London Transport Board

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Der London Transport Board (LTB) war eine Verkehrsbehörde, die von 1963 bis 1969 für den öffentlichen Personennahverkehr in London und Umgebung zuständig war. Wie alle Verkehrsbehörden in den Jahren 1933 bis 2000 trat sie unter dem Markennamen London Transport in Erscheinung.

Geschichte[Bearbeiten]

Der LTB entstand am 1. Januar 1963 mit Inkrafttreten des Transport Act 1962 und löste die London Transport Executive (LTE) ab. Er war eine unabhängige öffentlich-rechtliche Körperschaft, die direkt dem britischen Verkehrsministerium unterstand.

Mitte der 1960er Jahre stellte der LTB den so genannten Reshaping Plan für den Londoner Busverkehr vor, welcher der Kostensteigerung und Personalknappheit mithilfe des vermehrten Einsatzes von Einmannbussen (auch in den Innenstadtgebieten und in den Siedlungszentren außerhalb davon) begegnen sollte. Dazu sollten viele Linien verkürzt und auf die Nutzungsschwerpunkte konzentriert werden. Dafür war der Einsatz von Eindeckbussen mit hoher Fahrgastkapazität (sehr großer Anteil an Stehplätzen) mit Einheitspreisen (flat fares) und Nutzung von Automaten zur Fahrgastabfertigung vorgesehen. 1966 war vorgesehen, in der Folge 13.000 Schaffnerdienste einzusparen.[1] Der Einsatz schaffnerloser Doppeldeckbusse war zu dieser Zeit noch nicht erlaubt, insbesondere die Gewerkschaften sprachen sich dagegen aus. Trotzdem gab es Versuche mit neuen Doppeldeckerbussen mit Doppeltüren nur vorn beim Fahrer (Leyland Atlantean / Daimler Fleetline), wobei letztere in der verkehrsarmen Zeit mit abgesperrter Treppe zum Oberdeck im Einmannverkehr fuhren.

In der Innenstadt wurde das Red-Arrow-Schnellbus-System (500er Liniennummer-Bereich) eingeführt, dessen Linien die Hauptbahnhöfe direkt mit der City of London und Westminster verbanden. Die hierbei eingesetzten Eindeckerbusse AEC Merlin-Baureihe (LTB-Code MBA) hatten nur im erhöhten Bereich hinter der Mitteltür Sitzplätze. Der Bereich davor war niedriger (damaliger Low-Entry-Bus mit nur einer Stufe im Bus) und von vorn durch zwei parallele Drehkreuze zu betreten, in die man passende Münzen (damals Sixpence-Stück) zur Freigabe einwerfen musste. Über dem Radkasten befand sich ein Geldwechselautomat. Bis zur Ausstiegstür in der Mitte befand sich der Stehplatzbereich mit den Haltestangen. Ende 1967 hatte London Transport 66.372 Beschäftigte, davon 30.151 im Busbereich, 11.177 im Bahnbereich, 19.814 im Werkstattbereich und 1.814 in der allgemeinen Verwaltung. Es gab 73 Busbetriebshöfe mit insgesamt 6520 Bussen, davon 161 Einmannwagen, 4031 U-Bahn-Wagen, 21 Depots und Bahn-Werkstätten, 227 Stationen mit 200 Rolltreppen und 92 Lifts.

Am 1. Januar 1970 wurde mit Inkrafttreten des Transport (London) Act 1969 die Verantwortung für den öffentlichen Personennahverkehr in Greater London an den Greater London Council (GLC) übertragen, der Busverkehr außerhalb des GLC-Gebiets und die Green Line Coaches an die neu gegründete Gesellschaft London Country Bus Services (LCBS, Tochtergesellschaft der National Bus Company).[2]

Literatur[Bearbeiten]

  • John R. Day, John Reed: The Story of London's Underground, 10. Auflage. Capital Transport, Harrow 2008. ISBN 978-1-85414-316-7.
  • T. C. Barker, Michael Robbins: A History of London Transport – the Twentieth Century to 1970. George Allen & Unwin Ltd, 1974
  • Oliver Green, John Reed: The London Transport Golden Jubilee Book (1933–1983). The Daily Telegraph, London 1983, ISBN 0-901684-96-1 (englisch)
  • Michael H. C. Baker: London Transport since 1963, Ian Allan Transport Library, Shepperton 1997, ISBN 0-7110-2481-2 (englisch)

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Barry Arnold, Mike Harris: Reshaping London's Buses. Capital Transport, Harrow Weald 1982, ISBN 0-904711-34-X (englisch)
  2. Day, Reed: The Story of London's Underground. S. 172.