Lombardischer Rhythmus

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Der lombardische Rhythmus ist eine Sonderform der Punktierung (Musik), bei der die punktierte Note an die zweite, weniger betonte Stelle der Notengruppe tritt.

Während bei einer üblichen Punktierung zunächst die längere und dann die kürzere Note erklingt (vgl. "Al-le" im Weihnachtslied "Alle Jahre wieder"), verhält es sich bei einem sogenannten lombardischen Rhythmus gerade umgekehrt. Es kommt also beispielsweise erst eine Sechzehntelnote und dann eine punktierte Achtel.

Quantz lehrt, dass man "von zwo oder drey kurzen Noten die anschlagende kurz machet, und hinter die durchgehende einen Punct setzet".

Diese umgekehrte Punktierung vermittelt eine beschwingte Leichtigkeit, wie etwa in W.A. Mozarts Streichquartett in d-Moll, KV 421: Im Mittelteil (Trio) des Menuetts schwingt sich die Melodie der 1. Violine im lombardischen Rhythmus federleicht in die Höhe.

Trio aus KV 421?/i

Der lombardische Rhythmus ist im Notenbild von der Synkope kaum zu unterscheiden. In der Ausführung jedoch bleibt beim lombardischen Rhythmus die zweite, längere Note unbetont und leicht. Bei der Synkope dagegen erhält sie ebenfalls einen Akzent.