Louis Boutet de Monvel

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Dieser Artikel behandelt einen französischen Mathematiker. Für den französischen Maler siehe Louis Maurice Boutet de Monvel (1851–1913).

Louis Boutet de Monvel (* 22. Juni 1941; † 25. Dezember 2014) war ein französischer Mathematiker, der sich mit Funktionalanalysis und Mikrolokaler Analysis mit Anwendungen auf partielle Differentialgleichungen und mathematische Physik beschäftigte.

Boutet de Monvel studierte ab 1960 an der École normale supérieure (ENS) und promovierte 1969 bei Laurent Schwartz in Paris. 1967 bis 1969 unterrichtete er in Algier und 1969 bis 1971 war er Professor an der Universität Nizza, 1971 bis 1975 an der Universität Paris VII und 1975 bis 1979 an der´Universität Grenoble. Danach war er Professor an der Universität Paris VI Pierre und Marie Curie und leitete 1978 bis 1985 das Centre de mathématiques der ENS.

Boutet de Monvel entwickelte eine Algebra von Pseudodifferentialoperatoren in Randwertproblemen beziehungsweise auf Mannigfaltigkeiten mit Rändern[1]. Er befasste sich auch mit Toeplitz-Operatoren[2], die einen symbolischen Kalkül (ein Spezialfall der C*-Algebra) ähnlich dem von Pseudodifferentialoperatoren besitzen. Sie haben Anwendung in der Deformierungs-Quantisierung[3], was ebenfalls von Monvel untersucht wurde (sein Buch „Toeplitz operators and deformation algebras“ ist 2009 in Vorbereitung). Er befasste sich auch mit Bergman-Kernen in der komplexen Analysis (Zusammenarbeit mit Johannes Sjöstrand).

2007 erhielt er die Émile-Picard-Medaille der französischen Akademie der Wissenschaften und 2003 deren Prix fondé par l’État. 1970 war er Invited Speaker auf dem Internationalen Mathematikerkongress in Nizza (Une algèbre associées aux problèmes aux limites elliptiques). 2012 wurde er in die American Academy of Arts and Sciences gewählt.

1971 bis 1991 war er Mitglied von Nicolas Bourbaki.

Zu seinen Doktoranden gehört Gilles Lebeau.

Schriften[Bearbeiten]

  • mit Victor Guillemin: The spectral theory of Toeplitz Operators, Princeton University Press 1981

Weblinks[Bearbeiten]

Verweise[Bearbeiten]

  1. Boutet de Monvel „Boundary problems for pseudodifferential operators“, Acta Mathematica, Bd.126, 1971, S.11-51
  2. Sie lassen sich mit Hilfe von Toeplitz-Matrizen, bei denen die Matrixelemente in jeder Diagonale gleich sind, definieren.
  3. 1978 von Moshé Flato, Sternheimer, Fronsdal und André Lichnerowicz eingeführt in Analogie der Korrespondenz von Poisson-Klammern zu Kommutatoren beim Übergang von klassischer Mechanik zu Quantenmechanik durch Paul Dirac