Louis B. Mayer

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Louis B. Mayer (rechts) mit Judy Garland und Mickey Rooney

Louis Burt[1] Mayer (* angeblich 4. Juli 1885 in Minsk, Weißrussland; † 29. Oktober 1957 in Los Angeles, Kalifornien; eigentlich Lazar Mayer oder Eliezer Meir) war ein US-amerikanischer Filmproduzent. Mayer leitete jahrzehntelang die Filmgesellschaft Metro-Goldwyn-Mayer, abgekürzt MGM.

Leben[Bearbeiten]

Louis B. Mayers genaues Geburtsdatum ist unbekannt. Er selbst hat es auf den patriotisch bedeutsamen Tag 4. Juli gelegt, den amerikanischen Unabhängigkeitstag. Die Familie wanderte um 1888 nach Kanada aus. Mayer erkannte rasch das finanzielle Potential des Nickelodeons und eröffnete 1907 sein erstes Kino. Innerhalb weniger Jahre besaß er 90 Prozent aller Kinos in den Neuenglandstaaten und verdiente 1915 ein Vermögen mit den exklusiven Verleihrechten für Die Geburt einer Nation, dem bis dahin finanziell erfolgreichsten Film. 1916 gründete er zusammen mit Richard A. Rowland die Metro Pictures Corporation mit Sitz in New York. 1918 ging er mit der Firma aus Angst vor dem Edison Trust nach Hollywood. Mayer kündigte Rowland im selben Jahr die Partnerschaft und überredete auf der Suche nach einem publikumswirksamen Star die bereits bekannte Schauspielerin Anita Stewart, ihr bisheriges Studio Vitagraph zu verlassen und für die neugegründeten Louis B. Mayer Pictures zu arbeiten. 1924 machte Marcus Loew Mayer zum Chef der neuen Firma Metro-Goldwyn-Mayer, die unter dem Akronym MGM bekannt wurde. Im Jahr 1925 produzierte Mayer seinen erfolgreichsten Film Ben Hur. Als Studioboss errichtete Louis B. Mayer mit MGM das finanziell erfolgreichste Filmstudio der Welt. Seine erfolgreiche Geschäftspolitik trug entscheidend dazu bei, dass MGM als einziges der großen Filmstudios selbst während der Depressionszeit der 1930er-Jahre keine Verluste schrieb. Zu den Schauspielern, die unter seiner Ägide für MGM arbeiteten, gehörten unter anderen Greta Garbo, Joan Crawford, Clark Gable, Spencer Tracy, Katharine Hepburn, James Stewart, Jean Harlow, Judy Garland, Elizabeth Taylor, Lana Turner, Hedy Lamarr und Ava Gardner.

Mayer wollte nicht nur erfolgreiche, sondern auch wertvolle Filme, sogenannte „gesunde Unterhaltung“, die Ehrfurcht vor Gott, Patriotismus und Familienwerte vermittelte, aber ansonsten zu Eskapismus einluden. Regelmäßig geriet er deswegen mit Produktionsleiter Irving Thalberg aneinander, der anspruchsvolle und kritische Literaturverfilmungen bevorzugte. 1932 schließlich drängte Mayer Thalberg aus dem Geschäft, während der sich gerade von einem Herzanfall erholte. Nach einer Zwischenzeit, in der Mayer immer neue Produktionsleiter beschäftigte, übernahm er 1936 den Posten selbst, womit er zum ersten Konzernvorsitzenden der USA wurde, der ein sechsstelliges Einkommen hatte. Mayer genoss den Ruf eines gnadenlosen Geschäftsmannes, der sein Studio streng führte. Legendär waren seine Tränenausbrüche, wenn er bei widerspenstigen Stars seinen eigenen Willen durchsetzen wollte. Einige Schauspieler wie Greta Garbo oder Esther Williams zeigten sich von Mayer unbeeindruckt und gewannen etliche Auseinandersetzungen mit dem Studiochef um mehr Geld und bessere Arbeitsbedingungen. [2]. David O. Selznick, der mit Mayers Tochter Irene verheiratet war, arbeitete von 1933 bis 1935 bei MGM, entschloss sich jedoch 1936, seine eigene Filmfirma Selznick International zu gründen.

1948 wurde auf Veranlassung von Nicholas Schenck, dem Präsidenten von MGMs Muttergesellschaft Loews, Inc., Dore Schary neuer Produktionsleiter von MGM. 1951 ersetzte Dore Shary schließlich Mayer nach 27 Jahren in seiner Funktion in der operativen Leitung von MGM.

Louis B. Mayers Stern auf dem Canada’s Walk of Fame

Mayer war ein aktiver Anhänger der Republikaner. Er unterstützte besonders Herbert Hoover und später Senator Joseph McCarthy. Von 1931 bis 1932 war er Vizevorsitzender der Partei in Kalifornien, von 1932 bis 1933 Vorsitzender. 1934 bekämpfte er Upton Sinclairs Bewerbung um das Amt des kalifornischen Gouverneurs.

Louis B. Mayers letzte Worte waren angeblich: „Nichts ist wichtig.“[3]

Mayer, einer der Mitbegründer der Academy of Motion Picture Arts and Sciences, die jährlich die Oscars verleiht, wurde mit einem Ehrenoscar und einem Stern auf dem Hollywood Walk of Fame geehrt. Das TIME Magazine wählte ihn zu einer der 100 einflussreichsten Personen des 20. Jahrhunderts. Mayer wurde in einer Reihe von Filmen meist satirisch verzerrt dargestellt oder erwähnt, darunter Aviator, Liebe braucht keine Ferien und Barton Fink.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. John F. Oppenheimer (Red.): Lexikon des Judentums. Bertelsmann, Gütersloh 1971, ISBN 3-570-05964-2, Sp. 476.
  2. time.com
  3. IMDb

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Louis B. Mayer – Sammlung von Bildern