Londa Schiebinger

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Londa Schiebinger (* 13. Mai 1952) ist eine amerikanische Wissenschaftshistorikerin und Wissenschaftstheoretikerin. Zurzeit ist sie Professorin für Geschichte und Direktorin des Institute for Research on Women and Gender an der Stanford University.

Leben[Bearbeiten]

1984 erwarb Schiebinger ihren Ph. D. in Geschichte an der Harvard University. 1999 bekam sie als erste Frau den Alexander von Humboldt Forschungspreis verliehen.

Schiebingers Arbeit konzentriert sich auf die Kategorie Geschlecht in den Wissenschaften. Dies betrifft zum einen die Rolle von Wissenschaftlerinnen in der Geschichte und zum anderen die Vorstellungen von Geschlechterunterschieden in verschiedenen Epochen der Wissenschaftsgeschichte. So stellt Schiebinger in The Mind Has No Sex? etwa neurowissenschaftliche Theorien über Unterschiede zwischen Frauen und Männern seit dem 17. Jahrhundert dar.

Ein weiteres Arbeitsgebiet Schiebingers ist die Geschichte der Botanik. Hier hat zum einen die Wechselwirkungen zwischen kolonialistischer Ideologie und botanischer Theorie untersucht. Zum anderen beschreibt Schiebinger in Nature's Body: Gender in the Making of Modern Science die Einführung von Sexualkategorien im Pflanzenreich.

Schiebinger untersucht des Weiteren Entwicklungen in der aktuellen Wissenschaftslandschaft: Den Einfluss des Feminismus auf die Wissenschaft diskutiert sie in der Veröffentlichung Has Feminism Changed Science?

Sie ist mit Robert N. Proctor verheiratet und hat zwei Kinder.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Veröffentlichungen[Bearbeiten]

  • The Mind Has No Sex? Women in the Origins of Modern Science. Harvard University Press, Cambridge (Mass.) 1989, ISBN 0-674-57623-3.
    • Schöne Geister: Frauen in den Anfängen der modernen Wissenschaft. Klett-Cotta, Stuttgart 1993, ISBN 3-608-91259-2.
  • Nature's Body: Gender in the Making of Modern Science. Beacon Press, New Brunswick (N.J.) 1993, ISBN 0-8135-3531-X.
    • Am Busen der Natur. Erkenntnis und Geschlecht in den Anfängen der Wissenschaft, Klett-Cotta, Stuttgart 1995, ISBN 3-608-91706-3.
  • Has Feminism Changed Science? Harvard University Press, Cambridge (Mass.) 1999, ISBN 0-674-38113-0.
    • Frauen forschen anders. Wie weiblich ist die Wissenschaft? Beck, München 2000, ISBN 3-406-46699-0.
  • Plants and Empire: Colonial Bioprospecting in the Atlantic World. Harvard University Press, Cambridge (Mass.) 2004, ISBN 0-674-01487-1.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Margaret W. Rossiter History of Women in Science Prize 1994