Loma-Prieta-Erdbeben 1989

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Cypress-Viadukt nach dem Erdbeben
Abgebrochenes Teilstück der San Francisco-Oakland Bay Bridge als Folge des Bebens
Karte des Bebens

Das Loma-Prieta-Erdbeben ereignete sich am 17. Oktober 1989 um 17:04 Uhr Ortszeit in der Bucht von San Francisco. Es erreichte eine Stärke von Ms 7,1[1] und dauerte 15 Sekunden. Das Epizentrum befand sich bei 37,04° nördlicher Breite und 121,88° westlicher Länge nahe dem Berg Loma Prieta in den Santa Cruz Mountains. Es war das stärkste Beben in der Region seit dem großen Beben von 1906.

Das starke Beben richtete bis in eine Entfernung von 110 Kilometer große Schäden an – hauptsächlich in San Francisco, Oakland, auf der San-Francisco-Halbinsel, sowie in den Städten nahe dem Epizentrum wie Santa Cruz, Watsonville und Los Gatos. Der meiste Schaden in weiter entfernten Gebieten wurde durch Bodenverflüssigung verursacht, besonders an Orten, wo Land künstlich aufgeschüttet worden war.

Insgesamt starben bei dem Erdbeben 62[2] Menschen; die Sachschäden beliefen sich auf etwa 6 Milliarden Dollar.

Eine Folge des Bebens war die Unterbrechung sämtlicher Kommunikationswege in die Bucht um San Francisco. Funkamateure nahmen den Notfunkbetrieb auf. Betroffen war unter anderem auch die Intel-Zentrale in Santa Clara, die Notwendigkeit eines unabhängigen Übertragungsmediums war offensichtlich. Als Folge wurde der Intel Emergency Amateur Radio Service (IEARS)[3] gegründet, der seine Dienste auch der allgemeinen Öffentlichkeit zur Verfügung stellt.

Im Zusammenhang mit der Katastrophe entstand eine der wenigen psychologischen Studien zur Auswirkung von Traumata, bei denen zufällig auch kurze Zeit vor dem traumatischen Ereignis psychologische Daten erhoben wurden. Die Studie, die eigentlich Depressivität zum Thema haben sollte, konnte belegen, dass eine allgemeine Neigung zum Grübeln das Auftretensrisiko von posttraumatischen Beschwerden erhöht.[4]

Vier Tage vor dem Erdbeben, am 13. Oktober 1989, erschien in der Zeitung Gilroy Dispatch ein Artikel, in welchem vom Geologen Jim Berkland vom U.S. Geological Survey das Beben vorhergesagt wurde. Der Artikel erschien unter der Überschrift „Is ‘World Series’ Quake Coming?“ und bezog sich damit auf eine am Tag des Erdbebens ausgetragene Baseballpartie der World Series 1989. Berkland begründete seine Annahmen in Anomalien der Wellenbewegungen, Gravitationsinformationen, dem Verhalten der Tiere und anderen Quellen.[5] 37.04-121.88Koordinaten: 37° 2′ 24″ N, 121° 52′ 48″ W

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Loma-Prieta-Erdbeben – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Significant Earthquake: California, Loma Prieta. Daten zum Erdbeben, National Geophysical Data Center, NOAA
  2. J.E. Eberhart-Phillips, T.M. Saunders , A.L. Robinson, D.L. Hatch, R.G. Parrish: Profile of mortality from the 1989 Loma Prieta earthquake using coroner and medical examiner reports. In: Disasters. 18, Nr. 2, Juni 1994, S. 160–70. PMID 8076160.
  3. Intel Emergency Amateur Radio Service IEARS
  4. S. Nolen-Hoeksema & J. Morrow: A prospective study of depression and posttraumatic stress symptoms after a natural disaster: The 1989 Loma Prieta earthquake. Journal of Personality and Social Psychology, Bd. 61, S. 115-121, 1991
  5. Cal Orey: The Man Who Predicts Earthquakes: Jim Berkland, Maverick Geologist--How His Quake Warnings Can Save Lives. Sentient Publications, ISBN 1-59181-036-1