Louis Brody

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Louis Brody; eigentlich Ludwig M’bebe Mpessa (* 15. Februar 1892 in Douala, Deutsche Kolonie Kamerun; † 11. Februar 1951 in Berlin) war ein deutscher Schauspieler.

Leben[Bearbeiten]

Im Alter von 15 Jahren kam Louis Brody aus dem damaligen deutschen „Schutzgebiet“ Kamerun nach Deutschland. Sein erster Auftritt erfolgte im Alter von 23 Jahren unter der Regie von Joe May in dessen Joe Deebs-Detektivserie in der Episode Das Gesetz der Mine. May beschäftigte ihn auch in mehreren Teilen der erfolgreichen, exotischen Abenteuerfilmreihe Die Herrin der Welt.

Der Übergang von der Weimarer Republik zur Zeit des Nationalsozialismus zog erstaunlicherweise keinen Bruch seiner Karriere nach sich, im Gegenteil. Die Nationalsozialisten brauchten für ihre Kolonialfilme schwarze Darsteller, so dass Brody, obwohl ansonsten in Deutschland benachteiligt, pro Drehtag 100 Reichsmark (400 Euro) verdiente. Dies entsprach in etwa dem halben Monatslohn eines Spitzenverdieners.

1938 heiratete er die schwarze Danzigerin Erika Diek, mit der er eine Tochter hatte.

In dem antisemitischen Film Jud Süß spielte er unter Veit Harlan den schwarzen Diener des Herzogs.

Das Ende des Nationalsozialismus erlebte er in Berlin. Danach ging er zur DEFA, seinen letzten Filmauftritt hatte er im Antifa-Abenteuerfilm Die letzte Heuer.

Louis Brody starb am 11. Februar 1951 in Berlin und wurde in Berlin-Hohenschönhausen bestattet.

Filmografie[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Tobias Nagl: Von Kamerun nach Babelsberg. Louis Brody und die schwarze Präsenz im deutschsprachigen Kino vor 1945. In: Ulrich van der Heyden, Joachim Zeller (Hrsg.): Kolonialmetropole Berlin. Eine Spurensuche. Berlin-Edition, Berlin 2002, ISBN 3-8148-0092-3, S. 220–225.
  • Tobias Nagl: Die unheimliche Maschine. Rasse und Repräsentation im Weimarer Kino. edition text + kritik, München 2009, ISBN 978-3-88377-910-2 (Zugleich: Hamburg, Universität, Dissertation, 2005), (v. a. Kapitel 6.3: Pagen in der Traumfabrik: Louis Brody und die unsichtbaren Männer des Weimarer Kinos. S. 557–592).
  • Tobias Nagl: „Sonst wären wir den Weg gegangen wie viele andere“. Afro-deutsche Komparsen, Zeugenschaft und das Archiv der deutschen Filmgeschichte. In: Claudia Bruns, Asal Dardan, Anette Diedrich (Hrsg.): „Welchen der Steine du hebst“. Filmische Erinnerung an den Holocaust (= Medien – Kultur. Bd. 3). Bertz + Fischer, Berlin 2012, ISBN 978-3-86505-397-8, S. 156–169.

Weblinks[Bearbeiten]