Long Range Acoustic Device

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Long Range Acoustic Device im Einsatz bei der US Navy

Das Long Range Acoustic Device (LRAD) ist ein akustisches Gerät, mit der sowohl normale Lautsprecher-Durchsagen als auch schmerzhaft laute Töne abgesetzt werden können.

Geschichte des LRAD[Bearbeiten]

Das LRAD (auch Schallkanone genannt) wurde im Auftrag des Verteidigungsministeriums der Vereinigten Staaten als nicht-tödliche Waffe entwickelt. Beim LRAD handelt es sich um eine akustische Waffe, die bereits im zweiten Irak-Krieg im Einsatz war. Im Hafen von Basra wird sie auch eingesetzt, um Lautsprecherdurchsagen an Schiffe zu ermöglichen.

Hersteller des LRAD ist die amerikanische Firma American Technology Corporation. Laut Aussagen eines Reedereisprechers ist bei der Abwehr eines Angriffs von Piraten vor der somalischen Küste auf das Kreuzfahrtschiff Seabourn Spirit am 5. November 2005 ein auf dem Schiff installiertes LRAD zum Einsatz gekommen.[1]

Erstmals zur Zerstreuung von nicht genehmigten Demonstrationen kamen LRAD am Rande des G20-Gipfels in Pittsburgh zum Einsatz.[2]

Funktionsweise des LRAD[Bearbeiten]

LRAD-Bediener mit Gehörschutz

Beim LRAD werden akustische Signale im Bereich von 2100 bis 3100 Hertz mit einem maximalen Schalldruckpegel von etwa 150 dB ausgesendet. Aufgrund des hohen Schalldrucks können die Töne mindestens über einen Kilometer weit wahrgenommen werden. Durchsagen sollen bis 500 m verständlich sein.

Der vom LRAD einsetzbare schrille Ton führt im Nahbereich zu einem starken Schmerzreiz.

Das Gerät lässt sich mit einem Abstrahlwinkel von 15 bis 30 Grad (nach anderer Quelle 20 bis 25 Grad) auf eine bestimmte Richtung ausrichten und könne nach Herstellerangaben z. B. auch dazu eingesetzt werden, um Demonstranten auseinanderzutreiben.

Zu einer Anwendung im Bereich der Schifffahrt soll es nach Vorstellungen der Bugsier-Reederei kommen: Das LRAD soll zur Warnung vor Windkraftanlagen in den zurzeit zahlreich in Nord- und Ostsee in Aufbau befindlichen Offshore-Windparks Anwendung finden.[3]

Folgeschäden[Bearbeiten]

Anwendungen über einen längeren Zeitraum und die Beschallung möglicher Zielpersonen können bei entsprechendem Schalldruck und Abstand zur Quelle zu leichten bis schweren Hörschäden führen. Allerdings macht ein getragener Gehörschutz die Wirkung als Waffe zunichte.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Eigel Wiese: Abwehr ohne Waffen. In: Hansa, Heft 8/2012, S. 72–74, Schiffahrts-Verlag Hansa, Hamburg 2012, ISSN 0017-7504
  2. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatLouder than bombs: LRAD 'sonic cannon' debuts in U.S. at G20 protests. dailyfinance.com, abgerufen am 26. Juni 2010 (englisch).
  3. Ann-Katrin Wehrmann: Starke Lautsprecher sollen Sicherheit in Offshore-Windparks erhöhen. In: Hansa, Heft 6/2012, S. 64/65, Schiffahrts-Verlag Hansa, Hamburg 2012, ISSN 0017-7504

Weblinks[Bearbeiten]