Louis Baare

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Louis Baare

Carl Ludwig Baare, genannt Louis Baare (* 12. Juni 1821 in Minden an der Weser; † 16. Mai 1897 in Bochum) war ein deutscher Wirtschaftspionier und Industrieller.[1][2]

Inhaltsverzeichnis

Leben und Wirken [Bearbeiten]

Der Kaufmann Baare kam im Alter von 24 Jahren als Angestellter zur Köln-Mindener Eisenbahn und stieg dort in der Verwaltung bald auf. Sein Unternehmen gehörte zu den Gläubigern der Bochumer Gußstahlfabrik Mayer und Kühne, später Bochumer Verein. Von 1854 bis 1895 wurde er Direktor, dann Generaldirektor des Bochumer Vereins und baute ihn zum Unternehmen mit weltweiter Bedeutung aus. Sein Nachfolger in dieser Funktion wurde sein Sohn Fritz Baare.

Von 1863 bis 1897 war Baare Stadtverordneter im Rat der Stadt Bochum. Ferner war er Präsident der Industrie- und Handelskammer zu Bochum von 1872 bis 1897.

Baare trat 1879 in das preußische Abgeordnetenhaus ein und beriet Bismarck in einigen sozialpolitischen Fragen. Er entwarf 1881 die Reichsunfallversicherung zusammen mit dem preußischen Handelsminister Theodor Hofmann.

1887 verlieh die Stadt Bochum dem Geheimen Commerzienrath Louis Baare die Rechte als Ehrenbürger. Die Stadt würdigte seine Arbeit mit den Worten „Die Fortschritte des großen Werkes, an dessen Spitze er steht, sind innig verknüpft mit dem Gedeihen der Stadt.“

Noch heute existiert sein Anwesen Villa Baare als öffentliche Gartenanlage in Bochum-Wattenscheid. Sein Grab befindet sich im heutigen Bochumer Kortumpark. Das Louis-Baare-Berufskolleg und die Baarestraße, in der auch eine Gedenktafel steht, ist nach ihm benannt.

Familie und Nachkommen [Bearbeiten]

Baare war zweimal verheiratet:

  • Mit seiner ersten Frau Elisabeth Alwine († 1850), geborene Hönemann, hatte er zwei Söhne: Bernhard und Paul.
  • Mit seiner zweiten Frau Helene Johanna (* 17. Oktober 1830; † 7. April 1885[3]), geborene André, hatte er weitere fünf Söhne (Friedrich, Wilhelm, Adolf (* 28. Januar 1861 in Bochum; † 6. Januar 1906 in Mülheim/Ruhr[4]), Louis und Theodor) sowie drei Töchter, von denen allerdings nur Minna das Kindbett überlebte. (Seine Tochter Alwine Wilhelmine starb kurz nach der Geburt im August 1859.[5])

Drei seiner insgesamt sieben Sohne bekleideten später ebenfalls leitende Posten des Bochumer Vereins: Friedrich August („Fritz“), Wilhelm und Bernhard.

Literatur [Bearbeiten]

  • Walther Bacmeister: Louis Baare - Ein westfälischer Wirtschaftsführer aus der Bismarckzeit. Walter Bacmeisters Nationalverlag, Essen 1937.
  • Walter Däbritz: Baare, Louis. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 1, Duncker & Humblot, Berlin 1953, ISBN 3-428-00182-6, S. 477 f. (Digitalisat).
  • Paul Küppers: Louis Baare (1821–1897). In: Rheinisch-Westfälische Wirtschaftsbiographien, Band I. Aschendorff, Münster 1931, S. 230-245.

Weblinks [Bearbeiten]

Einzelnachweise [Bearbeiten]

  1. Kirchenbuchduplikat, 1815-1874 Evangelische Kirche Sankt Martini, Stadtgemeinde Minden (Westfalen) auf FamilySearch.org
  2. Wilhelm Treue: Wirtschafts- und Technikgeschichte Preussens. Verlag Walter de Gruyter 1984, ISBN 3-11-009598-X Seite 541 online
  3. Daten vom Grabstein auf der Familiengruft Baare im Kortumpark Bochum
  4. Daten vom Grabstein auf der Familiengruft Baare im Kortumpark Bochum
  5. Kirchenbücher,1672-1905 der evangelischen Kirche Bochum auf FamilySearch.org