 1929
  4. Kommunale Wappenrolle Schleswig-Holstein