Lokalbahn Gmunden–Vorchdorf

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Lokalbahn Gmunden–Vorchdorf[1]
ET 23.104 im alten Endbahnhof Gmunden-Traundorf (1977)
ET 23.104 im alten Endbahnhof Gmunden-Traundorf (1977)
Kursbuchstrecke (ÖBB): 161
Streckenlänge: 14,9 km
Spurweite: 1000 mm (Meterspur)
Stromsystem: 750 V =
Minimaler Radius: 50 m
Höchstgeschwindigkeit: 60 km/h
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Verbindung zur Straßenbahn Gmunden in Bau
BSicon uKBHFxa.svg Klosterplatz seit 2014
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Seebahnhof bis 2014
   
Gmunden Seebahnhof (seit 2014) 425 m ü. A.
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(bis 2010 Dreischienengleis)
BSicon STR.svgBSicon exKBHFa.svg
0,0 Gmunden Traundorf (Schmalspur, bis 1990)
BSicon eHST.svgBSicon exSTR.svg
0,2 Gmunden Traundorf (bis 2014)
BSicon BS2l.svgBSicon eBS2r.svg
Haltepunkt, Haltestelle
1,084 Gmunden Lembergweg (bis 2010 Dreischienengleis)
   
Trauntalbahn nach Lambach (Normalspur)
Bahnhof, Station
1,825 Gmunden Engelhof Lokalbahn
Haltepunkt, Haltestelle
2,886 Baumgarten-Waldbach 484 m ü. A.
Haltepunkt, Haltestelle
3,596 Unterm Wald
Bahnhof, Station
4,317 Gschwandt-Rabesberg 512 m ü. A.
Haltepunkt, Haltestelle
4,800 Gschwandt b.Gmunden Schule
Haltepunkt, Haltestelle
5,954 Neuhub 499 m ü. A.
Haltepunkt, Haltestelle
6,908 Karl z’Neuhub
Bahnhof, Station
8,232 Eisengattern 525 m ü. A.
Haltepunkt, Haltestelle
9,791 Laizing 486 m ü. A.
Haltepunkt, Haltestelle
10,659 Kirchham b.Vorchdorf Ort
Bahnhof, Station
11,154 Kirchham b.Vorchdorf 464 m ü. A.
Haltepunkt, Haltestelle
12,713 Falkenohren
Brücke über Wasserlauf (mittel)
13,015 Äußere Laudach
Haltepunkt, Haltestelle
13,040 Weidach
Haltepunkt, Haltestelle
13,930 Eggenberg Schloss
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14,684 Vorchdorf-Eggenberg 416 m ü. A.
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Strecke – geradeaus
Lokalbahn nach Lambach

Die Lokalbahn Gmunden–Vorchdorf, auch Traunseebahn genannt, ist eine meterspurige Lokalbahn in Oberösterreich. Sie verkehrt zwischen den Stationen Gmunden Seebahnhof und Vorchdorf-Eggenberg.[2]

Geschichte[Bearbeiten]

Nostalgiefahrzeug ET 23.103
Auf dem Dreischienengleis oberhalb von Gmunden (1977)

Die Bahn wurde am 21. März 1912 eröffnet und wird mit 750 V Gleichstrom betrieben. Sie befindet sich zu 100 % im Besitz der Stern & Hafferl Verkehrsgesellschaft m.b.H.. Von den 14,9 Kilometern Streckenlänge werden zwei Kilometer gemeinsam mit der ÖBB-Strecke als Dreischienengleis geführt. Bis 1990 begann die Bahn in der damaligen Station Gmunden-Traundorf auf der Trasse der Pferdeeisenbahn Budweis–Linz–Gmunden. Dann wurde die Endstelle zum Seebahnhof verlegt. Die heutigen Haltepunkte Gmunden-Traundorf und Lembergweg wurden neu angelegt.[3]

Am 8. September 2008 wurde auf den Gleisanlagen der Hauptwerkstätte in Vorchdorf ein modernes Niederflurfahrzeug, ein Bombardier Cityrunner – Nr. 305 der Straßenbahn Innsbruck (IVB) – das 28 Tage der Traunseebahn leihweise zur Verfügung gestellt wurde, abgeladen. Zwei Tage später wurde der Wagen in Betrieb genommen und danach wurden diverse Tests wie Bremsmessungen und Probefahrten durchgeführt. Am 27. September wurde das Fahrzeug bei der neu errichteten Haltestelle Unterm Wald der Öffentlichkeit präsentiert.[4] Nach der Fahrzeugpräsentation und der Eröffnung der neuen Haltestelle absolvierte das Fahrzeug eine Testfahrt mit 70 km/h. Danach wurde der Cityrunner bis 4. September im Fahrgastbetrieb eingesetzt, ehe er tags darauf wieder verladen und nach Gmunden transportiert wurde.[5]

Seit 2008 wurden Sanierungsarbeiten durchgeführt, für die insgesamt 3,5 Millionen Euro vom Land Oberösterreich zur Verfügung standen. Neben dem Austausch von Schwellen, Schotter und Gleisen wurden auch die Haltestellen saniert, die neue, 65 Meter lange Bahnsteige und Wartehäuschen erhielten. Zudem erhielt die Lokalbahn drei neue Lichtzeichenanlagen bei den Streckenkilometern 9,845, 11,910 und 13,262.

IVB-Triebwagen 307 auf dem Straßenbahnabschnitt zwischen Klosterplatz und Seebahnhof (2014)

Von Anfang an war eine Verbindung mit der Straßenbahn Gmunden geplant. Nach dem Beschluss des Ausbaus im Jahr 2006 erscheinen diese Pläne erstmals realistisch. Die Sanierung der Bestandsstrecke der Straßenbahn ist bereits erfolgt, in Zukunft sollen die Wiederverlängerung zum Rathausplatz und in weiterer Folge die Verknüpfung mit der Traunseebahn realisiert werden. Die Betriebsanlagen der Traunseebahn sollen so adaptiert werden, dass durchgehende Fahrten von Vorchdorf-Eggenberg bis Gmunden Hauptbahnhof möglich sind.[6] Nach Sanierungsarbeiten an der Lokalbahnstrecke konnte die Höchstgeschwindigkeit abschnittsweise erhöht werden, was positive Auswirkungen auf die Fahrzeit hatte. Durch die Sanierung der Strecke konnte die Fahrzeit gegenüber 2008 auf 26 Minuten verkürzt werden. Außerdem wurde ein annähernder Stundentakt eingeführt.[5] Zusätzlich wurde 2010 das Dreischienengleis zurückgebaut, da die ÖBB ihre Trasse zum Seebahnhof aufgegeben hatte.[7] Weitere Haltestellen wurden saniert und neu angelegt. Die letzte Etappe für Verbesserungen am Gleiskörper und bei den Haltestellen erfolgten im Sommer 2011. Auch diese Verbesserungsmaßnahmen standen im Zeichen der Anhebung der Höchstgeschwindigkeit auf 60 km/h im betreffenden Streckenabschnitt.[8][9]

Im Oktober 2011 wurde neben der neue Haltestellen Kirchham Ort auch die neuen Triebfahrzeuge vom Typ Bombardier Flexity Outlook vorgestellt.[10] Die Tw 307 und 320 der IVB wurden für vier Jahre an Stern und Hafferl verliehen. Die IVB hatte mehrere Triebwagen als Vorleistung für künftige Verlängerungen beschafft. Da diese Pläne aber verschoben worden sind, werden die Tw erst ab 2015 wieder in Innsbruck benötigt. Der Fahrgastbetrieb wurde nach Testfahrten und einer Pressekonferenz ab dem 19. September 2011 aufgenommen.[11]

Am 10. März 2014 begannen die Bauarbeiten zur Verlegung des Seebahnhofes als erster Abschnitt der Verbindung zur Straßenbahn Gmunden.[12] Er wurde am 18. Juni 2014 in Betrieb genommen. Als erster Teil der Verbindungsstrecke wurde am 13. Dezember 2014 der Abschnitt Seebahnhof–Klosterplatz eröffnet.[13]

Betrieb in der Gegenwart[Bearbeiten]

Plandienstfahrzeug 23.112 vor der Hauptwerkstätte

Mit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2008 stellte Stern & Hafferl auch diese Strecke teilweise, am Wochenende fast vollständig, auf Taktfahrplan um, mit Abfahrt in Gmunden Seebahnhof zur vollen Stunde und in Vorchdorf zur halben Stunde, dort mit dreiminütiger Übergangszeit von und nach Lambach.

Im Plandienst werden hauptsächlich die Cityrunnertriebwagen aus Innsbruck eingesetzt. Die Triebwagen ET 23.111 und 112 sowie ET 23.105 und 106 stehen als Ersatzfahrzeuge und für Verstärkungen im Schülerverkehr zur Verfügung. Bei Bedarf können an diese zusätzlich mehrere Personenwagen angehängt werden. Neben den fahrplanmäßigen Fahrten werden die touristischen Themenfahrten „Mit der Bahn zum Bier“, der „Bratlzug“ und ein „Hobbylokführerkurs“ angeboten. Für die Hobbylokführerkurse kommt der Triebwagen 23.103 zum Einsatz, der im Jahre 2008 aufgearbeitet wurde und ein historisches Farbkleid erhielt. Zudem werden auf Bestellung Fahrten mit dem Sommerwagen B4i 23.221 durchgeführt.

Strecke[Bearbeiten]

Bahnhof Vorchdorf mit Hauptwerkstätte

Der Ausgangspunkt der 14,9 km langen Strecke ist seit 1990 der Seebahnhof in Gmunden. Zwischen dem Seebahnhof und dem Endbahnhof Vorchdorf-Eggenberg liegen 15 Haltestellen, an denen bei Bedarf angehalten wird. Der Bahnhof Eisengattern und die Haltestelle Gschwandt-Rabersberg sind Ausweichstellen für Zugkreuzungen. Beide Ausweichen sind mit Rückfallweichen ausgestattet. Die meisten Haltestellen besitzen ein Wartehäuschen, neben alten Holzbauten sind Betonhäuschen und modernere Varianten aus Glas anzutreffen. In Vorchdorf-Eggenberg gibt es einen Anschluss an die normalspurige Lokalbahn Lambach–Vorchdorf-Eggenberg.

Die erlaubte Höchstgeschwindigkeit beträgt 50 km/h. Die meisten Bahnübergänge sind mit Andreaskreuzen und Stoppschildern gesichert; sieben Bahnübergänge verfügen über eine Lichtzeichenanlage. Die Gleise sind auf Holzschwellen verlegt. Seit 2011 kamen auch Y-Schwellen zum Einbau. Neben wenigen Betonmasten ist die Oberleitung überwiegend an Holzmasten befestigt. Unmittelbar an den Endpunkt der Bahn schließen die Gleisanlagen der Stern & Hafferl-Hauptwerkstätte an.

IVB Cityrunner Nr. 305 auf Erprobung in Vorchdorf

Fahrzeuge[Bearbeiten]

Siehe auch: Fahrzeuge der Stern & Hafferl Verkehrsgesellschaft

Triebwagen 23.105 in Vorchdorf
Sommerwagen 23.221 in Vorchdorf
Niederbordwagen 23.461, abgestellt in Kirchham

Übersicht über die auf der Traunseebahn eingesetzten Fahrzeuge:

Nummer Baujahr Hersteller Sonstiges
Triebwagen
ET 20.103 1921 Grazer Waggonfabrik Nostalgiefahrzeug
ET 23.105 1954 Acmv Plandienstfahrzeug
ET 23.106 1954 Acmv Plandienstfahrzeug
ET 23.111 1954 WS Plandienstfahrzeug
ET 23.112 1954 WS Plandienstfahrzeug
(ET) 320 2009 Bombardier Plandienstfahrzeug, bis 2015 von der IVB geliehen
(ET) 307 2008 Bombardier Plandienstfahrzeug, bis 2015 von der IVB geliehen
Personenwagen
B4i 23.221 1899 SIG Sommerwagen
B4i 20.224 1916 SIG
B4bu 20.225 1919 SIG Traunsteinbar - Buffetwagen für Sonderfahrten
B4i 20.227 1942 SIG
Güter- und Bahnwagen
N 23.421
N 23.461
N 23.462
Fcc 23.501
keine Aufschrift: „für Güter die Bahn“
Sonstige
X 23.641 1913 Eigenbau Turmwagen

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1.  Eisenbahnatlas Österreich. Verlag Schweers + Wall GmbH, Köln 2005, ISBN 3-89494-128-6, S. 33.
  2. Stern & Hafferl
  3. Buch: Die Unternehmung Stern & Hafferl I. In: Peter Pospischil (Hrsg.): Bahn im Bild. Band 12. 1980, S. 27.
  4. Oberösterreichs Neue: Nr. 168, 29. August 2008, S. 13.
  5. a b Seite nicht mehr abrufbar, Suche im Webarchiv:[1] [2] Vorlage:Toter Link/www.stern-verkehr.atStern & Hafferl Verkehrsgesellschaft
  6. Verein Pro Gmundner Straßenbahn - Generalversammlung 2007
  7. Regionale Schiene: Ausgabe 3/2008, Seite 44
  8. Stern & Hafferl Verkehrsgesellschaft: Traunseebahn, zahlreiche Verbesserungen im Sommer.
  9. salzi.at: Traunseebahn: Zahlreiche Verbesserungsmaßnahmen im Sommer, Zugriff am 30. November 2011
  10. stern.at: Traunseebahn: Premiere für „Flexity Outlook“ bei Haltestelleneröffnung in Kirchham, Zugriff am 30. November 2011
  11. Straßenbahn.tk
  12. Presseinfo von StH, abgerufen am 16. Mai 2014
  13. Klosterplatz neu in Gmunden - Eröffnung

Literatur[Bearbeiten]

  • Stern & Hafferl – Visionen mit Tradition. GEG Werbung GmbH, Herausgeber: Stern und Hafferl GmbH, Gmunden 2003, ISBN 3-9501763-0-6
  • Krobot, Slezak, Sternhart: Schmalspurig durch Österreich. 4. Auflage, Verlag Slezak, 1991, ISBN 3-85416-095-X
  • Otfried Knoll: Lokalbahn Gmunden–Vorchdorf, Stern & Hafferl, Gmunden, 1987
  • Otfried Knoll: 100 Jahre Traunseebahn Gmunden–Vorchdorf, Railway-Media-Group, Wien 2012, ISBN 978-3-902894-03-8
  • Die Unternehmung Stern & Hafferl I. Helmut Weis, Herausgeber: Bahn im Bild, Band 12 1980

Film[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]