Lon Nol

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Lon Nol

Lon Nol (* 13. November 1913 in Kampong Leav; † 17. November 1985 in Fullerton, Kalifornien) war kambodschanischer Offizier und Politiker.

Politische Laufbahn[Bearbeiten]

Lon Nol wurde in der Provinz Prey Veng geboren. Nach dem Besuch des Gymnasiums in Sisowath wurde er von der französischen Kolonialverwaltung eingestellt, bei der er mit 32 Jahren die Position eines Provinzgouverneurs erreichte. Später wurde er kambodschanischer Polizeichef, 1954 Gouverneur der Provinz Battambang, 1955 Stabschef der kambodschanischen Armee. Ende der 1950er Jahre war er Oberbefehlshaber der Armee und Verteidigungsminister, 1966 bis 1967 Premierminister, dieses Amt übernahm er wieder im September 1969.

Die Regierung des Prinzen Sihanouk geriet in dieser Zeit zunehmend unter Druck, sowohl von innen durch die kommunistische Guerillagruppe der Roten Khmer, als auch von außen durch die Infiltration der Grenzgebiete zu Südvietnam durch den Vietcong im Zusammenhang mit dem Vietnamkrieg.

Staatschef[Bearbeiten]

Während Sihanouk auf einer Reise nach Moskau und Peking war, wurde er am 18. März 1970 unter maßgeblicher Beteiligung Lon Nols, zu diesem Zeitpunkt Premierminister, gestürzt.[1] Lon Nol hatte Demonstrationen gegen die Anwesenheit von Vietnamesen im Grenzgebiet organisiert und forderte ultimativ ihren Rückzug. Sihanouk drohte aus dem Ausland mit der Verhaftung der Regierung, setzte seine Reisen aber fort. Die kambodschanische Nationalversammlung erklärte Sihanouk für abgesetzt, Lon Nol erhielt Sondervollmachten. Der Vetter Sihanouks, Prinz Sirik Matak, blieb stellvertretender Premierminister. Die neue Regierung wurde von den meisten Staaten, auch von den USA und der Sowjetunion, schnell anerkannt – nicht aber von der Volksrepublik China, wo Sihanouk nun im Exil lebte.

Lon Nols Regierung wurde von den städtischen Mittel- und Oberschichten weitgehend akzeptiert, auf dem Land wurde aber der gestürzte Sihanouk weiter verehrt. Am 9. Oktober 1970 wurde die Monarchie für abgeschafft erklärt, 1972 übernahm Lon Nol das Präsidentenamt und den Rang eines Marschalls.

Zur Rolle der USA beim Sturz Sihanouks gibt es verschiedene Sichtweisen:

  • Die USA wünschten und unterstützten Lon Nols Putsch gegen Sihanouk, um freiere Hand gegen den Vietcong zu erhalten.
  • Sihanouk hatte den Rückhalt in Parlament, Regierung und Verwaltung verloren. Seine Abwahl geschah ohne äußere Einflüsse.

In den folgenden Jahren verloren Lon Nols Truppen zunehmend die Kontrolle über das Land, seine Regierung galt als unpopulär, inkompetent und korrupt (→ Geschichte Kambodschas).

Exil[Bearbeiten]

Am 1. April 1975 floh Lon Nol aus der Hauptstadt Phnom Penh, die kurz darauf von den Roten Khmer eingenommen wurde. Sein Bruder Lon Non und sein ehemaliger Stellvertreter Prinz Sirik Matak blieben im Land und wurden ermordet. Er ließ sich zunächst in Hawaii nieder und ging 1979 nach Kalifornien.

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. The Coup: Opportunities for Nixon and the Khmer Rouge