Lore I

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Suco Lore I
Der Suco Lore I liegt im Süden des Subdistrikts Lospalos. Der Ort Lore liegt in der Mitte des Sucos.
Daten
Fläche 133,77 km²[1]
Einwohnerzahl 1.981 (2010)[2]
Chefe de Suco Mateus Fernandes Sequeira
(Wahl 2009)
Orte Position[3] Höhe
Horolata 8° 39′ S, 127° 1′ O-8.6438888888889127.01527777778147 147 m
Ilicoa 8° 37′ S, 127° 3′ O-8.6086111111111127.0444444444496 96 m
Lore 8° 39′ S, 127° 1′ O-8.6430555555556127.02147 147 m
Lori 8° 40′ S, 127° 2′ O-8.6619444444444127.0261111111130 30 m
Maluro 8° 38′ S, 127° 1′ O-8.6319444444444127.01527777778185 185 m
Otcho-Tchau 8° 38′ S, 127° 1′ O-8.6363888888889127.01236 236 m
Paio 8° 35′ S, 127° 6′ O-8.5852777777778127.13 m
Raca 8° 36′ S, 127° 1′ O-8.6083333333333127.02027777778232 232 m
Tchai 8° 36′ S, 127° 1′ O-8.6083333333333127.01666666667232 232 m
Vailana 8° 39′ S, 127° 1′ O-8.6472222222222127.0211111111165 65 m
Lore (Osttimor)
Lore
Lore

Lore (Loré) ist ein Dorf im äußersten Osten von Osttimor. Es gehört zum Suco Lore I, der Teil des Subdistrikts Lospalos (Distrikt Lautém) ist.

Der Suco Lore II liegt nördlich des Sucos Lore I.

Inhaltsverzeichnis

Der Ort [Bearbeiten]

Das Dorf Lore liegt im Suco Lore I nahe der Küste an der Timorsee auf einer Meereshöhe von 147 m. Hier findet sich der einzige medizinische Versorgungsposten des Sucos. Nicht weit von Lore liegt ein Hubschrauberlandeplatz, nah dem Kap Ponta de Lore, vor dem sich einer der wenigen Ankerplätze des Landes für größere Schiffe befindet.[4]

Der Suco [Bearbeiten]

Das Dorf Lore (2003)
Tropischer Wald im Tiefland bei Lore

Lore I hat 1.981 Einwohner (2010,[2] 2004: 2.299[5]). Fast 96 % der Einwohner geben Fataluku als ihre Muttersprache an. Fast 3 % sprechen Tetum Prasa, Minderheiten Tetum Terik oder Dadu'a.[6]

Der Suco hat eine Fläche von 133,77 km².[1] Eine schlecht ausgebaute Straße verbindet von der Küste der Timorsee aus die Aldeia Lori mit der Distriktshauptstadt Lospalos. Die meisten anderen Orte des Sucos liegen an dieser Straße oder an einigen kleinen Seitenstraßen. Der Fluss Tchino, der mit seinem Zufluss Tehino die Grenze zu Lore II, Souro und Cacavei im Norden bildet, wird mit einer Brücke überspannt. Der Tchino mündet in den Fluss Namaluto, der die Westgrenze des Sucos zum Subdistrikt Iliomar mit seinem Suco Fuat und nach dem Zufluss des Irarau zum Suco Iliomar I darstellt. Nach Iliomar führt von Lori aus ebenfalls eine kleine Straße, die allerdings bei starken Regenfällen nicht passierbar ist.[7] Nordöstlich von Lore I liegt, jenseits des Flusses Urunami, der Suco Muapitine. Nach Westen hin dehnt sich von Lore aus eine Küstenebene aus, zunächst schmal bis Viqueque, dann breiter bis zur Landesgrenze zu Indonesien. Das Gebiet ist geprägt durch Küsten-Trockenwälder, Mangrovenwälder und Küstengrasland. Da die Region weit entfernt von den Bevölkerungszentren Osttimors und relativ schlecht zugänglich ist, ist die Natur hier noch weitgehend unberührt.[8]

Etwas nördlich des Ponta de Lore liegt an der Küste Lori mit einer von drei Grundschulen des Sucos. Die zweite befindet sich in Maluro, nördlich vom Ort Lore und noch etwas weiter bei Raca die dritte.[4] Nahe Lore liegen die Orte Vailana und Horolata (Harolata). Westlich von Maluro befinden sich die Dörfer Otcho-Tchau (Ochochau, Otxo-Txa'u) und Nualata und nördlich von Raca Tchai (Chai) und Ilicoa (nördlich von Raca). Im äußersten Osten von Lore I liegt an der Küste zwischen den Flüssen Urunami und Lapalapa der kleine Ort Paio.[9]

Der Ortsname Otcho-Tchau bedeutet „Armreif“ und „Kopf“, hier in der Bedeutung „Besitzer von Armreifen“. Traditionell trugen in der Region nur Einwohnern des Ortes Armreife.

In Lore I befinden sich die sechs Aldeias Horolata, Maluro, Otcho-Tchau, Tchai, Titilari und Vailana.[10]

Ein Gebiet um Lore mit 10.906 ha wurde mit seinem Wald und den umgebenen Reisfeldern von BirdLife International als Important Bird Area ausgewiesen. Hier finden sich noch Teak, Sandelholz und Bambus, in denen mindestens 24 geschützte Vogelarten leben, wie die Grüne Timortaube oder der Gelbwangenkakadu. Auch der größte noch existierende Küstenwald der gesamten Insel Timor liegt in diesem Gebiet, etwa 40 km südlich von Lospalos.[11] 2007 wurde es Teil des Nationalparks Nino Konis Santana.

An der Küste wird etwas Fischerei betrieben, doch es fehlen Boote. Daneben baut die Bevölkerung Reis an.

Geschichte [Bearbeiten]

Die ersten Europäer im Gebiet des Distrikts waren die Portugiesen, die im heutigen Suco Lore I im 17. oder 18. Jahrhundert ein Fort errichteten.

Zwischen dem 5. und 8. August 1983 desertierten Hunderte von Mitgliedern von bewaffneten Milizen (Wanra, Hansip) aus Mehara, Lore, Leuro und Serelau und schlossen sich der FALINTIL an. In ihren Heimatorten führten die Indonesier Strafaktionen durch. Hunderte Frauen und andere zurückgebliebene wurden auf Lastwagen zusammengetrieben und für mehrere Monate interniert. Es kam zu Folterungen und Vergewaltigungen. Später wurden mehrere hundert Familien auf die Insel Atauro zwangsumgesiedelt.[12]

Politik [Bearbeiten]

Bei den Wahlen von 2004/2005 wurde Carolino da Silva zum Chefe de Suco gewählt.[13] Bei den Wahlen 2009gewann Mateus Fernandes Sequeira.[14]

Kultur [Bearbeiten]

Zweimal im Jahr findet an zwei Orten im Suco das Mechi der Fataluku statt, das Sammeln der Meci-Würmer (Eunice viridis). Im letzten Mondviertel vom Februar findet das kleinere Mechi kiik und bei Neumond im März das große Mechi boot statt.[15][16][17]

Weblinks [Bearbeiten]

 Commons: Lore – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise [Bearbeiten]

  1. a b Direcção Nacional de Estatística: Population Distribution by Administrative Areas Volume 2 English (Census 2010; PDF; 22,6 MB)
  2. a b Direcção Nacional de Estatística: Suco Report Volume 4 (englisch) (PDF; 9,8 MB)
  3. Fallingrain.com: Directory of Cities, Towns, and Regions in East Timor
  4. a b UNMIT: Timor-Leste District Atlas version02, August 2008 (PDF; 389 kB)
  5. Direcção Nacional de Estatística Census 2004
  6. Ergebnisse des Zensus 2010 für den Suco Lore I (Tetum; PDF; 8,6 MB)
  7. Landkarte
  8. Hinrich Kaiser et al., PhD, Department of Biology, Victor Valley College: The herpetofauna of Timor-Leste: a first report
  9. Timor-Leste GIS-Portal
  10. Jornal da Républica mit dem Diploma Ministerial n.° 199/09 (Portugiesisch; PDF; 323 kB)
  11. BirdLife International: Important Bird Areas in Timor-Leste (PDF; 2,0 MB)
  12. „Chapter 7.3 Forced Displacement and Famine“ (PDF; 1,3 MB) aus dem „Chega!“-Report der CAVR (englisch)
  13. Secretariado Técnico de Administração Eleitoral STAE: Eleições para Liderança Comunitária 2004/2005 - Resultados
  14. Secretariado Técnico de Administração Eleitoral STAE: Eleições para Liderança Comunitária 2009 - Resultados
  15. Broschüre des Nationalparks Nino Konis Santana (englisch; PDF; 3,8 MB)
  16. The Timor-Leste Coastal/Marine Habitat Mapping for Tourism and Fisheries Development Project, Prject No 2, Coastal and Marine Ecotourism Values, Issues and Opportunities on the North Coast of Timor Leste, Final Report, Oktober 2009 (PDF; 15,2 MB), abgerufen am 28. Dezember 2012
  17. The Timor-Leste Coastal/Marine Habitat Mapping for Tourism and Fisheries Development Project, Project No 4, Conservation Values, Issues and Planning in the Nino Konis Santana Marine Park, Timor Leste - Final Report, Oktober 2009 (PDF; 9,2 MB), abgerufen am 28. Dezember 2012

-8.6430555555556127.02Koordinaten: 8° 39′ S, 127° 1′ O