Lou van Burg

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Lou van Burg (1968)

Lou van Burg (* 25. August 1917 in Den Haag, Niederlande; † 26. April 1986 in München; bürgerlich Loetje van Weerdenburg; Spitznamen „Mister Wunnebar“ und „Onkel Lou“) war ein niederländisch-deutscher Showmaster und Entertainer.

Anfänge[Bearbeiten]

Lou van Burg begann seine Entertainerlaufbahn in den 1950er Jahren als Sänger und Tänzer in diversen Pariser Nachtclubs. Sein bekanntester Schlagertitel erschien 1954 mit Nicolo, Nicolo, Nicolino. Er entwickelte sich zu einem der bekanntesten Conférenciers und Showmaster im deutschsprachigen Raum.

Ein Menjoubärtchen und der Ausruf Wunnebar waren seine Markenzeichen.

Erste Fernsehauftritte[Bearbeiten]

Seine erste Fernsehshow im Jahre 1958 Jede Sekunde ein Schilling, ausgestrahlt vom ORF, war ein großer Erfolg. Daraufhin engagierte ihn die ARD für Sing mit mir - spiel mit mir, eine allerdings vorzeitig abgebrochene Reihe.

Karriere beim ZDF[Bearbeiten]

Nach zögerlichen Verhandlungen mit dem ZDF moderierte Lou ab 1964 die TV-Show Der goldene Schuss mit gigantischem Erfolg. Dennoch beendete der Sender am 11. Juli 1967 die Zusammenarbeit, nachdem seine Lebensgefährtin und Managerin Angèle Durand (eine Ehefrau namens Julchen in den Niederlanden gab es auch noch) der BILD-Zeitung und mehreren Illustrierten berichtete, dass er mit seiner Assistentin Marianne Krems ein Verhältnis habe und diese bereits schwanger sei. Der Intendant Karl Holzamer sagte hierzu, dass nicht das Privatleben, sondern die Publikation in allen Boulevardmedien ausschlaggebend gewesen sei. Später einigten sich das ZDF und Lou van Burg auf eine Entschädigung von 120.000 DM. Lou ließ sich nach 20 Jahren Ehe von seiner Frau scheiden und heiratete Marianne – das Ehepaar hatte zwei gemeinsame Kinder.

Wim Thoelke schrieb hierzu in seinem Buch Stars, Kollegen und Ganoven – eine Art Autobiographie, dass die weitverbreitete Geschichte, das ZDF habe van Burg hinausgeworfen, nicht stimme, zumal dieser gar keinen Vertrag mit dem ZDF gehabt habe. Vielmehr habe die Schweizer Firma Schmid Productions die Sendereihe im ZDF-Auftrag hergestellt. Diese Firma habe auch Musicals produziert und deswegen überlange Ausschnitte, einmal sogar 40 Minuten davon in Der goldene Schuss untergebracht, wobei das ZDF die Ausstattung dafür auch noch bezahlen musste. Die Zuschauer und das ZDF seien unzufrieden gewesen, worauf man sich, um die Situation zu retten, unter dem Vorwand der Affäre von van Burg getrennt und Vico Torriani als Nachfolger präsentiert habe.

Karriereende[Bearbeiten]

Für die nächsten neun Jahre musste Lou sich auf seinen Nebenberuf als Conférencier beim Zirkus Althoff konzentrieren, in Einkaufszentren und bei Butterfahrten auftreten. 1976 bis 1983 moderierte er dann wieder für das ZDF: die Sendung Varieté, Varieté (in der internationale Zauberkünstler, Akrobaten und Show-Artisten auftraten), ab 1976 die Evergreensendung Wir machen Musik und 1983 Spiel mit Onkel Lou.

Ende der 1970er Jahre holte ihn der damalige Programmdirektor Frank Elstner zum deutschen Hörfunkprogramm von Radio Luxemburg, wo er von 1979 an jeweils sonntags zur Mittagszeit (12 bis 14 Uhr) die Show Familientag mit Onkel Lou live aus dem damaligen Traumlandpark Bottrop-Kirchhellen moderierte.

Diese Show wurde zwar nur vom Radio übertragen, wurde von RTL aber intern zur Entwicklung und Übung von Fernseh-Liveübertragungen genutzt. 1981 bis 1984 moderierte er zusätzlich die Radiosendung Casino-Parade live aus dem Weindorf in Düsseldorf.

Außerdem hatte er in den letzten Jahren seines Lebens auch noch ein Engagement am Kölner Millowitsch-Theater in der Boulevard-Komödie „Schloss Rabeneck“.

1986 starb Lou van Burg an den Folgen einer Leukämie, an der er viele Jahre gelitten hatte. Er wurde auf dem Neuen Südfriedhof in München bestattet.[1]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

  • 1962 und 1963: Bravo Otto in Bronze der Jugendzeitschrift BRAVO in der Kategorie männlicher TV-Star [2][3]

Literatur[Bearbeiten]

  • Lou van Weerdenburg: Lou van Burg erzählt: Aus dem Leben eines Fernsehstars. Kranich-Verlag: Berlin-Zehlendorf 1961.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. knerger.de: Das Grab von Lou van Burg
  2. Die Sieger der OTTO-Wahl 1962, http://www.bravo-archiv.de/auswahl.php?link=ottosieger1962.php
  3. Die Sieger der OTTO-Wahl 1963, http://www.bravo-archiv.de/auswahl.php?link=ottosieger1963.php