Lorch (Oberösterreich)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

f3f0f1

Lorch (Stadtteil)
Ortschaft
Katastralgemeinde Lorch
Lorch (Oberösterreich) (Österreich)
Red pog.svg
Basisdaten
Pol. Bezirk, Bundesland Linz-Land (LL), Oberösterreich
Gerichtsbezirk Steyr
Pol. Gemeinde Enns
Koordinaten 48° 13′ 0″ N, 14° 28′ 0″ O48.21666666666714.466666666667Koordinaten: 48° 13′ 0″ N, 14° 28′ 0″ Of1
Einwohner d. Ortsch. 336 (2001)
Gebäudestand 105 (2001)
Fläche d. KG 7,31 km²
Postleitzahl 4470 Lorchf0
Statistische Kennzeichnung
Ortschaftskennziffer 09823
Katastralgemeindenummer 45107
Zählsprengel/ -bezirk Enns-Umgebung-Nord (41005 005)
Quelle: STAT: Ortsverzeichnis; BEV: GEONAM; DORIS

Lorch im Bezirk Linz-Land in Oberösterreich ist ein Ortsteil der Stadt Enns.

Basilika St. Laurenz
Ausgrabungen im Ostchor

Geschichte[Bearbeiten]

Der Ort ist aus dem römischen Lauriacum hervorgegangen. Unter der Kirche St. Laurenz wurden von 1960 bis 1966 bei archäologischen Ausgrabungen Mauern römischer Vorgängerbauten (ab 180 n. Chr.), der ersten christlichen Kirche (4./5. Jhdt.) und weiterer Kirchenbauten aus dem ersten Jahrtausend frei gelegt. Die heute bestehende Kirche ist gotisch und wurde um 1300 errichtet.

Nach Beendigung der Grabungsarbeiten 1966 erhielt St. Laurenz rasch neue Aufmerksamkeit:

Lorcher Fälschungen[Bearbeiten]

Die sogenannten Lorcher Fälschungen, auch Pilgrimsche Fälschungen genannt, sollten das Bistum Passau zum Rechtsnachfolger des antiken Erzbistums Lauriacum machen und damit den Rang eines Erzbistums begründen. Dieses spät antike Bistum Lauriacum (Lorch) wurde in der Vita Sancti Severini erwähnt. Die Pilgrimschen Fälschungen umfassen sechs von Bischof Pilgrim von Passau zwischen 971 und 985 als Schreiber der königlichen Kanzlei gefälschte oder verfälschte Papsturkunden, ein Schreiben des Bischofs an Papst Benedikt VI. oder Benedikt VII. sowie zwei angebliche Briefe von Erzbischof Hatto von Mainz an einen ungenannten Papst.

In der Basilika St. Laurenz hängt ein überdimensionales Gemälde (8x5 m) aus dem Jahr 1728, welches die entsprechenden Bischöfe gemäß der Lorcher Fälschung nennt und abbildet.

Literatur[Bearbeiten]

  • Lothar Eckhart: Die Stadtpfarrkirche und Friedhofskirche St. Laurentius von Enns-Lorch-Lauriacum in Oberösterreich. In: Forschungen in Lauriacum 11/1-3, Linz 1981
  • Roman Igl: Die Basilika St. Laurentius in Enns, OÖ. In: Beiträge zur Mittelalterarchäologie in Österreich 21, 2005, 141-152
  • Otto Winkler, St.Laurenz-Basilika zu Enns-Lorch. Kirchenführer, Hrsg.: Pfarramt St. Laurenz, Enns. Kunstverlag Hofstetter, Ried im Innkreis, 1990.