Longboard (Skateboard)
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Ein Longboard ist ein spezielles Skateboard, welches länger als normale Skateboards (i. d. R. zwischen 90 und 150 cm) ist und über einen verlängerten Achsabstand („wheelbase“) verfügt. In der Regel sind an einem Longboard auch größere Räder („wheels“) aus meist weicherem Material angebracht als bei einem herkömmlichen Skateboard. Weiche und größere Räder (die den Rollwiderstand durch effektivere Absorption von Unebenheiten verringern) sowie der verlängerte Achsabstand ermöglichen durch eine verbesserte Fahrstabilität höhere Geschwindigkeiten als mit einem gängigen Skateboard.
[Bearbeiten] Fahrtechniken
Gelenkt wird das Longboard durch Gewichtsverlagerung des Fahrers in die Kurveninnenseite. Das Kippen des Brettes bewirkt ein Eindrehen der Achsen, so dass die Achsen parallel zum Kurverradius stehen. Der Drehpunkt der Achse wird auch Pivot genannt.
Allen verschiedenen Arten von Longboards (Speedboard, Carver, Cruiser) ist gemein, dass es bei ihrem Gebrauch nicht auf Sprüngen und anspruchsvollen technischen Tricks (fliptricks, airs), sondern auf Geschwindigkeit und turns ankommt. Als Turns bezeichnet man die Richtungsänderung beim Fahren durch verschiedene Arten der Gewichtsverlagerung des Skaters auf dem Board.
Zur Kontrolle der Geschwindigkeit dienen beim Longboarden sogenannte turns, carves (wechselseitiges Einlenken des Boards über beide Kanten, wobei sich der Skater ähnlich wie beim Snowboarden in Schlangenlinien den Hang hinunterbewegt) und slides (Bewegungen, bei denen der Skater quer zur ursprünglichen Bewegungsrichtung mit allen 4 Rollen über den Asphalt rutscht).
[Bearbeiten] Downhill
Beim Downhill- oder Speedboarden können Geschwindigkeiten bis zu 100 km/h erreicht werden. Die Achsen tendieren bei hohen Geschwindigkeiten (ca. 60 km/h) dazu zu schlingern („wobbeln“). Deshalb besitzen Speedboards oft eine tiefergelegte Standfläche. Dadurch wandert der Druckpunkt, den der Fahrer auf das Brett ausübt, unterhalb des Achsdrehpunktes. So hilft das Fahrergewicht, das Brett bei höheren Geschwindigkeiten zu stabilisieren. Ebenso wandert der Schwerpunkt nach unten, was sich vor allem durch eine stabilere Kurvenlage bemerkbar macht. Ein weiterer Vorteil eines so tiefer gelegten Brettes ist auch, dass man beim Abstoßen das Standbein nicht so tief anwinkeln muss wie bei einem höheren Brett.
[Bearbeiten] Carven
Beim Carven mit dem Longboard steht nicht das Erreichen der höchstmöglichen Geschwindigkeit im Vordergrund, sondern das Fahren möglichst tiefer turns beim Abfahren eines Gefälles. Carving-Boards besitzen oft Achsen mit einer zugunsten besseren Einlenkens veränderten Achsgeometrie entgegen normalen Skateboardachsen. Oft sind auch über den Rollen Segmente des Decks ausgespart („cutouts“), um ein Schleifen der Rollen am Brett („wheelbite“) und somit einen plötzlichen Stopp zu vermeiden.
[Bearbeiten] Cruisen
Zum Cruisen werden zumeist Boards mit Nose und Tail verwendet, die am ehesten wie verlängerte, normale Skateboards aussehen. Diese können flach sein oder auch konkav, d. h. sie weisen eine Wölbung der Standfläche auf. Als Mischung von Fortbewegungsmittel und Sportgerät werden Cruising-Longboards häufig auch zur Nachahmung von Bewegungen gebraucht, wie Surfer sie beim Wellenreiten verwenden. Auch Tricks wie Ollies und Airs sind mit diesen Brettern in begrenztem Maße möglich.
[Bearbeiten] Varianten
Das Slalomboard stellt eine spezielle Variante des Longboards dar. So spricht man bei Längen zwischen 60 bis 90 cm von einem Slalomboard; was darüber hinaus reicht, wird als Longboard bezeichnet. Da es auch beim Fahren eines Slalomboards auf Wendigkeit, Kurvenlage und Geschwindigkeit ankommt, besteht eine gewisse Assoziation zum Longboarden. Die Slalomboards erfreuen sich einer großen Beliebtheit vor allem bei Stadt und Agglomerationsbewohnern, weil sie aufgrund ihrer kürzeren Länge wendiger als Longboards sind und sich besser transportieren lassen.
Besonders in der Schweiz hat sich eine große Slalomboardszene entwickelt. Die Slalomboards lassen sich schneller fahren als Street Skateboards (Bretter, mit denen man Tricks macht), andererseits sind sie ein ideales Fortbewegungsmittel als Ergänzung zum öffentlichen Verkehr. In der Schweiz hat sich eine weltweit tätige Slalom- und Longboardindustrie entwickelt, was auch daran liegt, dass die Schweiz durch viele Berge und Abhänge ein zum Downhill-Fahren sehr geeignetes Terrain bietet.
Longboarden und andere hiermit verwandte und in der Vergangenheit fast in Vergessenheit geratene Ausübungsformen des Skateboardens (Downhillskaten, Slalomskaten, Freestyleskaten) erfreuen sich in den letzten Jahren wieder zunehmender Beliebtheit. Das Skaten mit Longboards hat besonders in den USA, Kanada und der Schweiz hohe Zuwachsraten, ähnlich dem Boom der Snowboards vor einigen Jahren.
[Bearbeiten] Siehe auch
[Bearbeiten] Weblinks
- IGSA Der internationale Dachverband der Downhill-Gemeinschaft ist die International Gravity Sports Association

