Lou Donaldson

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Lou Donaldson

Louis A. Donaldson (* 1. November 1926 in Badin, North Carolina) ist ein US-amerikanischer Jazz- Altsaxophonist und Komponist.

Biografie[Bearbeiten]

Lou Donaldson begann seine musikalische Laufbahn im Alter von 15 Jahren auf der Klarinette, bevor er zum Altsaxophon wechselte. Nach dem College wurde er zur Navy eingezogen und spielte dort in einer Militärkapelle. Hier sammelte er Erfahrungen im Zusammenspiel mit anderen Musikern. Nach Beendigung des Militärdienstes zog er 1952 nach New York City, wo er im Alter von 25 sein Debüt beim renommierten Jazz-Label Blue Note Records gab. Von 1952 bis 1963 nahm er für Blue Note Records drei 10‘‘ und dreizehn 12‘‘ LP’s auf, unter anderem mit der Root Down-Orgellegende Jimmy Smith. 1963 wandte Lou Donaldson sich von Blue Note ab und ging für vier Jahre zum Chicagoer Plattenlabel Cadet, wo er sechs weitere Alben produzierte. Als er 1967 wieder zu Blue Note zurückkehrte, nahm er dort sein beliebtestes und kommerziell erfolgreichstes Album auf: Alligator Boogaloo. Es folgten weitere Alben bis in die Mitte der siebziger Jahre hinein, die mit funkigen Overdubs dem Zeitgeschmack angepasst wurden. 1975 verließ Donaldson das Label endgültig.

Musikalisches Schaffen[Bearbeiten]

Lou Donaldson ist für einen sehr eingängigen und tanzbaren Jazzsound berühmt geworden, bei dem sich die einzelnen Instrumente um einen fröhlich groovenden und endlos dahin mäandrierenden Rhythmus ranken: den Soul Jazz. Wohl auch deswegen zählt er zu den populärsten Jazzmusikern der Sechziger und ist auf vielen Best-of-Samplern des Plattenlabels Blue Note Records vertreten. Zu den Musikern, die ihn bei seinen zahlreichen Plattensessions begleiteten, gehören namhafte Kollegen, wie die Organisten Dr. Lonnie Smith, Charles Earland und John Patton, oder die Gitarristen George Benson, Grant Green und Melvin Sparks. Neben eigenen Stücken interpretierte er viel von anderen, zum Beispiel Duke Ellingtons Caravan oder George Gershwins Summertime. Bekannt geworden sind vor allem seine Jazz-Adaptionen der Werke von Musikern aus der Soul- und Funk-Sparte, wie zum Beispiel Curtis Mayfields Gleichberechtigungshymne If There‘s Hell Below (We’re All Gonna Go) oder James Browns Klassiker Everything I Do Gonh Be Funky sowie Say It Loud! (I’m Black And I’m Proud), das obendrein Namensgeber eines Albums von 1969 war. Anfang der siebziger Jahre wandte sich Donaldson in seiner Klangfarbe der gerade aufkommenden Funk-Musik zu und integrierte sie in seinem Schaffen (Sassy Soul Strut).

Donaldson war und ist ein großer Bewunderer des früh verstorbenen Jazzmusikers und Altsaxofonisten Charlie "Yardbird" Parker.

Sonstiges[Bearbeiten]

  • Lou Donaldsons Komposition It's Your Thing wurde von De La Soul für deren Song Bitties In The BK Lounge gesampelt (auf dem Album De La Soul Is Dead, 1991).
  • Donaldsons Version von Who's Making Love wurde von De La Soul für deren Song Wonce Again Long Island (Stakes Is High, 1996) gesampelt.
  • Ein Sample von Lou Donaldsons Version von Ode To Billie Joe wurde von Cypress Hill in deren Titel 3 Lil' Putos verwendet (Black Sunday, 1993).

Diskografische Hinweise[Bearbeiten]

Zusammenstellungen

Alben[Bearbeiten]

  • 1957: Swing and Soul mit Herman Foster, Peck Morrison, Dave Bailey, Ray Barretto
  • 1958: Blues Walk mit Herman Foster, Peck Morrison, Dave Bailey, Ray Barretto
  • 1961: The Time Is Right mit Horace Parlan, Peck Morrison, Dave Bailey, Ray Barretto
  • 1962: The Natural Soul mit Tommy Turrentine (tr), John Patton (org), Grant Green (git), Ben Dixon (dr).
  • 1963: Gravy Train mit Herman Foster, Peck Morrison, Dave Bailey, Ray Barretto
  • 1967: Alligator Boogaloo mit Melvin Lastie (corn), George Benson (git), Lonnie Smith (org), Leo Morris (Idris Muhammad) (dr).
  • 1967: Mr. Shing-A-Ling mit Blue Mitchell (tr), Jimmy ”Fats” Ponder (git), Lonnie Smith (org), Leo Morris (dr).
  • 1968: Midnight Creeper mit Blue Mitchell (tr), George Benson (git), Lonnie Smith (org), Idris Muhammad (dr).
  • 1969: Say It Loud! mit Blue Mitchell (tr), Jimmy ”Fats” Ponder (git), Charles Earland (org), Idris Muhammad (dr).
  • 1969: Hot Dog mit Ed Williams (tr), Melvin Sparks (git), Charles Earland (org), Idris Muhammad (dr).
  • 1970: Everything I Play Is Funky mit Blue Mitchell (tr), Melvin Sparks (git), Lonnie Smith (org), Jimmy Lewis (b), Idris Muhammad (dr).
  • 1970: Pretty Things Blue Mitchell (tr), Ted Dunbar (git), Leon Spencer (org), Idris Muhammad (dr).
  • 1971: Cosmos
  • 1973: Sassy Soul Strut
  • 1994: Sentimental Journey

als Begleitmusiker / Sideman[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]