Lorber

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Lorber ist ein Familienname, der seine Wurzeln im deutschsprachigen Gebiet hat.

Namensherkunft und Bedeutung[Bearbeiten]

Der Name „Lorber“ leitet sich vermutlich vom Gewürz Lorbeer ab und könnte demnach auf eine Tätigkeit als Gewürzhändler verweisen[1].

Mögliche Wurzeln[Bearbeiten]

In einschlägigen Büchern werden mehrere frühe Erwähnungen des Namens genannt:

  • Hans Bahlow: Deutsches Namenlexion: Godeke oder Godike Lorbere (Rostock 1293), Hermann Lorbere (Hannover 1312), Otto Lorberer (Brünn 1345)
  • Freiherr zu Hammerstein: Die Besitzungen der Grafen von Schwerin: Conradus Lorber (Mankemus 1294), Johannes Lorbere und Hubertus Lorberen (Kloster Wienhausen 13. Jh.)
  • Alphonse Lorber: Chronik des Dorfes Ebersheim: Ulricus Lorber (Straßburg 1316)
  • Duden, Lexikon der Familiennamen: H. Lorber (Nürnberg 1363)

Es fällt auf, dass die ersten Erwähnungen geographisch recht weit auseinander liegen. Das könnte zum einen darauf hindeuten, dass mehrere Familien unabhängig voneinander diesen Namen wählten. Andererseits weist Hans Bahlow in seinem "Deutschen Namenslexikon" auf eine Tätigkeit als Gewürzhändler hin, was eine bereits früh erfolgte weite Streuung einer zusammenhängenden Familie erklären könnte. Hierfür spräche, dass Straßburg bereits im Mittelalter eine Drehschreibe des Handels mit Gewürzen (darunter aus Lorbeer) aus der Mittelmeerregion mit dem Heiligen Römischen Reich war. Ein Indiz für den Händlerstand kann auch gelten, dass die frühen Lorber meist als ratsfähige Bürger genannt werden oder in anderen eher gehobenen Stellungen auftauchen: 1293 in Rostock als Grundbesitzer in der Krämerstraße[2], 1294 als Lehnsleute der Grafen von Schwerin[3], 1316 in Straßburg als Priester, ab ca. 1400 Ratsherren in Bamberg (dort auch als Kupferhändler nachgewiesen[4]), 1432 Bürger in Hameln[5], 1439 Bürgermeister in Landshut[6], 1507 Ratsherren in Stralsund[7], 1514 Bürgermeister in Rastenberg.

Diese Überlegungen führen zu drei möglichen Theorien:

  1. Ursprung im Norden Deutschlands / Dänisches Geschlecht: Tatsächlich finden sich die frühesten erhaltenen Urkunden aus dem Ende des 13. Jahrhunderts in der Grafschaft Schwerin und den benachbarten Gebieten der Herrschaft Rostock und des Herzogtums Braunschweig-Lüneburg. Für diese Herkunft spricht auch der Vorname "Godike" in der frühesten Erwähnung, der außerhalb dieser Region kaum nachgewiesen wird. Im Eintrag von Christoph Lorbeer in der Allgemeinen Deutschen Biographie ist von einer Herkunft aus einem dänischen Rittergeschlecht die Rede. Tatsächlich stand Rostock seit Ende des 12. Jahrhunderts und die Grafschaft Schwerin zwischen 1202/1203 bis 1225 zeitweilig unter dänischer Herrschaft. Möglicherweise gelangten die Vorfahren der Lorber also als Streiter des dänischen Königs nach Süden. Später scheinen sie eine Tätigkeit als Gewürzhändler aufgenommen zu haben, was auch die Namensgebung erklären würde. In diesem Zusammenhang ist denkbar, dass ein Familienteil in die damals blühende Handelsstadt Straßburg entsandt wurde um von dort den Handel mit dem vermutlich aus Südeuropa importierten Gewürz zu unterstützen. Dies würde die seit dem frühen 14. Jahrhundert nachweisbare Erwähnung des Namens in der Elsassmetropole erklären.
  2. Getrennte Familien im Norden und im Elsass: Angesichts der recht großen räumlichen Entfernung der frühen Erwähnungen kann auch nicht ausgeschlossen werden, dass es sich dabei um eine zufällige Namensgleichheit handelt. Möglicherweise von mindestens zwei unabhängig voneinander entstandenen Gewürzhändlerfamilien.

Bekannte Familienstämme[Bearbeiten]

Norddeutsche Lorber[Bearbeiten]

Epitaph des Christoph Lorber (+1555) in der St.-Nikolai-Kirche Stralsund

Die frühesten Quellen finden sich im Gebiet des heutigen Mecklenburg und des Östlichen Niedersachsen. In der frühesten erhaltenen Erwähnung veräußerte Godike Lorbere 1293 in einer Rostock Grundbesitz in der Krämerstraße veräußert. Ein Hinweis auf eine Tätigkeit als Krämer, möglicherweise als namensgebender Gewürzhändler. Nahezu zeitgleich wird Conradus Lorber als Untertan des Grafen von Schwerin erwähnt, ebenso wie weitere Namensvettern im Nekrolog des Klosters Wienhausen bei Celle[8].

Christoph Lorber oder Lorbeer († 1555), Sohn von Olof Lorber und Gertrud Swarte, wird 1507 Ratsherr und 1524 Bürgermeister in Stralsund[9]. Seine Vorfahren sollen der Überlieferung nach aus Dänemark stammen. Eine Verbindung zu den eben genannten frühen Vertretern erscheint daher wahrscheinlich, denn diese Gebiete, insbesondere die Grafschaft Schwerin, standen zeitweilig unter dänischer Herrschaft.

Überliefert sind Ratsherren und Kleriker in frühen Jahrhunderten auch in anderen Orten Norddeutschlands, etwa im Kloster Riddagshausen und Hameln[10].

Es ist bislang unklar, ob aus diesen norddeutschen Familienmitgliedern noch direkte Nachfahren existieren.

Weitere erwähnenswerte Angehörige dieses Familienstammes[Bearbeiten]
  • Johannes Lorber († 1586) - Zwischen 1557 und 1586 erster evangelischer Abt des Zisterzienserklosters Riddagshausen[11]
  • Melchior Gerhard Lorbe(e)r (*1650 oder 1651 in Hameln † 1701 in Stuttgart) - Buchdrucker und Herausgeber einer Zeitung[12]

Elsässer Lorber[Bearbeiten]

Um 1316 wird in Straßburg ein Ulricus Lorber als Priester und Staatsanwalt im Kloster St. Etienne genannt[13]. In dieser Region ist die Familie bis heute nachweisbar, etwa in Colmar oder in Ebersheim, wo sie bereits seit Ende des 15. Jahrhunderts nachgewiesen werden kann[13].

1374 wurde der damalige Bischof von Straßburg Lamprecht von Brunn zum Bischof von Bamberg ernannt. In seiner Regierungszeit tauchen die ersten Namensträger im Hochstift Bamberg auf: 1385 Heintz und Alheyd Lorber[14], Clas bzw. Niklas Lorber als Küchenmeister des Bischofs zu Bamberg und Cuntz bzw. Konrad Lorber, im vom Bischof für das Bistum neu erworbenen Dorf Stübig. Es ist demnach sehr wahrscheinlich, dass diese Familie in Begleitung des Bischofs nach Franken gelangte, wo bis heute viele Nachkommen zu finden sind.

Die Fränkisch-Städtische Linie (Nachkommen von Clas Lorber)[Bearbeiten]

Wappen des Bamberger Familienzweiges in seiner Urform ohne Besserung aufgrund der Adelserhebung

Clas Lorber wurde zuerst 1394 in Quellen genannt[15]. Die Familie blieb auch weiterhin im Dienst der Fürstbischöfe und stieg rasch bis in die Reihen der ratsfähigen Bürger der Stadt auf. Bereits 1412 wird Clas Lorber (vermutlich der besagte Küchenmeister) als Schultheiß in Bamberg genannt.

Die Familie scheint neben ihrer Stellung im Rat rasch zu Wohlstand gekommen zu sein. 1445 stiftet die Familie der Oberen Pfarre eine Kapelle zu Ehren des Heiligen Pankratius. 1462 wird am heutigen „Am Kranen 14“ – dem damaligen Stadthafen am Ufer der Regnitz - der „Kupferhof der Lorber“ genannt. Diese wohl dem Kupferhandel dienende Faktorei ist bis mindestens bis 1635 in Familienbesitz geblieben.

Pankraz Lorber wird 1546 als Besitzer des „Hauses unter den Störchen“ in der heutigen „Dominikanerstraße 4“ verzeichnet. Inzwischen befindet sich in diesem Gebäude das wohl bekannteste Bamberger Gasthaus, das „Schlenkerla“.

Nachdem die Familie seit Generationen zu den führenden Geschlechtern Bambergs gehört hatte, wurde sie am 1. September 1571 durch Kaiser Maximilian II. in den Adelsstand erhoben. Die Urkunde nennt die fünf damals lebenden Söhne von Pankraz Lorber als Empfänger des Adelsdiploms. Im Zuge der Erhebung wurde auch das Wappen der Familie gebessert. Das Schild (fünf silberne Lilien auf rotem Grund) wurde belassen, der Wulst wurde von einer Adelskrone ersetzt, die ursprünglich einheitlich silbernen Büffelhörner in der Helmzier wurden nun abwechselnd rot-silber geteilt und zwischen ihnen wurde eine weitere silberne Lilie hinzugefügt[16].

Zur Unterscheidung zu den daneben existierenden bürgerlichen und bäuerlichen Namensvettern, führte die Familie die Bezeichnung „Lorber von Störchen“. Der Beisatz dürfte entweder auf den ersten bekannten Wohnsitz in der Austraße 33 (der 1571 allerdings nicht mehr von der Familie bewohnt wurde) oder auf das bereits erwähnte „Haus unter den Störchen“ in der Dominikanerstraße hinweisen. Dieses Anwesen wurde 1677 an den Dominikanerorden verkauft.

Michael Lorber von Störchen, ein Sohn eines der geadelten Brüder, hat 1613 ein Namenbuch der Familie verfasst. Zu den Familienschätzen gehörte zudem eine silbernen Schale „von 2 Mark und 1 Loth Gewichts“, welche Michael, Pankraz und Jobst Justus Lorber in ihrem Testament verfügten. Die Schale zeigte die Wappen der Familie Lorber und der eng verwandten Haller, und die auf den jeweils ältesten der Familie vererbt werden sollte[17].

Die Lorber von Störchen brachten im Laufe der Jahrhunderte viele Gelehrte hervor, vor allem die Juristen und Hofräte Johann Thomas Jakob Lorber von Störchen (1695–1734) oder dessen Sohn Johann Ignatz Christoph Nepomuk Lorber von Störchen (1725–1797), dessen Grabmal sich noch an der Oberen Pfarre zu Bamberg befindet.

Die Lehen der Familie waren über das Bamberger Hochstift verstreut. Neben Häusern und Feldern in Bamberg, wurden auch Besitzungen in Zeil am Main und Scheßlitz erwähnt. Letzter Familiensitz war der "Lorberhof" am Jakobsplatz 15 in Bamberg. Anders als der bis heute überlieferte (wenngleich ungebräuchliche) Hausname vermuten lässt, war er jedoch nur wenige Jahrzehnte Wohnstätte der Familie und dient heute dem Don Bosco St.-Josefs-Heim als Jugendunterkunft.

Mit dem Ende des Hochstifts Bamberg und der Eingliederung der Stadt in das Königreich Bayern 1803 scheint auch die Bedeutung der Familie zu schwinden. Die letzten bekannten Vertreter des Geschlechtes waren Ignaz Nepomuck Lorber von Störchen (1788-1857), ein königlich-bayrischer Rittmeister, der am 3. Juni 1857 starb und seine Schwester Elisabetha von Poschinger, geborene von Lorber (1790–1859). Ignaz Nepomuck bezeichnet sich, in seinem Antrag auf Anerkennung seines Adelstitels, den er an den König von Bayern richtete, selbst als letzten männlichen Erben seines Geschlechtes[18]. Er und seine Gattin Maria Karolina Kreß von Kressenstein hinterließen eine Tochter Maria Karoline Helena, deren Spuren sich nach ihrer Heirat mit Ferdinand Freiherr von zu Rhein 1883 in Augsburg verlieren. Das Adelsgeschlecht war mit ihr erloschen.[19]

Es gibt Hinweise, dass zumindest ein verarmter Zweig dieser geadelten Lorber überdauert haben könnte: Johann Georg Lorber (1764-1820), wurde möglicherweise als Spross des Adelszweiges geboren, starb jedoch als einfacher Bauer auf dem Knottenhof bei Stegaurach. Dies könnte damit zusammenhängen, dass er um 1790 (vermutlich durch nicht standesgemäße Heirat) seinen Adelsrang verloren haben könnte. Seine Nachkommen sind heute noch immer in Stegaurach, aber auch in Iowa, USA zu finden.

Ehemaliges "Haus unter den Störchen" - heute Gaststätte "Schlenkerla"
Besitztümer und Wohnsitze[Bearbeiten]
  • Au 33 - "Haus zum Storch", erster bekannter Stammsitz der Familie, laut Paschke: 1445 Clas Lorber bis 1578 Caspar Lorber[20]
  • Am Kranen 14 - "Kupferhof" am damaligen Stadthafen - etwa um 1462 bis etwa 1635[21]
  • Dominikanerstraße 4 - "Haus unter den Störchen" - Familiensitz von 1546 bis 1677[22]
  • Jakobsplatz 15 - "Lorberhof" - letzter bekannter Familiensitz[23]
Erwähnenswerte Angehörige dieses Familienstammes[Bearbeiten]
  • Nikolaus (Clas) Lorber (ca. 1370–1446) - 1394 Küchenmeister des Fürstbischofs, 1412 Schultheiß von Bamberg
  • Dr. Jobst von Lorber (1533–wohl 1587) - beantragte 1570 gemeinsam mit seinem Bruder Pankraz am Rande des Reichstages zu Speyer die Erhebung seiner Familie in den Adelsstand[24]
  • Pankraz von Lorber (1544–1587) - Diener von Erzherzog Karl von Österreich (Sohn von Kaiser Ferdinand I.), verstarb in Wien
  • Hans Caspar von Lorber (1560–1626) - Rat über 42 Amtsperioden, darunter 8 mal Unterbürgermeister und 1 mal Oberbürgermeister, überlebte die Hexenverfolgung im Gegensatz zu zwei Dritteln der anderen Räte[25]
  • Michael von Lorber (1569–1620) - Stiftete ein Namenbuch der Familie, musste Bamberg verlassen und nach Zeil bzw. Schweinfurt auswandern, nachdem er das evangelische Bekenntnis angenommen hatte
  • Johann Pankraz von Lorber (1587-zwischen 1641 und 1647) - Hauptmann im Hatzfeldschen Regiment während des Dreißigjährigen Krieges
  • Jacob Wilhelm von Lorber (1591–1618) - Chorherr von St. Stephan, wurde gelegentlich einer Hochzeit im Zimmer des Kaplans Johann Degen, vom Organisten von St. Martin durch zwei Stiche getötet[26]
  • Hans Adam von Lorber (1600-1666) - Sohn von Michael, Bürgermeister von Königsberg in Bayern
  • Daniel von Lorber (1647-1703) - Sohn von Hans Adam, nahm wieder den katholischen Glauben an und diente erneut den Bamberger Fürstbischöfen als Gerichtsassessor und Pfleger
  • Johann Ignaz Christoph von Lorber (1725–1797) - Bereits mit 24 Jahren Professor der Rechtswissenschaften, Verfasste mehrere wissenschaftliche Schriften, Grabmal an der Außenmauer der Oberen Pfarrkirche erhalten[27]
  • Franz Eberhard Christoph Joseph von Lorber (1755–1812) - bis zur Säkularisation Bambergischer Hof- und Regierungsrat, danach früh pensioniert - stellte nie einen Antrag auf Adelsanerkennung beim König von Bayern
  • Ignaz Nepomuck von Lorber (1788–1857) - Königlich-Bayerischer Rittmeister, letzter männlicher Erbe des Geschlechtes
Siehe auch[Bearbeiten]
  • Lorbersgasse - Eine nach dem Adelsgeschlecht benannte Straße in Bamberg, angrenzend am ehemals der Familie gehörenden "Lorbersgarten"

Die Fränkisch-Ländliche Linie (Nachkommen von Cuntz Lorber)[Bearbeiten]

Zeitgleich mit dem oben genannten Clas Lorber, wird ein Cuntz (Konrad) Lorber im nur 20 Kilometer entfernten Dorf Stübig genannt[28]. Eine Verwandtschaft gilt als sicher[29]. Im Gegensatz zur Städtischen Linie waren die Nachkommen des Cuntz bereits früh kaum in gehobenen Schichten zu finden. In den folgenden Jahrhunderten übten sie unter anderem Tätigkeiten als Müller in Ehrl, Bäcker in Scheßlitz und ansonsten hauptsächlich als Bauern in dieser Region aus. Dieser Zweig blieb bis in unsere Tage blühend und brachte viele Nachkommen hervor. Heute leben diese Nachfahren teilweise noch immer in Franken, speziell in der Stammheimat Landkreis Bamberg, verteilten sich aber auch bis in den Bundesstaat New York, USA[30].

Galizisch-Jüdische Lorber[Bearbeiten]

Speziell in den USA leben Nachfahren jüdischer Familien mit dem Namen Lorber, die nach bisherigem Stand der Forschung ursprünglich vor allem im Galizischen Raum vorkamen. Dort kamen parallel die Namen Lorbeerbaum und Lorber vor. Zumindest bei den Lorbeerbaum dürfte es sich um eine typische späte Neubildung eines jüdischen Familiennamens aus der Zeit ab 1787 handeln. Nachfahren sind unter den Namen Lorberbaum und Dafni bis heute unter anderem in Israel zu finden. Bei Lorber dagegen scheint die Schreibweise mit einem e eher auf eine Verbindung zu den christlichen Namensvettern zu deuten - etwa zu den Österreichern, denn auch Galizien war damals bereits Habsburgisch. Aufgrund der sich noch bis zum 19. Jahrhundert ändernden jüdischen Namen denkbar, wenngleich unwahrscheinlicher, erscheint eine Verschleifung aus Lorbeerbaum.

Erwähnenswerte Angehörige dieses Familienstammes[Bearbeiten]
  • Jakob ben Jakob Moses von Lissa Lorbeerbaum (1760–1832), bedeutender Rabbi und Talmudist im Polnisch-Galizischen Raum[31]
  • Jeff Lorber (*1952), Amerikanischer Jazzmusiker[32]

Heutige Verbreitung[Bearbeiten]

Neben den bereits erwähnten Stammländern in Norddeutschland, Elsass, Franken und Galizien, sowie den klassischen Auswanderernationen wie den USA kommt der Name in einigen weiteren Regionen vermehrt vor.

Thüringen[Bearbeiten]

Der Ursprung der bis heute in Thüringen nachgewiesenen Namensträger ist bisher unklar. Als Stammvater in Betracht kommt Niclas Lorber (1459-1506), ein Spross der Fränkisch-Städtischen Linie, die damals noch nicht geadelt war, der als Chorherr in Erfurt gewirkt haben soll[33]. Ein Zusammenhang mit den Norddeutsche Stämmen kann allerdings auch nicht ausgeschlossen werden. Zu Beginn des 16. Jahrhunderts tauchen Lorber als Bürgermeister in Rastenberg auf. Einer der Nachkommen dieses Zweiges, Johann Berhard Lorber (1706–1779), übernahm 1733 eine Apotheke in Naumburg und nannte sie in "Lorbeerbaum-Apotheke" um, unter deren Namen sie bis heute existiert[34]. Auch sein eigener Name, und der seiner Nachkommen, erscheint seither in der Schreibweise mit einem zweiten "e".

Erwähnenswerte Angehörige dieses Familienzweiges[Bearbeiten]

Österreich[Bearbeiten]

Das Hochstift Bamberg, in dessen Diensten die Lorber von Störchen standen, hatte auch Besitz in Kärnten. So wird etwa Pankraz Lorber (1544–1587) als Amtmann in Villach bezeichnet[35]. Ende des 17. Jahrhunderts werden auch Brüder der Adelsfamilie in Rottenegg in Oberösterreich erwähnt. In der Folge tauchen immer wieder Lorber in Österreich, speziell in Südösterreich auf. Bis heute findet sich der Name vermehrt in Kärnten, der Steiermark und dem heutigen Slowenien - so dass gemeinsame Wurzeln möglich, wenngleich bisher noch nicht gesichert sind.

Erwähnenswerte Angehörige dieses Familienzweiges[Bearbeiten]
Lorber von Lorberau[Bearbeiten]

Als erster der österreichischen Adelsfamilie wurde 1741 Johann Niclas Lorber in den Adelsstand erhoben. Mitglieder der Familie fanden sich unter anderem in Diensten der österreich-ungarischen Armee.[36] Ob ein Zusammenhang mit der Familie Laurga von Lorberau besteht, die 1483 in Wiener Neustadt das Wappenprivileg erhielt[37], 1627 geadelt wurde und Schloss Lorberau in Donawitz, einem Ortsteil von Leoben errichtete[38], ist bisher ungewiss.[19]

Siehe auch[Bearbeiten]
  • Weiler Lorberhof, Ortsteil von Liebenfels in Kärnten

Varianten[Bearbeiten]

  • Lorbeer
  • Lorbek

Bekannte Namensträger ungeklärter Zuordnung[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

  1. Hans Bahlow: Deutsches Namenlexikon. Familien- und Vornamen nach Ursprung und Sinn erklärt. Lizenzausgabe. Bindlach, Gondrom 1990, ISBN 3-8112-0294-4.
  2. MecklUB III, Nr. 2.331, S. 582: Detmarus corrigicida et Godiko Lorbere vendiderunt magistro Johanni apothecario ligna et edificia, que habebant in strata institorum.
  3. Wilhelm von Hammerstein-Loxten: Die Besitzungen der Grafen von Schwerin am linken Elbufer, 1860, S. 146
  4. Hans Paschke: Uff der Greten zu Bamberg, Bamberg, 1962, S. 50ff
  5. Geschichte Niedersachsens, Band X. Urkundenbuch des Stiftes und der Stadt Hameln. Zweiter Teil 1408-1576. Hahn'sche Buchhandlung, Hannover und Leipzig, 1903.
  6. Otto Titan von Hefner, Denkwürdiger und nützlicher Bayerischer Antiquarius, 2. Band, München, 1867
  7. Allgemeine Deutsche Biographie, Band 19, Leipzig, 1884, S. 169
  8. Wilhelm von Hammerstein-Loxten: Die Besitzungen der Grafen von Schwerin am linken Elbufer, 1860, S. 146
  9. Siebmachers Wappenbuch, Band V 3, Tafel 10
  10. Fr. Sprenger: Geschichte der Stadt Hameln, Helwingsche Hofbuchhandlung, Hannover, 1826
  11. Inge Mager: Die Konkordienformel im Fürstentum Braunschweig-Wolfenbüttel, Vandenhoeck&Ruprecht, Göttingen, 1993, S. 56
  12. Christoph Reske: Buchdrucker des 16. und 17. Jahrhunderts im deutschen Sprachgebiet, Harrassowitz, Wiesbaden, 2007, S. 913
  13. a b Alphonse Lorber: Chronik des Dorfes Ebersheim, Imprimerie Alsatia, Sélestat, 1963, S. 251
  14. 91. Bericht des Historischen Vereins Bamberg, 1951, S. 247
  15. Genealogisches Handbuch des Adels. Band VIII, C.A. Starke Verlag
  16. Adelsmatrikel von Lorber. (Nr. L 31), Bayerisches Hauptstaatsarchiv München
  17. Anton Schuster: Alt Bamberg. Band 4, S. 105f.
  18. Adelsmatrikel von Lorber. (Nr. L 31), Bayerisches Hauptstaatsarchiv München
  19. a b Ernst Heinrich Kneschke (Hrsg.): Neues allgemeines deutsches Adels-Lexikon. Band 6: Loewenthal – Osorowski. Voigt, Leipzig, 1865, S. 12 (Unveränderter Nachdruck: Verlag für Kunstreproduktionen Schmidt, Neustadt an der Aisch 1996, ISBN 3-89557-018-4)
  20. Hans Paschke: Die Au zu Bamberg. S. 37f.
  21. Hans Paschke: Uff der Greten zu Bamberg. S. 53.
  22. Hans Paschke: Dominikanerkloster. S. 541f.
  23. Anton Schuster: Alt Bamberg. Band 4, S. 135.
  24. Adelsmatrikel von Lorber. (Nr. L 31), Bayerisches Hauptstaatsarchiv München und Dieter Weiss, Germania Sacra Neue Folgen 38,1 - Bamberger Bischöfe 1522-1693, S. 632.
  25. Bericht des Historischen Vereins Bamberg, Nr. 146/2010, S. 155.
  26. Wachter: General Personalschematismus der Erzdiözese Bamberg. S. 39.
  27. Norbert J. Haas: Grabdenkmäler in und an der Kirche zu Unserer Lieben Frauen Pfarre zu Bamberg. S. 39.
  28. Standbuch des Klosters Michelsberg, Staatsarchiv Bamberg, Registernummer 4300
  29. Konrad Arneth: Fränkische Blätter, Wappen Bamberger Bürgergeschlechter., Staatsbibliothek Bamberg
  30. Chronik der Familie Lorber, Martin Lorber, 2012
  31. Yivo Encyclopedia of Jews in Eastern Europe
  32. Ancestry.com
  33. Unser Stamm, Familienblatt der Lorber und Lorbeer, Ludwig G. G. Th. Lorbeer, Wien, 1935, Ausgabe 5, Seite 2
  34. Geschichte der Lorbeerbaum Apotheke zu Naumburg
  35. Unser Stamm, Familienblatt der Lorber und Lorbeer, Ludwig G. G. Th. Lorbeer, Wien
  36. Genealogisches Handbuch des Adels. Band VIII, C.A. Starke Verlag, S. 54.
  37. Siebmachers Wappenbuch, V 01 Bürgerliche Wappen, Seite 52
  38. Eintrag über Schloss Lorberau auf Burgen-Austria