Los Millares

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Modell der Siedlung
Augenidol auf einer Keramik
Schüssel; span. Cuenco

Los Millares ist eine kupferzeitliche Siedlung in Andalusien. Sie liegt auf einer Erhebung, einige Kilometer nördlich von Almeria am Zusammenfluss des Rambla de Huechar mit dem Rio Andarax im Südosten Spaniens. Los Millares besteht aus einer umwallten Siedlung und einer Ansammlung von Ganggräbern und gab der Los Millares-Kultur, deren Einfluss auf die Kulturen Spaniens und Portugals erheblich war, ihren Namen. Los Millares ist der Ort mit der größten bisher bekannten Kuppelgrabnekropole (über 100 Anlagen) und damit der einzige Fundort, von dem Siedlung und Bestattungsplatz gleichermaßen bekannt ist.

Die Kultur des 3. und frühen 2. Jahrtausends v. Chr. baute Wein und Oliven an und hinterließ eine mit Symbolen verzierte Keramik, die sich primär in Megalithanlagen und Kuppelgräbern fand (nach Leisner unterschieden in die Phasen I + II).

Die Siedlung bedeckt eine Fläche von etwa fünf Hektar und wird von einer etwa zwei Meter dicken Steinmauer umschlossen, die in unregelmäßigen Abständen halbrunde Bastionen aufweist. Die noch wenig untersuchte Siedlung enthält die Fundamente von Rundhütten, die sich meist an die Mauer anlehnen, und im übrigen Bereich rechteckigen Hausfundamenten. Vier runde Steinbauten liegen auf einem Hügelkamm, in einer Entfernung von etwa 0,8 Kilometern. Der größte misst etwa 30 Meter im Durchmesser und besteht aus doppelten miteinander verbundenen konzentrischen Steinmauern und hat an der Außenseite ebenfalls Bastionen.

Im Westen liegen in runden Steinhaufen mit einem mittleren Durchschnitt von 15 Metern um die 100 Kuppelgräber. Einige sind vollmegalithisch, andere haben megalithische Wände und Kraggewölbe als Trockenmauerwerk, Die stets runden Kammern haben teilweise Seitenkammern aus Trockenmauerwerk. Die kurzen Gänge sind oft in Gang und Vorkammer unterteilt. Einige Kammern sind mit Platten ausgelegt und bemalt. Die Bauten lieferten reiche Funde: Keramik des Almeria-Typs, allerdings mit konischen (nicht bauchigen) Gefäßen, reich verzierte Ware, vor allem Symbolkeramik (Doppelspiralen bzw. Oculi Augenidole), deren Motive auch auf verschiedenen Idolen aus Stein, Ton und Knochen erscheinen, sowie Kupferwerkzeuge und aus afrikanischem Elfenbein und Straußeneierschalen gefertigte Gegenstände. Nachfolger war die El-Argar-Kultur.

Literatur[Bearbeiten]

  • M. Carrilero Millán und A. Suárez Marques: El territorio almeriense en la prehistoria. Almeria 1997, ISBN 84-8108-134-5

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Los Millares – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

36.964722222222-2.5222222222222Koordinaten: 36° 57′ 53″ N, 2° 31′ 20″ W