Loro Parque

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Loro Parque
Loroparque.png
Vollständiger Name Loro Parque
Motto El „must“ de Canaries
Ort Avenida Loro Parque, 38400 Puerto de la Cruz, Spanien
Eröffnung 17. Dezember 1972
Artenschwerpunkte Papageien
Organisation
Förderorganisationen Loro-Parque-Stiftung
www.loroparque.com/de
Eingang des Loro Parques

Der Loro Parque ist ein Tierpark im Norden der Kanareninsel Teneriffa und einer der größten Arbeitgeber der Insel. Er wurde ursprünglich als Papageien-Park angelegt, was ihm auch seinen Namen gab – „Loro“ ist das spanische Wort für „Papagei“. In der zum Park gehörenden Aufzuchtstation befindet sich die größte Papageiensammlung der Welt. Sie ist im Regelfall nicht öffentlich zugänglich, Mitglieder der Loro Parque Stiftung erhalten Zutritt. Lediglich einen Blick auf die Fütterung der Jungvögel kann man im regulären Parkrundgang erhaschen. Im Tierpark selbst wird jedoch ein repräsentativer Querschnitt von Papageien und Sittichen gezeigt. Zudem bietet der als tropischer Garten angelegte Loro Parque auf drei Ebenen Aquarien, Volieren und Gehege, einen Spielplatz und Show-Veranstaltungen in speziell gestalteten Theatern oder Arealen. Puerto de La Cruz und den Loro Parque verbindet ein knallgelbes Bimmelbähnchen, das kostenlos ohne Zwischenhalt verkehrt. Die Verwaltung des Parks führt einen Teil der Einnahmen an ihre eigene Stiftung, die „Loro Parque Fundación“ ab.

Die Gesamtfläche des Loro Parque umfasste im Jahr 2003 ca. 135.000 m². Haltung, Zucht und Schutz der verschiedenen Papageienarten sind nach wie vor ein wesentlicher Schwerpunkt des Loro Parque.

Geschichte des Loro-Parque[Bearbeiten]

Edelpapagei im Loro Parque

Gegründet wurde der Loro Parque in den 1970er Jahren von dem aus Köln stammenden und damals 33 Jahre alten Wolfgang Kiessling und seinem Vater. Am 17. Dezember 1972 wurde der Loro Parque offiziell eröffnet. Er umfasste damals eine Grundfläche von ca. 13.000 m² und etwa 150 Papageien.

Attraktionen[Bearbeiten]

Achterbahn[Bearbeiten]

Im Bereich „Kinderland“ gibt es eine kleine Achterbahn mit einem Orca-Zug.

Papageien[Bearbeiten]

Bekannt wurde der Loro Parque vor allem durch die weltgrößte Papageienkollektion. Von den weltweit etwa 800 Papageienarten und -unterarten finden sich im Loro-Parque etwa 350. Viele der Arten sind vom Aussterben bedroht, einige existieren in freier Wildbahn nicht mehr, dazu gehört auch der Spix-Ara, der schon einige Male gezüchtet wurde. Das letztgeborene Jungtier ist das 69. weltweit. Insgesamt befinden sich in der Aufzuchtstation des Loro Parque über 3000 Papageien. Die Papageien wurden 1994 der Loro-Parque-Stiftung übereignet. Die Volieren, in denen die Tiere gehalten werden, sind mit besonderer Sorgfalt aufgebaut: Jede Voliere ist freistehend und von Pflanzen umgeben, die sie voneinander abschirmen sollen. Einige der Papageien werden für Showzwecke genutzt. Auch die Aufzuchtstation für junge Papageien ist öffentlich zugänglich. [1]

Aquarium mit Unterwasser-Tunnel (Haitunnel)[Bearbeiten]

Haitunnel
4.000 Sardinen in einem Glaszylinder

Im „Acuario“ befindet sich neben Korallenriffen und exotischen Fischen ein Unterwasser-Tunnel, in dem man auch einige Haie beobachten kann.

Delphin und Seelöwenshows[Bearbeiten]

Delfin beim Salto

Die Delphin- und Seelöwenshows sind besonders beliebt, obwohl solche Shows unter Tierschützern durchaus umstritten sind. Im Loro Parque leben die Tiere in weitläufigen Arealen, in denen es jeweils Bereiche gibt, die für die Touristen-Ströme nicht zugänglich sind und somit Rückzugsmöglichkeiten für die Tiere bieten. Die Shows sind meist sehr gut besucht.

Katandra Treetops[Bearbeiten]

Diese 2010 neu eröffnete Attraktion ist eine Großvoliere mit vielen verschiedenen tropischen Vogelarten darin, vor allem Papageien wie Loris, aber z. B. auch der australische Laufvogel Emu. Auf vorgelegten Wegen können Besucher durch die Voliere und bis auf die Höhe der Baumkronen hinauf spazieren.

Orca-Show[Bearbeiten]

Orca-Wale im Loro Parque in Aktion

Im Februar 2006 wurde ein Stadion für vier Orcas (Schwertwale) eingeweiht. Sie heißen Keto, Tekoa, Kohana und Skyla. Im April 2006 wurde das Orca-Stadion vorübergehend geschlossen, da die vier Orcas Teile des Beckens zerstört hatten. Es wurde am 3. Juni 2006 nach Reparaturarbeiten und erhöhten Sicherheitsmaßnahmen erneut eröffnet.

Am Vormittag des 24. Dezember 2009 wurde der Orca-Trainer Alexis Martinez bei einer Trainingseinheit von einem der vier Tiere (Keto) getötet. Die Autopsie ergab, dass Martinez schwere innere Verletzungen sowie Bisswunden erlitten hatte.[2] Der tödliche Unfall des Orca-Trainers Alexis Martinez wird in dem im Januar 2013 veröffentlichten Dokumentarfilm Blackfish kritisch betrachtet, unter anderem kommen Angehörige des verunfallten Trainers in Kombination mit ehemaligen SeaWorld-Waltrainern zu Wort.

Im Juni 2010 wurde das junge Orca-Weibchen Morgan im Flachwasser nahe der niederländischen Küste völlig entkräftet aufgefunden. Es wurde unter der Auflage der anschließenden Auswilderung in das Delfinarium Harderwijk gebracht, um aufgepäppelt zu werden. Bereits in der Auffangstation SOS Dolphin in Haderwijk stellte sich jedoch heraus, dass Morgan schwerhörig ist. Hierauf wurde auch die Orientierungslosigkeit und der Zustand beim Auffinden des Tiers (50% zu geringes Gewicht, schwere gesundheitliche Beeinträchtigungen) zurückgeführt. Damit ist nach Auffassung sowohl der beteiligen Biologen als auch des niederländischen Gerichts, welches letztlich über Morgan zu entscheiden hatte, eine Auswilderung nicht möglich und würde den raschen Tod des Tieres bedeuten.

Die Free Morgan Foundation, auf deren Website sich Morgans Geschichte aus deren Sicht nachlesen lässt,[3] kämpft seither für das Recht des Wals, in die Wildnis und zu seiner Familie zurückkehren zu dürfen. Seit dem Aufenthalt im Loro Parque werden bei Morgan gravierende gesundheitliche Verschlechterungen beobachtet und sie wird von den anderen Orcas nicht akzeptiert.[4][5]

Abweichend von dieser Darstellung wurde jedoch von mehreren Wissenschaftlern sowohl die starke Schwerhörigkeit des Tieres[6] als auch die erfolgreiche Integration des Tieres in die im Loro Parque lebende Gruppe[7] bestätigt, so dass hier ein offensichtlicher Dissens zwischen Tierschutzaktivisten und anerkannten Wissensachaftlern besteht.

Getestet wurde dies sowohl durch Verhaltensbeobachtung als auch mit einem eigens hierfür entwickelten Test, ähnlich dem BERA-Test beim Menschen.[8][9][10] Dabei wurden die Messungen im direkten Vergleich zwischen Morgan und den anderen im Loro Parque befindlichen Tieren durchgeführt, um eventuelle Messfehler aufgrund der Besonderheiten der Großwale (sehr dicke Flubber-Schicht etc.) auszuschließen.

Am 12. Oktober 2010 brachte Kohana ihr erstes Kalb Adán zur Welt, der Vater ist Keto. Bei der Aufzucht wird die achtjährige, unerfahrene Kohana von den Trainern unterstützt. 2012 kam das zweite Jungtier von Kohana und Keto zur Welt. Das Weibchen wurde Vicky getauft und wird ebenfalls von den Trainern aufgezogen, da die Mutter auch dieses Kalb nicht annahm. Es verstarb allerdings am 16. Juni 2013 unerwartet.[11]

Die vier ursprünglichen Orcas sind allesamt Nachzuchten und stammen aus einer Zucht des Meeres-Themenparks SeaWorld, San Diego in Kalifornien, USA.

Die Tiere werden rund um die Uhr von ihren Trainern überwacht und beschäftigt. Die Größe der Becken wird vom Management als ausreichend bezeichnet. Kritiker bemängeln allerdings, dass es in der Enge eines künstlichen Beckens einem Wal nicht möglich sei, artgerechte Bedingungen vorzufinden.

Planet Penguin[Bearbeiten]

Blick ins Pinguinarium

Das Planet Penguin ist das größte Pinguinarium der Welt. Im Innern wurde der Lebensraum Antarktis möglichst naturgetreu nachgebildet. Eine von Wasser umschlossene Halbinsel wird täglich mit etwa zwölf Tonnen Schnee berieselt. In der Anlage befinden sich 250 Pinguine, darunter Königspinguine, Eselspinguine, Zügelpinguine und Felsenpinguine. Auf einem Laufband umkreisen die Besucher die verglaste Front des Pinguinariums und können so die Vielfältigkeit der Spezies Pinguin zu Land und zu Wasser sowie zahlreiche Seesterne bewundern. Des Weiteren befindet sich ein Gelände für Humboldt-Pinguine in dem Bereich sowie ein 8,5 Meter hoher Glaszylinder, in dem 7000 kanarische Sardinen schwimmen.

Thailändisches Dorf[Bearbeiten]

Giebelfeld des „thailändischen Hauses“

1913 besuchte Prinz Mahidol von Siam, der Vater des heutigen Königs von Thailand, Bhumibol Adulyadej (Rama IX.), die Insel Teneriffa. Er war so begeistert von der Insel, dass er seinerzeit viele Landschaftsbilder von Teneriffa in sein Tagebuch malte. Aufgrund der Verbundenheit von Teneriffa mit Thailand wurde im Loro Parque 1993 das Thailändische Dorf eingeweiht. Die Einweihung nahm die Schwester von König Bhumibol, Prinzessin Galyani Vadhana vor, die dem Dorf ihren Namen gab. In Thailand erzählte sie voller Begeisterung vom Loro Parque und dem thailändischen Dorf, so dass 1996 Königin Sirikit mit großem Gefolge in den Loro Parque reiste und eine Büste von Prinz Mahidol aufstellte.

Alle Bauteile der sechs thailändischen Häuser sind aus Holz. Die Dachgiebel sind mit Blattgold verziert. Die Bauelemente wurden von Handwerkern in Thailand hergestellt und von thailändischen Experten im Loro Parque zusammengebaut. Das Thaidorf ist über einem See erbaut, in dem mehrere hundert Kois schwimmen.

Tigerinsel[Bearbeiten]

In diesem Gehege lebten zwei Tiger, ein männlicher "weißer Tiger" namens Prince und ein normalgefärbtes bengalisches Weibchen mit dem Namen Saba. Der Loro Parque bekam sie von einem Zirkus, der den Tieren ein besseres Zuhause bieten wollte. Nachdem diese in ein Gehege der Zuchtstation „La Vera“ gebracht wurden, wird das Gehege nun von zwei "weißen Tigern" mit schwarzen Streifen bewohnt.

Sonstiges[Bearbeiten]

Der Loro Parque war 2007/2008 Gegenstand der TV-Dokumentation Menschen, Tiere & Doktoren des Senders VOX.

Im September 2010 startete die Dokumentation Papageien, Palmen & Co. über den Loro Parque in der ARD. Es wurden insgesamt 40 Folgen ausgestrahlt.

Kurator war bis Dezember 2010 der Biologe Matthias Reinschmidt, seit Januar 2011 ist Reinschmidt Zoologischer Direktor des Loro Parque.

Der Loro Parque verleiht jährlich den Gorilla-Preis, eine Bronzeskulptur in Form eines Gorillas, für unerschütterliches Engagement bei der Förderung eines verantwortungsvollen Tourismus und die Treue zu Teneriffa. Im Jahre 2014 wurde der 11. Gorilla-Preis an den Britischen Verband der Reiseindustrie ABTA verliehen.[12]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Loro Parque – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Loro Parque – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Aufzuchtstation und Informationen zum Loro Park. Abgerufen am 13. November 2014.
  2. La orca «Keto» sí atacó y causó la muerte de Alexis, el adiestrador del Loro Parque Bericht über Autopsie des getöteten Orca-Trainers Alexis Martínez der spanischen Tageszeitung ABC.
  3. The story of Morgan (englisch), zuletzt abgerufen am 22. Juni 2013.
  4. Morgan wird attackiert und gemobbt, von den Trainern ignoriert und verfällt in selbstverletzende Verhaltensmuster - Indizien für Morgans Fall auf der Seite der Free Morgan Foundation, abgerufen am 22. Juni 2013
  5. Report on the Physical & Behavioural Status of Morgan, the Wild-Born Orca held in Captivity, at Loro Parque, Tenerife, Spain (PDF; 3,4 MB) - Wissenschaftlicher Bericht von Dr Ingrid N. Visser ©(2012), abgerufen am 22. Juni 2013
  6. Dorian S. Houser et al. 2013
  7. Javier Almunia et al. 2013 FU Berlin
  8. Blood in the Water, Magazin Outside, abgerufen am 13. Februar 2013
  9. Ist Orca-Weibchen Morgan taub? Kurzinfo der Sendung HundKatzeMaus auf VOX vom 22. Juni 2013
  10. Free Morgan Foundation - Can Morgan be released?
  11. Bekanntmachung des Parks zum Tod von Vicky
  12. Gorilla Preis. Abgerufen am 13. November 2014.

28.407777777778-16.564722222222Koordinaten: 28° 24′ 28″ N, 16° 33′ 53″ W