Lorenz Gedon

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Lorenz Gedon, Zeichnung von Franz von Lenbach (1883)
Lorenz Gedon (Mitte) verschläft einen hitzigen Diskussionsbeitrag von Franz von Lenbach bei einem Allotria-Abend. (Ausschnitt aus einer Illustration von Friedrich August von Kaulbach zur „Lenbachiade“ von Gustav Majer. Von links nach rechts: v.Kaulbach, Gustav Laeverenz, Lorenz Gedon, Anton Seitz, v.Lenbach)
Grabmal Lorenz Gedons auf dem Alten Südfriedhof in München

Lorenz Gedon (* 24. November 1844 in München; † 27. Dezember 1883 ebenda) war ein deutscher Bildhauer, Architekt, Innenarchitekt und Kunstgewerbler.

Ausbildung[Bearbeiten]

1858 ging Gedon bei dem Bildhauer Joseph Otto Entres in die Lehre. Der Studienschwerpunkt lag auf mittelalterlicher Plastik. 1863 trat er an der Münchner Kunstakademie in die Klasse von Max Widnmann ein. Dort gewann er 1868 den Preis der Akademie für seine Plastik „Ritter Georg“.

Tätigkeit[Bearbeiten]

Gedons Schaffensschwerpunkt lag im kunstgewerblichen Bereich. Er war ein bedeutender Vertreter des Neorenaissance-Stils in Kunstgewerbe, Skulptur und Architektur, in einigen Werken arbeitete er neobarock. Er stattete beispielsweise 1878 den Deutschen Salon der Weltausstellung in Paris aus. Seine Inneneinrichtungen fanden sich u. a. im Lenbachhaus, in der Münchener Schackgalerie und im Kunstgewerbeverein München (1877), im Palais Todesco in Wien (Bauzeit 1861–1864), in der Villa Wahnfried in Bayreuth (Bauzeit 1873–1874), im Schloss Detmold (1882) und im Museum der Stadt Worms (1881), der von ihm umgebauten, säkularisierten Pauluskirche. Gedon war an der Ausschmückung der Schlösser Linderhof und Herrenchiemsee des bayerischen Königs Ludwig II. beteiligt. Außerdem entwarf er Gebäude für Privatpersonen wie die Fabrikantenvilla Schloss Abtsee am Abtsdorfer See.[1]

Künstlerfreundschaften verbinden ihn u. a mit Franz von Lenbach, Friedrich August von Kaulbach und Wilhelm Busch. 1873 gründet er zusammen mit Franz von Lenbach die Münchener Künstlergesellschaft „Allotria“. Anlass dazu war der Austritt von ca. 50 Künstlern aus der Münchener Künstlergenossenschaft.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Am 27. April 1936 ehrte ihn die Stadt Berlin mit der Benennung der Gedonstraße im Ortsteil Reinickendorf.

Literatur[Bearbeiten]

  • Friedrich Schneider: Lorenz Gedon. Ein Künstlerleben. Knorr & Hirth, München 1884.
  • Hyacinth Holland: Gedon, Lorenz. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 49, Duncker & Humblot, Leipzig 1904, S. 258–263.
  • Ute Hünigen: Künstler um König Ludwig II. Kurzbiographien. In: Gerhard Hojer (Hrsg.): König-Ludwig-II.-Museum Herrenchiemsee. (Katalog der ständigen Ausstellung) München 1986, S. 453–464.
  • Doris Bachmeier: Lorenz Gedon 1844–1883. Leben und Werk. Dissertation, Ludwig-Maximilians-Universität München, 1988.
  • Brigitte Gedon: Lorenz Gedon. Die Kunst des Schönen. München 1994, ISBN 3-485-00719-6.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Lorenz Gedon – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Geschichte der Schlossklinik Abtsee